{"id":311714,"date":"2025-08-01T21:17:10","date_gmt":"2025-08-01T21:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/311714\/"},"modified":"2025-08-01T21:17:10","modified_gmt":"2025-08-01T21:17:10","slug":"ist-in-beyenburg-die-welt-noch-in-ordnung-bruder-dirk-ueber-engagement-und-solidaritaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/311714\/","title":{"rendered":"Ist in Beyenburg die Welt noch in Ordnung? Bruder Dirk \u00fcber Engagement und Solidarit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eBruder Dirk, erleben Sie das auch so?\u201c Redakteurin Katharina R\u00fcth leitet den WZ-Podcast \u201eWie ich\u2019s gern h\u00e4tte\u201c mit einer Frage \u00fcber das gesellschaftliche Klima, globale Krisen und damit zusammenh\u00e4ngenden Stress bei den Menschen ein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bruder Dirk \u2013 M\u00f6nch im Kloster Beyenburg, Seelsorger, Trauerredner, Krankenpfleger und Prediger \u2013 sieht sehr wohl, dass sich Menschen immer mehr zur\u00fcckziehen und das Allgemeinwohl aus den Augen verlieren. \u201eNat\u00fcrlich haben auch viele Leute Sorgen und \u00c4ngste durch die Krisen in der Welt, das ist ganz klar. Aber es ist ja wichtig, erst einmal in seinem kleinen Umfeld Sicherheit, Geborgenheit und Frieden zu finden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSolidarit\u00e4t ebbt <br \/>nach einiger Zeit ab\u201c       <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den Stichpunkt \u201ekleines Umfeld\u201c nimmt R\u00fcth als \u00dcberleitung, um auf Beyenburg zu sprechen zu kommen. Was l\u00e4uft dort gut, was l\u00e4uft nicht so gut? \u201eBeyenburg ist d\u00f6rflich gepr\u00e4gt\u201c, so Bruder Dirk. \u201eMan kennt sich, man hilft sich und in Zeiten der Not, wie wir es bei der Flut hatten, war die Solidarit\u00e4t sehr stark.\u201c Diese Solidarit\u00e4t und das gegenseitige Helfen ebbe nach einiger Zeit aber auch wieder ab. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">R\u00fcth m\u00f6chte von Bruder Dirk wissen, ob das Gemeinschaftsgef\u00fchl in Beyenburg auch auf die Stadt \u00fcbertragbar ist. \u201eIch glaube, wenn jeder etwas Eigenverantwortung zeigt, sei es in einem Hochhaus, sei es hier im Dorf, dann k\u00f6nnte man doch das ein oder andere verbessern\u201c, findet er. \u201eNicht viele schreien direkt nach dem Staat, oder das ist die Aufgabe der Stadt, aber vieles kann man auch selbst machen. Und wenn es das Unkrautwegmachen ist vor der eigenen Haust\u00fcr, auch wenn es nur f\u00fcr zwei Meter ist.\u201c Wie konkret man die Menschen dazu bewegt? Da zeigt sich selbst Bruder Dirk \u00fcberfragt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Fr\u00fcher habe es noch \u201efitte Rentner\u201c gegeben, die die Kirchtreppen sauber hielten oder die B\u00e4ume schnitten. \u201eDas ist g\u00e4nzlich verloren.\u201c Generell sei das Leben in Beyenburg gepr\u00e4gt von Vereinen, dort bestehe allerdings ein lange bekanntes Nachwuchsproblem \u2013 es finde sich kaum jemand mehr, der Verantwortung \u00fcbernehmen kann oder m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Bruder Dirk w\u00fcnscht sich <br \/>mehr Volksn\u00e4he von Politikern      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Thema Eigenverantwortung und einen Beitrag leisten: R\u00fcth leitet auf die Kommunalwahl \u00fcber. \u201eDa stellen sich wieder Menschen zur Wahl, um im Stadtrat mitzumachen. Und wir brauchen auch einen neuen Oberb\u00fcrgermeister. Was glauben Sie, was kann die Politik erreichen? Oder andersherum gefragt, wie w\u00fcnschen Sie sich Politiker, damit es besser wird?\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bruder Dirk sieht Volksn\u00e4he als wichtige Eigenschaft und, den Menschen das Gef\u00fchl zu vermitteln, \u201eTeil eines Ganzen\u201c zu sein. Eine Ma\u00dfnahme w\u00e4ren etwa B\u00fcrgerinitiativen. Konkret f\u00fcr Beyenburg hofft er auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Wuppertal, Ennepetal und Schwelm.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir sind Naherholungsgebiet von Wuppertal. Aber auf Schwelmer und Ennepetaler Seite sind die B\u00e4nke kaputt, die Wege sind nicht mehr gesichert, manche sind sehr gef\u00e4hrlich geworden. Der Aufstieg zum Bilstein ist fast nicht mehr m\u00f6glich, den wollten sie von Ennepetaler Seite schon sperren.\u201c Auch mehr \u00f6ffentliche Toiletten und Gastronomie, Bruder Dirk schl\u00e4gt beispielsweise Steuervorteile f\u00fcr sie vor, w\u00fcnscht er sich in Beyenburg. Die einzigen \u00f6ffentlichen Toiletten gibt es dort am Kloster. Um eine zuk\u00fcnftige Bebauung durch eine der drei St\u00e4dte zu verhindern, solle die Wupperschleife m\u00f6glichst bald als Naturdenkmal festgesetzt werden.<\/p>\n<p>Jakobsweg durch Beyenburg besser bewerben      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">R\u00fcth und Bruder Dirk kommen auf die Bundesgartenschau zu sprechen. Der M\u00f6nch hofft, dass das Projekt auf die ganze Stadt verteilt wird, ansonsten sei das Projekt einfach nur \u201eweit weg\u201c. Er bem\u00e4ngelt auch, dass die Stadt es nicht schaffe, die Dinge hervorzuheben, die Wuppertal besonders machen. Durch Beyenburg f\u00fchrt etwa der Jakobsweg \u2013 \u201edaraus k\u00f6nnte man mehr machen, aber es passiert einfach nichts\u201c. Obwohl immer mehr Pilger unterwegs sind, die in Beyenburg vorbeischauen, \u201eauch wenn das eher so etwas wie Teilzeit-Pilger sind\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAber die Menschen sind sehr unterschiedlich\u201c, sagt er. \u201eJeder hat seinen eigenen Grund zu pilgern, gerade bei jungen Leuten. Es k\u00f6nnen Beziehungsprobleme sein, Leute, die zu sich selbst finden wollen, Depressionen, Burnout, die Suche, wieder ins Leben zu finden und, und, und.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Passend f\u00fcr Pilger will Bruder Dirk auch gern mehr Ruheb\u00e4nke haben, generell f\u00fcr Wuppertal mehr Wanderparkpl\u00e4tze \u2013 in Beyenburg sei die Autosituation \u201ekatastrophal\u201c. \u201eAm Wochenende dr\u00e4ngt sich hier Auto an Auto.\u201c Wenn es nach ihm ginge, sollte Alt-Beyenburg g\u00e4nzlich autofrei bleiben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der Stadt ist Bruder Dirk nur sehr selten unterwegs, sagt er \u2013 und wenn, dann vor allem auf Friedh\u00f6fen. Ist er aber mal dort, beobachte er Stra\u00dfenz\u00fcge, die komplett vernachl\u00e4ssigt werden. Was Bruder Dirk noch auff\u00e4llt: \u201eIn Beyenburg haben wir keine Armen in dem Sinne, sodass alle genug Geld haben, um wegfahren zu k\u00f6nnen\u201c, wenn Urlaub oder Feiertage anstehen. Das merke er im Gottesdienst, wenn noch weniger Leute da sind. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Beim Thema Kirche findet Bruder Dirk, dass diese sich nur politisch einmischen sollte, wenn christliche Grunds\u00e4tze in Gefahr sind. \u201eDann finde ich das richtig, aber generell muss sie sich heraushalten. Ich habe auch lernen m\u00fcssen, aus der eigenen Erfahrung, Kirche, Institution und Glaube ein wenig zu trennen.\u201c<\/p>\n<p>Kirche wird weiterhin <br \/>in vielen Belangen ben\u00f6tigt      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Immer mehr Menschen kehren der Kirche den R\u00fccken, beobachtet Bruder Dirk, was er teils kritisch sieht. \u201eAuch wenn viele \u00fcber die Kirche schimpfen: Sie sollten mal bedenken, wo sie ihre Kinder hinschicken: in den katholischen Kindergarten. Wenn sie krank sind, gehen sie in katholische Krankenh\u00e4user. Ohne die Institution Kirche w\u00e4re das nicht m\u00f6glich\u201c, sagt Bruder Dirk.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Er kritisiert: \u201eMan kann nicht aus der Kirche austreten und dann doch die Kinder dahinschicken oder auch ins Krankenhaus. Das ist ein Widerspruch. Einen R\u00fcckzug der Kirche aus diesen Gesellschaftsbereichen schlie\u00dft er aber strikt aus. \u201eDas karitative Tun ist eine der wichtigsten S\u00e4ulen der Kirche. Und die kann man nicht wegbrechen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zum Abschluss des Gespr\u00e4chs sagt Bruder Dirk mit nachdenklicher und doch \u00fcberzeugter Geradlinigkeit klar: \u201eNat\u00fcrlich darf sich die Kirche nicht zu sehr dem gesellschaftlichen Geist anpassen, was Verwaltung und Finanzen angeht, weil ansonsten der Kern und moralische Werte verloren gehen k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eBruder Dirk, erleben Sie das auch so?\u201c Redakteurin Katharina R\u00fcth leitet den WZ-Podcast \u201eWie ich\u2019s gern h\u00e4tte\u201c mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":311715,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3274,24128,26938,3364,29,27005,30,89582,12546,1209,2043,89581,10517,18718,4418],"class_list":{"0":"post-311714","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-kirche","9":"tag-beyenburg","10":"tag-bruder","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-dirk","14":"tag-germany","15":"tag-klosterbruder","16":"tag-krisen","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-podcast","19":"tag-rueth","20":"tag-solidaritaet","21":"tag-umfeld","22":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114955592940414420","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=311714"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311714\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/311715"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=311714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=311714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=311714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}