{"id":312512,"date":"2025-08-02T05:00:19","date_gmt":"2025-08-02T05:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312512\/"},"modified":"2025-08-02T05:00:19","modified_gmt":"2025-08-02T05:00:19","slug":"ein-praller-emanzipationsroman-von-isabel-allende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/312512\/","title":{"rendered":"Ein praller Emanzipationsroman von Isabel Allende"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspARhi tspARhj\">Auch mit \u00fcber 80 Jahren ver\u00f6ffentlicht die Bestsellerautorin Isabel Allende noch alle ein bis zwei Jahre einen neuen Roman. 2023 \u00fcberraschte sie mit einer hochaktuellen Geschichte zum Fl\u00fcchtlingsdrama in den USA (\u201eDer Wind kennt meinen Namen\u201c). Nun folgt mit \u201eMein Name ist Emilia del Valle\u201c ein klassischer historischer Roman, eine Abenteuer- und Emanzipationsgeschichte voller Liebe, Schmerz, Courage und Freiheitssehnsucht.<\/p>\n<p class=\"tspARhi\">Wie bei Allende \u00fcblich, ist die Hauptfigur eine unerschrockene Frau, die sich aus dem Korsett des Patriarchats befreit und gegen alle Widerst\u00e4nde ihren selbstbestimmten Weg geht. Allende stellt in ihrem aktuellen Werk allerdings nicht nur ihre Vorliebe f\u00fcr eigenwillige Frauen unter Beweis, sondern einmal mehr ihre gro\u00dfe Anh\u00e4nglichkeit an ihr Heimatland Chile, das sie vor Jahrzehnten aus politischen Gr\u00fcnden verlassen musste. Zwei Drittel des Romans spielen in dem Andenstaat.<\/p>\n<p class=\"tspARhi\">Emilia del Valle wird 1866 als Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Adligen in San Francisco geboren. Der Vater entpuppt sich schnell als verantwortungsloser Hallodri, der sich noch vor der Geburt des M\u00e4dchens aus dem Staub macht. Doch die kleine Emilia\u00a0bekommt einen treu sorgenden Stiefvater, ihren geliebten Papo, der sie den missgl\u00fcckten Start ins Leben schnell vergessen l\u00e4sst. Es folgt eine f\u00fcr die damalige Zeit ungew\u00f6hnliche Karriere als Romanautorin und Journalistin, der sie zun\u00e4chst noch unter einem m\u00e4nnlichen Pseudonym nachgeht. Keine Frage, dass die junge Dame auch in Liebesdingen ihre ganz eigenen Vorstellungen hat.\u00a0<\/p>\n<p> Autorin will an den Sturz von Salvador Allende erinnern <\/p>\n<p class=\"tspARhi\">Schlie\u00dflich soll Emilia als Kriegsreporterin f\u00fcr eine angesehene amerikanische Tageszeitung \u00fcber einen blutigen Konflikt in Chile berichten. Durch diesen Kniff gibt Allende ihrer Heldin die M\u00f6glichkeit, nach ihrem Vater zu suchen. Gleichzeitig macht sie sie zu einer Akteurin des chilenischen B\u00fcrgerkriegs, der sich 1891 entlud.<\/p>\n<p class=\"tspARhi\">Dieser hierzulande unbekannte B\u00fcrgerkrieg wird in epischer Breite bis in seine grausamsten Details ausgemalt, Emilia selbst befindet sich im wilden Schlachtenget\u00fcmmel. Bei der Vorstellung ihres Buchs in Spanien erkl\u00e4rte Isabel Allende, sie habe den chilenischen B\u00fcrgerkrieg des 19. Jahrhunderts zum Thema des Romans gemacht, weil er sie an den gewaltsamen Sturz des Pr\u00e4sidenten Salvador Allende 1973 erinnere, einem Verwandten der Autorin. Der Putsch gegen ihn hatte gro\u00dfen Einfluss auf ihr eigenes Leben. F\u00fcr deutsche Leser d\u00fcrften die Details dieses r\u00e4umlich wie zeitlich doch sehr entfernten und komplexen B\u00fcrgerkriegs von 1891 nicht so interessant sein. Allende kann hier allerdings kraftvoll ihr erz\u00e4hlerisches Talent in allen Facetten und unterschiedlichen Szenarien entfalten.<\/p>\n<p> Romanfigur erscheint unglaubw\u00fcrdig <\/p>\n<p class=\"tspARhi\">Mit 83 Jahren ist Isabel Allende eine routinierte Erz\u00e4hlerin. Auch ihr neuer Roman liest sich wieder fl\u00fcssig, unterhaltsam und auch \u00fcber weite Strecken spannend. Trotzdem kann der Roman nicht in allen Aspekten \u00fcberzeugen. Sicher, Allende hat einen Roman geschrieben und kein Sachbuch, aber die Hauptfigur Emilia del Valle erscheint doch allzu unglaubw\u00fcrdig, eher wie eine Frau des 21. als des 19. Jahrhunderts. In sie hat Allende alles hineininterpretiert, was ihr selbst wichtig ist: berufliche Unabh\u00e4ngigkeit, sexuelle Selbstbestimmung, Freiheitslust und Mut. Emilia ist eine Frau, die die Konventionen sprengt und gegen alle Erwartungen und die historische Wahrscheinlichkeit damit auch durchkommt.<\/p>\n<p class=\"tspARhi\">Es ist sicher kein Zufall, dass Emilias Familienname der gleiche ist wie der der Familie del Valle in Allendes erstem Roman \u201eDas Geisterhaus\u201c, mit dem sie 1982 ber\u00fchmt wurde. Der magische Realismus, der dieses Werk auszeichnete, findet sich auch im aktuellen Buch, denn am Ende driftet Emilias Suche nach ihren chilenischen Wurzeln in eine m\u00e4rchenhafte Welt ab. Allerdings erscheint diese magische Wendung hier doch wie ein Stilbruch, der nicht zum Rest des Buches passen will.<\/p>\n<p class=\"tspARhi\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:250802-930-868322\/1<\/p>\n<p class=\"tspARhi\">Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch mit \u00fcber 80 Jahren ver\u00f6ffentlicht die Bestsellerautorin Isabel Allende noch alle ein bis zwei Jahre einen neuen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":312513,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-312512","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114957413523133937","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=312512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/312512\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/312513"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=312512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=312512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=312512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}