{"id":309328,"date":"2025-07-31T23:08:16","date_gmt":"2025-07-31T23:08:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309328\/"},"modified":"2025-07-31T23:08:16","modified_gmt":"2025-07-31T23:08:16","slug":"querkraft-gewinnen-wettbewerb-in-oberoesterreich-kz-gedenkstaette-gusen-architektur-und-architekten-news-meldungen-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309328\/","title":{"rendered":"querkraft gewinnen Wettbewerb in Ober\u00f6sterreich \/ KZ-Gedenkst\u00e4tte Gusen &#8211; Architektur und Architekten &#8211; News \/ Meldungen \/ Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p>Das Konzentrationslager Gusen, rund 15 Kilometer \u00f6stlich von Linz, war ab 1939 ein Ort systematischer Vernichtung \u0096 \u00fcber 35.000 Menschen wurden hier bis zur Befreiung im Mai 1945 ermordet. In den Nachkriegsjahrzehnten verschwanden viele bauliche Spuren nahezu vollst\u00e4ndig. Lediglich ein betoniertes Denkmal von 1965 und ein <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen_Spatenstich_fuer_Besucherzentrum_am_KZ_Gusen_13723.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kleines Besucherzentrum<\/a> von 2005 markieren bislang den ehemaligen Tat- und Leidensort.<\/p>\n<p>Nun soll die Gedenkst\u00e4tte grundlegend neu gedacht werden. Die Burghauptmannschaft \u00d6sterreich, eine staatliche Beh\u00f6rde f\u00fcr die Verwaltung historischer Geb\u00e4ude, lobte dazu einen EU-weiten, zweistufigen Realisierungswettbewerb mit anschlie\u00dfendem Verhandlungsverfahren aus. Gesucht war ein Generalplanungsteam, das historische Substanz sichert, neue architektonische Zeichen setzt und das Areal landschaftlich als auch erinnerungskulturell weiterentwickelt. Den Zuschlag erhielten  <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/architekten\/querkraft_architekten_31551.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">querkraft architekten<\/a>  in Zusammenarbeit mit kieran fraser landscape design sowie den K\u00fcnstler*innen Peter Sandbichler und Sabine Dreher (alle Wien).<\/p>\n<p>Gusen war ein Nebenlager des nahegelegenen KZ Mauthausen. Zun\u00e4chst f\u00fcr den Granitabbau genutzt, wurde es sp\u00e4ter in die R\u00fcstungsproduktion einbezogen, unter anderem in unterirdischen Stollenanlagen. Nach der Befreiung 1945 wurde das Gel\u00e4nde parzelliert und \u00fcberbaut, Wohnh\u00e4user entstanden auf den Fundamenten des Lagers. Ab 2021 gelang es der Republik \u00d6sterreich, zentrale Fl\u00e4chen zur\u00fcckzukaufen, darunter der Appellplatz, zwei erhaltene SS-Geb\u00e4ude, die Ruine des Schotterbrechers und die Zug\u00e4nge zu den Stollen. Sie sollen k\u00fcnftig zur Gedenkst\u00e4tte geh\u00f6ren. Insgesamt umfasst die zu gestaltende Freifl\u00e4che rund vier Hektar.<\/p>\n<p>Ein breit angelegter Beteiligungsprozess bildete die Grundlage f\u00fcr einen st\u00e4dtebaulichen Masterplan. Vorgesehen sind unter anderem ein neues Ankunftsgeb\u00e4ude, ein Raum der Stille, die Neugestaltung des Appellplatzes sowie die Freiraumgestaltung der drei Teilstandorte Langenstein I, Langenstein II und St. Georgen. Die Areale sind teils nur wenige hundert Meter voneinander entfernt, jedoch durch Wohnsiedlungen getrennt. St. Georgen liegt rund zwei Kilometer n\u00f6rdlich und umfasst den einstigen Stolleneingang. Diese zerkl\u00fcftete Lage stellt auch gestalterisch und erinnerungspolitisch eine besondere Herausforderung dar.<\/p>\n<p>Die Jury unter Vorsitz von Manfred Wehdorn vergab drei Preise und f\u00fcnf Anerkennungen:\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>1. Platz: querkraft architekten mit Kieran Fraser Landscape Design (beide Wien)<\/li>\n<li>2. Platz: <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/architekten\/Gerber_Architekten_31471.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gerber Architekten<\/a> (Dortmund)\u00a0<\/li>\n<li>3. Platz: Hofrichter-Ritter Architekten (Graz) mit freiland (Wien)<\/li>\n<li>Anerkennung: LAM Architektur (Graz) mit Land in Sicht (Wien)<\/li>\n<li>Anerkennung: mia2 Architektur (Linz) mit rajek barosch landschaftsarchitektur (Wien)<\/li>\n<li>Anerkennung: Pedevilla Architekten (Bruneck) mit faktorgruen (Freiburg)<\/li>\n<li>Anerkennung: Schoener und Panzer Architekten mit Station C23 (beide Leipzig)<\/li>\n<li>Anerkennung: Schuberth und Schuberth (Wien) mit Mettler Landschaftsarchitektur (Berlin)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Siegerentwurf \u00fcberzeugte das Preisgericht durch seinen zur\u00fcckhaltenden Umgang mit dem Bestand. Statt \u00dcberformung setzt das Konzept auf behutsame Erg\u00e4nzung: Das langgestreckte Ankunftsgeb\u00e4ude schmiegt sich in eine vorhandene B\u00f6schung, seine Fassade aus vertikalen Metalllamellen und r\u00f6tlich eingef\u00e4rbtem, s\u00e4gerauem Sichtbeton gibt die Farbgebung vor, die sich leitmotivisch durch das gesamte Areal zieht.\u00a0<\/p>\n<p>Vorbei an sanierten SS-Baracken und arch\u00e4ologischen Fragmenten startet ein offener Korridor entlang der Grundst\u00fccksgrenze. Rote Betonmauern schirmen den Weg akustisch und visuell von der benachbarten Einfamilienhaussiedlung im Westen und dem Natursteinwerk im Osten ab. Sie leiten zum Appellplatz, den querkraft durch den baulichen Rahmen des Korridors neu fasst. Bodenmarkierungen zeichnen dort die fr\u00fcheren Baracken, Mauern und Z\u00e4une nach.<\/p>\n<p>Der Rundgang setzt sich \u00fcber die Ruine des Schotterbrechers bis in ein bewaldetes Areal fort. Dort bildet der Raum der Stille den Schlusspunkt. Als pavillonartige Struktur ist er bewusst offen gestaltet: Eine massive Betonplatte ruht auf einem filigranen Stabger\u00fcst \u0096 als Skulptur, die die Jahreszeiten wahrnehmbar macht und Raum f\u00fcr R\u00fcckzug bietet.<\/p>\n<p>Auch der Bereich um das bestehende Memorial von 1965 sowie der ehemalige Stolleneingang in St. Georgen werden landschaftlich neu gefasst. Wiederkehrende Gestaltungselemente sollen die Verbindung der Teilorte st\u00e4rken. Dazu z\u00e4hlt etwa eine k\u00fcnstlerische Intervention, die den Verlauf der einstigen Schleppbahn durch schwarze Betonstrukturen im Boden sichtbar macht.<\/p>\n<p>Das Verhandlungsverfahren folgt in K\u00fcrze. Erste Umsetzungsschritte sind ab 2026 vorgesehen. Die Kostenobergrenze liegt laut Auslobung bei 22,6 Millionen Euro. (gk)<\/p>\n<p>Auf Karte zeigen:<br \/>&#13;<br \/>\n                                        <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/search\/48.25691856208073, 14.467858283115874\" class=\"lightgrey underline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google Maps<\/a>&#13;<br \/>\n                                &#13;\n                                <\/p>\n<p class=\"bold\">Zu den Baunetz Architekt*innen:<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.baunetz-architekten.de\/querkraft-architekten\/31551\" class=\"lightgrey underline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">querkraft architekten<\/a><br \/>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t&#13;\n\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\tKommentare:<br \/>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen-querkraft_gewinnen_Wettbewerb_in_Oberoesterreich_10000096.html?backurl=https%3A%2F%2Fwww.baunetz.de%2Fmeldungen%2Findex.html&amp;action=kommentieren\" class=\"lightgrey underline unvisible_print\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meldung kommentieren<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Konzentrationslager Gusen, rund 15 Kilometer \u00f6stlich von Linz, war ab 1939 ein Ort systematischer Vernichtung \u0096 \u00fcber&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":309329,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[2252,2251,2250,1793,2248,2253,29,214,30,1794,2249,14,215],"class_list":{"0":"post-309328","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-architekt","9":"tag-architekten","10":"tag-architektur","11":"tag-art-and-design","12":"tag-baunetz","13":"tag-bauwesen","14":"tag-deutschland","15":"tag-entertainment","16":"tag-germany","17":"tag-kunst-und-design","18":"tag-meldungen","19":"tag-nachrichten","20":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114950367081440419","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309328","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=309328"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/309328\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/309329"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=309328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=309328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=309328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}