{"id":312089,"date":"2025-08-02T00:53:29","date_gmt":"2025-08-02T00:53:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312089\/"},"modified":"2025-08-02T00:53:29","modified_gmt":"2025-08-02T00:53:29","slug":"haus-der-demokratie-in-frankfurt-was-die-praemierten-architekten-vorhaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312089\/","title":{"rendered":"Haus der Demokratie in Frankfurt: Was die pr\u00e4mierten Architekten vorhaben"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Noch ist viel Phantasie n\u00f6tig, um sich vorzustellen, wie die L\u00f6sungen aussehen, die Architekten f\u00fcr das Haus der Demokratie neben der Frankfurter <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"3b2ca7cf671cbbdbe4614106529e125f3959bfe0\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/thema\/paulskirche\" title=\"Paulskirche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paulskirche<\/a> entwickelt haben. Zwar ist der offene Ideenwettbewerb mit 128 Teilnehmern entschieden, und es l\u00e4sst sich auch herausfinden, welche B\u00fcros mit welchen Konzepten zu den zehn Preistr\u00e4gern z\u00e4hlen, \u00fcber deren Arbeiten in den n\u00e4chsten Monaten ausf\u00fchrlich diskutiert werden soll. Doch die Visualisierungen der Entw\u00fcrfe werden erst am 18. August mit der Er\u00f6ffnung einer Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse in der Wandelhalle der Paulskirche ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Schon jetzt ist erkennbar, dass sich die meisten pr\u00e4mierten Arbeiten auf einen mehr oder weniger umfangreichen Umbau des K\u00e4mmereigeb\u00e4udes neben der Paulskirche konzentrieren und den Pauls\u00adplatz mit dem Platanenhain von einer Bebauung freihalten. Auch wurden keine Entw\u00fcrfe ausgew\u00e4hlt, die direkte Anbauten an die Paulskirche vorsehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Es gibt aber auch Vorschl\u00e4ge, die R\u00e4ume zumindest teilweise unterirdisch anzuordnen oder einen Neubau an der S\u00fcdostecke des Paulsplatzes zu errichten. F\u00fcr die anstehende B\u00fcrgerbeteiligung soll \u201eeine hohe Varianz an weiter zu disku\u00adtierenden Beitr\u00e4gen pr\u00e4sentiert werden\u201c, hei\u00dft es im Protokoll der entscheidenden Sitzung des Preisgerichts. Die Frage der Bebauung des Paulsplatzes wurde demnach kontrovers diskutiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ein Herz f\u00fcr B\u00e4ume:  Nur wenige Architekten schlagen vor, an der S\u00fcdostecke des Paulsplatz (rechts) ein Geb\u00e4ude f\u00fcr das Haus der Demokratie zu errichten.\" height=\"2000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ein-herz-fuer-baeume-nur.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Ein Herz f\u00fcr B\u00e4ume:  Nur wenige Architekten schlagen vor, an der S\u00fcdostecke des Paulsplatz (rechts) ein Geb\u00e4ude f\u00fcr das Haus der Demokratie zu errichten.Wonge Bergmann<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Jury geh\u00f6rten Fachleute wie die Frankfurter Ar\u00adchitekten Tim Driedger und Zvonko Turkali an, aber auch Politiker wie Ober\u00adb\u00fcrgermeister Mike Josef (SPD) und der f\u00fcr die Innenstadt zust\u00e4ndige Ortsvorsteher Michael Weber (CDU). Unter den zehn ausgew\u00e4hlten Preistr\u00e4gern sind neun B\u00fcros aus Deutschland und eines aus Kopenhagen. Zwei Teilnehmer kommen aus Frankfurt, au\u00ad\u00dferdem wurde die Arbeit eines Ar\u00adchitekten aus Friedberg pr\u00e4miert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Von den gro\u00dfen Frankfurter Architekturb\u00fcros ist nur Schneider + Schumacher in der End\u00adauswahl. Der Entwurf von Till Schneider und Astrid Wuttke ist der einzige, der einen markanten Neubau an der S\u00fcdostecke des Pauls\u00adplatzes vorsieht \u2013 so wie es eine Expertenkommission vor zwei Jahre vorgeschlagen hatte. Das sogenannte Paulshaus mit aufgest\u00e4ndertem Erdgeschoss soll eine \u201eSchatzkiste der Demo\u00adkratie\u201c sein. Die Jury spricht von einem \u201eSolit\u00e4r von eigener Ausdruckskraft\u201c.<\/p>\n<p>Bedenken der Denkmalpflege<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Beurteilung enth\u00e4lt allerdings eine Reihe kritischer Anmerkungen: Es entst\u00fcnde eine \u201evon der Denkmalpflege als bedenklich angesehene Dominanz\u201c gegen\u00fcber der Paulskirche, auf die Nutzung des K\u00e4mmereigeb\u00e4udes werde trotz der \u201eallseits auszumachenden Hinwendung zum Bestandsumbau\u201c verzichtet, und es w\u00fcrden erhebliche Teile der baumbestandenen Freifl\u00e4chen beansprucht. Till Schneider hatte sich im vergangenen Jahr zusammen mit seinem Kollegen Christoph M\u00e4ckler im F.A.Z.-Interview f\u00fcr eine H\u00e4userzeile ne\u00adben der Paulskirche ausgesprochen, um den Platz besser zu fassen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Einen kompakteren, dreigeschossigen Neubau schl\u00e4gt der Architekt Michael Frielinghaus vor, der bis 2019 das Friedberger B\u00fcro BLFP geleitet hat. Zus\u00e4tzlich will er einen Teil der Ausstellungsfl\u00e4che unterirdisch anordnen und das K\u00e4mmereigeb\u00e4ude nutzen. Die Jury w\u00fcrdigt den \u201erelativ geringen Eingriff in vorhandene Natur\u201c, kritisiert gleichzeitig aber die \u201ewenig kraftvolle Definition der stadtr\u00e4umlichen Kanten\u201c.<\/p>\n<p>Demokratie-Arena auf dem Dach<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Zu einer anderen L\u00f6sung kommt das Frankfurter B\u00fcro Unique Assemblage. Die Planer Alex Probst und Ralf Schlachter schlagen vor, Paulskirche und K\u00e4mmerei durch einen \u201eStadtteppich\u201c mit neuem Bodenbelag und Pflanzinseln einen \u201eneuen Zusammenhalt\u201c zu geben. Ein zweigeschossiger Aufbau auf dem K\u00e4mmerei\u00adgeb\u00e4ude soll zu einer \u201eArena der Demokratie\u201c werden \u2013 nach Ansicht der Jury ein \u201ezeitgem\u00e4\u00dfer Ausdruck\u201c, aber unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten nicht unproblematisch. Auch Sero Architekten aus Leipzig schlagen vor, Diskussionsr\u00e4ume auf dem Dach zu schaffen. Sie wollen das Haus der Demokratie zudem um ein Haus des Ehrenamts im westlichen Teil des K\u00e4mmereigeb\u00e4udes erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Das neue Steildach mit einer \u201eskulp\u00adtural aufgew\u00f6lbten Traufe\u201c, das das Atelier Lorentzen Langkilde Aps aus Kopenhagen entworfen hat, bezeichnet die Jury als \u201ehistorisch gelungen hergeleitet\u201c. Die Anbindung an die Paulskirche erfolgt dabei \u00fcber einen Tunnel. Der Dortmunder Architekt Marcus Wagner wiederum schl\u00e4gt eine Rekonstruktion des historischen Dachs der K\u00e4mmerei vor. Die Besonderheit seines Entwurfs ist ein \u201eParlament im Freien\u201c unter den Platanen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die K\u00f6lner Architektin Susanne Gross (B\u00fcro Kister Scheithauer Gross) schl\u00e4gt eine tiefgreifende Entkernung des K\u00e4m\u00admereigeb\u00e4udes vor. Dadurch entst\u00fcnde ein Atrium, das sich \u00fcber die gesamte H\u00f6he des Geb\u00e4udes erstreckt. Konflikte mit dem Denkmalschutz sind hier ebenso absehbar wie beim Entwurf des Berliner Architekten Lennart Beckebanze, der Decken und W\u00e4nde bis ins zweite Obergeschoss entfernen will. Am Entwurf von Schulze Berger Architekten aus Kassel w\u00fcrdigt die Jury die \u00d6ffnung des K\u00e4mmereigeb\u00e4udes nach Norden zur Berliner Stra\u00dfe hin, wo ein gro\u00dfz\u00fcgiges Foyer und ein \u201ePlatz der Demokratie\u201c entstehen sollen. Bei mehreren Arbeiten lobt das Preisgericht den Verzicht auf unterirdische Bauten und die Gestaltung der Au\u00dfenfl\u00e4chen. Der Entwurf von Rethmaierschlaich aus K\u00f6ln zum Beispiel \u00fcberzeuge \u201edurch einen intensiv bearbei\u00adteten Gr\u00fcnraum\u201c. Regenwassermanagement und Energiegewinnung w\u00fcrden \u201espielerisch inte\u00adgriert\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">S\u00e4mtliche Arbeiten des Wettbewerbs werden von 18. August bis zum 30. September in der Paulskirche ausgestellt, am 22. August wird es ein Ideen\u00adforum geben, zu dem alle Preistr\u00e4ger eingeladen sind. Die Meinung der B\u00fcrger wird \u00fcber Frageb\u00f6gen auf Papier und online eingeholt. Am Ende entscheiden die Stadtverordneten, mit welchem Konzept ein weiterer Wettbewerb ausgelobt wird, in dem es dann um die konkrete Realisierung geht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch ist viel Phantasie n\u00f6tig, um sich vorzustellen, wie die L\u00f6sungen aussehen, die Architekten f\u00fcr das Haus der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":312090,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-312089","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114956442337071460","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=312089"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312089\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/312090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=312089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=312089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=312089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}