{"id":309195,"date":"2025-07-31T21:53:13","date_gmt":"2025-07-31T21:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309195\/"},"modified":"2025-07-31T21:53:13","modified_gmt":"2025-07-31T21:53:13","slug":"erblichkeit-seelischer-stoerungen-spektrum-der-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309195\/","title":{"rendered":"Erblichkeit seelischer St\u00f6rungen &#8211; Spektrum der Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Erblichkeit seelischer St\u00f6rungen &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" id=\"top\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Vererbung psychischer St\u00f6rungen: Wie der Vater, so nicht unbedingt der Sohn<\/p>\n<p>Wenn Eltern oder Geschwister an einer psychischen St\u00f6rung leiden, steigt die Angst, ebenfalls zu erkranken. Doch so einfach ist es zum Gl\u00fcck nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine gro\u00dfe, offene Fl\u00e4che mit vielen Menschen, die in kleinen Gruppen oder allein stehen und gehen. Die Szene ist aus der Vogelperspektive aufgenommen, wodurch geometrische Muster auf dem Boden sichtbar werden. Die Personen werfen lange Schatten. Die Kleidung der Menschen ist vielf\u00e4ltig, was auf eine allt\u00e4gliche, urbane Umgebung schlie\u00dfen l\u00e4sst.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/GettyImages-1963059961.jpg\" title=\"Eine gro\u00dfe, offene Fl\u00e4che mit vielen Menschen, die in kleinen Gruppen oder allein stehen und gehen. Die Szene ist aus der Vogelperspektive aufgenommen, wodurch geometrische Muster auf dem Boden sichtbar werden. Die Personen werfen lange Schatten. Die Kleidung der Menschen ist vielf\u00e4ltig, was auf eine allt\u00e4gliche, urbane Umgebung schlie\u00dfen l\u00e4sst.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Alexander Spatari \/ Getty Images \/ Moment (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Die meisten Menschen mit psychischen Erkrankungen sind die einzigen in ihrer Familie mit der Diagnose. <\/p>\n<p>Wer Verwandte mit einer psychischen St\u00f6rung wie zum Beispiel Schizophrenie hat\u00a0\u2013 etwa ein Elternteil oder Geschwister\u00a0\u2013, lebt oft in der Angst, irgendwann selbst daran zu erkranken. Und tats\u00e4chlich ist das Risiko mehr als f\u00fcnfmal so hoch wie bei Menschen ohne Betroffene in der Familie. Von 1000\u00a0Menschen mit einem Verwandten ersten Grades mit Schizophrenie bekommen 74 selbst einmal die Diagnose. Umgekehrt hei\u00dft das aber auch: 926 von 1000 bleiben gesund. Das zeigt eine Studie, die im August\u00a02025 in der Fachzeitschrift \u00bbThe\u00a0Lancet Psychiatry\u00ab ver\u00f6ffentlicht wird und bereits vorab online erschienen\u00a0ist. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lanpsy\/article\/PIIS2215-0366(25)00196-8\/abstract\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Forschende um die Epidemiologen Carsten B\u00f8cker Pedersen und Esben Agerbo sammelten und analysierten zwischen 1970 und 2021 die pseudonymisierten Krankendaten aller D\u00e4nen.<\/a> Insgesamt waren das mehr als drei Millionen Menschen. Das Team konnte dabei die Verwandtschaftsverh\u00e4ltnisse der Personen einsehen und auch, ob und wann bei ihnen eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde. Sie stellten fest, dass unter jenen ohne direktes Familienmitglied mit Schizophrenie 12 von 1000 im Lauf ihres Lebens diese Diagnose erhalten. Unter allen Personen mit diagnostizierter Schizophrenie hatten fast 90\u00a0Prozent der Betroffenen gar keinen weiteren Fall in der Familie. \u00a0 <\/p>\n<p>Eine grafische Auswertung der Ergebnisse zeigt zudem, wie das Risiko mit dem Verwandtschaftsgrad abnimmt, etwa bei der Borderline-Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung: 5,6\u00a0Prozent der Verwandten ersten Grades Betroffener erkrankten ebenfalls, bei Verwandten zweiten Grades waren es 3,8\u00a0Prozent und dritten Grades 3\u00a0Prozent; ohne betroffene Verwandte waren es weniger als ein Prozent. Das Risiko f\u00fcr Familienmitglieder unterscheidet sich auch je nach St\u00f6rung. So ist es bei der schizoaffektiven St\u00f6rung bei famili\u00e4rer Vorbelastung eher gering: Nur 1,5\u00a0Prozent der Betroffenen mit einem Verwandten ersten Grades erkranken selbst. Dabei treten Depressionen, Manie und Symptome der Schizophrenie gemischt auf. Leidet jedoch ein Verwandter ersten Grades an einer Cannabisabh\u00e4ngigkeit, ist das Risiko relativ hoch, selbst im Lauf des Lebens daran zu erkranken: Hier liegt es den d\u00e4nischen Daten zufolge bei gut 9\u00a0Prozent.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass die Gene ein wichtiger, aber l\u00e4ngst nicht der alleinige Faktor bei der Entstehung psychischer Erkrankungen sind. Es sei daher wichtig, \u00fcber das erbliche Risiko hinaus auch die \u00fcbrigen Ursachen psychischer St\u00f6rungen besser zu verstehen, betonen die Studienautoren. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Psychologin und Volont\u00e4rin im Springer Medizin Verlag. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Pedersen, C. B. et al., The Lancet Psychiatry 10.1016\/S2215\u20130366(25)00196\u20138, 2025 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/fe516918033c45efadb96c4e2ae0ff41.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erblichkeit seelischer St\u00f6rungen &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltVererbung psychischer St\u00f6rungen: Wie der Vater, so nicht unbedingt der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":309196,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[45316,29,26270,89040,921,30,141,232,837,45319,66785,89041,49941],"class_list":{"0":"post-309195","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-borderline","9":"tag-deutschland","10":"tag-dna","11":"tag-erblichkeit","12":"tag-gene","13":"tag-germany","14":"tag-gesundheit","15":"tag-health","16":"tag-medizin","17":"tag-psychische-erkrankungen","18":"tag-psychologie-hirnforschung","19":"tag-schizoaffektive-stoerung","20":"tag-schizophrenie"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114950072530881680","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=309195"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309195\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/309196"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=309195"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=309195"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=309195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}