{"id":312385,"date":"2025-08-02T03:48:26","date_gmt":"2025-08-02T03:48:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312385\/"},"modified":"2025-08-02T03:48:26","modified_gmt":"2025-08-02T03:48:26","slug":"wie-der-klimawandel-das-bergsteigen-veraendert-dw-31-07-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312385\/","title":{"rendered":"Wie der Klimawandel das Bergsteigen ver\u00e4ndert \u2013 DW \u2013 31.07.2025"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6nnte Bergsteigerin\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/laura-dahlmeier-tot-unfall-bergsteigen-klettern-biathlon-toedlich-verunglueckt-karakorum-gebirge-v2\/a-73455436\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Laura Dahlmeier<\/a> noch leben, wenn es den Klimawandel nicht g\u00e4be? Nat\u00fcrlich ist eine Antwort darauf spekulativ. Doch es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die immer h\u00f6heren Temperaturen auch dem Berg in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/pakistan\/t-17284328\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pakistan<\/a> stark zugesetzt haben, an dem der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/biathlon-star-laura-dahlmeier-h\u00f6rt-auf\/a-48775818\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">fr\u00fchere deutsche Biathlon-Star<\/a> t\u00f6dlich verungl\u00fcckte. Steinschlag, wie er Dahlmeier zum Verh\u00e4ngnis wurde, kommt an den Bergen der Region immer h\u00e4ufiger vor.<\/p>\n<p>Der Klebstoff schmilzt<\/p>\n<p>Der 6096 Meter hohe Laila Peak im Karakorum ist ein Blickfang. Seine Form erinnert an einen Haifischzahn, der in den Himmel ragt. Von allen Seiten ist der Berg steil und bergsteigertechnisch anspruchsvoll. Als der Autor dieses Artikels vor 20 Jahren an diesem Berg vorbeikam, war seine Nordwestwand noch mit einer dicken Schneeschicht bedeckt.<\/p>\n<p>Das zog nicht nur <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/bergsteigen\/t-35934314\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bergsteiger<\/a>, sondern auch Extremskifahrer an, die sich an einer Abfahrt dieser steilen Wand versuchten. Inzwischen gibt es in dieser Bergflanke aber nur noch an einigen Stellen eine d\u00fcnne Schneeauflage, weite Bereiche sind dagegen mittlerweile blanker Fels.<\/p>\n<blockquote class=\"instagram embed\" data-href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DMsKyMMMHjc\/\"\/>\n<p>Vor der diesj\u00e4hrigen Klettersaison, die im Juli begann, waren die sonst \u00fcblichen Niederschl\u00e4ge ausgeblieben. Zus\u00e4tzlich beschleunigten sehr hohe\u00a0Temperaturen\u00a0die Schneeschmelze. In der Kleinstadt Chilas, auf 1265 Meter Meeresh\u00f6he am S\u00fcdrand des Karakorum gelegen, stieg das Thermometer im Juli auf den Rekordwert von 48,5 Grad Celsius.<\/p>\n<p>Bis auf H\u00f6hen \u00fcber 5500 Meter regnete es statt zu schneien, selbst Nachtfrost blieb dort mancherorts aus. Bergsteigerinnen und Bergsteiger berichteten an den bis \u00fcber 8000 Meter hohen Bergen des Landes \u00fcber ungew\u00f6hnlich warme und trockene Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p>Schnee und Eis sind normalerweise so etwas wie ein nat\u00fcrlicher Klebstoff, der daf\u00fcr sorgt, dass Felsbrocken an Ort und Stelle verbleiben. Schmilzt der Schnee, steigt die Gefahr von Steinschlag und Nassschnee-Lawinen. Einige Expeditionen verlie\u00dfen das Karakorum in diesem Sommer vorzeitig, ohne Gipfelerfolg. Der Tenor: zu gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Expeditionen m\u00fcssen ihre Zeitpl\u00e4ne \u00e4ndern<\/p>\n<p>&#8222;Ich glaube, in Zukunft m\u00fcssen die Expeditionen fr\u00fcher nach Pakistan &#8211; wegen des Klimawandels, der dort sehr deutlich zu sp\u00fcren ist&#8220;,<a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/abenteuer-berg.de\/\" title=\"Externer Link \u2014 sagt der erfahrene deutsche Bergsteiger David G\u00f6ttler\">sagt der erfahrene deutsche Bergsteiger David G\u00f6ttler<\/a>. &#8222;Ich glaube, das ist unausweichlich.&#8220;<\/p>\n<p>G\u00f6ttler bestieg Ende Juni den 8125 Meter hohen Nanga Parbat &#8211;\u00a0im Alpinstil, also ohne Flaschensauerstoff, ohne fest installierte Seile, ohne feste Hochlager und ohne Unterst\u00fctzung von Hochtr\u00e4gern. Mit seinen beiden Teamgef\u00e4hrten aus Frankreich hatte er sich zuvor in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nepal\/t-18426803\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nepal<\/a> an einem Sechstausender und einem Siebentausender an die d\u00fcnne Luft gew\u00f6hnt.<\/p>\n<blockquote class=\"instagram embed\" data-href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DMImcu1pIXO\/?img_index=1\"\/>\n<p>&#8222;Es ist Wahnsinn, wie schnell sich diese Berge gerade \u00e4ndern&#8220;, so G\u00f6ttler. &#8222;Die objektiven Gefahren werden gr\u00f6\u00dfer, der Steinschlag nimmt zu.&#8220; Zum Beispiel am 7162 Meter hohen Baruntse, nicht weit weg vom <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/mount-everest\/t-18642590\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mount Everest<\/a>: &#8222;Am Gipfelgrat tun sich riesige Spalten auf, um die herum du deinen Weg finden musst. Fr\u00fcher war das kein sehr anspruchsvoller Berg&#8220;, berichtet G\u00f6ttler. &#8222;Aber inzwischen musst du als selbst Anf\u00e4nger an einem Siebentausender wie diesem schon gut mit den Steigeisen unterwegs sein.&#8220;<\/p>\n<p>Um drohendem Steinschlag in den warmen Mittagsstunden zu entgehen, brechen Gipfelanw\u00e4rter mittlerweile immer fr\u00fcher auf. An besonders gef\u00e4hrdeten Bergen sind Kletterer sogar nur noch nachts unterwegs und ruhen sich tags\u00fcber aus.\u00a0<\/p>\n<p>Heftige Regenf\u00e4lle, Dammbr\u00fcche an Gletscherseen<\/p>\n<p>Die Extremwetter-Ereignisse infolge des Klimawandels nehmen an den h\u00f6chsten Bergen ebenfalls zu. Im Karakorum wurden vor anderthalb Wochen\u00a0nach heftigen Regenf\u00e4llen mehrere Betonbr\u00fccken \u00fcber Fl\u00fcsse regelrecht weggeschwemmt. Expeditionen mussten deswegen bei der An- und Abreise Umwege in Kauf nehmen. Mindestens 18 Menschen starben.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73488112\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73488112_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Zerst\u00f6rte Br\u00fccke im Norden Pakistans nahe der Stadt Chilas\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Zerst\u00f6rte Br\u00fccke im Norden Pakistans nahe der Stadt ChilasBild: Hussain Ali\/ZUMA\/IMAGO<\/p>\n<p>Auch in Nepal zerst\u00f6rten im Juli Wassermassen eine Br\u00fccke \u00fcber einen Grenzfluss nach Tibet. Mehr als 20 Menschen kamen ums Leben. Ausl\u00f6ser der Flutkatastrophe: heftige Monsunregen, verst\u00e4rkt durch eine Gletschersee-Flut.<\/p>\n<p>Durch die zunehmenden Gletscherschmelze bilden sich hinter nat\u00fcrlichen D\u00e4mmen gro\u00dfe Seen. Brechen diese D\u00e4mme, rasen die Wassermassen talw\u00e4rts. Die Zahl solcher sogenannter GLOFs (Glacial Lake Outburst Floods)\u00a0h\u00e4tten in j\u00fcngster Zeit im Himalaya und Karakorum rapide zugenommen, warnte das Internationale Zentrum f\u00fcr integrierte Entwicklung in Bergregionen (ICIMOD) in Nepal.<\/p>\n<p>An der Nabelschnur des Bergtourismus<\/p>\n<p>Die steigenden Gefahren &#8211; und damit verbunden auch sinkende Chancen auf Gipfelerfolge &#8211; k\u00f6nnten dazu f\u00fchren, dass das Interesse an kommerziellen Expeditionen mittelfristig nachl\u00e4sst. F\u00fcr Regionen wie das Gebiet um den Mount Everest in Nepal oder auch viele Kleinst\u00e4dte und D\u00f6rfer im Norden Pakistans w\u00e4re dies eine wirtschaftliche Katastrophe.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73488086\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73488086_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Ein nepalesischer Tr\u00e4ger auf dem Weg zum Everest-Basislager \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Muss er um seinen Job bangen? Ein nepalesischer Tr\u00e4ger auf dem Weg zum Everest-Basislager Bild: Cavan Images\/IMAGO<\/p>\n<p>Die meisten Menschen dort h\u00e4ngen geradezu an der Nabelschnur des Bergtourismus. Bleiben die Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus, verlieren nicht nur die einheimischen Bergf\u00fchrer und Tr\u00e4ger ihre Jobs. Lodge-Besitzer stehen dann ohne G\u00e4ste da, Wirte und H\u00e4ndler verlieren ihre Kundschaft.<\/p>\n<p>Nicht umsonst sind es daher Staaten wie Nepal und Pakistan, die nicht m\u00fcde werden, vor den Gefahren des globalen Klimawandels zu warnen und entschlossene Ma\u00dfnahmen der Industriestaaten anmahnen.<\/p>\n<p>Doch ihre Appelle verhallen weitgehend ungeh\u00f6rt &#8211; ebenso wie jener des Portugiesen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ant\u00f3nio-guterres\/t-60960232\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ant\u00f3nio Guterres<\/a> im November 2023.<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin hier im Himalaya, wo die Gletscher in Rekordausma\u00df schmelzen. Wie in Gr\u00f6nland. Wie in der Antarktis. Die Meeresspiegel steigen&#8220;, sagte der UN-Generalsekret\u00e4r damals bei einem Besuch des Everest-Gebiets in Nepal. &#8222;Hier sehen wir \u00dcberschwemmungen, wir sehen Erdrutsche, wir sehen Gemeinden, die dramatisch betroffen sind. Wir m\u00fcssen diesen Wahnsinn stoppen.&#8220;<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6nnte Bergsteigerin\u00a0Laura Dahlmeier noch leben, wenn es den Klimawandel nicht g\u00e4be? Nat\u00fcrlich ist eine Antwort darauf spekulativ. 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