{"id":314590,"date":"2025-08-03T01:00:23","date_gmt":"2025-08-03T01:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314590\/"},"modified":"2025-08-03T01:00:23","modified_gmt":"2025-08-03T01:00:23","slug":"sie-feierte-den-7-oktober-und-bekam-doch-ein-stipendium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/314590\/","title":{"rendered":"Sie feierte den 7. Oktober &#8211; und bekam doch ein Stipendium"},"content":{"rendered":"<p>Frankreichs Au\u00dfenministerium, der Quai d\u2019Orsay, ist in arger Erkl\u00e4rungsnot: Warum konnte eine junge Pal\u00e4stinenserin aus Gaza, die auf ihren Social-Media-Accounts offen gegen Juden hetzt, ein Visum und ein Stipendium f\u00fcr sozial Schw\u00e4chere bekommen f\u00fcr ein Studium an der prestigetr\u00e4chtigen Hochschule Sciences-Po in Lille?<\/p>\n<p>Nour A. kam erst vor einigen Wochen nach Frankreich. Das franz\u00f6sische Konsulat in Jerusalem, das Medienberichten zufolge direkt dem B\u00fcro von Au\u00dfenminister Jean-No\u00ebl Barrot unterstellt ist, erteilte der 25-J\u00e4hrigen ein Visum. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins \u00bbLe Point\u00ab zufolge suchte Konsul Nicolas Kassianides die Stipendiaten pers\u00f6nlich aus. 2023 hatte A. den ersten Preis des vom franz\u00f6sischen Kulturministerium ausgeschriebenen Wettbewerbs \u00bbDis-moi dix mots \u00e0 Gaza\u201d (\u00bbSag mir zehn Worte zu Gaza\u00ab) gewonnen, sie war f\u00fcr die Franzosen keine Unbekannte.<\/p>\n<p>Zur Untermiete beim Rektor<\/p>\n<p>A. bekam nicht nur ein Visum, sondern wurde auf Staatskosten aus dem Gazastreifen herausgeholt und nach Frankreich gebracht. Beim Rektor der Hochschule, Etienne Peyrat, h\u00f6chstpers\u00f6nlich wohnte sie zur Untermiete.  Ein Fernsehteam vom Sender \u00bbRMC Info\u00ab machte bereits eine Reportage \u00fcber die Studentin aus Gaza. Peyrat sagt darin: \u00bbJeder muss seinen Teil leisten. Das ist ein Zeichen der Solidarit\u00e4t.\u00ab<\/p>\n<p>Externer Inhalt<\/p>\n<p class=\"txt\">An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir ben\u00f6tigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"txt\">Soziale Netzwerke zulassen<\/p>\n<p class=\"txt txt--small\">Mit dem Bet\u00e4tigen der Schaltfl\u00e4che erkl\u00e4ren Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittanbieter \u00fcbermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Ger\u00e4t n\u00f6tig. Mehr Informationen finden Sie <a href=\"#\" class=\"ub-cmp-settings\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Doch ihr Aufenthalt d\u00fcrfte nun schneller zu Ende gehen als gedacht. Am Mittwoch teilte die Universit\u00e4t in Lille mit, die Pal\u00e4stinenserin werde noch vor Beginn ihres Masterstudiengangs wieder exmatrikuliert. Zudem habe man die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.<\/p>\n<p>Denn zwischenzeitlich war bekannt geworden, dass A. sich auf X (ehemals Twitter) als Bewunderin Adolf Hitlers und als Verfasserin zahlreicher antisemitischer Posts hervorgetan hatte. So schrieb sie \u00fcber Juden: \u00bbT\u00f6tet ihre Jungen und Alten. Habt kein Mitleid mit ihnen.\u00ab Gleichzeitig verlinkte sie das Video einer Rede Hitlers.<\/p>\n<p>Externer Inhalt<\/p>\n<p class=\"txt\">An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir ben\u00f6tigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"txt\">Soziale Netzwerke zulassen<\/p>\n<p class=\"txt txt--small\">Mit dem Bet\u00e4tigen der Schaltfl\u00e4che erkl\u00e4ren Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittanbieter \u00fcbermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Ger\u00e4t n\u00f6tig. Mehr Informationen finden Sie <a href=\"#\" class=\"ub-cmp-settings\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Am 7. Oktober 2023, dem Tag des Hamas-Massakers gegen Israelis, postete sie folgenden Tweet: \u00bbWir m\u00fcssen alles nur M\u00f6gliche tun, um die Menge des vergossenen Blutes so weit wie m\u00f6glich auszugleichen.\u00ab Am selben Tag bat sie \u00bbunsere marokkanischen und algerischen Br\u00fcder, heute Abend in Paris Partys in der ihnen bekannten Art zu organisieren&#8230; mit Wanzen und Insekten\u00ab &#8211; ein unverhohlener Hinweis auf ein Judenpogrom. Zudem bef\u00fcrwortete A. am 9. Oktober 2023 \u00f6ffentlich die Hinrichtung der nach Gaza verschleppten israelischen Geiseln.<\/p>\n<p>Rektor Peyrat verteidigte sich. \u00bbWir haben ihre akademischen Qualifikationen gepr\u00fcft. Das Innenministerium hat uns gesagt, dass es sich mit den Autorit\u00e4ten hinsichtlich der notwendigen \u00dcberpr\u00fcfung in Verbindung setzen werde.\u00ab Er sieht sich nun selbst Anfeindungen und Drohungen ausgesetzt und steht seit zwei Tagen unter Personenschutz.<\/p>\n<p>Externer Inhalt<\/p>\n<p class=\"txt\">An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir ben\u00f6tigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"txt\">Soziale Netzwerke zulassen<\/p>\n<p class=\"txt txt--small\">Mit dem Bet\u00e4tigen der Schaltfl\u00e4che erkl\u00e4ren Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittanbieter \u00fcbermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Ger\u00e4t n\u00f6tig. Mehr Informationen finden Sie <a href=\"#\" class=\"ub-cmp-settings\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister: A. hat \u00bbhier nichts verloren\u00ab<\/p>\n<p>Am Freitag sagte Au\u00dfenminister Barrot im franz\u00f6sischen Nachrichtensender \u00bbFrance Info\u00ab, jemand wie A. habe \u00bbhier nichts verloren, weder an der Sciences-Po noch sonstwo in Frankreich\u00ab.<\/p>\n<p>Er kritisierte, dass weder die \u00dcberpr\u00fcfungen durch seine eigenen Diplomaten noch durch die israelischen Stellen irgendwelche Hinweise auf eine antisemitische Gesinnung der Studentin zutage gef\u00f6rdert h\u00e4tten. Er habe nun eine Untersuchung eingeleitet, um den Vorfall aufzukl\u00e4ren. Bis dahin w\u00fcrden keine weiteren Personen mehr aus Gaza nach Frankreich gebracht, machte Barrot klar.<\/p>\n<p>Hitler-Verehrerin l\u00f6schte ihre Konten<\/p>\n<p>Die Konten von Nour A. in den sozialen Netzwerk wurden mittlerweile gel\u00f6scht und gegen sie ein Strafverfahren eingeleitet. Doch ihre offene Hetze gegen Juden hat viele in Frankreich schockiert und erneut eine Debatte ausgel\u00f6st \u00fcber den nach Ansicht vieler Franzosen zu laxen Umgang staatlicher Stellen mit Antisemitismus.<\/p>\n<p>Die Aff\u00e4re ist ein gefundenes Fressen f\u00fcr die Partei von Marine Le Pen, Rassemblement National, die die Regierung nun vor sich hertreiben kann, auch wenn Bildungsministerin Elisabeth Borne auf X verk\u00fcndete: \u00bbIm Rahmen von Artikel 40 der Strafprozessordnung wurde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Die Immatrikulation der Studentin wurde aufgehoben. Internationale Studierende, die solche \u00c4u\u00dferungen t\u00e4tigen oder verbreiten, haben in unserem Land keinen Platz. Die Regierung wird mit aller H\u00e4rte vorgehen.\u00ab<\/p>\n<p>Doch A. ist m\u00f6glicherweise kein Einzelfall. Auch eine andere Studentin steht im Verdacht, sich \u00e4hnlich ge\u00e4u\u00dfert zu haben. Jean-No\u00ebl Barrot k\u00fcndigte deshalb vorsichtshalber an, man werde bis zu 300 Gaststudenten einer genaueren Pr\u00fcfung unterziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreichs Au\u00dfenministerium, der Quai d\u2019Orsay, ist in arger Erkl\u00e4rungsnot: Warum konnte eine junge Pal\u00e4stinenserin aus Gaza, die auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":314591,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,573,574,548,663,3934,3980,156,13,411,570,576,572,80,14,15,16,575,12,571],"class_list":{"0":"post-314590","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-berichte","11":"tag-blogs","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-france","16":"tag-frankreich","17":"tag-headlines","18":"tag-israel","19":"tag-juedische-allgemeine","20":"tag-juedisches-leben","21":"tag-kommentare","22":"tag-kultur","23":"tag-nachrichten","24":"tag-news","25":"tag-politik","26":"tag-religion","27":"tag-schlagzeilen","28":"tag-wochenzeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114962132041976929","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=314590"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/314590\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/314591"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=314590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=314590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=314590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}