{"id":309780,"date":"2025-08-01T03:22:19","date_gmt":"2025-08-01T03:22:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309780\/"},"modified":"2025-08-01T03:22:19","modified_gmt":"2025-08-01T03:22:19","slug":"zahlen-fuer-habeck-geschoent-was-hinter-den-korrigierten-bip-daten-wirklich-steckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/309780\/","title":{"rendered":"Zahlen f\u00fcr Habeck \u201egesch\u00f6nt\u201c? Was hinter den korrigierten BIP-Daten wirklich steckt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Deutschlands <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/rezession\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rezession<\/a> war in den vergangenen zwei Jahren deutlich tiefer als bislang angenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/07\/PD25_278_811.html\">bekannt gab<\/a>, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 erheblich st\u00e4rker als zun\u00e4chst vermeldet \u2013 statt eines Minus von 0,3 Prozent ging die Wirtschaftsleistung tats\u00e4chlich um 0,9 Prozent zur\u00fcck. Auch f\u00fcr 2024 wurde der R\u00fcckgang nachtr\u00e4glich nach unten korrigiert, von 0,2 Prozent auf 0,5 Prozent.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Was bedeuten diese Korrekturen konkret? In sozialen Netzwerken kursieren zurzeit Vorw\u00fcrfe, die urspr\u00fcnglichen Zahlen seien m\u00f6glicherweise \u201egesch\u00f6nt\u201c oder zugunsten des ehemaligen Wirtschaftsministers <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/robert-habeck\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Robert Habeck<\/a> (Gr\u00fcne) manipuliert worden \u2013 schlie\u00dflich hatte er in seinen Fr\u00fchjahrsprojektionen stets eine bessere wirtschaftliche Lage prognostiziert.<\/p>\n<p>Manipulationsvorw\u00fcrfe lassen sich nicht best\u00e4tigen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">F\u00fcr solche Vorw\u00fcrfe gibt es jedoch keinerlei Belege. Revisionen von Wirtschaftsdaten sind international \u00fcblich und erfolgen regelm\u00e4\u00dfig nach wissenschaftlich standardisierten Methoden, sobald neuere, genauere Informationen verf\u00fcgbar sind. Die BIP-Zahlen f\u00fcr 2023 wurden erstmals im Sommer 2024 ver\u00f6ffentlicht und jetzt, im Juli 2025, erstmals korrigiert. Solche Anpassungen dienen ausschlie\u00dflich der Genauigkeit und Transparenz.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Habecks optimistischere Prognosen basierten auf dem damaligen Kenntnisstand. Die j\u00fcngsten Korrekturen zeigen vielmehr, wie unsicher wirtschaftliche Prognosen generell sind \u2013 und wie wichtig es ist, politische Entscheidungen stets an aktuellen Erkenntnissen auszurichten. G\u00e4be es tats\u00e4chlich politische Einflussnahme, w\u00e4ren die Zahlen vermutlich nicht nach unten korrigiert worden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das eigentliche Problem ist jedoch ein anderes:\u00a0Die jetzt korrigierten Daten erh\u00f6hen erheblich die Wahrscheinlichkeit eines dritten <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/historischer-tiefpunkt-schrumpft-die-deutsche-wirtschaft-jetzt-drei-jahre-in-folge-li.2318547\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rezessionsjahres<\/a> in Folge \u2013 eine Situation, die Deutschland sp\u00fcrbar von anderen gro\u00dfen Industrienationen unterscheidet. Japan und das Vereinigte K\u00f6nigreich erlebten zwar zeitweise wirtschaftliche R\u00fcckg\u00e4nge, konnten sich aber wieder stabilisieren. Innerhalb der EU gab es ebenfalls Rezessionen: \u00d6sterreich verzeichnete 2023 und 2024 wirtschaftliche R\u00fcckg\u00e4nge, allerdings weniger stark als Deutschland. Irland rutschte 2023 tief in die Rezession, erholte sich aber bereits 2024.<\/p>\n<p>Neue BIP-Daten: Internationaler Vergleich zeigt dramatische Lage<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Deutschland steht damit im internationalen Vergleich besonders schlecht da \u2013 im Gegensatz etwa zu den USA oder China, die laut aktuellen Prognosen des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) 2025 mit deutlichem Wachstum rechnen k\u00f6nnen. F\u00fcr die USA erwartet der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/iwf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IWF<\/a> ein Wachstum von rund 1,9 Prozent, f\u00fcr China sogar etwa 4,8 Prozent.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Im gleichen Zeitraum schrumpfte die deutsche Wirtschaft laut Destatis erneut um 0,1 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal. W\u00e4hrend der IWF f\u00fcr Deutschland ein Nullwachstum prognostiziert, setzt die Bundesregierung noch auf ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Doch die Erfahrungen der letzten Jahre mahnen hier deutlich zur Vorsicht.<\/p>\n<p>Massive Einbr\u00fcche in der energieintensiven Industrie und bei Autos<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die anhaltende Rezession l\u00e4sst sich vor allem auf massive Einbr\u00fcche in der energieintensiven Industrie \u2013 etwa in der Chemie- und Stahlbranche \u2013, in der Automobilindustrie und in der Bauwirtschaft zur\u00fcckf\u00fchren. Unternehmen wie <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/basf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BASF<\/a> und Thyssenkrupp haben ihre Produktion deutlich reduziert. Gleichzeitig warnten f\u00fchrende Automobilhersteller wie VW und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/mercedes-einbruch-alarmiert-experten-elektroautos-zerreissen-die-hersteller-li.2345576\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercedes-Benz<\/a> mehrfach vor sinkenden Absatzzahlen und weiteren m\u00f6glichen Werksschlie\u00dfungen. Die Bauwirtschaft k\u00e4mpft zudem mit hohen Finanzierungskosten und einem starken R\u00fcckgang der Neubauauftr\u00e4ge.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Diese Herausforderungen werden zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft durch nach wie vor relativ hohe Energiepreise, anhaltende Lieferkettenprobleme und wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck. Solange diese strukturellen Schwierigkeiten nicht \u00fcberwunden sind, bleibt die Gefahr gro\u00df, dass Deutschland auch 2025 nicht aus der Rezession herausfindet.<\/p>\n<p>Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns gern! <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/mailto:briefe@berliner-zeitung.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">briefe@berliner-zeitung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschlands Rezession war in den vergangenen zwei Jahren deutlich tiefer als bislang angenommen. 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