{"id":308718,"date":"2025-07-31T17:29:14","date_gmt":"2025-07-31T17:29:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308718\/"},"modified":"2025-07-31T17:29:14","modified_gmt":"2025-07-31T17:29:14","slug":"protest-in-stuttgart-zum-berufsstart-arbeitslos-kuenftige-lehrer-fordern-bezahlung-in-sommerferien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308718\/","title":{"rendered":"Protest in Stuttgart: Zum Berufsstart arbeitslos: K\u00fcnftige Lehrer fordern Bezahlung in Sommerferien"},"content":{"rendered":"<p>Das Referendariat ist zu Ende, der Dienst an der neuen Schule hat noch nicht begonnen: Angehende Lehrer sind nach dem Ausbildungsende f\u00fcr sechs Wochen arbeitslos. Die GEW protestiert.<\/p>\n<p>Finanziell wird es f\u00fcr den angehenden Biologie- und Englischlehrer Denis Bahtinov in den kommenden sechs Wochen eng. Er zieht nach dem Ende seines Referendariats nach Stuttgart, wo er vom kommenden <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Schuljahr\" title=\"Schuljahr\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schuljahr<\/a> an an einer Gesamtschule unterrichtet. F\u00fcr Bahtinov bedeutet das: Die Miete der neuen Wohnung will bezahlt werden, die Kaution steht auch schon an. Doch der Neu-Stuttgarter wird in den kommenden sechs Wochen nichts verdienen. <\/p>\n<p>In der Zeit zwischen dem Ende des Referendariats, also zum Ende eines Schuljahres, und dem Beginn der ersten Lehrerstelle, also zu Beginn des neuen Schuljahres, sind die angehenden <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Lehrer\" title=\"Lehrer\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrer<\/a> an keiner Schule angestellt. Weder an der alten Schule noch an der neuen, die sie in der Zeit der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Sommerferien\" title=\"Sommerferien\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sommerferien<\/a> auch noch nicht betreten d\u00fcrfen. Betroffen sind bundesweit rund 4000 Referendare.<\/p>\n<p>Gewerkschaft ruft zum Protest auf  <\/p>\n<p>Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat deshalb vor dem Stuttgarter Schauspielhaus, unweit des Landtags, gemeinsam mit einigen Betroffenen protestiert. Einige Landespolitiker waren ebenfalls vor Ort. Das Land <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Baden-W%C3%BCrttemberg\" title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> sei mit der Praxis, Referendare \u00fcber die Sommerferien in die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Arbeitslosigkeit\" title=\"Arbeitslosigkeit\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitslosigkeit<\/a> zu entlassen, bundesweiter Spitzenreiter, so die Gewerkschaft. \u201eMan verl\u00e4sst sich darauf, dass die neuen Lehrkr\u00e4fte in den Sommerferien trotzdem arbeiten, um den Unterricht vorzubereiten \u2013 ohne Bezahlung\u201c, kritisiert etwa die Vorsitzende des GEW-Landesverbands, Monika Stein. Die GEW fordert deshalb: richtige Schulferien und finanzielle Sicherheit. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Noch-Referendar Simon Hoffmann ist die Frage nach der Bezahlung \u00fcber die Ferien auch eine Frage der Wertsch\u00e4tzung. \u201eViele meiner ehemaligen Kommilitonen haben sich gegen das Referendariat entschieden. Aber wir ziehen es durch \u2013 und m\u00fcssen daf\u00fcr dann Arbeitslosengeld beantragen\u201c, sagt er. Hoffman selbst ist noch mitten im Referendariat. Aber das Thema der abzusehenden Arbeitslosigkeit sei unter seinen Kollegen st\u00e4ndig pr\u00e4sent. \u201eBei unserer Bezahlung kann man ja auch kaum R\u00fccklagen bilden\u201c, sagt er. Etwa 1650 Euro landen bei einem Referendar wie Hoffmann auf dem Konto, abz\u00fcglich der Krankenkassenbeitr\u00e4ge, die die Referendare selbst zahlen m\u00fcssen, sagt er. Bei Gymnasialanw\u00e4rtern sei der Verdienst ein wenig h\u00f6her.<\/p>\n<p>Land begr\u00fcndet Entscheidung mit fehlendem Geld <\/p>\n<p>Das Problem der Lohnl\u00fccke besteht bereits seit vielen Jahren. Die GEW protestiert seit einigen Jahren stets am ersten Sommerferientag dagegen. Die Politik erkl\u00e4re das Vorgehen mit fehlendem Geld, berichtet Monika Stein. Jetzt, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.theresa-schopper-lehrerstellen-nicht-besetzt-kultusministerin-schockiert.0ac6e2be-bfb8-4f44-bb27-75aa9d33ba85.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nachdem man festgestellt hat, dass 1440 Lehrerstellen f\u00e4lschlicherweise nicht besetzt waren,<\/a> h\u00e4lt Stein diese Begr\u00fcndung aber f\u00fcr nichtig. \u201eEs kann mir keiner mehr erz\u00e4hlen, dass das Geld nicht da ist\u201c, sagt sie. Jeder Cent, der durch die 1440 unbesetzten Stellen eingespart worden sei, st\u00fcnde den Schulen zu. \u201eEs gibt keinen Grund mehr, die Referendare nicht zu bezahlen.\u201c<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.3005fb67-3496-480d-bffa-7551b524c31a.original1024.media.jpeg\"\/>     Vier Betroffene Referendare und zahlreiche Politiker waren anwesend.    Foto: LICHTGUT    <\/p>\n<p>Aber nicht nur die Gewerkschaft und die Referendare, auch einige Landespolitiker sprechen sich beim Protest f\u00fcr eine Anstellung in den Sommerferien aus. \u201eDie Ma\u00dfnahme ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig\u201c, sagt etwa der bildungspolitische Sprecher der Gr\u00fcnen, Thomas Poreski. \u201eWenn es nach den Bildungspolitikern ginge, dann w\u00e4re es auch schon so.\u201c Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Manuel Hailfinger will \u201ealles geben, dass die n\u00e4chste Landesregierung es umsetzt\u201c, wie er es formuliert. Und die Linken-Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Lisa Neher weist auf den Fachkr\u00e4ftemangel hin, der auch bei Lehrern herrsche \u2013 und der nur mit fairer Bezahlung zu beheben sei: \u201eEs ist wichtig, unsere gut ausgebildeten Refendare zu halten\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Anstellung ist auch Existenzgrundlage <\/p>\n<p>F\u00fcr die ehemaligen Referendare ist die Sache mit der Bezahlung Politikum und Existenzgrundlage zugleich. Der angehende Realschullehrer Kim P\u00e4tzold lebt seit heute, wie Denis Bahtinov und viele weitere angehende Lehrkr\u00e4fte auch, von seinem Ersparten. Er selbst bekommt weder Arbeitslosen- noch B\u00fcrgergeld. Seine Partnerin habe ja ein Einkommen und k\u00f6nne unterst\u00fctzen, hie\u00df es laut P\u00e4tzold vom Amt. Auch viele andere w\u00fcrden Unterst\u00fctzung von der Familie oder anderen Angeh\u00f6rigen brauchen \u2013 \u201enachdem wir einen Masterabschluss und zwei Staatsexamen in der Tasche haben.\u201c <\/p>\n<p>\u00dcber die Runden wird P\u00e4tzold mit seinem Ersparten wohl kommen, viel \u00fcbrigbleiben werde allerdings nicht, sagt er. \u201eAber das k\u00f6nnen sich auch nur die leisten, die einen entsprechenden Hintergrund haben.\u201c Und so solle Bildung nicht sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Referendariat ist zu Ende, der Dienst an der neuen Schule hat noch nicht begonnen: Angehende Lehrer sind&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":308719,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[5401,1634,1567,3364,29,30,4850,88961,54184,11290,1441,85897],"class_list":{"0":"post-308718","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-arbeitslosigkeit","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-bildungspolitik","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-lehrer","15":"tag-referendare","16":"tag-schuljahr","17":"tag-sommerferien","18":"tag-stuttgart","19":"tag-textmanager"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114949034405177936","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=308718"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308718\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/308719"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=308718"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=308718"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=308718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}