{"id":310123,"date":"2025-08-01T06:36:13","date_gmt":"2025-08-01T06:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/310123\/"},"modified":"2025-08-01T06:36:13","modified_gmt":"2025-08-01T06:36:13","slug":"extremisten-besitzen-mehr-als-2-500-legale-schusswaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/310123\/","title":{"rendered":"Extremisten besitzen mehr als 2.500 legale Schusswaffen"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 01.08.2025 06:08 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Im Zuge eines Aktionsplans wollte die ehemalige Bundesregierung Rechtsextremisten entwaffnen. Recherchen von NDR und WDR zeigen, dass dieses Ziel noch in weiter Ferne liegt.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Reiko Pinkert, Hannes Stepputat, NDR, und Florian Flade, WDR\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNachdem im Februar 2020 der Attent\u00e4ter von Hanau erst neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen und schlie\u00dflich seine Mutter und sich selbst get\u00f6tet hatte, begann eine Debatte \u00fcber das Waffenrecht in Deutschland. Denn seine Waffen besa\u00df der Mann legal, obwohl er den Beh\u00f6rden schon zuvor aufgefallen war. Er war jahrelang Sportsch\u00fctze gewesen und hatte die Erlaubnis, Schusswaffen zu besitzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZwei Jahre sp\u00e4ter, in einer Rede zum Gedenken an den Anschlag, k\u00fcndigte die damalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) an, das Waffenrecht weiter versch\u00e4rfen zu wollen. Unter anderem sollten Extremisten ihre Waffen leichter entzogen werden k\u00f6nnen oder eine Waffenerlaubnis gar nicht erst erteilt werden. &#8222;Wir werden sehr konsequent die Waffen entziehen&#8220;, sagte Faeser damals.<\/p>\n<p>    Mehr als 1.700 Schusswaffen legal in der Hand von Rechtsradikalen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch tats\u00e4chlich haben Rechtsextremisten weiter Zugriff auf mehr als 1.700 legale Schusswaffen. Das zeigt eine aktuelle Abfrage von NDR und WDR an die Sicherheitsbeh\u00f6rden in allen 16 Bundesl\u00e4ndern mit der Bitte um Daten zu Waffenerlaubnissen, der Zahl der Schusswaffen im Besitz von Extremisten und zum Waffenentzug. Zwar schickten alle Bundesl\u00e4nder Antworten, aber nur elf L\u00e4nder gaben an, wie viele Waffen im Besitz von Extremisten sind. Noch weniger teilten mit, welcher Art von Extremismus die jeweiligen Waffenbesitzer anh\u00e4ngen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDennoch ergibt sich aus den vorliegenden Angaben der elf L\u00e4nder Folgendes: Mindestens 2.500 Schusswaffen sind demnach legal im Besitz von Menschen, die die Beh\u00f6rden als Extremisten einstufen. Mehr als zwei Drittel dieser Waffen &#8211; n\u00e4mlich 1.765 &#8211; geh\u00f6ren Rechtsextremisten, Neonazis, &#8222;Reichsb\u00fcrgern&#8220; oder radikalen Querdenkern. Die tats\u00e4chliche Zahl d\u00fcrfte noch deutlich h\u00f6her sein, da nicht alle L\u00e4nder mitteilten, welche Extremisten wie viele Waffen besitzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnter den L\u00e4ndern, die die Daten mitgeteilt haben, sind der Umfrage zufolge in Baden-W\u00fcrttemberg am meisten Waffen in der Hand von Extremisten &#8211; n\u00e4mlich 661 Schusswaffen. Allerdings schl\u00fcsselt das Land nicht auf, um welche Art von Extremisten es sich bei den Waffenbesitzern handelt. Es liegt aber nahe, dass es sich weit \u00fcberwiegend um Rechtsextremisten handelt, da auf sie die meisten Erlaubnisse f\u00fcr Waffen in Baden-W\u00fcrttemberg entfallen. Danach folgen Mecklenburg-Vorpommern mit 447 und Rheinland-Pfalz mit 386 Schusswaffen &#8211; hier handelt es sich jeweils ausschlie\u00dflich um rechtsradikale Waffenbesitzer.<\/p>\n<p>    Extremisten mit Waffenerlaubnis<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Gr\u00fcnde, warum manche L\u00e4nder keine Daten liefern konnten, sind unterschiedlich: So erkl\u00e4rte Niedersachsens Innenministerium, die Zahl der Waffen von Extremisten m\u00fcsse h\u00e4ndisch ermittelt werden. In Sachsen-Anhalt werde eine entsprechende \u00dcbersicht gerade erst aufgebaut und im Saarland sei das Fallaufkommen so gering, dass eine Auskunft R\u00fcckschl\u00fcsse auf konkrete Personen erlauben w\u00fcrde. Auch Brandenburg konnte keine Daten liefern. Th\u00fcringen nannte keine konkreten Zahlen, sondern lediglich ungef\u00e4hre Angaben wie im &#8222;unteren einstelligen&#8220; Bereich.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAlle L\u00e4nder &#8211; au\u00dfer Th\u00fcringen &#8211; \u00fcbermittelten hingegen Zahlen, wie viele Extremisten Waffen legal besitzen d\u00fcrfen, weil sie eine entsprechende Erlaubnis haben: Rund 1.500 Personen sind es demnach insgesamt, bei mehr als 1.000 von ihnen handelt es sich den Angaben zufolge um Rechtsextreme, darunter Neonazis, &#8222;Reichsb\u00fcrger&#8220; und sogenannte &#8222;verfassungsschutzrelevante Delegitimierer des Staates&#8220;. Als solche werden Personen erfasst, denen der Verfassungsschutz eine verfassungsfeindliche Agenda bescheinigt, die aber nicht ins Spektrum klassischer Rechtsextremer fallen. Gemeint sind damit vor allem radikale, oft Verschw\u00f6rungsmythen anh\u00e4ngende Gegner der Corona-Schutzma\u00dfnahmen, die sich seit dem Abflauen der Pandemie teils neuen Politikfeldern zugewandt haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIslamisten, Linksradikale oder andere Extremisten spielen bei Waffenerlaubnissen und Waffenbesitz nur eine untergeordnete Rolle: Nur rund 120 Menschen aus diesen Spektren haben eine entsprechende Waffenerlaubnis. Als Waffenerlaubnis gilt auch die Genehmigung, eine Schreckschusswaffe oder Abwehrspray zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>    Sorge vor allem wegen rechtsradikalen Waffenbesitzern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExperten macht insbesondere der Waffenbesitz im rechtsradikalen Spektrum Sorgen: &#8222;Die gro\u00dfe Gefahr, die von Neonazis und rassistischen \u00dcberzeugungst\u00e4tern mit Zugang zu legalen Waffen ausgeht, sehen wir unter anderem bei dem m\u00f6rderischen rechtsterroristischen Attentat in Hanau sowie im Fall eines tunesischen Gefl\u00fcchteten im Schwarzwald, der regelrecht hingerichtet wurde&#8220;, sagt Heike Kleffner vom Verband der Beratungsstellen f\u00fcr Betroffene rechter Gewalt. &#8222;Die jeweiligen T\u00e4ter hatten ausreichend Zeit und Gelegenheit, den Umgang mit Waffen zu \u00fcben. Deshalb dringen die Hinterbliebenen und \u00dcberlebenden des rassistischen Attentats in Hanau schon seit langem auf ein restriktiveres Waffenrecht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGenau dies hatte Ex-Innenministerin Faeser in ihrer Gedenkrede auch den Hinterbliebenen versprochen. In einem &#8222;Aktionsplan gegen Rechtsextremismus&#8220;, der im M\u00e4rz 2022 aufgelegt und Februar 2024 nochmals nachgesch\u00e4rft wurde, hatte Faeser auch Ma\u00dfnahmen angek\u00fcndigt, um Extremisten Waffen leichter entziehen zu k\u00f6nnen oder ihnen erst gar keine Erlaubnis zu erteilen. Als im vergangenen Jahr das Waffengesetz versch\u00e4rft wurde, floss ein Teil dieser Ank\u00fcndigungen dabei ein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Aktionsplan vom M\u00e4rz 2022 nannte die Bundesregierung rund 1.500 Rechtsextremisten, die eine Waffenerlaubnis haben. Dass nun nach den aktuellen Daten, die NDR und WDR vorliegen, immer noch mehr als 1.000 Rechtsextremisten eine Waffenerlaubnis haben, hat das Bundesinnenministerium auf Anfrage zun\u00e4chst nicht kommentiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Jahr 2024 wurden nach Angaben der L\u00e4nder mehr als 300 Waffenerlaubnisse entzogen oder freiwillig zur\u00fcckgegeben. Darunter sind auch Kleine Waffenscheine, die nur zum Besitz von Schreckschusswaffen oder Abwehrsprays, nicht aber von Schusswaffen berechtigen. Bei den Personen, denen die Erlaubnisse entzogen wurden, handelte es sich den Beh\u00f6rdenangaben zufolge weit \u00fcberwiegend um Rechtsextremisten oder &#8222;Reichsb\u00fcrger&#8220;. Im Jahr davor entzogen die Beh\u00f6rden laut Bundesregierung 376 Personen aus dem rechtsradikalen Spektrum die Waffenerlaubnis.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Nationalen Waffenregister waren im Juni 2025 932.074 Besitzer von Schusswaffen registriert, die insgesamt mehr als f\u00fcnf Millionen Schusswaffen besitzen. Hinzu kommen mehr als 892.000 Kleine Waffenscheine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 01.08.2025 06:08 Uhr Im Zuge eines Aktionsplans wollte die ehemalige Bundesregierung Rechtsextremisten entwaffnen. 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