{"id":312404,"date":"2025-08-02T03:59:14","date_gmt":"2025-08-02T03:59:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312404\/"},"modified":"2025-08-02T03:59:14","modified_gmt":"2025-08-02T03:59:14","slug":"wassercent-die-klima-kirche-bittet-zur-kollekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312404\/","title":{"rendered":"Wassercent: Die Klima-Kirche bittet zur Kollekte"},"content":{"rendered":"<p>  <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/wassercent-die-klima-kirche-bittet-zur-kollekte\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wassercent: Die Klima-Kirche bittet zur Kollekte<\/a><\/p>\n<p><strong>Bayern will einen sogenannten \u201eWassercent\u201c einf\u00fchren \u2013 eine Abgabe auf die Entnahme von Grundwasser, zu dessen Schutz. Dies hat das Kabinett am 29.\u00a0Juli 2025 beschlossen. 100\u00a0Millionen Euro will der Freistaat damit einnehmen. Die Begr\u00fcndung ist d\u00fcnn.<\/strong><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"312\" height=\"400\" aria-describedby=\"caption-attachment-97798\" class=\"wp-image-97798 size-medium\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.die-augsburger-zeitung.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/PSX_20250801_212424-312x400.jpg\"\/><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-97798\" class=\"wp-caption-text\">Symbolbild<\/p>\n<p>Noch ist der Wassercent nicht rechtskr\u00e4ftig; zuerst muss der bayerische Landtag ein entsprechendes Gesetz beschlie\u00dfen. Doch die Zustimmung von CSU, Freien W\u00e4hlern, SPD und Gr\u00fcnen gilt als sicher. Voraussichtliches Datum f\u00fcr das Inkrafttreten ist der 1.\u00a0Juli 2026. Damit w\u00fcrde Bayern als letztes Fl\u00e4chenbundesland nachziehen: In 13 anderen Bundesl\u00e4ndern ist ein Wasserentnahmeentgelt schon Praxis.<\/p>\n<p><strong>Grundwasser: aus Regenwasser wird Trinkwasser<\/strong><\/p>\n<p>Grundwasser ist ein zentraler Bestandteil des Wasser\u00adkreislaufs und die wichtigste Trinkwasser\u00adressource Deutschlands; es deckt rund 70\u00a0Prozent des Bedarfs. Das Augsburger Trinkwasser besteht sogar zu 100\u00a0Prozent aus Grundwasser.<\/p>\n<p>Grundwasser stammt haupts\u00e4chlich aus versickerndem Regenwasser. Es f\u00fcllt die Hohlr\u00e4ume im Untergrund. Der Grundwasser\u00adk\u00f6rper wird unten durch undurchl\u00e4ssige Bodenschichten begrenzt. Die obere Begrenzung hei\u00dft Grund\u00adwasserspiegel.<\/p>\n<p><strong>Follow the science!<\/strong><\/p>\n<p>Ziel der Einf\u00fchrung des Wassercents ist es, mit dem Erl\u00f6s den sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser zu f\u00f6rdern. Denn Grundwasser soll knapp werden. Der Klimawandel stelle die Verf\u00fcgbarkeit zunehmend infrage, so die Experten: Mehr Trockenperioden, h\u00f6here Temperaturen und eine h\u00f6here Verdunstung w\u00fcrden dazu f\u00fchren, dass weniger Nieder\u00adschlags\u00adwasser in den Boden sickert.<\/p>\n<p>Die Experten sehen auch eine verst\u00e4rkte Saisonalit\u00e4t als Problem: Zwar w\u00fcrden sich die Grundwasser\u00adspeicher in feuchten Wintern und Fr\u00fchjahren oft wieder auff\u00fcllen, doch extreme Tiefstst\u00e4nde in trockenen Sommern w\u00fcrden immer h\u00e4ufiger und markanter.<\/p>\n<p><strong>Gl\u00e4ubige Politiker<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund dieser von den Experten propagierten Szenarien geht die Politik davon aus, dass die Grund\u00adwasser\u00adressourcen in Bayern langfristig unter Druck stehen und gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. Die Einf\u00fchrung des Wassercents ist die direkte politische Antwort darauf. Die so erzielten Einnahmen \u2013 bei rund einer Milliarde Kubikmeter Grund\u00adwasser\u00adentnahme pro Jahr k\u00f6nnten es mehr als 100\u00a0Millionen Euro sein \u2013 sollen zweckgebunden in den Wasserschutz flie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Stimmt das wirklich?<\/strong><\/p>\n<p>Doch stimmen die von Experten gern als \u201egrundlegende hydrologische Tatsachen\u201c bezeichneten und von Politikern geglaubten Aussagen \u00fcberhaupt, n\u00e4mlich dass in Bayern der Grundwasserspiegel im hydrologischen Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) niedriger ist als im Winter (November bis April) und dass der Grundwasserspiegel langfristig sinkt?<\/p>\n<p><strong>Zeit f\u00fcr einen Faktencheck<\/strong><\/p>\n<p>Die Grund\u00adwasser\u00admessstelle 596 im Stadtteil G\u00f6ggingen ist eine der wichtigsten und am besten dokumentierten Messstellen in der Region. Sie gilt als besonders repr\u00e4sentativ f\u00fcr das Grundwasser in Augsburg. Der Grund\u00adwasser\u00adspiegel liegt dort etwa 10\u00a0Meter unter der Gel\u00e4nde\u00adoberfl\u00e4che und kann um \u00fcber drei Meter schwanken.<\/p>\n<p>Die Messstelle 596 geh\u00f6rt zum offiziellen staatlichen Messnetz und wird vom Bayerischen Landesamt f\u00fcr Umwelt (LfU) betrieben. Die Daten sind \u00f6ffentlich. Die Datenreihe reicht bis 1974 zur\u00fcck und erm\u00f6glicht es, nicht nur kurzfristige Schwankungen, sondern auch langfristige Trends \u00fcber Jahrzehnte hinweg zu analysieren. Es liegt deshalb nahe, mit diesen Daten die \u201ehydrologischen Tatsachen\u201c zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p><strong>Das Gegenteil ist richtig<\/strong><\/p>\n<p>Berechnet man aus der Datenreihe die durchschnitt\u00adlichen Pegelst\u00e4nde der hydro\u00adlogischen Sommer- und Winter\u00adhalbjahre der letzten 20 Jahre, ergibt sich folgendes Bild: Weder geht das Grundwasser zur\u00fcck noch ist der Pegel im Sommer niedriger als im Winter. Das Gegenteil ist richtig: Sowohl f\u00fcr den Sommer als auch f\u00fcr den Winter zeigt der Trend des Grund\u00adwasser\u00adspiegels nach oben. Und die Pegelst\u00e4nde liegen im Sommer im Schnitt 34 cm \u00fcber den winterlichen. Nur in vier*) der 20 betrachteten Jahre war der Sommerpegel niedriger: 2011, 2014, 2018 und 2022 (die Daten f\u00fcr 2025 sind noch unvollst\u00e4ndig).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"633\" class=\"alignleft size-full wp-image-97794\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_20250801_210535_695.jpg\"\/><\/p>\n<p>Grafik: DAZ<\/p>\n<p><strong>Ein Wassercent = zehn Eurocent<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur die wacklige wissen\u00adschaftliche Begr\u00fcndung, sondern auch der Name \u201eWassercent\u201c hat einen schalen Beigeschmack. Es geht n\u00e4mlich nicht um EINEN Cent, sondern um ZEHN Cent, die auf den Kubikmeter Wasser aufgeschlagen werden. Auch S\u00f6ders beschwich\u00adtigende \u201eNur f\u00fcnf Euro\u201c, die jeder B\u00fcrger zus\u00e4tzlich im Jahr abdr\u00fccken soll, klingen stark nach Trittins Kugel Eis f\u00fcr die Energiewende.<\/p>\n<p>Eins ist jedenfalls klar: Bezahlen wird den \u201eZehn-Cent\u201c der B\u00fcrger. Direkt erhoben wird die Abgabe zwar von den Wasser\u00adversorgern und der Industrie und Landwirtschaft. Doch Versorger wie die Stadtwerke Augsburg d\u00fcrfen die zus\u00e4tzlichen Kosten an die Verbraucher weitergeben.<\/p>\n<p>Bei Wasserpreisen zwischen 2,02 und 2,41 Euro pro Kubikmeter zuz\u00fcglich eines monatlichen Grundpreises von 10 bis 15 Euro macht der \u201eZehn-Cent\u201c eine Erh\u00f6hung von drei bis vier Prozent aus. Und in den Preisen aller wasser\u00adintensiven industriellen und landwirt\u00adschaftlichen Produkte wird sich der Wassercent ebenfalls wiederfinden. Beispielsweise verbraucht die Produktion eines Liters Milch etwa 1.000 Liter Wasser, also einen Kubikmeter.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014<br \/>*) In der urspr\u00fcnglichen Version des Artikels stand, dass der Pegel nur in drei der letzten 20 Jahre im Sommer niedriger war als im Winter. Tats\u00e4chlich war das in vier Jahren der Fall; der Artikel wurde entsprechend korrigiert.<\/p>\n<p>    Artikel vom<br \/>\n    <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/?m=20250802\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n      02.08.2025    <\/a><br \/>\n    | Autor: Bruno Stubenrauch<br \/>Rubrik: <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/rubrik\/politik\/\" rel=\"category tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Politik<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/rubrik\/politik\/finanzen\/\" rel=\"category tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Finanzen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/rubrik\/politik\/umwelt\/\" rel=\"category tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Umwelt<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.daz-augsburg.de\/rubrik\/wissen\/\" rel=\"category tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wissen<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wassercent: Die Klima-Kirche bittet zur Kollekte Bayern will einen sogenannten \u201eWassercent\u201c einf\u00fchren \u2013 eine Abgabe auf die Entnahme&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":312405,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-312404","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114957173725549501","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=312404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312404\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/312405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=312404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=312404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=312404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}