{"id":307223,"date":"2025-07-31T03:31:20","date_gmt":"2025-07-31T03:31:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/307223\/"},"modified":"2025-07-31T03:31:20","modified_gmt":"2025-07-31T03:31:20","slug":"die-eu-untergraebt-ihre-klimaschutzziele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/307223\/","title":{"rendered":"Die EU untergr\u00e4bt ihre Klimaschutzziele"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ursula von der Leyen und Donald Trump haben ein Abkommen im sich anbahnenden Zollstreit zwischen der EU und den USA getroffen. Die Europ\u00e4ische Kommission akzeptiert Zollerh\u00f6hungen und verspricht gleichzeitig Investitionen in die US-Wirtschaft \u2013 vor allem in fossile Energietr\u00e4ger. In unserem Format \u201eBreak The News\u201c haben wir die Hintergr\u00fcnde entschl\u00fcsselt.<\/strong><\/p>\n<p>Hintergrund: Der Zoll-Deal zwischen der EU und den USA<\/p>\n<ul>\n<li>Mit dem neuen <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/de\/qanda_25_1930?_bhlid=74f134b2e10c4e7f2b6553d91a8915cba2a022c3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handelsabkommen<\/a> fallen k\u00fcnftig <strong>15 Prozent US-Z\u00f6lle auf die meisten EU-Produkte<\/strong> an. Das sind weniger als die von Trump angedrohten 30 Prozent, aber mehr als vor dem Ausbruch seiner Zollwut. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-07\/usa-autos-zoll-eu-donald-trump?_bhlid=847814a268ba71f45e16d7e2efefadc77f04ad09\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">US-Autos<\/a> sollen wiederum zollfrei nach Europa exportiert werden k\u00f6nnen. Dass Fahrzeuge aus den USA in Europa <a href=\"https:\/\/www.basicthinking.de\/blog\/2025\/04\/10\/us-zoelle-donald-trump-chronologie\/?_bhlid=c34a0c047879fbdb08716899f51d91a05a2b67e4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kaum Anklang finden<\/a>? Geschenkt!<\/li>\n<li>Die EU hat sich verpflichtet, innerhalb von drei Jahren fossile Energietr\u00e4ger wie Fl\u00fcssiggas, Kohle und Erd\u00f6l im Wert von 750 Milliarden US-Dollar aus den USA zu importieren \u2013\u00a0und damit <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/zoll-deal-usa-eu-klimaziel-fossile-energien-trump-100.html?_bhlid=baa950eed949e793fc354b71b523ec2ba6c5cc87\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">viermal mehr als aktuell<\/a>. Dass das Wei\u00dfe Haus ein Problem mit Zahlen hat, war zwar bereits klar. Doch mittlerweile hat man offenbar <strong>auch innerhalb der EU das Z\u00e4hlen verlernt<\/strong>, denn: Europa ist schlichtweg nicht in der Lage, solche Mengen an Energie zu nutzen.<\/li>\n<li>Nachdem Donald Trump am \u201e<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/trump-zoelle-wirtschaft-100.html?_bhlid=c6defdebd6c8b063eb9b07caccfe35b344bb8219\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tag der Befreiung<\/a>\u201c den Zoll-Hammer auspackte, kam es weltweit zu Turbulenzen an den Finanzm\u00e4rkten. <strong>Trump ruderte jedoch in den meisten F\u00e4llen zur\u00fcck<\/strong> \u2013\u00a0auch aufgrund von angedrohten Gegenz\u00f6llen. Statt sich mit anderen L\u00e4ndern abzustimmen hat die EU nun jedoch einen anderen Weg eingeschlagen und erntet daf\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/energie\/handelskrieg-energie-deal-zwischen-eu-und-usa-sorgt-fuer-entsetzen-01\/100144488.html?_bhlid=77542647f81af3e4303dc1fe15868b6639b307b1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">reichlich Kritik<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einordnung: Ein Milliardengrab zulasten des Klimaschutzes<\/p>\n<p>Der Zoll-Deal zwischen der EU und den USA schafft zweifellos Klarheit. Ein Handelskrieg konnte abgewendet werden. Doch zu welchem Preis? Statt mit Gegenz\u00f6llen zu reagieren, hat sich die <strong>Europ\u00e4ische Kommission von Donald Trump erpressen lassen<\/strong> \u2013\u00a0und zollt ihm Respekt.<\/p>\n<p>Doch das Handelsabkommen kennt n\u00fcchtern betrachtet eigentlich nur Verlierer \u2013\u00a0das Ego Trumps einmal au\u00dfen vor gelassen. Der gr\u00f6\u00dfte Verlierer: das Klima. Denn um die vereinbarten Energieimporte erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste sich die <strong>EU vollst\u00e4ndig auf die USA als Gaslieferanten verlassen<\/strong>.<\/p>\n<p>Andere wichtige Lieferanten wie Norwegen, Katar oder Algerien m\u00fcssten abges\u00e4gt werden. Da viele Unternehmen <strong>in puncto Energieimporten vertraglich gebunden <\/strong>sind, ist das jedoch schlicht nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Einzige andere M\u00f6glichkeit: Kohlekraftwerke wieder in Betrieb nehmen und <a href=\"https:\/\/www.basicthinking.de\/blog\/2025\/07\/24\/neue-gaskraftwerke-vollgas-in-die-vergangenheit\/?_bhlid=4dc18c4ac22cc81edd81be4bc83550a09c4766a3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">noch mehr Gaskraftwerke<\/a> und LNG-Terminals bauen, die eigentlich niemand ben\u00f6tigt. Kurzum: ein <strong>Milliardengrab zulasten des Klimaschutzes<\/strong> schaufeln.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass der <strong>Emissionshandel innerhalb der EU die geplanten Energieimporte nicht decken kann<\/strong>. Denn je mehr fossile Energietr\u00e4ger eingesetzt werden, desto mehr CO2 wird freigesetzt. Um diese \u201eauszugleichen\u201c, w\u00e4ren zus\u00e4tzliche Zertifikate notwendig. Das <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/infographics\/fit-for-55-eu-emissions-trading-system\/?_bhlid=a9546b4282b674085d1dfc854ef776145d3aaa70\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-System<\/a> sieht jedoch keine Ausweitung des Emissionshandels vor.<\/p>\n<p>Stimmen<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ursula von der Leyen, Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission<\/strong>, zum <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/de\/statement_25_1915?_bhlid=083cd629865d4d46c900ff7aeb62aac82619f3a8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handelsabkommen<\/a> mit den USA: \u201eDie heutige Einigung schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten. Sie sorgt f\u00fcr Stabilit\u00e4t und Vorhersehbarkeit f\u00fcr B\u00fcrger und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks. Mit diesem Abkommen schaffen wir heute mehr Planungssicherheit f\u00fcr unsere Unternehmen.\u201c<\/li>\n<li><strong>Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)<\/strong> schlug zun\u00e4chst in die <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/friedrich-merz-stellt-sich-hinter-handelsdeal-zwischen-eu-und-den-usa-a-3aceec03-00f6-4d51-95cf-bd33ff5c30a0?_bhlid=0b6cafb29a4978965b6b34246e3ca90431b64b8e\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gleiche Kerbe wie von der Leyen<\/a>: \u201eMit der Einigung ist es gelungen, einen Handelskonflikt abzuwenden, der die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart getroffen h\u00e4tte\u201c Getreu dem Motto: \u201cWas k\u00fcmmert mich mein Geschw\u00e4tz von gestern\u201d, schlug er <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-07\/friedrich-merz-zollstreit-usa-eu-folgen?_bhlid=0a9a22921f5b547c3d0edb2e26fc3bf72234eaf2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einen Tag sp\u00e4ter andere T\u00f6ne an<\/a>: \u201eDie deutsche Wirtschaft wird erheblichen Schaden nehmen durch diese Z\u00f6lle. Diese Z\u00f6lle sind auch nach meiner festen \u00dcberzeugung nicht im Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika.\u201d<\/li>\n<li><strong>Sascha M\u00fcller-Kraenner, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Umwelthilfe<\/strong>, <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/presse\/pressemitteilungen\/pressemitteilung\/deutsche-umwelthilfe-kritisiert-trump-deal-eu-schafft-neue-fossile-abhaengigkeit-und-opfert-klimas\/?_bhlid=222b8592df74ae984bd7884f221ac71057d6c45f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">warnt<\/a>: \u201eEin derartiger \u201aDeal\u2018 wirft die EU nicht nur klimapolitisch zur\u00fcck, sondern vertieft die Abh\u00e4ngigkeit von einem US-Pr\u00e4sidenten, der Energieversorgung als geopolitisches Druckmittel einsetzt. Anstatt auf langfristige Planungssicherheit f\u00fcr die Energiewende zu setzen, binden uns derartige fossile Abkommen an gestrige Technologien \u2013 auf Kosten von Klima, Innovation und Sicherheit.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ausblick: Die EU untergr\u00e4bt ihre Klimaschutzziele<\/p>\n<p>Auch wenn sie wehtun: 15 Prozent Z\u00f6lle auf EU-Waren sind <strong>kein un\u00fcberwindbares Handelshemmnis<\/strong>. Denn: Bevor der Handel zum Stillstand kommt, br\u00e4uchte es schon etwas mehr.<\/p>\n<p>Das Problem: Eigentlich <strong>niemand profitiert vom Handelsabkommen zwischen der Europ\u00e4ischen Kommission und den USA<\/strong>, weil auch die USA auf Waren aus Europa angewiesen sind und diese nicht kurzerhand selbst ersetzen k\u00f6nnen. US-Verbraucher d\u00fcrften die Leittragenden sein.<\/p>\n<p>Die EU hat sich einerseits unrealistische Investitionen abringen lassen und l\u00e4sst die USA zollfrei exportieren. <strong>Was man daf\u00fcr bekommt?<\/strong> Nur, dass die US-Z\u00f6lle nicht noch h\u00f6her ausfallen.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist jedoch, dass die EU mit diesem Deal ihre <strong>eigenen Klimaschutzziele untergr\u00e4bt<\/strong>. Denn sowohl Europa als auch die USA m\u00fcssten <strong>in fossile Infrastrukturen investieren<\/strong>, um die vereinbarten Exporte umsetzen zu k\u00f6nnen. Der CO2-Aussto\u00df in Europa w\u00fcrde zudem zwangsl\u00e4ufig in die H\u00f6he schnellen.<\/p>\n<p>Dass der Zolldeal, wie von Ursula von der Leyen behauptet, zur Unabh\u00e4ngigkeit von russischem Gas f\u00fchren k\u00f6nne, ist zudem nicht mehr als ein <strong>billiger Beschwichtigungsversuch<\/strong>. Denn Europa befand sich bereits auf dem besten Weg zur Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Mit einem Zoll-Deal in der aktuellen Form macht man sich hingegen <strong>vom n\u00e4chsten autorit\u00e4ren Herrscher abh\u00e4ngig<\/strong>. Und hinzu kommt: Trump k\u00f6nnte erneut so handeln.<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ursula von der Leyen und Donald Trump haben ein Abkommen im sich anbahnenden Zollstreit zwischen der EU und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":307224,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,7736,3934,3935,666,13,1563,14,15,12,64],"class_list":{"0":"post-307223","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europaeische-union-eu","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-geld","17":"tag-headlines","18":"tag-klima","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114945738899486757","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/307223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=307223"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/307223\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/307224"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=307223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=307223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=307223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}