{"id":308934,"date":"2025-07-31T19:26:11","date_gmt":"2025-07-31T19:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308934\/"},"modified":"2025-07-31T19:26:11","modified_gmt":"2025-07-31T19:26:11","slug":"ferienspiele-in-essener-gemeinde-in-den-sommerferien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/308934\/","title":{"rendered":"Ferienspiele in Essener Gemeinde in den Sommerferien"},"content":{"rendered":"<p>Kreativ werden beim Basteln und Werkeln, sich auf H\u00fcpfburg oder Trampolin austoben, gemeinsam spielen oder in der Fahrradwerkstatt und dem H\u00fchnerstall was Neues lernen: Zwei Wochen lang organisieren 70 Ehrenamtliche der Essener Gemeinde St. Antonius Abbas in Essen-Sch\u00f6nebeck ein Ferienprogramm. Ein Angebot, das seit 60 Jahren Kindern wertvolle Erfahrungen schenkt und im Berufsalltag den Familien immer mehr eine St\u00fctze ist.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" title=\"F\u00fcnf Stunden t\u00e4glich k\u00f6nnen die Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sich ihr Programm zwischen basteln, spielen und toben selbst aussuchen. (Foto: Lisa Myland | Bistum Essen)\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/csm_270723_Ferienspiele_Anonius_Abbas__15__396b870cf4.jpg\" width=\"945\" height=\"630\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>60927<\/p>\n<p> F\u00fcnf Stunden t\u00e4glich k\u00f6nnen die Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sich ihr Programm zwischen basteln, spielen und toben selbst aussuchen. (Foto: Lisa Myland | Bistum Essen)<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW143469195 BCX8\">Konzentriert dreht Leonie die rote Plastikschraube mit dem Spezialwerkzeug in die gr\u00fcne Querstange ihres selbst gebauten Spiel-Autos. Noch fehlen die Sitzfl\u00e4che und zwei R\u00e4der, aber gemeinsam mit zwei anderen Kindern auf der Terrasse kommt sie gut voran. \u00dcberall liegen bunte Stangen, Schrauben und R\u00e4der verteilt, immer wieder bauen die Kinder etwas auseinander und wieder neu zusammen, \u00fcberlegen gemeinsam, wo etwas noch stabiler werden muss.\u00a0<\/p>\n<p>Direkt nebenan springen Jan, Elias und Emil auf dem gro\u00dfen Trampolin, zeigen sich gegenseitig Tricks und Saltos. Auf der Bank davor warten schon sehns\u00fcchtig die N\u00e4chsten, dass sie auch endlich wieder rauf d\u00fcrfen. Einige Meter daneben wirft Laura abwechselnd mit ihrer Freundin blaue und gelbe Scheiben in ein gro\u00dfes Vier-gewinnt-Spiel aus Holz. Auf der angrenzenden Wiese der Gemeinde St. Antonius Abbas in Essen-Sch\u00f6nebeck rennen weitere Kinder herum, werfen B\u00e4lle, spielen mit einem gro\u00dfen bunten Schwungtuch oder schie\u00dfen auf die gro\u00dfe, gr\u00fcne Torwand. Es k\u00f6nnte ein Sommer in den 90ern sein, aber es ist die zweite Ferienwoche im Jahr 2025 \u2013 und alle scheinen an diesem Vormittag das zu lieben, was schon Generationen vor ihnen in den Sommerferien genossen haben: Einfach mal Kind sein.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#8222;Die Kinder kommen gerne, weil sie einfach mal machen d\u00fcrfen, was sie wollen&#8220;<\/p>\n<p>Genau das versuche das Angebot der Ferienspiele ihnen zu erm\u00f6glichen, sagt Mitorganisator Michael St\u00f6ppelkamp. \u201eWir merken, dass die Kinder hier total frei spielen k\u00f6nnen und uns auch sagen, dass sie so gerne zu uns kommen, weil sie machen d\u00fcrfen, was sie wollen.\u201c Rund 120 Kinder haben sich f\u00fcr zwei Wochen angemeldet, k\u00f6nnen ab morgens sechs Stunden lang zwischen vielen Aktionen w\u00e4hlen, was sie machen wollen. M\u00f6glich macht das ein Team aus 70 Ehrenamtlichen, die in verschiedenen Schichten in den R\u00e4umen der Gemeinde und drau\u00dfen f\u00fcr die Kinder da sind. Wer nicht grade einen Workshop oder Spiele anbietet, bereitet in den K\u00fcchen belegte Br\u00f6tchen, gef\u00fcllte Wraps oder geschnittenes Obst vor und sorgt daf\u00fcr, dass immer genug Getr\u00e4nke bereitstehen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW143469195 BCX8\">\u00a0<br \/>In Raum direkt an der Terrasse ist es etwas ruhiger. An vier gro\u00dfen Tischen k\u00f6nnen die Sechs- bis 12-J\u00e4hrigen kreativ werden. Clara hat ein buntes Wollkn\u00e4uel vor sich liegen und h\u00e4kelt St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck die Maschen aneinander. Teamerin Gudrun hilft ihr, wenn es nicht mehr weitergeht oder zeigt ihr neue Techniken. Am Rand des Raumes t\u00fcrmen sich Kisten und T\u00fcten mit buntem Bastelpapier, Glitzer und Pailletten, Scheren, Kleber, Farben und Pinseln, Stoffen und N\u00e4hnadeln. Am Tisch nebenan sitzt Barbara und zeigt den Kindern, wie sie eine kleine Girlande aus Papierschiffchen basteln. Vorsichtig zieht sie eine bunte Plastikperle zwischen zwei Schiffe, bevor sie den Knoten festzieht. Die 66-J\u00e4hrige hilft in diesem Jahr zum ersten Mal, aber ist schon \u00fcberzeugt: \u201eDas ist einfach toll. Meine eigenen Kinder sind schon gerne hierhin gegangen, jetzt als Rentnerin habe ich genug Zeit, anderen das Gleiche zu erm\u00f6glichen.\u201c \u00c4hnlich geht es auch Luca, Max und Niklas. Die drei Studenten betreuen das Zelt f\u00fcr die Laubs\u00e4ge-Figuren, waren teilweise schon als Kinder mit dabei und helfen jetzt in den Semesterferien immer wieder ehrenamtlich. \u201eIch mach das schon ein paar Jahre und es macht einfach echt Spa\u00df, mit den Kindern Zeit zu verbringen\u201c, sagt der 23-j\u00e4hrige Max, der auch Jugendleiter bei den Messdienern der Essener Gemeinde ist. Neben Menschen im Rentenalter und Studierenden nehmen sich auch immer wieder Eltern, Gro\u00dfeltern oder andere Menschen aus dem Stadtteil ein paar Stunden frei, um zu helfen<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tVon der Urlaubsalternative zur Betreuungsm\u00f6glichkeit<\/p>\n<p>Die Idee, dieses Programm in den Sommerferien anzubieten, hatten vor rund 60 Jahren der fr\u00fchere Kaplan Anton Korth und Ehrenamtler Klaus Diekmann, wei\u00df Michael St\u00f6ppelkamp. \u201eIhr Antrieb war, die Jugendarbeit in der Gemeinde und im Stadtteil zu f\u00f6rdern und den Kindern und Jugendlichen damals noch f\u00fcr volle sechs Wochen etwas zu bieten\u201c, sagt der 65-J\u00e4hrige. Highlights von den 1970er Jahren bis Anfang der 2000er seien unter anderem ein selbst gebautes H\u00fcttendorf mit Abenteuerspielplatz im benachbarten Wald oder die Sommerlager, etwa im Sauerland, gewesen. \u201eVor allem Familien, die damals nicht so viel Geld hatten, mit ihren Kindern in den Urlaub zu fahren, wollten sie so Gemeinschaft und eine sch\u00f6ne Zeit erm\u00f6glichen\u201c, erg\u00e4nzt Mitorganisator Ludger Rullich.<\/p>\n<p>Das habe sich teilweise gewandelt, heute stehe oft mehr die Betreuung der Kinder aus Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, im Fokus. \u201eWer hat schon sechs Wochen Zeit, die Kinder zu betreuuen, wenn Oma und Opa nicht k\u00f6nnen?\u201c, sagt der 70-J\u00e4hrige. \u201eWir merken immer mehr, dass die Eltern da Schwierigkeiten haben und unser Angebot total sch\u00e4tzen.\u201c Mit ihrer Aktion will die Gemeinde eine notwendige und alternative Erg\u00e4nzung bieten zu st\u00e4dtischen Ferienangeboten, vor allem f\u00fcr die Stadtteile, in denen die n\u00e4chsten M\u00f6glichkeiten nicht direkt f\u00fcr jeden zu erreichen sind. Und auch die Kinder seien immer wieder begeistert von dem Ferienprogramm, w\u00fcrden ihre Eltern teilweise sogar bitten, nicht in den ersten zwei Wochen in den Urlaub zu fahren, damit sie auf jeden Fall mitmachen k\u00f6nnen. \u201eDas ist eigentlich das sch\u00f6nste Kompliment, das die Familien uns geben k\u00f6nnen\u201c, freut sich Rullich.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW143469195 BCX8\">Damit das Angebot finanziell gestemmt werden kann, zahlen Familien w\u00f6chentlich 15 Euro pro Kind, mit zus\u00e4tzlichem Geld vom Jugendf\u00f6rderverein der Gemeinde-Pfadfinder, Zusch\u00fcssen des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) und der Stadt werden etwa Snacks, Bastelmaterial oder Ausfl\u00fcge in die Gruga oder zur Zeche Zollverein komplett finanziert. Einmal pro Woche kommt das Spielmobil vom Kinderschutzbund auf die Gemeindewiese, baut eine gro\u00dfe H\u00fcpfburg auf, bringt Balanciersteine oder Bobby-Car-Parcours mit und schminkt die Kinder als L\u00f6wen, Drachen oder einfach nur bunt mit Glitzer. Das Programm scheint gut anzukommen bei den Essener Familien: Laut Organisator Rullich kommen nicht nur Kinder aus Essen-Sch\u00f6nebeck, sondern auch aus benachbarten Stadtteilen, die Anmeldelisten sind schon nach kurzer Zeit voll.\u00a0<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tEtwas Neues ausprobieren und Gemeindeleben kennenlernen<\/p>\n<p>Und auch wenn der Name der Aktion es vermuten l\u00e4sst: Es geht nicht nur ums Spielen und Basteln, immer wieder k\u00f6nnen die Kinder bei ehrenamtlichen Fachleuten auch etwas lernen: Geschwindigkeit einsch\u00e4tzen und Gleichgewicht halten beim Fahrradparcours mit einem ehemaligen Polizisten oder das Reparieren und Pflegen des eigenen Rads in der Werkstatt. Am Rand der Wiese steht ein kleiner Zaun mit f\u00fcnf H\u00fchnern, unter Aufsicht d\u00fcrfen die Kinder immer wieder direkt zu ihnen, sie f\u00fcttern und streicheln oder sich von ihrem Besitzer, einem F\u00f6rster, etwas erkl\u00e4ren lassen. Zum Start und Ende jeder Woche gibt es f\u00fcr alle Kinder einen au\u00dferdem Wortgottesdienst. Viele Kinder, die hierhin kommen, haben sonst keine Verbindung zu einer Pfarrei, k\u00f6nnen so auch ganz unverbindlich lernen, wie eine Kirche von innen aussieht und was eine christliche Gemeinschaft ausmacht. Einmal die Woche kommt au\u00dferdem ein Gemeindereferent zu Besuch, wer m\u00f6chte, kann rund eine Stunde kleine Vertrauens\u00fcbungen machen, \u00fcber Gott und das Leben ins Gespr\u00e4ch kommen oder sich mit Sorgen und Fragen jemandem anvertrauen. Und wer mal Pause braucht vom ganzen Trubel, kann sich in den Ruheraum zur\u00fcckziehen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW143469195 BCX8\">Um Punkt 11 Uhr ist es pl\u00f6tzlich sehr leer auf der Wiese und in den angrenzenden R\u00e4umen. Aus dem gro\u00dfen Pfarrsaal t\u00f6nt ein Countdown: \u201e\u2026 drei, zwei, eins!\u201c und als der Rollladen \u00fcber der K\u00fcchentheke nach oben geht, jubeln die Kinder in der langen Schlange \u00fcber das \u00d6ffnen des Kiosks. Rosa Brause-Ufos, Cola-Kracher, saure B\u00e4nder und Esspapier wandern in die wei\u00dfen Papiert\u00fcten. Die Preise: Wie in den 90ern am B\u00fcdchen um die Ecke. Bezahlt wird mit Taschengeld aus bunten Umh\u00e4ngeportmonees. Manche Dinge scheinen ihren Zauber nie zu verlieren und auch \u00fcber Generationen hinweg das Gef\u00fchl von Sommerferien zu vermitteln: Einfach mal Kind sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kreativ werden beim Basteln und Werkeln, sich auf H\u00fcpfburg oder Trampolin austoben, gemeinsam spielen oder in der Fahrradwerkstatt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":308935,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1848],"tags":[3364,29,548,663,3934,3658,30,13,14,15,1209,12],"class_list":{"0":"post-308934","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gelsenkirchen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-gelsenkirchen","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114949494592770448","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=308934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/308934\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/308935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=308934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=308934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=308934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}