{"id":31288,"date":"2025-04-14T13:43:17","date_gmt":"2025-04-14T13:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/31288\/"},"modified":"2025-04-14T13:43:17","modified_gmt":"2025-04-14T13:43:17","slug":"der-klimawandel-setzt-die-fruehblueher-unter-stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/31288\/","title":{"rendered":"Der Klimawandel setzt die Fr\u00fchbl\u00fcher unter Stress"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 13.04.2025 08:08 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>B\u00e4rlauch, Buschwindr\u00f6schen, Lerchensporn &#8211; das Fr\u00fchlingswetter war f\u00fcr Fr\u00fchbl\u00fcher ein echter Bl\u00fch-Motor. Doch weil der Fr\u00fchling immer fr\u00fcher beginnt, sind einige Pflanzen gef\u00e4hrdet.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Stephan H\u00fcbner und Stefan Venator, hr\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenn die Laubb\u00e4ume im Fr\u00fchlingswald noch keine Bl\u00e4tter tragen, dann ist die gro\u00dfe Zeit der Fr\u00fchbl\u00fcher. Jetzt bekommen Anemonen, Scharbockskraut und andere Arten genug Licht, um auszutreiben, zu bl\u00fchen und Samen zu bilden. Die daf\u00fcr n\u00f6tigen N\u00e4hrstoffe hatten sie bereits den Winter \u00fcber gespeichert &#8211; zum Beispiel in ihren unterirdischen Wurzelst\u00f6cken, Zwiebeln oder Knollen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch einen Haken hat die Idylle: Infolge des Klimawandels setzt der Fr\u00fchling mittlerweile gut zwei, teils sogar vier Wochen fr\u00fcher ein als im Mittel der vergangenen Jahrzehnte. Das hei\u00dft: auch das Laub der Baumkronen treibt fr\u00fcher aus, so etwa in den Buchenw\u00e4ldern rund um Frankfurt am Main. In ihnen wird es am Waldboden fr\u00fcher schattig, das Sonnenlicht f\u00fcr die Fr\u00fchbl\u00fcher knapper.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Im Fr\u00fchling, wenn die Laubb\u00e4ume noch keine Bl\u00e4tter tragen, dann bekommen die  Fr\u00fchbl\u00fcher  genug Licht, um auszutreiben.\n                    <\/p>\n<p>    Anpassung an neue Umweltbedingungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Lichtschneise verk\u00fcrzt sich, sagen Pflanzen\u00f6kologen wie Professor Niek Scheepens. Der geb\u00fcrtige Niederl\u00e4nder lehrt und forscht an der Frankfurter Goethe-Universit\u00e4t. Als Pflanzen\u00f6kologe fragt er sich, ob die Fr\u00fchbl\u00fcher auf dem Waldboden mit dem Klimawandel mithalten k\u00f6nnen, ob sie also zum Beispiel auch in der Lage sind, zwei Wochen fr\u00fcher auszutreiben und zu bl\u00fchen:<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Vielleicht wird ihre Bl\u00fctezeit durch den Klimawandel aber auch so kurz, dass sie \u00fcberhaupt nicht mehr erfolgreich Samen produzieren k\u00f6nnen. Das h\u00e4tte dann nat\u00fcrlich negative Auswirkungen auf die Pflanzenpopulationen. Sie k\u00f6nnte kleiner werden oder mancherorts v\u00f6llig verschwinden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie <a href=\"https:\/\/publikationen.ub.uni-frankfurt.de\/opus4\/frontdoor\/deliver\/index\/docId\/85679\/file\/New_Phytologist-2022-Willems.pdf\" title=\"Universit\u00e4t Frankfurt\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Untersuchungen<\/a> von Scheepens und seinen Kollegen zeigen: Manche Fr\u00fchbl\u00fcher passen sich besser an die ver\u00e4nderten Umweltbedingungen an als gedacht. Sie beginnen tats\u00e4chlich fr\u00fcher zu wachsen. Und auch ihre Bl\u00fcten sprie\u00dfen zeitiger. Andere jedoch tun sich schwer mit den neuen Bedingungen, darunter der B\u00e4rlauch. &#8222;Es sieht danach aus, dass diese Art auf einen w\u00e4rmeren Fr\u00fchling gar nicht gut reagiert&#8220;, sagt Scheepens im Gespr\u00e4ch mit dem <a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/tv-sendung\/klimawandel-macht-fruehbluehern-zu-schaffen-uni-frankfurt-erforscht-folgen,video-209060.html\" title=\"HR\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HR<\/a>. &#8222;Damit k\u00f6nnte diese Art theoretisch in Probleme geraten. Auch der Waldmeister ist offenbar wenig anpassungsf\u00e4hig.&#8220;<\/p>\n<p>    Was passiert, wenn manche Fr\u00fchbl\u00fcher verschwinden?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOhne B\u00e4rlauch und Waldmeister (auch Wohlriechendes Labkraut genannt) w\u00e4re nicht nur die Fr\u00fchlingsk\u00fcche zweier wichtiger Zutaten beraubt. Auch der Wald w\u00fcrde erst einmal an manchen Stellen \u00f6kologisch \u00e4rmer, mit Folgen unter anderem f\u00fcr viele Insekten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWaldmeister etwa dient den Raupen verschiedener Schmetterlinge als Futterpflanze, darunter sind der Labkraut-Bindenspanner (Lampropteryx suffumata) oder der\u00a0Gelblichwei\u00dfe Kleinspanner (Scopula floslactata). An B\u00e4rlauch-Bl\u00fcten tun sich unter anderem verschiedene Arten aus der Bienenverwandtschaft g\u00fctlich und sorgen dabei gleich f\u00fcr die Best\u00e4ubung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nScheepens hat noch eine weitere, konkrete Erwartung: &#8222;Wenn eine Art unter diesen neuen klimatischen Bedingungen ganz verschwinden w\u00fcrde&#8220;, sagt er, &#8222;dann kann es sein, dass dadurch eine sogenannte \u00f6kologische Nische frei wird.&#8220; Eine \u00f6kologische Nische ist gewisserma\u00dfen eine definierte Position beziehungsweise Aufgabe in einem \u00d6kosystem &#8211; ist sie frei, k\u00f6nnte sie auch von anderen, \u00e4hnlich angepassten Arten besetzt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas k\u00f6nnten dann einheimische Arten sein, die von anderen Standorten zuwandern. Wom\u00f6glich aber fassen auch robuste invasive Arten schnell auf frei gewordenen Fl\u00e4chen Fu\u00df und ver\u00e4ndern das vertraute \u00d6kosystem weiter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAndererseits k\u00f6nnten diese L\u00fccken auch gef\u00fcllt werden, indem Forstbotaniker pr\u00fcfen, welche unserer einheimischen Fr\u00fchbl\u00fcher auch im Mittelmeer-Raum wachsen, wo es bisher schon w\u00e4rmer war. Von dort, so Scheepens, k\u00f6nnte man dann an W\u00e4rme angepasste Setzlinge unserer vertrauten Pflanzenarten holen und bei uns anpflanzen. Sie k\u00e4men mit den ver\u00e4nderten Klimabedingungen im Fr\u00fchlingswald vermutlich gut zurecht.<\/p>\n<p>    Fr\u00fchbl\u00fcher sind noch vorhanden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch noch sind die heimischen Fr\u00fchbl\u00fcher nicht verschwunden. Und deshalb empfiehlt Scheepens auch, nicht in Panik zu verfallen: &#8222;Es wird Ver\u00e4nderungen geben, aber ich erwarte nicht, dass unsere bekannten Fr\u00fchlingsbl\u00fcher in zehn Jahren nicht mehr vorhanden sein werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd das ist am Ende doch eine recht beruhigende Nachricht &#8211; nicht nur f\u00fcr die Liebhaber von Waldmeister, B\u00e4rlauch und Co., sondern auch f\u00fcr Mauerbienen und andere Insekten, die sich im Fr\u00fchlingswald am Nektar der Fr\u00fchbl\u00fcher laben oder f\u00fcr die Raupen des Labkraut-Bindenspanners.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 13.04.2025 08:08 Uhr B\u00e4rlauch, Buschwindr\u00f6schen, Lerchensporn &#8211; das Fr\u00fchlingswetter war f\u00fcr Fr\u00fchbl\u00fcher ein echter Bl\u00fch-Motor. 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