{"id":307104,"date":"2025-07-31T02:26:11","date_gmt":"2025-07-31T02:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/307104\/"},"modified":"2025-07-31T02:26:11","modified_gmt":"2025-07-31T02:26:11","slug":"rot-weiss-essen-giganten-aus-der-unterwelt-des-fussballs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/307104\/","title":{"rendered":"Rot-Weiss Essen: Giganten aus der Unterwelt des Fu\u00dfballs"},"content":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfen Erfolge liegen lange zur\u00fcck, doch die Strahlkraft von Rot-Weiss Essen ist ungebrochen. Mithilfe von Fans, der Stadt und neuen Strukturen soll der n\u00e4chste Aufstieg gelingen. Gleich zu Saisonbeginn steht ein Fu\u00dfballfest f\u00fcr Nostalgiker an.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Damit hatten die Fans von Hibernian Edinburgh nicht gerechnet \u2013 selbst, wenn ihnen der historische Hintergrund des Freundschaftsspiels gegen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/rot-weiss-essen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/rot-weiss-essen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rot-Weiss Essen<\/a> bewusst war. Vor 70 Jahren hatten sich der schottische Erstligist und der aktuelle deutsche Drittligist in einem der ersten Europapokalspiele \u00fcberhaupt gegen\u00fcbergestanden. Doch dass da gleich 2500 Anh\u00e4nger vor zweieinhalb Wochen aus Essen zur Neuauflage anreisten und ein beeindruckendes Spektakel veranstalteten \u2013 das war mehr als ungew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p>\u201eRot-Weiss Essen international \u2013 wie einst Opa, RWE \u2013 mit dir durch Europa\u201c hie\u00df es auf einem gro\u00dfen Spruchband, dass die Fans des Traditionsvereins aus dem Ruhrgebiet am Stadion an der Easter Road entrollten \u2013 nachdem sie vor und nach dem Spiel, das die Hibernians 3:2 gewannen, Edinburgh zur Partyzone umfunktioniert hatten: mit einem Fanmarsch und Ges\u00e4ngen. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/article256387518\/Rot-Weiss-Essen-Wie-die-Fans-von-RWE-Schottland-bei-einem-Testspiel-verzaubern.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/article256387518\/Rot-Weiss-Essen-Wie-die-Fans-von-RWE-Schottland-bei-einem-Testspiel-verzaubern.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Noch Tage sp\u00e4ter schw\u00e4rmten die Schotten von der Welle der Begeisterung<\/a>, welche die Essener durch ihre altehrw\u00fcrdige Stadt schwappen gelassen hatten.<\/p>\n<p>Tradition zum Drittliga-Start<\/p>\n<p>Am kommenden Freitag wird es nun ein Fu\u00dfballfest in Essen geben, das ebenfalls nostalgische Gef\u00fchle hervorruft. Die neue Saison der 3. Liga wird er\u00f6ffnet mit einer Partie, die auch das Zeug dazu hat, Herzen h\u00f6her schlagen zu lassen: Die Essener, Deutscher Meister von 1955, empfangen den TSV 1860 M\u00fcnchen, Titeltr\u00e4ger von 1966.<\/p>\n<p>Magenta TV \u00fcbertr\u00e4gt frei empfangbar live, das Stadion an der Hafenstra\u00dfe ist ausverkauft. Es werden sich, sagt Essens Vorstandsvorsitzender Marc-Nicolai Pfeifer, \u201ezwei Vereine gegen\u00fcberstehen, die viel Aufmerksamkeit erregen und eine bedeutende, bewegte Geschichte haben. Aus den Erfolgen der Vergangenheit leiten viele Fans ab, dass sie auch wieder eine gro\u00dfe Zukunft haben werden.\u201c<\/p>\n<p>Pfeifer muss es wissen. Seit gut einem Jahr ist er bei RWE, das es erst vor vier Jahren aus der Viertklassigkeit wieder in die unterste eingleisige Profiliga geschafft hat, in der Verantwortung. Davor war er fast vier Jahre bei 1860, bis ihn die st\u00e4ndigen Querelen veranlasst haben, eine neue Herausforderung zu suchen. Wer w\u00fcrde sich besser anbieten als der 44-J\u00e4hrige f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die anhaltende Faszination von Traditionsklubs, ihre N\u00f6te und Perspektiven?<\/p>\n<p>\u201eProfessionalisierung auf allen Ebenen\u201c<\/p>\n<p>Wir sind im neuen Stadion an der Hafenstra\u00dfe im Essener Norden verabredet, dem traditionellen Arbeiterbezirk der 600.000-Einwohner-Stadt. Bevor wir reden, will Pfeifer noch kurz bei der Mannschaft vorbeischauen. Die Spieler essen an diesem Dienstag unter der Haupttrib\u00fcne der derzeit rund 20.000 Zuschauer fassenden, 13 Jahre alten Arena gemeinsam mit Mitarbeitern der Gesch\u00e4ftsstelle zu Mittag. Das ist eine der Neuerungen, die eingef\u00fchrt worden sind: Das Wir-Gef\u00fchl soll gest\u00e4rkt werden. Es ist eine von vielen Stellschrauben, an denen gedreht wird. \u201eProfessionalisierung auf allen Ebenen\u201c nennen Pfeifer und sein Vorstandskollege Alexander Rang ihren Ma\u00dfnahmen-Katalog.<\/p>\n<p>Einiges hat das Duo bereits auf den Weg gebracht \u2013 wenn auch vieles auf den ersten Blick kleinteilig erscheinen mag. Doch von einer Illusion, macht Pfeifer klar, sollten sich Vereine mit klangvollen Namen schnell verabschieden: dem Irrglauben, dass allein Tradition, der ungebrochene Zuspruch der Fans und die Euphorie dazu f\u00fchrt, automatisch die Stufen auf der Leiter zur\u00fcck nach oben gehen zu k\u00f6nnen. Denn gerade die 3. Liga, in der es mit 1,3 Millionen Euro pro Verein nur wenig TV-Geld gibt, kann f\u00fcr wuchtige Vereine wie RWE und 1860 zur Kostenfalle werden.<\/p>\n<p>Das mussten auch die Essener erfahren. Infolge des Aufstiegs 2021 nach 14 Jahren in der Regionalliga gab es eine gro\u00dfe Party \u2013 auf die bald ein Kater folgte. Auf der Jahreshauptversammlung 2023 musste eine finanzielle Schieflage bekannt gegeben werden: Das Gesch\u00e4ftsjahr 2022 war mit einem Minus von rund 3,6 Millionen Euro abgeschlossen worden, die Folge auch von Fehleinsch\u00e4tzungen und \u00dcberforderungen mit den pl\u00f6tzlich gestiegenen Anforderungen. Es rumorte, der alte Vorstand ging.<\/p>\n<p>Sparen, optimieren, priorisieren <\/p>\n<p>Danach wurde aufger\u00e4umt. \u201eDas \u00fcbergeordnete Ziel war die Weiterentwicklung der Ertr\u00e4ge \u2013 zum anderen aber auch ein besseres Verh\u00e4ltnis von Umsatz zum Sportetat. Wir haben den Sachaufwand zugunsten der Aufwendungen f\u00fcr den Sport reduziert\u201c, so Pfeifer. Gro\u00dfe Posten wurden bewegt, aber auch kleinere optimiert \u2013 wie die Mietkosten f\u00fcr die R\u00e4ume der Gesch\u00e4ftsstelle, die Mineralwasser-Bestellungen oder die Vereinbarungen mit den \u00d6PNV-Verb\u00e4nden f\u00fcr das Kombiticket, mit denen die Fans kostenlos zu Heimspielen anreisen k\u00f6nnen. \u201eViele Entscheidungen hatten mit Mut und Priorisierung zu tun\u201c, so Pfeifer.<\/p>\n<p>Vor allem aber wurde mit der Stadt, dem Eigent\u00fcmer des Stadions, in Nachverhandlungen eine erhebliche Reduktion der Stadionmiete erreicht. Der Verein muss statt 900.000 j\u00e4hrlich noch etwa 370.000 Euro plus einen variablen Anteil \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Die Einsparungen flossen in den Sportetat: Im Dezember kam mit Uwe Koschinat ein neuer Trainer und im Januar mit dem erfahrenen Mittelfeldspieler Klaus Gjasula ein Stabilisator. Das trug dazu bei, dass die Essener, die nach der Hinrunde mit 17 Punkten auf dem drittletzten Platz lagen, mit 39 Punkten die zweitbeste R\u00fcckrunde aller Teams spielten. Am Ende war RWE Tabellenachter \u2013 mit neun Z\u00e4hlern R\u00fcckstand auf den 3. Rang, der zur Relegation um den Aufstieg berechtigt. Dieser Abstand soll in der neuen Saison verk\u00fcrzt werden. Dank der Konsolidierung gibt es Luft f\u00fcr Verst\u00e4rkungen. Aktuell buhlen die Essener um Mittelst\u00fcrmer Vincent Vermeij vom Zweitligisten Fortuna D\u00fcsseldorf. So weit oben konnte RWE lange nicht ins Regal greifen.<\/p>\n<p>\u201eDie Stadt Essen sieht uns auf dem richtigen Weg\u201c<\/p>\n<p>Ein Grund: Auch die langfristige Perspektive hat sich vor einigen Wochen noch einmal deutlich verbessert: Der Stadtrat hat gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Stadionausbau gegeben. F\u00fcr rund 27 Millionen Euro, die gr\u00f6\u00dftenteils die Stadt tr\u00e4gt, sollen ab Juni 2026 die noch freien Ecken der Arena geschlossen und das Fassungsverm\u00f6gen auf 26.800 erh\u00f6ht werden. Auch bei diesem Projekt konnten in Nachverhandlungen die Konditionen f\u00fcr den Verein noch einmal signifikant verbessert werden.<\/p>\n<p>\u201eDas spiegelt das Vertrauen in die handelnden Personen im Verein wider. Die Stadt Essen sieht uns auf dem richtigen Weg\u201c, sagt Pfeifer. Der kann nur lauten: RWE, von der Strahlkraft her immer noch weit mehr als ein lokales Ph\u00e4nomen, mittelfristig in die 2. Liga zu bringen: \u201eIch bin optimistisch, weil man sieht, dass die Basis hier noch einmal eine ganz andere ist und es Geschlossenheit in den Gremien gibt.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Chaos und Tr\u00e4ume bei 1860<\/p>\n<p>Das war bei 1860 M\u00fcnchen anders. Vor allem auch, weil dort einige geglaubt haben, dass es einen leichten Weg zur\u00fcck nach oben geben kann. 2011, als die L\u00f6wen kurz vor der Insolvenz standen, war Investor Hasan Ismaik eingestiegen. Die Folge: eine bis heute anhaltende Dauerfehde zwischen dem sprunghaften Geldgeber und den Pr\u00e4sidien des Vereins, den Mitgliedern und den organisierten Fans. Zwischen diese Fronten war auch Pfeifer geraten. Da half es ihm wenig, dass er das Sponsoringvolumen des Klubs verdreifacht hatte.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngste Entwicklung: Auf der Mitgliederversammlung am 5. Juli erkl\u00e4rte Robert Reisinger, der scheidende L\u00f6wen-Pr\u00e4sident und entschiedenste Gegner des jordanischen Investors, Ismaik habe \u201ekeine Relevanz\u201c mehr, da der seine Anteile verkaufen werde. Es gab teilweise Jubelst\u00fcrme. Der Verein hatte dies zuvor sogar in einer Pressemitteilung verk\u00fcndet. Der Haken: Zu diesem Zeitpunkt war der Deal mit einem neuen Investor noch nicht in trockenen T\u00fcchern \u2013 kurz darauf platzte er dann.<\/p>\n<p>Pfeifer glaubt dennoch an die Perspektive seines Ex-Klubs. Bei 1860, sagt er, sei \u201etrotz der Widrigkeiten in vielen Bereichen sehr gute Arbeit\u201c geleistet worden \u2013 insbesondere durch \u201eden hohen pers\u00f6nlichen Einsatz von Sport-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Werner\u201c. Die L\u00f6wen-Mannschaft sei gut zusammengestellt und geh\u00f6re zu den \u201eTop-Favoriten auf den Aufstieg\u201c. Und solange die Fans str\u00f6men, lebt auch bei 1860 \u201eder Traum von der R\u00fcckkehr in den gro\u00dfen Fu\u00dfball weiter\u201c. Genau wie bei RWE.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die gro\u00dfen Erfolge liegen lange zur\u00fcck, doch die Strahlkraft von Rot-Weiss Essen ist ungebrochen. 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