{"id":313111,"date":"2025-08-02T10:39:17","date_gmt":"2025-08-02T10:39:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/313111\/"},"modified":"2025-08-02T10:39:17","modified_gmt":"2025-08-02T10:39:17","slug":"gefakte-ki-umfragen-bei-tiktok-voller-rassismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/313111\/","title":{"rendered":"Gefakte KI-Umfragen bei TikTok voller Rassismus"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 02.08.2025 08:21 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>TikTok wird mit KI-generierten Videos \u00fcberschwemmt: In vermeintlichen Stra\u00dfenumfragen werden Schwarze und Migranten als Kriminelle dargestellt. Das erreicht teils Millionen Menschen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/philipp-wundersee-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Philipp Glitz\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/philipp-glitz-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin Video aus der Vorstadtidylle: Ein schwarzer Mann sitzt auf einer Bank im Park und genie\u00dft eine Tafel Schokolade. Ein Polizist kommt zu ihm und sagt lachend: &#8222;Vorsichtig! Nicht, dass du in deinen Finger bei\u00dft.&#8220; Ein weiteres Video: Eine schwarze Mutter ruft ihre Kinder. &#8222;Los, Leute. Wir m\u00fcssen eure Cousins treffen.&#8220; In der n\u00e4chsten Szene steht die Familie im Zoo vor einem Affenhaus und winkt durch die Scheibe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVerbreitet werden diese Videos vor allem auf der beliebten Social-Media-Plattform TikTok oder bei Instagram. Sie werden immer wieder anonym gepostet und benutzen rassistische und antisemitische Stereotype. &#8222;Wir werden mit so vielen Inhalten in kurzer Zeit konfrontiert, dass wenig Raum zur bewussten Verarbeitung bleibt&#8220;, sagt Pia Lamberty. Sie forscht zu Desinformation im Netz. &#8222;Insofern k\u00f6nnen solche problematischen Inhalte unbewusst auch ihre Wirkung entfalten, weil wir zu wenig Pausen zum Reflektieren haben.&#8220;<\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/lamberty-102.jpg\" alt=\"Pia Lamberty\" title=\"Pia Lamberty | CeMAS\"\/><\/p>\n<p>Zur Person<\/p>\n<p>            Pia Lamberty ist gemeinsam mit Josef Holnburger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin beim Center f\u00fcr Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) und forscht als Psychologin seit Jahren dazu, warum Menschen an Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen glauben und welche Konsequenzen dieses Weltbild mit sich bringt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiese Clips erreichen teils millionenfach Zuschauer und verbreiten Vorurteile in gro\u00dfer Reichweite. &#8222;Je st\u00e4rker die Inhalte verbreitet werden und die Desinformationsblase verlassen, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Wirkung.&#8220; Die Affen in diesen Videos w\u00fcrden zur Entmenschlichung schwarzer Menschen genutzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs sei eine Reproduktion kolonialer Stereotype getarnt als satirischer und angeblich humorvoller Clip. &#8222;Die Menschen, die sowieso schon eine \u00e4hnliche Haltung haben, werden darin best\u00e4rkt. Dar\u00fcber hinaus macht hier auch die Dosis das Gift: Je mehr solcher Narrative auf Social Media stattfinden, desto mehr tragen sie zur Normalisierung von Hass und Hetze bei und k\u00f6nnen Einstellungen ver\u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p>    Menschenverachtende Videos<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn einem anderen KI-Clip steht ein angeblicher Journalist neben einem jungen, schwarzen Mann mit l\u00f6chrigem T-Shirt: &#8222;M\u00f6chten Sie den Deutschen die Jobs wegnehmen?&#8220;, fragt der Reporter. &#8222;Nein, ich nehme B\u00fcrgergeld und Mercedes&#8220;, so die Antwort. Die Kommentare auf das Videos zeigen, dass nicht alle Nutzer verstehen, dass es sich um KI-Videos handelt. &#8222;Ab ins Schlauchboot. Schickt ihn nach Hause&#8220;, schreibt ein Nutzer. Eine andere Nutzerin: &#8222;Was ist nur los mit unsere Deutschland?&#8220; Die Videos transportieren ein Gef\u00fchl der Angst, so Pia Lamberty. Sorge vor \u00dcberfremdung, vor Migration und Abstieg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Solche Fake-Umfragen sind oft dazu da, um Ressentiments zu sch\u00fcren und an \u00c4ngsten und Wut der Bev\u00f6lkerung anzudocken, um diese dann weiter zu verst\u00e4rken&#8220;, sagt Lamberty. Die Aussagen und die Umfragen scheinen echt, sind aber frei erfunden. &#8222;Eine gespaltene Gesellschaft ist labiler gegen Bedrohungen. Insofern wird versucht, solche Prozesse zu verst\u00e4rken.&#8220; Diese Umfrage-Videos sind keine Seltenheit. Sie sind aber nur ein kleiner Teil der gro\u00dfen Masse an KI-generierten Videos. Viele der Clips sollen lustig sein oder unterhalten. Doch auch die menschenverachtenden Clips werden gezeigt und weltweit verbreitet.<\/p>\n<p>    Gef\u00e4lschte Stra\u00dfenumfragen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBesonders verst\u00f6rend seien gef\u00e4lschte Stra\u00dfenumfragen, in denen KI-generierte Stimmen vorgeben, Deutschland sei &#8222;nicht mehr deutsch&#8220;. Bei den Clips fehle oft der Hinweis, dass sie Fakes sind. Experten sch\u00e4tzen, dass mit der neuen Google Bild-KI zahlreiche solcher Videos erstellt werden. &#8222;Die Plattformen \u00fcbernehmen zu wenig Verantwortung f\u00fcr Inhalte, die bei ihnen verbreitet werden. Oft passiert zu wenig oder es wird zu sp\u00e4t gehandelt&#8220;, sagt Pia Lamberty.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bildqualit\u00e4t ist sehr hoch und l\u00e4sst sich kaum noch von echten Videos unterscheiden. In einem Supermarkt wird ein indischer Mann gefragt, ob er bar oder per Karte zahlen will. Er kippt einen Topf mit Essen auf den Tisch und sagt: &#8222;Ich zahle mit Chicken Tikka Masala Pay.&#8220;<\/p>\n<p>    Tech-Plattformen sind ein Problem<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas ist hier die Rolle der Plattformen? Warum reagieren sie nicht ausreichend auf die Videos? Plattformen seien Teil des Problems, so Beobachter. Der Konzern Meta habe seinen Algorithmus vor kurzem so ver\u00e4ndert, dass st\u00e4rker Inhalte von unbekannten Konten in die Timelines der Nutzer geraten. Damit erreichen gefakte KI-Clips auch die Menschen, die den Konten gar nicht folgen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Wir sehen ja auch in der letzten Zeit eine Tendenz, sich aus Regulierung mehr und mehr rauszuziehen. Das wird dann gerne mit dem vermeintlichen Schutz der freien Rede begr\u00fcndet. Das finde ich gerade in diesen unsicheren Zeiten sehr problematisch&#8220;, sagt Lamberty. &#8222;Generell finde ich es wichtig, dass die Plattformen hier ihrer Verantwortung nachkommen. Dazu braucht es auch politischen Druck.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.08.2025 08:21 Uhr TikTok wird mit KI-generierten Videos \u00fcberschwemmt: In vermeintlichen Stra\u00dfenumfragen werden Schwarze und Migranten als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":313112,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[4249,13,671,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-313111","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-rassismus","9":"tag-headlines","10":"tag-ki","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114958746517783326","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/313111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=313111"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/313111\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/313112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=313111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=313111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=313111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}