{"id":314555,"date":"2025-08-03T00:40:17","date_gmt":"2025-08-03T00:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314555\/"},"modified":"2025-08-03T00:40:17","modified_gmt":"2025-08-03T00:40:17","slug":"genauere-pollenflug-vorhersagen-bald-auch-aus-braunschweig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314555\/","title":{"rendered":"Genauere Pollenflug-Vorhersagen: Bald auch aus Braunschweig"},"content":{"rendered":"<p>Der vom Deutschen Wetterdienst genutzte neue automatische Pollenmonitor der Wetzlarer Firma Hund auf dem Dach des Seewetteramtes in Hamburg. Solch eine Station k\u00f6nnte auch bald in Braunschweig stehen.  | Foto: Frank Kahl, DWD<\/p>\n<p class=\"datum\">02.08.2025, 13:00 Uhr<\/p>\n<p><strong>Region. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) beginnt mit dem Aufbau eines Messnetzes vollautomatischer Pollenmonitore. Bis zum Jahr 2027 sollen deutschlandweit 16 Ger\u00e4te aufgestellt und das Messnetz durch Kooperationen mit Partnern weiter verdichtet werden. Auch Braunschweig r\u00fcckt als m\u00f6glicher Standort in den Fokus, wie aus einer Presseinformation des DWD hervorgeht. <br \/><\/strong><br \/>\n<\/p>\n<p>\u201eDie Nutzung automatischer Pollenmonitore erm\u00f6glicht dem DWD, Pollenallergikerinnen und Pollenallergiker zeitnah mit aktuellen Polleninformationen zu versorgen \u201c, erl\u00e4utert Dr. Christina Koppe, Leiterin der Abteilung Klima- und Umweltberatung des nationalen Wetterdienstes, den Vorteil der neuen Technik. Davon profitierten Millionen Allergikerinnen und Allergiker in Deutschland. Etwa 15 Prozent der Bev\u00f6lkerung seien von Pollenallergien &#8211; umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt &#8211; betroffen. Und die Tendenz sei, so Koppe, steigend. Heutzutage beginnt die Pollensaison oft im Januar oder Februar, in sehr milden Wintern sogar schon im Dezember. Mit dem fortschreitenden Klimawandel d\u00fcrften k\u00fcnftig pollenfreie Zeiten immer k\u00fcrzer werden.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz erkennt Pollenarten automatisch<\/p>\n<p>Bis zum Jahr 2027 sollen zun\u00e4chst 16 Ger\u00e4te installiert werden &#8211; unter anderem <a class=\"redlink\" href=\"https:\/\/regionalheute.de\/braunschweig\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Braunschweig<\/a>. Weitere k\u00f6nnten durch Kooperationen mit Partnern folgen. Ziel sei eine bessere und zeitnahe Information f\u00fcr Allergiker. Denn die bisher manuell erhobenen Pollenflugdaten seien oft mit Verz\u00f6gerung verf\u00fcgbar \u2013 zu sp\u00e4t f\u00fcr viele, deren Alltag stark von saisonalen Beschwerden beeinflusst wird.<\/p>\n<p>\nDie neuen Ger\u00e4te arbeiten hochautomatisiert. Wie ein digitales Mikroskop saugt der Pollenmonitor Luft an, fotografiert die gefilterten Partikel in \u00fcber 180 Sch\u00e4rfeebenen und analysiert sie mit Hilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz. So entstehen pro Probe rund 60.000 Bilder, aus denen die acht wichtigsten allergenen Pollenarten \u2013 darunter Birke, Gr\u00e4ser und Ambrosia \u2013 identifiziert werden. Erg\u00e4nzt wird dies um weitere 26 Pollenarten. Die Daten werden an das DWD-Zentrum in Freiburg gesendet, dort ausgewertet und flie\u00dfen in die Pollenflugvorhersagen ein.<\/p>\n<p>Verbesserte Pollenfluginformationen helfen Allergikern <\/p>\n<p>Das habe, so die Expertin des DWD, auch volkswirtschaftliche Auswirkungen. Durch Pollenallergien entst\u00fcnden erhebliche wirtschaftliche Verluste, denn die Leistungsf\u00e4higkeit der Betroffenen k\u00f6nne w\u00e4hrend der Pollenflugsaison eingeschr\u00e4nkt sein. Die Symptome der Pollenallergie lassen sich durch Medikamente zwar abschw\u00e4chen oder sogar unterdr\u00fccken. Doch nicht jede Pollenallergikerin und jeder Pollenallergiker m\u00f6chte diese Medikamente st\u00e4ndig nehmen. F\u00fcr die Betroffenen sei es deshalb wichtig, m\u00f6glichst genau \u00fcber den tagesaktuellen Pollenflug informiert zu sein. Die Pollenflugvorhersagen des DWD bis zu sechs Tage im Voraus unterst\u00fctzen Betroffene dabei, ihre Medikation angemessen anzupassen und Aktivit\u00e4ten so zu gestalten, dass die Pollenbelastung m\u00f6glichst gering bleibt. Koppe: \u201eDer Deutsche Wetterdienst leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge in Deutschland.\u201c Da durch den Klimawandel die Belastungen durch Pollenflug zunehmen werden, sei das neue Messnetz auch ein Beitrag zur fr\u00fchzeitigen Anpassung an die Folgen der Erderw\u00e4rmung.<\/p>\n<p>Monitore von Partnern einbinden<\/p>\n<p>Um einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Anteil der Bev\u00f6lkerung mit einer m\u00f6glichst genauen Pollenflugvorhersage zu versorgen, hat der DWD bevorzugt Standorte in urbanen R\u00e4umen ausgew\u00e4hlt. Dort leben, so Dr. Stefan Gilge, Experte des DWD f\u00fcr Lufthygiene, viele betroffene AllergikerInnen. Genutzt werden daf\u00fcr acht DWD-Niederlassungen. Der DWD ben\u00f6tigt allerdings, um Deutschland m\u00f6glichst repr\u00e4sentativ abzudecken, auch zus\u00e4tzliche Standorte. Es werden deshalb in acht weiteren Gro\u00dfr\u00e4umen automatische Pollenmonitore aufgestellt. Zudem will der DWD mit Betreibern weiterer Pollenmonitore gleichen Typs kooperieren.<\/p>\n<p>Die neuen Pollenmonitore werden k\u00fcnftig w\u00e4hrend der Bl\u00fchzeit vier Mal t\u00e4glich und au\u00dferhalb der Pollensaison mindestens einmal t\u00e4glich Pollendaten \u00fcbermitteln, je nach Intensit\u00e4t des Pollenflugs aber auch st\u00fcndlich. Erfasst werden die acht wichtigsten allergenen Pollenarten Hasel, Erle, Esche, Birke, Gr\u00e4ser, Roggen, Beifu\u00df und Ambrosia und erg\u00e4nzend weitere 26 Pollenarten. Die Daten werden zum Zentrum f\u00fcr Medizin-Meteorologische Forschung des DWD in Freiburg \u00fcbermittelt, dort qualit\u00e4tsgesichert und aufgearbeitet. Die Kombination von Modell- und Beobachtungsdaten ist in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Der Pollenmonitor funktioniert wie ein automatisches Mikroskop<\/p>\n<p>Ein automatischer Pollenmonitor funktioniert vereinfacht gesagt, so Gilge, wie ein automatisches Mikroskop. Zun\u00e4chst werden die Pollen in der Au\u00dfenluft verlustfrei ins Ger\u00e4t gesaugt, konzentriert und auf einer beschichteten Probenvorlage abgeschieden. Es folgt die automatische digitale Mikroskopie: Die Probenvorlage wird St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in etwa 180 verschiedenen Sch\u00e4rfeebenen abfotografiert. Insgesamt entstehen so pro Probe \u00fcber 60 000 Fotos. Mit Hilfe einer KI werden dann die unterschiedlichen Pollen identifiziert. Da die Entscheidung der KI mit der Ortsangabe der Pollen auf dem Probentr\u00e4ger verbunden ist, wird eine Qualit\u00e4tskontrolle m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Hohe Kosten zahlen sich aus<\/p>\n<p>Der Aufbau dieses automatischen Pollenmonitornetzes stelle laut DWD eine erhebliche Investition dar. Der DWD gibt daf\u00fcr insgesamt rund zwei Millionen Euro aus. Dem steht ein deutlicher volkswirtschaftlicher Nutzen gegen\u00fcber. Nach Sch\u00e4tzungen liegen, so Gilge, die durch Pollenallergien entstandenen volkswirtschaftlichen Kosten bundesweit bei etwa vier Milliarden Euro pro Jahr. K\u00f6nnten durch eine verbesserte Pollenflugvorhersage diese Kosten nur um 0,1 Prozent gesenkt werden, entspr\u00e4che das einer j\u00e4hrlichen Ersparnis von vier Millionen Euro. Damit h\u00e4tten sich das Messnetz bereits im ersten Betriebsjahr amortisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der vom Deutschen Wetterdienst genutzte neue automatische Pollenmonitor der Wetzlarer Firma Hund auf dem Dach des Seewetteramtes in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":314556,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1850],"tags":[6429,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,1411,12],"class_list":{"0":"post-314555","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-braunschweig","8":"tag-braunschweig","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-niedersachsen","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114962053539309823","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=314555"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314555\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/314556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=314555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=314555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=314555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}