{"id":314243,"date":"2025-08-02T21:37:16","date_gmt":"2025-08-02T21:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314243\/"},"modified":"2025-08-02T21:37:16","modified_gmt":"2025-08-02T21:37:16","slug":"mehr-miro-war-nie-mallorca-ehrt-seinen-grossen-kuenstler-mit-riesiger-schau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314243\/","title":{"rendered":"Mehr Mir\u00f3 war nie! Mallorca ehrt seinen gro\u00dfen K\u00fcnstler mit riesiger Schau"},"content":{"rendered":"<p>Mallorca feiert <a href=\"https:\/\/www.mallorcamagazin.com\/tag\/Joan+Mir%C3%B3.html?utm_source=Inline-tag&amp;utm_medium=internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Joan Mir\u00f3<\/a> mit einem kulturellen Gro\u00dfereignis: <strong>&#8222;Paysage Mir\u00f3&#8220;<\/strong> ist die umfassendste Ausstellung des katalanischen Meisters, die je auf der Insel gezeigt wurde. <strong>La Llotja<\/strong>, die <strong>Fundaci\u00f3 Mir\u00f3<\/strong> Mallorca, das Museum <strong>Es Baluard<\/strong> und das <strong>Casal Solleric<\/strong> haben sich zusammengeschlossen, um in Palma eine &#8222;Mir\u00f3-Landschaft&#8220; zu schaffen.<\/p>\n<p>Bereits 1978 ehrte Palma Mir\u00f3 mit einer <strong>gro\u00dfen Retrospektive<\/strong> in der Llotja und im Casal Solleric, damals in Anwesenheit der spanischen K\u00f6nige. Fast 50 Jahre sp\u00e4ter wiederholt sich diese Hommage \u2013 noch gr\u00f6\u00dfer und ambitionierter. <strong>Die Schau d\u00fcrfte auch ein Meilenstein sein f\u00fcr die Bewerbung Palmas als Kulturhauptstadt Europas 2031.<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Paysage Mir\u00f3&#8220; ist das Ergebnis einer Kooperation. Die <strong>Zusammenarbeit zwischen der Balearenregierung, der Stadt Palma, der Fundaci\u00f3 Pilar i Joan Mir\u00f3 a Mallorca, Es Baluard Museu d\u2019Art Contemporani, dem Casal Solleric und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sof\u00eda<\/strong> macht das Projekt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Ausstellung wurde von<strong> Ant\u00f2nia Maria Perell\u00f3, David Barro, Fernando G\u00f3mez de la Cuesta und Carmen Fern\u00e1ndez<\/strong> kuratiert \u2013 den Direktoren der beteiligten Institutionen und der Konservatorin des Museo Reina Sof\u00eda. Die vier Teilausstellungen greifen ineinander: Jede Institution beleuchtet Mir\u00f3s Werk aus einer eigenen Perspektive, alle zusammen formen sie ein komplettes Bild des K\u00fcnstlers und seines Schaffens.<\/p>\n<p><strong>La Llotja: &#8222;La fuerza inicial&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>In der Llotja stehen <strong>Mir\u00f3s monumentale Bronzeskulpturen<\/strong> mit dunkler Patina. Die gotische Architektur des 15. Jahrhunderts aus hellem Kalksandstein bildet den spektakul\u00e4ren Rahmen f\u00fcr diese kraftvollen Figuren \u2013 f\u00fcr Carmen Fern\u00e1ndez ein Resultat von Mir\u00f3s \u201eatemberaubender, unb\u00e4ndiger Vorstellungskraft\u201d.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/204025.jpg\" border=\"0\" alt=\"pl290725444 (6).jpg\" width=\"1366\" height=\"2048\"\/><\/p>\n<p>Mir\u00f3 begann erst 1940 ernsthaft mit der Bildhauerei, nachdem er Frankreich wegen des Zweiten Weltkriegs verlassen hatte. In seinen Notizen schrieb er: \u201eIn der Skulptur werde ich eine wahrhaft fantasmagorische Welt lebendiger Monster schaffen.\u201d Seine Figuren entstanden in renommierten Gie\u00dfereien in Paris und Verona, beide bekannt f\u00fcr ihre elegante schwarze Patina.<\/p>\n<p>Die Bronzeskulpturen bestechen durch formale Schlichtheit. Sie verbinden Gegens\u00e4tze wie M\u00e4nnliches und Weibliches, Himmel und Erde. Ihre hybriden Formen wirken weder rein menschlich noch tierisch, sondern mythisch und voller Bedeutung. <strong>Besonders beeindruckend sind die Vogelplastiken \u201eOiseau lunaire\u201d (Mondvogel) und &#8222;Oiseau solaire&#8220; (Sonnenvogel) von 1966.<\/strong> Je nach Blickwinkel erscheinen sie frech oder vertr\u00e4umt, grotesk oder selbstbewusst. &#8222;Conque&#8220; (Muschel) und &#8222;Maternit\u00e9&#8220; (Mutterschaft) verk\u00f6rpern Weiblichkeit und Fruchtbarkeit, w\u00e4hrend Werke wie &#8222;Personnage&#8220; (Person) und &#8222;T\u00eate&#8220; (Kopf) m\u00e4nnliche Symbole mit kosmischen Bez\u00fcgen vereinen. Mir\u00f3 selbst sagte 1974: &#8222;In mir herrscht die bildhafte und poetische Tatsache; eine Form gibt mir eine Idee, diese Idee eine andere Form.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Fundaci\u00f3 Mir\u00f3 Mallorca: &#8222;La chispa m\u00e1gica&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die <strong>Fundaci\u00f3n<\/strong> zeigt, wie allt\u00e4gliche Gegenst\u00e4nde Mir\u00f3s Kreativit\u00e4t entfachten \u2013 aber auch Arbeiten anderer K\u00fcnstler wie Picasso, Calder, Kandinsky und Klee. \u201eDiese magischen Funken sind das Einzige, was in der Kunst z\u00e4hlt\u201d, sagte der K\u00fcnstler. Die Schau f\u00fchrt durch ein Universum von Objekten, die Mir\u00f3 in seinen Ateliers sammelte. Zugleich gew\u00e4hrt sie den direkten Einblick, wie der K\u00fcnstler diese Inspirationen in seine Werke umsetzte.<\/p>\n<p>In jedem Bereich h\u00e4ngt ein Zettelblock mit einem Zitat des K\u00fcnstlers, das sich auf die jeweiligen Inspirationsquellen bezieht. Diese Zitate k\u00f6nnen die Besucher in einem Umschlag sammeln, den sie an der Rezeption erhalten \u2013 so, wie der K\u00fcnstler seine Inspirationsquellen sammelte.<\/p>\n<p>Steine mit Muscheln dienten ihm als Vorlage f\u00fcr Farbflecken auf der Leinwand. Eine doppelte Mandel inspirierte ihn zur Skulptur vor der Fundaci\u00f3n. Und als Mir\u00f3 beim Essen einen H\u00fchnerknochen betrachtete, bat er seine Frau, ihn aufzuheben. So entstand sp\u00e4ter ein gefl\u00fcgelter Hund.<\/p>\n<p>Ob <strong>Zeitungsausschnitte, Fundobjekte. Kinderspielzeug, Folkloristisches oder der Austausch mit K\u00fcnstlern: Mir\u00f3 war mit seiner Umgebung tief verbunden.<\/strong> &#8222;Er war wie ein Schwamm&#8220;, sagt Stiftungsdirektorin Ant\u00f2nia Maria Perell\u00f3. \u201eSo still er auch war, alles waren Stimuli f\u00fcr ihn. Tanz, Kino, Musiker, Dichter, die Natur \u2013 er nahm alles auf und gab es Jahre sp\u00e4ter wieder aus.\u201d Auch wissenschaftliche Bilder der 50er und 60er Jahre, etwa R\u00f6ntgenaufnahmen und der Blick ins Mikroskop, befl\u00fcgelten seine Fantasie.<\/p>\n<p><strong>Museum Es Baluard: &#8222;Pintar entre las cosas&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>David Barro, Direktor von Es Baluard, zeigt Mir\u00f3 als Revolution\u00e4r der Malerei. &#8222;Ein Kritiker sagte einmal, dass Joan Mir\u00f3 meist moderner ist als seine Interpreten&#8220;, erkl\u00e4rt Barro. &#8222;Man k\u00f6nnte die Geschichte der zeitgen\u00f6ssischen Malerei des 20. Jahrhunderts durch Mir\u00f3 erz\u00e4hlen.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/204035.jpg\" border=\"0\" alt=\"pl290725111 (2).jpg\" width=\"2048\" height=\"1536\"\/><\/p>\n<p>Die Ausstellung <strong>&#8222;Malen zwischen den Dingen&#8220;<\/strong> beginnt mit einem fauvistischen Landschaftsbild von 1916 und f\u00fchrt bis zu den radikalen Werken der 70er Jahre. Zwei gro\u00dfe Leinw\u00e4nde dominieren den Eingang des Museums \u2013 kopf\u00fcber h\u00e4ngend. Ein Foto von 1975 zeigt Mir\u00f3 in seinem Atelier vor genau diesen verkehrt aufgeh\u00e4ngten Bildern. &#8222;Als ich ins Atelier kam, f\u00fchlte ich mich beunruhigt&#8220;, erz\u00e4hlte Mir\u00f3 damals. <strong>&#8222;Ich sagte mir: Das funktioniert nicht. Aber ich fand den Grund nicht &#8230; Ich setzte ein Fragezeichen. Dann kam die Antwort und ich drehte die Leinwand um.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Mir\u00f3 h\u00e4tte leicht bei seinem erfolgreichen Stil bleiben k\u00f6nnen. Stattdessen verbrannte er in den 70ern Bilder, malte \u00fcber andere Werke, schlitzte Leinw\u00e4nde auf. &#8222;Er war ein Nonkonformist, sehr mutig im Umgang mit der Malerei&#8220;, so Barro. 1925 bemalte Mir\u00f3 eine fast leere Leinwand mit einem blauen Fleck und schrieb dazu: &#8222;Das ist die Farbe meiner Tr\u00e4ume.&#8220; Diese blauen Flecken tauchen in der Ausstellung 18 Mal auf.<\/p>\n<p><strong>Casal Solleric: &#8222;El color y su sombra&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Das Casal pr\u00e4sentiert die <strong>Beziehung zwischen Mir\u00f3s Malerei und Skulptur.<\/strong> Titel: &#8222;Die Farbe und ihr Schatten&#8220;. &#8222;Mir\u00f3 sagte, die Zeit z\u00e4hle nicht in seinem Werk und er geh\u00f6re der Gegenwart an&#8220;, erkl\u00e4rt der Direktor des Casal Solleric, Fernando G\u00f3mez de la Cuesta. Die Ausstellung folgt dieser Philosophie und verzichtet auf chronologische Ordnung. Mir\u00f3s Skulpturen entstanden oft aus gefundenen Gegenst\u00e4nden. Diese paradoxen Assemblagen erinnern an dadaistische und surrealistische Ans\u00e4tze, bleiben aber erdverbunden und der Volkskunst verhaftet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/204031.jpg\" border=\"0\" alt=\"pl290725222 (10).jpg\" width=\"2048\" height=\"1536\"\/><\/p>\n<p>Die Schau stellt heraus, wie Mir\u00f3 seine <strong>&#8222;femme&#8220;-Figuren \u2013 Symbole f\u00fcr die Verbindung zur Erde und dem Leben spendenden Prinzip<\/strong> \u2013 in verschiedenen Medien darstellte. In Gem\u00e4lden erscheinen sie als schwarze Flecken, in Skulpturen als Volumen, zu denen weitere Volumen hinzukommen. &#8222;Mir\u00f3 destillierte Jahrhunderte der Kunstgeschichte&#8220;, erkl\u00e4rt G\u00f3mez de la Cuesta. &#8222;Deshalb ist er ein radikal zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler.&#8220; Die Ausstellung zeigt, wie er sein Universum in die Skulptur \u00fcbertrug und wie er sein Werk mit anderen Kunsthandwerken verband \u2013 Weberei, Mosaiken, Grafik, Keramik.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Paysage Mir\u00f3&#8220; wurde vergangenen Mittwoch in der Fundaci\u00f3 Mir\u00f3 Mallorca er\u00f6ffnet und l\u00e4uft dort bis 11. Januar 2026. In La Llotja war am Donnerstag (31. Juli) Vernissage, die Schau endet am 1. Februar 2026. Die Er\u00f6ffnungen im Casal Solleric (19.30 Uhr) und Es Baluard (20.30 Uhr) fanden am Freitag (1. August) statt, beide Ausstellungen\u2028laufen bis 9. November.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mallorca feiert Joan Mir\u00f3 mit einem kulturellen Gro\u00dfereignis: &#8222;Paysage Mir\u00f3&#8220; ist die umfassendste Ausstellung des katalanischen Meisters, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":314244,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,89986,80,1794,16597,12717,215],"class_list":{"0":"post-314243","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-joan-miro","13":"tag-kultur","14":"tag-kunst-und-design","15":"tag-kunstausstellungen","16":"tag-palma-de-mallorca","17":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114961334410420317","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=314243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314243\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/314244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=314243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=314243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=314243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}