{"id":308425,"date":"2025-07-31T14:44:12","date_gmt":"2025-07-31T14:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308425\/"},"modified":"2025-07-31T14:44:12","modified_gmt":"2025-07-31T14:44:12","slug":"lionel-martin-aus-tuebingen-vom-cellisten-zum-konzertmanager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308425\/","title":{"rendered":"Lionel Martin aus T\u00fcbingen: Vom Cellisten zum Konzertmanager"},"content":{"rendered":"<p>Lionel Martin musiziert mit Anne-Sophie Mutter, reist um die Welt und stellt in Stuttgart ein eigenes Konzert auf die Beine. Was hat es mit dem Projekt auf sich?<\/p>\n<p>Talent und Flei\u00df sind nicht genug. Man muss auch Gl\u00fcck haben, um als Musiker gl\u00fccklich werden zu k\u00f6nnen. Lionel Martin ist ein gl\u00fccklicher Musiker, und tats\u00e4chlich hat ihn dieses Gl\u00fcck schon als Dreizehnj\u00e4hrigen ereilt. Damals hat er den Wettbewerb \u201eJugend musiziert\u201c gewonnen. <\/p>\n<p>Das allein w\u00e4re f\u00fcr einen so Cello-Begabten und -Begeisterten wie ihn noch nichts Ungew\u00f6hnliches gewesen \u2013 h\u00e4tte ihn danach beim Preistr\u00e4gerkonzert nicht Michael Russ geh\u00f6rt. Der aber veranstaltet nicht nur Konzerte, sondern ist au\u00dferdem stellvertretender Vorsitzender der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung. Russ hat dem blutjungen Musiker eine Bewerbung ans Herz gelegt, und so haben sich seit 2017 f\u00fcr Lionel Martin viele T\u00fcren ge\u00f6ffnet. Als Kammermusiker ist er, oft gemeinsam mit der Stargeigerin, in den renommiertesten S\u00e4len Europas aufgetreten. Und zurzeit f\u00f6rdert die Stiftung den Cellisten gemeinsam mit dem S\u00fcdwestrundfunk bei einem \u201emutigen Auftragswerk\u201c, das 2026 uraufgef\u00fchrt werden soll. <\/p>\n<p>Ein gigantisches Unternehmen <\/p>\n<p>So sagt es Lionel Martin, aber mehr will er noch nicht verraten. \u00dcberhaupt hat er gerade ziemlich viel anderes im Kopf \u2013 vor allem ein Herzensprojekt, bei dem er nicht nur Solist, sondern auch Manager und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ist. Am 1. August wird er gemeinsam mit einem Projektorchester aus ehemaligen Mitstudierenden in der Stuttgarter Kirche St. Fidelis John Taveners Cellokonzert \u201eThe Protecting Veil\u201c auff\u00fchren, erg\u00e4nzt um Ralph Vaughan Williams\u2019 Fantasie \u00fcber ein Werk von Thomas Tallis. Tags darauf gibt es das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Konzert\" title=\"Konzert\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konzert<\/a> auf Einladung des Festivals Europ\u00e4ische Kirchenmusik nochmals in Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd. <\/p>\n<p>Ein gigantisches Unternehmen. Taveners 1988 entstandener F\u00fcnfzigmin\u00fcter f\u00fcr 33 Streicher wird selten aufgef\u00fchrt; mit seinem meditativen instrumentalen Mariengesang reiht sich der britische Komponist in die Tradition der orthodoxen Kirchenmusik ein. Lionel Martin hat das St\u00fcck schon als 18-J\u00e4hriger auf seiner Deb\u00fct-CD eingespielt, und immer noch ist er begeistert: \u201eDiese Musik hat eine total reinigende Wirkung. Man verliert beim Zuh\u00f6ren das Zeitgef\u00fchl.\u201c Dies zu erreichen, sei allerdings anstrengend: f\u00fcr das Orchester \u201evor allem wegen der vielen Lieget\u00f6ne\u201c, f\u00fcr ihn als Solisten, weil er immer in h\u00f6chster Lage spiele und im ganzen St\u00fcck keine einzige Pause habe. \u201eDa habe ich\u201c, sagt der Cellist, \u201ebeim \u00dcben Muskeln trainiert, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren.\u201c <\/p>\n<p>Um die Musiker seines Orchesters ad\u00e4quat bezahlen zu k\u00f6nnen, hat Lionel Martin f\u00fcr das Konzert in St. Fidelis bei der Stadt Stuttgart einen F\u00f6rderantrag gestellt. Der hatte auch deshalb Erfolg, weil ihn ein Sozialprojekt flankiert: In Kooperation mit dem Verein Labyrinth und gemeinsam mit der Journalistin Sophie-Caroline Menges hat Martin mit 15 jungen Gefl\u00fcchteten \u00fcber Taveners St\u00fcck, \u00fcber Sehnsucht, Heimat und ihre M\u00fctter gesprochen; ein Audio-Feature dieser besonderen Art von Musikvermittlung soll beim Konzert abgespielt werden. \u201eDas ist\u201c, sagt Lionel Martin, \u201edas erste Mal, dass ich so ein gr\u00f6\u00dferes Projekt aufziehe, dazu noch fast alleine.\u201c Enorm anstrengend sei das, \u201eaber sehr erf\u00fcllend\u201c. <\/p>\n<p>Und es zeigt, was man auch haben muss, um als Musiker gl\u00fccklich werden zu k\u00f6nnen: Lust an der Kommunikation. Wobei diese in diesem Fall ausdr\u00fccklich jene Plattformen ausschlie\u00dft, auf denen junge Menschen heute vornehmlich f\u00fcr sich werben. Lionel Martin ist weder auf Facebook noch auf Instagram, denn \u201edas zus\u00e4tzlich zu tun, w\u00fcrde mich wahnsinnig stressen\u201c. Und: \u201eIch bewahre so meinen Seelenfrieden.\u201c <\/p>\n<p>Der Bruder ist Pianist, die Schwester spielt auch Cello <\/p>\n<p>Nach seinem Masterabschluss in Z\u00fcrich ist der 22-J\u00e4hrige jetzt f\u00fcr \u201eProfessional Studies\u201c an der hessischen Kronberg Akademie eingeschrieben, lebt aber in Leipzig. Er liebt Bach, hat aber \u201eeinen besonders nat\u00fcrlichen Zugang zur Musik des 20. Jahrhunderts\u201c, vor allem zu Britten und zu den sowjetischen Komponisten. Geforscht hat er (Begeisterung!) \u00fcber den russischen Cellisten Daniel Schaffran.<\/p>\n<p> Irgendwann \u201emit Ende 20\u201c will er nach einer festen Stelle suchen, am besten in der Lehre. Eine Orchesterstelle w\u00e4re ihm \u201eauf Dauer zu wenig abwechslungsreich\u201c. Dann doch lieber mehr von den Duo-Konzerten, die er gerade h\u00e4ufig mit seinem Klavier spielenden \u00e4lteren Bruder gibt. Bei denen gibt es \u2013 eine Spezialit\u00e4t von Demian Martin \u2013 am Ende immer eine Improvisation: das musikalische Zuhause von Demian, reiner Nervenkitzel f\u00fcr Lionel, und \u201ewir haben die heimliche Theorie, dass manche nur wegen der Zugabe in unsere Konzerte kommen\u201c. Ach ja, und dann gibt es noch eine Schwester. Die spielt auch Cello, studiert jetzt aber Medizin, und \u201ein der Familie\u201c, sagt Lionel augenzwinkernd, \u201esind wir total stolz auf sie, weil sie etwas Richtiges macht\u201c. <\/p>\n<p> Termine in Stuttgart und Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Cellist <\/strong><br \/>Lionel Martin wurde in T\u00fcbingen geboren. Mit f\u00fcnf Jahren erster Cellounterricht, Studium in Z\u00fcrich bei Thomas Grossenbacher und in Kronberg\/Taunus bei Frans Helmerson. Seit 2017 Stipendiat der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung, seit 2021 F\u00f6rderung als \u201eSWR Kultur New Talent\u201c.<\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Konzerte<\/strong><br \/>John Taveners Cellokonzert und Ralph Vaughan Williams\u2019 Fantasie von Thomas Tallis sind an diesem Freitag um 19 Uhr in der St. Fidelis-Kirche in Stuttgart und am Samstag um 20 Uhr in der Augustinuskirche in Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd zu h\u00f6ren. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Karten<\/strong><br \/>unter 0761 \/ 88 84 99 99 bei Reservix (Stuttgart) oder unter 07171\/ 603 42 50 bei der Tourist-Info (Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lionel Martin musiziert mit Anne-Sophie Mutter, reist um die Welt und stellt in Stuttgart ein eigenes Konzert auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":308426,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[88909,1634,88908,3364,29,30,88910,1310,80,88907,88911,1441],"class_list":{"0":"post-308425","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-anne-sophie-mutter","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-cellist","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-john-tavener","15":"tag-konzert","16":"tag-kultur","17":"tag-lionel-martin","18":"tag-st-fidelis","19":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114948385351071413","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308425","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=308425"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308425\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/308426"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=308425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=308425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=308425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}