{"id":314453,"date":"2025-08-02T23:38:18","date_gmt":"2025-08-02T23:38:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314453\/"},"modified":"2025-08-02T23:38:18","modified_gmt":"2025-08-02T23:38:18","slug":"frankreichs-neue-haerte-gegen-drogenhaendler-ueberwachen-durchsuchen-isolieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314453\/","title":{"rendered":"Frankreichs neue H\u00e4rte gegen Drogenh\u00e4ndler: \u00dcberwachen, durchsuchen, isolieren"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 01.08.2025 06:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Im Kampf gegen den Drogenhandel setzt Frankreich jetzt auf Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse. Wer dort einsitzt, soll kaum noch Kontakt zur Au\u00dfenwelt haben. K\u00f6nnen solche Kn\u00e4ste die zunehmende Gewalt im Drogenmilieu eind\u00e4mmen? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/carolin-dylla-105.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Carolin Dylla\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/carolin-dylla-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFrankreichs Justizminister G\u00e9rald Darmanin verspricht nichts weniger als einen &#8222;radikalen Wandel im Strafvollzug&#8220;. Vorbild daf\u00fcr sind Ma\u00dfnahmen, die Italien in den 1990er-Jahren im Kampf gegen die Mafia beschlossen hatte. So sollen in diesem Jahr zwei Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse entstehen: in Vendin-le-Vieil bei Lens, das nun offiziell in Betrieb ist, und in Cond\u00e9-sur-Sarthe n\u00f6rdlich von Le Mans.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Vendin-le-Vieil \u00fcberwachen 450 Videokameras die Insassen. In den Besuchsr\u00e4umen ist kein direkter Kontakt m\u00f6glich, nur \u00fcber Sprechanlagen. Nach jedem Besuch werden die Gefangenen systematisch durchsucht und m\u00fcssen sich daf\u00fcr komplett ausziehen. Zudem gibt es St\u00f6rsender f\u00fcr Drohnen und Mobiltelefone.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Ziel sei, die Insassen komplett zu isolieren, sagt Justizminister Darmanin: &#8222;Wir wissen, dass Drogenh\u00e4ndler, die auch in Verdacht stehen, enge Beziehungen zur organisierten Kriminalit\u00e4t zu pflegen, weiter Kontakt zur Au\u00dfenwelt haben. Auch, wenn sie in isolierten Bereichen von Gef\u00e4ngnissen sitzen, organisieren sie von dort Deals und Geldw\u00e4schegesch\u00e4fte oder setzen Kopfgeld auf Staatsanw\u00e4lte und Polizisten aus.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInsgesamt 100 Kriminelle sollen in Vendin-le-Vieil einsitzen, etwa die H\u00e4lfte sind nach offiziellen Angaben bereits dort hingebracht worden. Weitere 100 Personen sollen im Gef\u00e4ngnis Cond\u00e9-sur-Sarthe inhaftiert werden, das im Oktober in Betrieb gehen soll.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Eine Zelle im Gef\u00e4ngnis von Vendin-le-Vieil. Die Insassen sollen keine M\u00f6glichkeit mehr haben, aus der Haft heraus noch den Drogenhandel mitzubetreiben.\n                    <\/p>\n<p>    Gesetz verspricht &#8222;Befreiung&#8220; vom Drogenhandel<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse sind ein Baustein eines ganzen Gesetzespakets, das den Drogenhandel in Frankreich eind\u00e4mmen soll. Der franz\u00f6sische Verfassungsrat hatte die Ma\u00dfnahme Mitte Juni abgesegnet unter der Bedingung, dass eine Verbindung zwischen den Kriminellen, die dort inhaftiert werden sollen, und Netzwerken organisierter Kriminalit\u00e4t tats\u00e4chlich nachgewiesen werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben den Gef\u00e4ngnissen sieht das Gesetz &#8222;zur Befreiung Frankreichs aus der Falle des Drogenhandels&#8220; etwa vor, eine spezialisierte Staatsanwaltschaft f\u00fcr organisierte Kriminalit\u00e4t zu schaffen, \u00e4hnlich der nationalen Finanzstaatsanwaltschaft. Kriminellen, die mit den Beh\u00f6rden kooperieren, wird Strafmilderung in Aussicht gestellt. Dar\u00fcber hinaus erhalten Pr\u00e4fekten die M\u00f6glichkeit, Gesch\u00e4fte und L\u00e4den vor\u00fcbergehend zu schlie\u00dfen, wenn der Verdacht besteht, dass dort Drogengelder gewaschen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSch\u00e4tzungen des franz\u00f6sischen Wirtschaftsministeriums zufolge leben 200.000 Menschen in Frankreich vom Drogenhandel. Pro Jahr werden damit 3,5 Milliarden Euro Gewinn erzielt. Andere Sch\u00e4tzungen gehen sogar von bis zu sechs Milliarden Euro aus.<\/p>\n<p>    Der Drogenhandel wandelt sich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n2024 hatte der franz\u00f6sische Senat einen umfassenden Bericht zum Drogenhandel in Frankreich vorgelegt. Demnach seien die Netzwerke agiler agiler geworden und die Konkurrenz um Territorien gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auch die Zahl der Gewalttaten ist laut dem Bericht stark angestiegen: 80 bis 90 Prozent der Abrechnungen, Morde oder Mordversuche unter Straft\u00e4tern erkl\u00e4ren sich demnach durch Konflikte in Zusammenhang mit Drogenhandel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nImmer wieder berichten franz\u00f6sische Medien \u00fcber Auseinandersetzungen, Schie\u00dfereien und Vergeltungsaktionen zwischen unterschiedlichen Drogenbanden, auch in kleineren St\u00e4dten wie Grenoble oder N\u00eemes. Und immer wieder fallen dem auch Menschen zum Opfer, die mit Drogenhandel nichts zu tun haben.<\/p>\n<p>    Bleiben die Grundrechte gewahrt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWissenschaftler wie Yann Bisiou bezweifeln aber, dass die Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse am Grundproblem Drogenhandel etwas \u00e4ndern. Er forscht an der Universit\u00e4t von Montpellier zur Drogenpolitik: &#8222;Eine der Fragen, die sich stellen, ist: Wozu genau sollen diese Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse dienen?&#8220;, so Bisiou im Sender\u00a0France Culture.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gebe zum Beispiel schon jetzt rechtliche M\u00f6glichkeiten, die Kommunikation von Gef\u00e4ngnisinsassen mit der Au\u00dfenwelt zu verhindern, so der Forscher. Das habe auch der Staatsrat, das h\u00f6chste franz\u00f6sische Verwaltungsgericht, in seiner Vorab-Einsch\u00e4tzung betont: &#8222;Dieses neue Gesetz f\u00fchrt nur dazu, dass Drogenkriminelle an einem Ort geb\u00fcndelt inhaftiert werden &#8211; unter extrem strengen Bedingungen, die einen Angriff auf Grundrechte darstellen&#8220;, so Bisiou.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Justizminister Darmanin l\u00e4sst sich von der Kritik nicht beirren. Er plant weitere Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse.\n                    <\/p>\n<p>    Regierung plant weitere Gef\u00e4ngnisse<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum Beispiel sei v\u00f6llig unklar, nach welchen Kriterien entschieden wird, welche Straft\u00e4ter in die Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse kommen, so Bisiou weiter. Mehrere Anw\u00e4lte kritisierten zudem, dass die Widerspruchsm\u00f6glichkeiten gegen eine Verlegung etwa nach Vendin-le-Vieil unzureichend seien. Auch die Tatsache, dass der Kontakt zu den Familien f\u00fcr die Insassen drastisch eingeschr\u00e4nkt sein soll, sorgt f\u00fcr Kritik.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas deutlichste Beispiel sind aus Sicht von Bisiou aber die systematischen Durchsuchungen der Insassen, wenn sie Kontakt mit Personen von au\u00dfen hatten und f\u00fcr die sich die H\u00e4ftlinge ausziehen m\u00fcssen: &#8222;Aus meiner Sicht ist das ein enormes Problem sowohl f\u00fcr die Wahrnehmung von Grund- als auch von Gefangenenrechten&#8220;, sagte Bisiou.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Anwalt eines Drogenh\u00e4ndlers, der nach Vendin-le-Vieil verlegt werden soll, hat vor dem Gerichtshof der Republik bereits Klage gegen Justizminister Darmanin wegen Missachtung der Vorgaben des Verfassungsrates eingereicht. Den Minister scheint das allerdings wenig zu beeindrucken: Er will bis 2027 insgesamt &#8222;vier bis f\u00fcnf&#8220; Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.08.2025 06:07 Uhr Im Kampf gegen den Drogenhandel setzt Frankreich jetzt auf Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse. 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