{"id":307158,"date":"2025-07-31T02:55:16","date_gmt":"2025-07-31T02:55:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/307158\/"},"modified":"2025-07-31T02:55:16","modified_gmt":"2025-07-31T02:55:16","slug":"kampf-gegen-das-virus-hoffnung-auf-hiv-impfstoff-mit-mrna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/307158\/","title":{"rendered":"Kampf gegen das Virus: Hoffnung auf HIV-Impfstoff mit mRNA"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 30.07.2025 20:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Fast 40 Jahre l\u00e4uft die Suche nach einem HIV-Impfstoff. Ein neuer mRNA-Ansatz zeigt vielversprechende Ergebnisse und ist wahrscheinlich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem ersten wirksamen Impfstoff.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas HI-Virus mutiert st\u00e4ndig, sch\u00fctzt sich mit einem Zuckermantel und kann sich vor dem menschlichen Immunsystem sehr gut verstecken. Doch eine neue Studie mit einem mRNA-Impfstoff sorgt jetzt f\u00fcr Aufsehen. Es geht um ein Protein der Virush\u00fclle, mit dem das Immunsystem noch effektiver trainiert werden soll.<\/p>\n<p>    mRNA-Impfstoff sorgt f\u00fcr realistischeres Training<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin Schl\u00fcsselproblem in der Impfstoffentwicklung ist das sogenannte Envelope-Protein, das auf der Oberfl\u00e4che des HI-Virus sitzt. Dieses Protein ist nicht nur komplex aufgebaut, sondern auch gut gesch\u00fctzt. &#8222;Die Herausforderung ist, dass dieses Protein nicht eins ist, sondern aus drei Teilen besteht, die wie ein Blumenstrau\u00df zusammengebunden sind&#8220;, erkl\u00e4rt Georg Behrens, Immunologe an der Medizinischen Hochschule Hannover. Das Immunsystem muss daher sehr spezifische Antik\u00f6rper entwickeln, um das Virus zu bek\u00e4mpfen, eine Aufgabe, die bisherige Impfstoffans\u00e4tze oft \u00fcberfordert hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer neue mRNA-Impfstoff eines internationalen Forschungsteams setzt genau hier an. Wissenschaftler des US-Pharmaunternehmens Moderna sind beteiligt. W\u00e4hrend fr\u00fchere Impfstoffversuche das Envelope-Protein frei im K\u00f6rper &#8222;herumschwimmen&#8220; lie\u00dfen, wird es bei diesem Ansatz in die Zellmembran von Muskel- und Immunzellen eingebaut. Damit kann das Immunsystem viel realistischer trainiert werden. Denn bei HIV sitzt das Protein auch in der Virush\u00fclle. Und das ist f\u00fcr die Impfstoffforschung wohl viel wichtiger als gedacht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBisher hat das Immunsystem bei anderen Impfstoffkandidaten vor allem Antik\u00f6rper gebildet, die sich besonders gut an den Teil binden k\u00f6nnen, der sonst in der Virush\u00fclle verborgen ist. Genau dieser Teil spielt bei der Immunantwort aber keine Rolle. Das Immunsystem setzt also die falschen Priorit\u00e4ten. &#8222;Wenn wir uns nochmal das Virusprotein als Blumenstrau\u00df vorstellen, schaut das Immunsystem also eher auf die eigentlich uninteressanten Stiele der Blumen, nicht aber auf die Bl\u00fcten&#8220;, erkl\u00e4rt Georg Behrens.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer neue Ansatz mit dem in der Zellmembran verankerten Protein zwingt das Immunsystem dazu, den richtigen Fokus zu setzen. In Laborversuchen ist der Vorteil klar erkennbar, sagt Marcus Altfeld vom Leibniz-Institut f\u00fcr Virologie. &#8222;Es wird verhindert, dass diese unn\u00f6tigen Antik\u00f6rper-Antworten gebildet werden.&#8220; Die entstandenen Antik\u00f6rper konnten das Virus gut neutralisieren.<\/p>\n<p>    Erste kleine klinische Studie ist vielversprechend<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Tierversuchen f\u00fchrte der neue Impfstoff zu einer h\u00f6heren Konzentration neutralisierender Antik\u00f6rper. Erste klinische Tests mit 108 Probanden best\u00e4tigten den Effekt im Rahmen der <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/scitranslmed.ady6831\" title=\"HIV-Impfstoff\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Studie<\/a> f\u00fcr die Fachzeitschrift Science. 80 Prozent der Teilnehmenden, die den neuen Impfstoff eingenommen hatten, entwickelten neutralisierende Antik\u00f6rper &#8211; beim alten Design waren es nur vier Prozent, sagt Immunologe Behrens. &#8222;Das hat sehr gut funktioniert und sehr viel effektiver und nach nur drei Impfungen.&#8220;<\/p>\n<p>    Geimpfte haben h\u00e4ufiger juckende Nesselsucht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer neue Impfstoffansatz ist aber nur f\u00fcr eine HIV-Variante getestet worden. Es ist also unklar, wie gut der Ansatz gegen die zahlreich anderen Subvarianten des Virus funktioniert. Wie jeder Impfstoff wird auch genau auf die Nebenwirkungen geschaut. Schwerwiegende Nebenwirkungen gab es nicht, aber sechs bis sieben Prozent der kleinen Testgruppe hatte nach der Impfung juckende Quaddeln an der Haut, also Nesselsucht, sagt Behrens. &#8222;Es ist ein bisschen ungew\u00f6hnlich. Es gibt zwei, drei andere Studien, die Anfang dieses Jahres publiziert wurden, wo auch eine neue mRNA-Impfung als Basis eingesetzt wurde. Auch da war die Rate der Nesselsucht sehr hoch.&#8220; Er glaubt aber, dass es in Zukunft m\u00f6glich sein wird, das Risiko f\u00fcr diese Nebenwirkung zu reduzieren.<\/p>\n<p>    Kein Durchbruch, aber ein wichtiger Fortschritt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotz der vielversprechenden Ergebnisse betont Behrens, dass der neue Impfstoff kein unmittelbarer Durchbruch ist. &#8222;Diese Studie zeigt ein Prinzip, aber dieser Impfstoff wird so nicht direkt beim Menschen eingesetzt.&#8220; Das mRNA-Verfahren erlaubt jedoch eine schnelle Anpassung und Entwicklung neuer Varianten, was die Forschung deutlich beschleunigen k\u00f6nnte. Forschungsteams m\u00fcssen nicht aufwendig mit Zellkulturen Proteine z\u00fcchten, sondern k\u00f6nnen stattdessen den Bauplan in Form der mRNA mit der Impfung in den K\u00f6rper geben. Der produziert dann das Protein selbst.<\/p>\n<p>    Moderna und BioNTech arbeiten an mRNA-Impfstoffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele verschiedene Varianten des Impfstoffs k\u00f6nnen designt werden. So haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass wahrscheinlich viele verschiedene herk\u00f6mmliche Impfungen n\u00f6tig w\u00e4ren, um eine breite und ausreichende Immunantwort gegen HIV zu erzeugen, die Rede ist von mehr als zehn verschiedenen Impfungen. Diese Zahl k\u00f6nnte durch den mRNA-Ansatz verringert werden. Nach dem ersten erfolgreichen Einsatz von mRNA-Impfstoffen w\u00e4hrend der Corona-Pandemie schaut auch die HIV-Impfstoffforschung vermehrt auf die mRNA-Technologie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n2023 und 2024 hat das US-Pharmaunternehmen Moderna zwei klinische Phase-1-Studien mit zwei unterschiedlichen Impfstoffkandidaten durchgef\u00fchrt. Bei einer Studie ist der Impfstoff mit Freiwilligen in Ruanda und S\u00fcdafrika getestet worden, also Regionen, in denen sich vergleichsweise viele Menschen mit HIV infizieren und auch an der Krankheit AIDS sterben. Erste Ergebnisse sollen noch 2025 ver\u00f6ffentlicht werden. Das Mainzer Unternehmen BioNTech arbeitet auch an einem HIV-Impfstoff, f\u00fchrt jedoch noch keine klinischen Studien durch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs sollen m\u00f6glichst breit neutralisierende Antik\u00f6rper entstehen, also Antik\u00f6rper, mit denen das Immunsystem auch die vielen unterschiedlichen Formen von HIV bek\u00e4mpfen kann. Solch eine &#8211; sehr breit &#8211; aufgestellte Immunabwehr haben Forschungsteams zuletzt bei Menschen festgestellt, die schon seit Jahren infiziert sind. Erst mit den Jahren scheint sich das Immunsystem dem Virus anpassen zu k\u00f6nnen. Dann ist es aber f\u00fcr Patienten schon zu sp\u00e4t, der K\u00f6rper reagiert also zu langsam. Das sollen neue Impfstoffkandidaten \u00e4ndern und diese breite Immunreaktion durch mehrere Impfungen ausl\u00f6sen. Vorl\u00e4ufer dieser breit neutralisierenden Antik\u00f6rper konnten schon durch eine HIV-Impfung produziert werden.<\/p>\n<p>    Vielversprechende Ans\u00e4tze, aber weniger F\u00f6rdergelder<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach 40 Jahren ohne sch\u00fctzenden HIV-Impfstoff gibt es nun wieder Hoffnung. &#8222;Man hat das Gef\u00fchl, dass derzeit einige Dinge zusammenkommen, die bei der Entwicklung eines sch\u00fctzenden Impfstoffes helfen k\u00f6nnten&#8220;, sagt Marcus Altfeld vom Leibniz-Institut f\u00fcr Virologie. Gleichzeitig steht die Forschung vor allem in den USA unter Druck, weil US-Pr\u00e4sident Donald Trump zahlreiche F\u00f6rdergelder gestrichen hat. Das wird die Impfstoffforschung m\u00f6glicherweise verlangsamen, aber es gibt gleichzeitig viele neue Ans\u00e4tze, die in Zukunft auf einen Impfstoff gegen HIV hoffen lassen. Mit Hilfe der mRNA-Technologie k\u00f6nnten Impfstoffe bald flexibler, schneller und gezielter entwickelt werden &#8211; auch gegen HIV.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 30.07.2025 20:00 Uhr Fast 40 Jahre l\u00e4uft die Suche nach einem HIV-Impfstoff. 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