{"id":308070,"date":"2025-07-31T11:34:17","date_gmt":"2025-07-31T11:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308070\/"},"modified":"2025-07-31T11:34:17","modified_gmt":"2025-07-31T11:34:17","slug":"russland-staerkt-einfluss-in-afrika-uran-partnerschaft-mit-niger-besiegelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308070\/","title":{"rendered":"Russland st\u00e4rkt Einfluss in Afrika: Uran-Partnerschaft mit Niger besiegelt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Russland weitet seinen Einfluss in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/afrika\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afrika<\/a> aus. Der russische Energieminister Sergej Ziwilew k\u00fcndigte bei einem Besuch in Niger Investitionen in den Uranabbau sowie eine vertiefte Kooperation im Bereich der zivilen Atomnutzung an. Damit positioniert sich Russland als neuer Partner des rohstoffreichen westafrikanischen Landes und ersetzt zunehmend <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/frankreich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a>, das \u00fcber Jahrzehnte hinweg ein ma\u00dfgeblicher Akteur in der Region war.<\/p>\n<p>Niger z\u00e4hlt zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Uranproduzenten<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">\u201eUnser Hauptziel ist der Uranabbau\u201c, erkl\u00e4rte Ziwilew nach seinem Treffen mit dem nigrischen Pr\u00e4sidenten Abdourahamane Tiani am Montag in der Hauptstadt Niamey. W\u00e4hrend des Besuchs unterzeichneten Vertreter des russischen Atomkonzerns Rosatom und des nigrischen Energieministeriums eine Absichtserkl\u00e4rung \u00fcber die k\u00fcnftige Zusammenarbeit bei der zivilen Nutzung von Atomenergie. Geplant sind unter anderem der Bau von Atomkraftwerken, der Ausbau der Nuklearmedizin und die Ausbildung nigrischer Fachkr\u00e4fte an russischen Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die russischen Aktivit\u00e4ten sto\u00dfen auf ein machtpolitisches Vakuum, das durch den R\u00fcckzug Frankreichs entstanden ist. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/niger\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Niger<\/a> z\u00e4hlt zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Uranproduzenten und war bislang eine zentrale Bezugsquelle f\u00fcr den franz\u00f6sischen Atomkonzern Orano. Nach einem Putsch im Juli 2023 entzog die neue Regierung dem Unternehmen jedoch die Lizenzen f\u00fcr wichtige Tagebaue, darunter Imouraren, eine der gr\u00f6\u00dften Uranlagerst\u00e4tten der Welt. Vor wenigen Wochen wurde dann <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/niger-verstaatlicht-uran-frankreich-li.2335317\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das gemeinsame Uran-Joint-Venture Soma\u00efr verstaatlicht<\/a>. Orano, das bis dahin 63,4 Prozent daran hielt, wurde de facto aus dem Gesch\u00e4ft gedr\u00e4ngt. Rosatom hat bereits Interesse angemeldet, die Ausbeutung der Uranminen zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Nach <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/mali\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mali<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/burkina-faso\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Burkina Faso<\/a> ist Niger das dritte Land der \u201eAllianz der Sahelstaaten\u201c (AES), das eine atompolitische Kooperation mit <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> auf den Weg bringt. Die beiden anderen L\u00e4nder der Allianz hatten bereits Mitte 2024 entsprechende Abkommen mit Moskau geschlossen. Hintergrund ist ein umfassender geopolitischer Kurswechsel: Seit den jeweiligen Staatsstreichen haben sich die AES-Staaten vom Westen \u2013 insbesondere von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich \u2013 abgewendet und setzen zunehmend auf Russland und China als neue strategische Partner.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ein au\u00dfenpolitischer Meilenstein war das Treffen ihrer Au\u00dfenminister Abdoulaye Diop (Mali), Karamoko Jean-Marie Traor\u00e9 (Burkina Faso) und Bakary Yaou Sangar\u00e9 (Niger) mit ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow im April in Moskau. Dabei ging es um einen Ausbau der milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die AES-L\u00e4nder sind auf milit\u00e4rische Hilfe im Kampf gegen bewaffnete islamistische Gruppen sowie auf \u00f6konomische Unterst\u00fctzung angewiesen. Russland wiederum erh\u00e4lt Zugriff auf Rohstoffe \u2013 neben Uran auch auf die reichen Goldlagerst\u00e4tten des Sahel \u2013 und kann besonders auf geostrategische Punktgewinne im Einflusskampf mit dem Westen hoffen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich auch <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/china\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> als enger Partner zahlreicher afrikanischer Staaten etabliert. Allein im ersten Halbjahr 2024 betrug das Handelsvolumen zwischen der Volksrepublik und dem afrikanischen Kontinent rund 152 Milliarden Euro. Afrikanische L\u00e4nder exportieren vor allem Rohstoffe, Mineralien und Agrarprodukte wie Avocados, w\u00e4hrend China im Gegenzug Maschinen, Elektronik und Textilien liefert.<\/p>\n<p><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"2500\" height=\"1667\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/12ddf88c-44e9-4be4-a660-f7ec7199abf2.png\"\/><\/p>\n<p>Grafik: BLZ. Quelle: OEC, Weltbank und Statista<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Im Jahr 2000 war China nur f\u00fcr wenige afrikanische L\u00e4nder der wichtigste Handelspartner, darunter Sudan, Gambia, Benin und Dschibuti. Laut der Weltbank war China 20 Jahre sp\u00e4ter bereits f\u00fcr mehr als 30 afrikanische Staaten der wichtigste Warenlieferant.<\/p>\n<p>Neuausrichtung der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in Afrika<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Frankreich hat dagegen seit 2020 seine Truppen aus fast allen Staaten der Sahelzone abgezogen \u2013 unter dem Druck neuer Regierungen, die Paris eine zu gro\u00dfe Einflussnahme vorwarfen. Das hat gravierende Folgen. So birgt Frankreichs R\u00fcckzug aus Niger etwa ein Risiko f\u00fcr die Energieversorgung Europas. Frankreich deckt mehr als 20 Prozent seines Uranbedarfs aus dem westafrikanischen Land \u2013 bei einer Atomstromquote von rund 65 Prozent. Die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/eu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> als Ganzes bezieht ein Viertel ihres Urans aus Niger. Ein vollst\u00e4ndiger Ausfall der Lieferungen h\u00e4tte daher weitreichende Folgen f\u00fcr die Stromproduktion in Europa.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Die Uran-Kooperation zwischen Russland und Niger ist somit ein weiterer Schritt in der Neuausrichtung der geopolitischen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in Afrika. W\u00e4hrend Europa und insbesondere Frankreich an Einfluss verlieren, bauen Russland und China ihre Pr\u00e4senz in der Region konsequent aus \u2013 wirtschaftlich, technologisch und milit\u00e4risch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russland weitet seinen Einfluss in Afrika aus. 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