{"id":309394,"date":"2025-07-31T23:45:12","date_gmt":"2025-07-31T23:45:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309394\/"},"modified":"2025-07-31T23:45:12","modified_gmt":"2025-07-31T23:45:12","slug":"schweiz-erzielt-keine-einigung-mit-den-usa-innert-frist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309394\/","title":{"rendered":"Schweiz erzielt keine Einigung mit den USA innert Frist"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Der Bundesrat hat bis zuletzt auf eine Einigung gehofft. Nun drohen der Schweiz Einfuhrz\u00f6lle in H\u00f6he von 31 Prozent.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Die Bundesr\u00e4te Karin Keller-Sutter und Guy Parmelin haben sich im Mai mit einer amerikanischen Delegation in Genf getroffen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"7290\" height=\"4860\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/26de5f7a-bfb7-4993-a9be-67beb09cd9e5.jpg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Die Bundesr\u00e4te Karin Keller-Sutter und Guy Parmelin haben sich im Mai mit einer amerikanischen Delegation in Genf getroffen. <\/p>\n<p>Martial Trezzini \/ Handout<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g98l9s1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Die Schweiz konnte keine Einigung im Handelsstreit mit den USA vor Ablauf der Frist erzielen, wie Bundespr\u00e4sidentin Karin Keller-Sutter am Donnerstagabend auf X mitteilte. Dies habe sich nach einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch mit dem US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump gezeigt. \u00abF\u00fcr den Pr\u00e4sidenten steht das Handelsdefizit im Vordergrund\u00bb, schreibt Keller-Sutter. Die Frist zum Abschluss eines bilateralen Abkommens, die die USA seinen Handelspartner gesetzt hatten, l\u00e4uft am 1. August aus.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Ich hatte heute ein letztes Gespr\u00e4ch mit US-Pr\u00e4sident Trump vor dem Ablauf der Frist f\u00fcr die US-Z\u00f6lle. F\u00fcr den Pr\u00e4sidenten steht das Handelsdefizit im Vordergrund. Es konnte keine Einigung \u00fcber die zwischen der Schweiz und den USA verhandelte Absichtserkl\u00e4rung gefunden werden. <a href=\"https:\/\/t.co\/qXwPCueovY\" rel=\"nofollow\">pic.twitter.com\/qXwPCueovY<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Karin Keller-Sutter (@keller_sutter) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/keller_sutter\/status\/1951007304071127186?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">July 31, 2025<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h1o5fm0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Schweiz hatte in den letzten Monaten intensiv mit den USA verhandelt und bis zuletzt auf ein Abkommen gehofft. Die Staatssekret\u00e4rin f\u00fcr Wirtschaft, Helene Budliger Artieda, reiste mehrfach nach Washington, Keller-Sutter konnte pers\u00f6nlich mit Trump sprechen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h3inf41\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Schweizer Verhandler einigten sich, wie auch Keller-Sutter in ihrer Nachricht andeutet, mit der amerikanischen Delegation schon vor mehreren Wochen auf eine Absichtserkl\u00e4rung. Auf der Seite der USA waren mit dem Finanzminister Scott Bessent, dem Handelsminister Howard Lutnick und dem Handelsbeauftragten Jamieson Greer all jene Regierungsvertreter in die Verhandlungen involviert, die in Wirtschafts- und Handelsfragen eigentlich grosses Gewicht haben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h3rn9n1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Alles deutete darauf hin, dass die Schweiz z\u00fcgig eine Einigung mit den USA erzielen k\u00f6nnte. Dass auch der amerikanische Pr\u00e4sident seine Unterschrift unter das Abkommen setzen w\u00fcrde, schien mehr eine Formalit\u00e4t zu sein. Nun kommt es anders: Der Schweiz \u2013 deren Exporte bisher mit Trumps Basiszoll von 10 Prozent belegt worden sind \u2013 drohen nun Z\u00f6lle in H\u00f6he von 31 Prozent.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h3m0gl0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dem Vernehmen nach stand tats\u00e4chlich Pr\u00e4sident Trump selbst einer Einigung im Weg, der zur Zeit keine weiteren \u00abDeals\u00bb im bisherigen Format abschliessen m\u00f6chte. Nebst der Schweiz soll sich noch eine Reihe weiterer kleinerer und mittelgrosser Staaten in derselben unsicheren und eher misslichen Lage befinden.<\/p>\n<p>Die Schweiz im Nachteil<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h46h1g0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Von amerikanischer Seite liegt bisher noch keine Best\u00e4tigung vor, dass eine Einigung mit der Schweiz gescheitert ist. Unklar ist auch, ob nun per 1.\u00a0August tats\u00e4chlich die angedrohten 31 Prozent Einfuhrzoll gelten, ob die USA einseitig per Brief einen neuen Zollsatz festlegen werden \u2013 oder ob Trump es sich nicht doch bald noch anders \u00fcberlegt. Donald Trump selbst war am Donnerstagnachmittag (Lokalzeit) mit anderen Themen besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h9npch1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Diese Fragen betreffen nicht nur die Schweiz. Es ist insgesamt unklar, ob die \u00abreziproken Z\u00f6lle\u00bb, die Trump Anfang April erstmals angek\u00fcndigt hatte, wirklich automatisch wieder in Kraft treten. Der amerikanische Zoll-Experte Robert Stein, der Unternehmen beim Import von G\u00fctern ber\u00e4t, sagte der \u00abNew York Times\u00bb hierzu: \u00abWir wissen es nicht wirklich. Es gibt nicht viel Schriftliches als Basis, um irgendjemandem irgendetwas sagen zu k\u00f6nnen\u00bb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h4e6kk0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Klar ist jedoch: Z\u00f6lle in H\u00f6he von 31 Prozent w\u00fcrden einige Schweizer Exportbranchen empfindlich treffen, insbesondere weil andere Exportnationen wie Japan, Deutschland oder S\u00fcdkorea dank ihren Abkommen mit Z\u00f6llen von 15 Prozent deutlich bessere Handelsbedingungen erhalten haben. Betroffen w\u00e4ren etwa die Maschinenbauer, die Uhrenhersteller oder auch der Nahrungsmittelriese Nestl\u00e9, der Nespresso-Kaffeekapseln aus der Schweiz in die USA ausf\u00fchrt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h4k0pa0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Schweiz kommt vermutlich zugute, dass Trump Importe von pharmazeutischen Produkten mit einem separaten, globalen Einfuhrzoll belegen will. Auf diese G\u00fcter fielen bisher daher keine l\u00e4nderspezifischen Z\u00f6lle an. Pharmaprodukte machen wertm\u00e4ssig eine knappe Mehrheit aller Schweizer Exporte in die USA aus.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h82erm0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Allerdings unterliegen zumindest die Pharmaexporte aus der EU nach Amerika neuerdings ebenfalls dem einheitlichen Zollsatz von 15 Prozent, den der Staatenbund mit den USA ausgehandelt hat. Insofern gibt es f\u00fcr Schweizer Medikamentenhersteller noch keine definitive Entwarnung.<\/p>\n<p>Haarstr\u00e4ubende Formel<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h85uq40\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">F\u00fcr die Schweiz w\u00e4re es besonders \u00e4rgerlich, falls Trump ihre Exporte mit einem Zoll von 31 Prozent belegen w\u00fcrde, wie er das am 2.\u00a0April urspr\u00fcnglich angek\u00fcndigt hatte. Die Formel, mit der die damaligen Zolls\u00e4tze berechnet worden waren, setzte einzig den \u00dcberschuss eines Landes im bilateralen G\u00fcterhandel zur gesamten G\u00fcterhandelsbilanz mit den USA ins Verh\u00e4ltnis. Weil die Schweiz 2024 viel mehr G\u00fcter in die USA exportierte als sie importierte, erhielt sie einen hohen \u00abreziproken\u00bb Strafzoll aufgebrummt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h8ba7s0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dass die Schweiz ihrerseits einseitig alle Industriez\u00f6lle abgeschafft hat, schlug sich in dieser Berechnung nicht nieder. Ebenso wenig, dass die USA im bilateralen Handel mit Dienstleistungen einen \u00dcberschuss gegen\u00fcber der Schweiz aufweist.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h8m7911\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Zudem war zumindest ein Teil des hohen \u00dcberschusses der Schweiz 2024 auf eine Eigenheit des globalen Goldhandels zur\u00fcckzuf\u00fchren: Goldh\u00e4ndler wappneten sich in den letzten Monaten 2024 daf\u00fcr, dass Trump auch die Einfuhr des gelben Edelmetalls mit Z\u00f6llen belegen k\u00f6nnte. Der Goldpreis in New York lag pl\u00f6tzlich deutlich h\u00f6her als in London, dem anderen grossen Goldmarkt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h8t7b41\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Unweigerlich floss nun zunehmend Gold von London nach New York. Es machte indes einen Umweg \u00fcber Schweizer Raffinerien, weil an den beiden Handelspl\u00e4tze mit sehr unterschiedlichen Barren gehandelt wird. Dieser Goldfluss wurde der Schweiz in der Folge als Export in die USA angerechnet.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1h8tb850\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Eigentlich dachte die Schweizer Wirtschaft bereits, dass sie sich mit solchen bizarren Spitzfindigkeiten bald nicht mehr befassen m\u00fcsste, weil ja der \u00abDeal\u00bb mit Trump zum Greifen nah war. Aber in den Verhandlungen mit diesem Amerika liegen die Dinge oft anders, als sie zun\u00e4chst scheinen.<\/p>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Bundesrat hat bis zuletzt auf eine Einigung gehofft. 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