{"id":313114,"date":"2025-08-02T10:41:18","date_gmt":"2025-08-02T10:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/313114\/"},"modified":"2025-08-02T10:41:18","modified_gmt":"2025-08-02T10:41:18","slug":"die-redaktion-trauert-um-walter-lowack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/313114\/","title":{"rendered":"Die Redaktion trauert um Walter Lowack"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Es gab eine Konstante in Walters Leben und F\u00fchlen, ein Thema, das ihn privat wie beruflich nie losgelassen hat. Der Sturz der Kulturnation Deutschland in den Abgrund der Nazi-Barbarbarei, die brutale Vernichtung des bl\u00fchenden j\u00fcdischen Lebens in den Jahren nach 1933, das namenlose Grauen des Holocaust &#8211; er wollte das Unfassbare fassen. Die Mahnung \u201enie wieder\u201c war f\u00fcr Walter Lowack folglich keine Floskel, sondern Auftrag, auch in der journalistischen Arbeit. Seine Sympathien galten dem j\u00fcdischen Staat. 1967, wenige Wochen nach dem israelischen Sieg im Sechs-Tage-Krieg, arbeitete er kurze Zeit in einem Kibbuz. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">1961 war der geb\u00fcrtige Aachener als Redakteur zu den \u201eAachener Nachrichten\u201c gekommen, die erste deutsche Nachkriegszeitung war noch ein eigenst\u00e4ndiger Verlag mit Sitz in der Theaterstra\u00dfe. Wenige Jahre sp\u00e4ter wechselte er von der Lokalredaktion ins Politikressort, das er bis zu seiner Pensionierung 2003 leitete. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Wer mit ihm arbeitete, erlebte einen ungemein neugierigen Journalisten, offen, interessiert, nie dogmatisch. Auf langen Joggingrunden schrieb er ganze Leitartikel im Kopf. Am Schreibtisch wurden daraus in einsch\u00fcchternder Geschwindigkeit Meinungsst\u00fccke &#8211; pointiert, klar in der Analyse, nicht selten provokant. Ein Blattmacher mit einem sicheren Gesp\u00fcr f\u00fcr Themen und Relevanz. Und f\u00fcr seine Kollegen ein guter Motivator.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Wie viele Journalisten seiner Generation stand Walter im Zweifelsfalle links, mit einer tiefen Verachtung alles Autorit\u00e4ren und einer Grundskepsis gegen\u00fcber Autorit\u00e4ten jeder Art. Das bekamen auch in Verlag und Redaktion manche zu sp\u00fcren. Der \u00fcberzeugte Gewerkschafter und langj\u00e4hrige Betriebsratschef ging Konflikten eher ungern aus dem Weg. Dabei half ihm, dass er &#8211; Pardon, Walter &#8211; bis an die Grenze des Zumutbaren stur sein konnte. Bequem war er jedenfalls nicht, und wollte es auch gar nicht sein.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Der Genussmensch liebte gutes Essen, Kunst aus Glas, die Stimme der Sopranistin Kiri Te Kanawa, den Blick \u00fcber das Meer in Zeeland, wo er lange Zeit ein kleines Ferienhaus hatte. Und die Literatur, von der er nicht genug bekommen konnte. Vor allem Kunst und Architektur der italienischen Renaissance fesselten ihn, vom Zauber Venedigs vermochte er stundenlang zu schw\u00e4rmen.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Am Montag ist er nach langer schwerer Krankheit in Aachen gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es gab eine Konstante in Walters Leben und F\u00fchlen, ein Thema, das ihn privat wie beruflich nie losgelassen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":313115,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,1209,12],"class_list":{"0":"post-313114","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114958754594462862","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/313114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=313114"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/313114\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/313115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=313114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=313114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=313114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}