{"id":306768,"date":"2025-07-30T23:16:25","date_gmt":"2025-07-30T23:16:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/306768\/"},"modified":"2025-07-30T23:16:25","modified_gmt":"2025-07-30T23:16:25","slug":"brandstiftungen-andere-gehen-holz-hacken-hoechststrafe-fuer-feuermord-panorama","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/306768\/","title":{"rendered":"Brandstiftungen: Andere gehen Holz hacken &#8211; H\u00f6chststrafe f\u00fcr Feuermord &#8211; Panorama"},"content":{"rendered":"<p>Der Staatsanwalt hatte bereits am Montag die H\u00f6chststrafe beantragt. Mehrere Nebenkl\u00e4ger schlossen sich dem an. Der drogenabh\u00e4ngige, arbeitslose Deutsche hatte den vierfachen Mord, weitere Brandstiftungen in Wohnh\u00e4usern und eine Macheten-Attacke auf einen langj\u00e4hrigen Freund gestanden.\u00a0<\/p>\n<p> &#8222;Unvorstellbares Leid verursacht&#8220; <\/p>\n<p>In seinem Schlusswort sagte Daniel S.: &#8222;Durch mein Handeln habe ich unvorstellbares Leid verursacht. Ich bin daf\u00fcr verantwortlich, dass Angeh\u00f6rige ihre Liebsten verloren haben. Ich kann die Zeit leider nicht zur\u00fcckdrehen, sondern nur sagen, dass es mir aufrichtig leidtut.&#8220; Trotz des raschen Gest\u00e4ndnisses kamen im Prozess immer wieder neue Details ans Licht.\u00a0<\/p>\n<p> Zweifel am behaupteten Motiv <\/p>\n<p>Vor allem die Zweifel am behaupteten Motiv des 40-J\u00e4hrigen nahmen im Prozessverlauf zu. Nebenklage-Vertreterin Seda Ba\u015fay-Y\u0131ld\u0131z brachte in den vergangenen Monaten durch eigene Recherchen einiges ans Licht, dass auf eine rechte Gesinnung des Angeklagten deutete: einschl\u00e4gige Suchen bei Youtube und Google, ein Zettel mit einem rassistischen Gedicht in einer vom Angeklagten genutzten Garage, ein rassistischer Chat mit seiner Freundin und 166 rechtsextreme Dateien auf einer Festplatte, von denen lange nicht klar war, wem sie zuzurechnen sind. Sehr wahrscheinlich stammen sie von der Sicherungskopie des Handys eines Dritten, sagte K\u00f6tter.<\/p>\n<p>In einer leerstehenden Wohnung des Hauses, in dem der Angeklagte wohnte, wurde zudem Literatur \u00fcber NS-Gr\u00f6\u00dfen gefunden. Das Haus geh\u00f6rt dem Vater des Angeklagten.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr die Staatsanwaltschaft waren das &#8222;Spekulationen ohne echten Beweiswert&#8220;, schlie\u00dflich seien in der Garage etwa auch Materialien der eher links zu verortenden Satirepartei &#8222;Die Partei&#8220; entdeckt worden.\u00a0<\/p>\n<p> Leben durchleuchtet <\/p>\n<p>Das digitale Leben des Angeklagten sei zehn Jahre r\u00fcckwirkend durchleuchtet worden, ohne Kontakte zu rechten Gruppen oder Hinweise auf eine stille Radikalisierung zu entdecken, hatte Staatsanwalt Christopher Bona betont. Die Treffer mit rechten Inhalten l\u00e4gen im Promillebereich.\u00a0<\/p>\n<p>Bei dem t\u00f6dlichen Feuer am 25. M\u00e4rz 2024 starb in Solingen eine bulgarische Familie im Dachgeschoss &#8211; die 28 und 29 Jahre alten Eltern und ihre beiden T\u00f6chter im Alter von drei Jahren sowie wenigen Monaten.\u00a0<\/p>\n<p>Mehrere Menschen wurden bei verzweifelten Spr\u00fcngen aus dem brennenden Haus schwer verletzt. Der Angeklagte wohnte selbst fr\u00fcher im Hinterhaus des Brandhauses. Nach einem Streit mit seiner Vermieterin musste er ausziehen.\u00a0<\/p>\n<p> Der Mann mit dem Rucksack <\/p>\n<p>Aufnahmen aus \u00dcberwachungskameras hatten die Ermittler auf die Spur des 40-J\u00e4hrigen gebracht: Sie hatten den fr\u00fcheren Mieter in der Brandnacht gleich mehrmals in der N\u00e4he des Brandhauses mit Rucksack aufgezeichnet &#8211; als einzigen in der fraglichen Zeit.\u00a0<\/p>\n<p>Die Ermittler hatten bereits einen Durchsuchungsbeschluss f\u00fcr seine Wohnung beantragt, als sich in Solingen am 8. April 2024 ein weiteres unheimliches Verbrechen ereignete: Mit einer Machete und wuchtigen Hieben hatte der Deutsche auf den Kopf eines Freundes eingehackt. Das Opfer \u00fcberlebte lebensgef\u00e4hrlich verletzt.<\/p>\n<p>Im Keller des Arbeitslosen fanden die Ermittler dann ein Arsenal aus Brandbeschleunigern und Utensilien f\u00fcr Z\u00fcnder. Die Anklage legt Daniel S. auch noch zwei \u00e4ltere Brandstiftungen zur Last &#8211; im November 2022 und im Februar 2024. In beiden F\u00e4llen hielten sich zur jeweiligen Tatzeit Menschen in den Wohnh\u00e4usern auf.\u00a0<\/p>\n<p> Zwei weitere Taten? <\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Prozesses geriet Daniel S. sogar noch f\u00fcr zwei weitere Brandstiftungen in Verdacht, die nicht Teil der Anklage waren. So soll er nach einem Streit mit einem marokkanischen Nachbarn im Wohnhaus seiner Freundin in Wuppertal Feuer gelegt haben, kurz nachdem diese ausgezogen war. Auch das Auto einer Ex-Freundin wurde Ziel eines Brandanschlags.<\/p>\n<p>Die Ermittlungen zum Feuer im Wuppertaler Wohnhaus waren mit der vermeintlichen Brandursache &#8222;technischer Defekt&#8220; schnell eingestellt worden, obwohl an zwei Stellen im Haus gleichzeitig Feuer ausgebrochen war. Inzwischen geht ein Gutachter von einem Brandanschlag aus. Gegen Daniel S. wird deswegen inzwischen gesondert ermittelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Staatsanwalt hatte bereits am Montag die H\u00f6chststrafe beantragt. Mehrere Nebenkl\u00e4ger schlossen sich dem an. Der drogenabh\u00e4ngige, arbeitslose&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":306769,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,987,30,1584,1209,2283,11747,4418],"class_list":{"0":"post-306768","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-feuer","11":"tag-germany","12":"tag-kriminalitaet","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-prozess-gericht","15":"tag-urteile","16":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114944736214658842","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/306768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=306768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/306768\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/306769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=306768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=306768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=306768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}