{"id":311929,"date":"2025-08-01T23:23:13","date_gmt":"2025-08-01T23:23:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/311929\/"},"modified":"2025-08-01T23:23:13","modified_gmt":"2025-08-01T23:23:13","slug":"abzocker-versteigert-hamburger-strasse-fuer-45-000-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/311929\/","title":{"rendered":"Abzocker versteigert Hamburger Stra\u00dfe f\u00fcr 45.000 Euro"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\n                    Es geht um ein kleines St\u00fcck Weg namens H\u00fcgelhain, vielleicht drei, vier Meter breit und etwa 200 Meter lang und teils in einem erb\u00e4rmlichen Zustand. Er liegt in Ei\u00dfendorf in den Harburger Bergen und f\u00fchrt steil zu rund 20 H\u00e4usern auf eine kleine Bergkuppe und auf der anderen Seite wieder hinunter.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/lokales\/grafschaft-bentheim\/artikel\/nordhorn-verkauft-geh-und-radwegbruecke-online-48351564\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Stadt Nordhorn verkauft Geh- und Radwegbr\u00fccke im Netz<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    An der Stra\u00dfe liegt ein wunderh\u00fcbsches kleines H\u00e4userparadies mit gro\u00dfen Grundst\u00fccken. Und fast alle Anwohner sind auf den Utkiek angewiesen und k\u00f6nnen ihre Grundst\u00fccke anders nicht verlassen.\n            <\/p>\n<p>            Hamburger Stra\u00dfe ist eine \u201eherrenlose Wegfl\u00e4che\u201c<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Unten an der Stra\u00dfe ist zwar jeweils ein regul\u00e4res Hamburger Stra\u00dfenschild, doch an seinem Pfeiler ist ein Zusatzschild befestigt und auf dem steht \u201eherrenlose Wegfl\u00e4che\u201c. Eine Nachfrage bei der Stadt best\u00e4tigt, dass es tats\u00e4chlich \u00fcberall in Hamburg herrenlose Fl\u00e4chen gibt, eine herrenlose Stra\u00dfe ist aber selten.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Die Grundst\u00fccke geh\u00f6ren weder der Stadt noch einem Privateigent\u00fcmer oder den Anwohnern. Was sehr kurios ist, denn so ist auch niemand verpflichtet, die Stra\u00dfe instandzuhalten oder bei Schnee zu r\u00e4umen. Dabei handelt es sich um den einzigen Rettungsweg f\u00fcr Feuerwehr und Notarzt zu den H\u00e4usern am Hang.\n            <\/p>\n<p>\n                                Ingrid Gutknecht wohnt im H\u00fcgelhain und hat erst im Nachhinein von der Versteigerung der Stra\u00dfe erfahren.<br \/>\n                            Foto: Sandra Sch\u00e4fer<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hamburger-strae-versteigert-hgelhain-abzocke.jpg\" title=\"Ingrid Gutknecht wohnt im H\u00fcgelhain und hat erst im Nachhinein von der Versteigerung der Stra\u00dfe erfahren.\" alt=\"Ingrid Gutknecht wohnt im H\u00fcgelhain und hat erst im Nachhinein von der Versteigerung der Stra\u00dfe erfahren.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"281\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Und als w\u00e4ren wir nicht in Hamburg, sondern im Wilden Westen, kann jeder kommen und diese Fl\u00e4chen f\u00fcr sich beanspruchen \u2013 und zwar ohne Kaufkosten. Das hat am H\u00fcgelhain dann nach vielen Jahren, in denen diese Stra\u00dfe quasi herrenlos war, jemand getan.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Der Bezirk Harburg hatte zuvor noch die st\u00e4dtische Beh\u00f6rde LIG (Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundverm\u00f6gen Hamburg) angefragt, ob das okay ist oder die Stadt die Stra\u00dfe dann lieber selbst \u00fcbernehmen wolle. Aber der LIG hatte das abgelehnt. Das kam jetzt durch eine Senatsanfrage der CDU Harburg heraus.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Auch interessant: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/lebenswelten\/reisen-freizeit\/artikel\/spiegeltrick-auf-der-autobahn-so-funktioniert-die-betrugsmasche-und-so-schuetzen-sie-sich-47101336\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Betrugsmasche auf der Autobahn: Vorsicht vor dem Spiegeltrick<\/a><\/p>\n<p>            Anonymer Trickser versteigert Hamburger Stra\u00dfe im Internet<\/p>\n<p class=\"\">\n                    So kam es am Ende dazu, dass ein anonymer Mensch, dessen Name auch den Anwohnern nicht genannt werden muss, die Stra\u00dfe beanspruchte und sie danach auch gleich in einer Internet-Auktion zum Kauf anbot. Und zwar in vier Teilst\u00fccken, da die Stra\u00dfe im Grundbuch in vier Flurst\u00fccke aufgeteilt ist. Die Anwohner wurden davon auch nicht unterrichtet. So hat etwa Ingrid Gutknecht, deren Haus am H\u00fcgelhain liegt, erst im Nachhinein davon erfahren und konnte es gar nicht glauben: \u201eWie kann jemand einfach eine Stra\u00dfe kaufen?\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Und obwohl wirklich niemand etwas mit solchen Stra\u00dfenst\u00fccken anfangen kann \u2013 sie k\u00f6nnen weder bebaut noch sonstwie genutzt werden \u2013 wurden zumindest zwei Fl\u00e4chen Mitte Juni laut Anwohnern f\u00fcr 45.000 Euro ersteigert. Was die beiden anderen erbracht haben, ist unklar. Wiederum von anonymen Bietern. Seitdem warten alle gespannt darauf, was nun passiert.\n            <\/p>\n<p>            K\u00e4ufer der Stra\u00dfe H\u00fcgelhain? Kennen die Anwohner nicht<\/p>\n<p class=\"\">\n                    In der Stra\u00dfe gibt es seitdem viele Ger\u00fcchte. So soll der Verk\u00e4ufer diese Abzock-Masche bereits mehrfach durchgezogen haben. Zuletzt in L\u00fcneburg. Da hatte der K\u00e4ufer, der die Stra\u00dfe dann von ihm ersteigert hatte, am Ende allerdings das Nachsehen. Er forderte Geb\u00fchren von 50 Euro und mehr pro Monat von den Anwohnern und schikanierte sie dann mit Baustellenschildern, um an das Geld zu kommen. Es kam zum Prozess und am Ende unterlag er.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Das Gericht sprach ihm nur eine j\u00e4hrliche \u201eNotwegerente\u201c von einem Euro pro Anlieger zu. Alles andere w\u00e4re laut Richtern eine Ausnutzung der Lage der Anwohner gewesen, was nicht zul\u00e4ssig sei. Denn es gebe ja keinen anderen Weg zu ihren Grundst\u00fccken. Der Verk\u00e4ufer, der die Grundst\u00fccke versteigert hatte, konnte sich hingegen \u00fcber viel Geld freuen \u2013 wie nun auch im Ei\u00dfendorfer H\u00fcgelhain, wo nun 45.000 Euro f\u00fcr einen geringen Aufwand eingestrichen wurden.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Dass der H\u00fcgelhain keinen Eigent\u00fcmer hat, liegt daran, dass eine Baugenossenschaft 2010 eine Verzichtserkl\u00e4rung f\u00fcr die Stra\u00dfe abgegeben hat und aus dem Grundbuch ausgetragen wurde, so etwas ist regul\u00e4r m\u00f6glich. Sie hatte den Weg als Erschlie\u00dfungsstra\u00dfe angelegt und war dann sp\u00e4ter nicht mehr vor Ort aktiv. Das Bezirksamt Harburg hatte daraufhin versucht, die Stra\u00dfe instandzusetzen. Doch daf\u00fcr wollte die Stadt die Stra\u00dfe auf sieben Meter verbreitern, Beleuchtung und Oberfl\u00e4chenentw\u00e4sserung installieren.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Das w\u00e4re allerdings zu einem hohen Grad umlagef\u00e4hig und daher f\u00fcr die Anwohner teuer geworden. Zudem h\u00e4tten sie auch f\u00fcr die Verbreiterung der Stra\u00dfe Teile von ihren Grundst\u00fccken abgeben m\u00fcssen. So kam es damals zu keiner Einigung, der Utkiek blieb herrenlos und der Bezirk stellte die Zusatzschilder \u201eherrenlose Wegfl\u00e4che\u201c auf.\n            <\/p>\n<p>            Stadt Hamburg sch\u00fctzt Anwohner nicht vor der Abzock-Masche<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Wenn es in Ei\u00dfendorf ausgeht wie in L\u00fcneburg, m\u00fcssten sich die Anwohner keine Sorgen machen. Der K\u00e4ufer h\u00e4tte sich einfach verspekuliert. Doch am H\u00fcgelhain scheinen die Nerven blankgelegen zu haben. So berichteten Anwohner der Mopo, dass sich eine Interessengemeinschaft H\u00fcgelhain gebildet habe, und die habe \u00fcber einen Mittelsmann an der Auktion teilgenommen und zumindest zwei der vier Teilst\u00fccke erworben. Wohl um zu verhindern, dass ein Abzock-K\u00e4ufer alles ersteigert?\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Die Mopo h\u00e4tte die Interessengemeinschaft gern dazu befragt, doch die kocht ihr eigenes S\u00fcppchen, geht in der Stra\u00dfe bei allen Anwohnern Klinkenputzen und ist offenbar im Moment nicht an \u00d6ffentlichkeit interessiert, sondern bastelt an einer eigenen Strategie, damit umzugehen. Mopo-Anfragen bei der ehemaligen B\u00fcrgerschaftsabgeordneten Birte Gutzki-Heitmann (SPD), die selbst dort wohnt und in die Vorg\u00e4nge involviert ist, wurden unfreundlich und barsch abgewiesen.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Und der gro\u00dfe unbekannte Abzocker? Der durchforstet wahrscheinlich schon weiter Unterlagen bei den Grundbuch\u00e4mtern auf der Suche nach herrenlosen Grundst\u00fccken, die er f\u00fcr viel Geld im Internet an einen anderen Menschen mit ebensolchen miesen Absichten verscherbeln kann. Und die Stadt Hamburg? Sch\u00fctzt ihre B\u00fcrger nicht davor, sondern legt weiter die H\u00e4nde in den Scho\u00df und bezeichnet sich als nicht zust\u00e4ndig.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Weiterlesen: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/wirtschaft\/artikel\/betrug-mit-paket-sms-tausende-beschwerden-ueber-abzocke-48214677\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Betrug mit Paket-SMS: Was Betroffene wissen m\u00fcssen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es geht um ein kleines St\u00fcck Weg namens H\u00fcgelhain, vielleicht drei, vier Meter breit und etwa 200 Meter&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":311930,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[26320,42738,1483,31529,29,30,692,2839,22662,31530],"class_list":{"0":"post-311929","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-behoerdenwillkuer","9":"tag-bergen","10":"tag-betrug","11":"tag-christlich-demokratische-union-deutschlands","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-hamburg","15":"tag-kommunalpolitik","16":"tag-lueneburg","17":"tag-sozialdemokratische-partei-deutschlands"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114956088370190106","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311929","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=311929"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311929\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/311930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=311929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=311929"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=311929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}