{"id":315041,"date":"2025-08-03T05:27:10","date_gmt":"2025-08-03T05:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315041\/"},"modified":"2025-08-03T05:27:10","modified_gmt":"2025-08-03T05:27:10","slug":"warum-es-auch-in-bremen-dramatisch-an-rheumatologen-mangelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315041\/","title":{"rendered":"Warum es auch in Bremen dramatisch an Rheumatologen mangelt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\n<p>Standdatum: 3. August 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nHeike Zeigler<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"\u00c4rztin untersucht Rheumapatient an den Fingelenken\" data-image-owner=\"Imago | Science Photo Library\" data-image-title=\"\u00c4rztin untersucht Rheumapatient an den Fingelenken\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/imago4290~_v-800x450_c-1539355537547.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/imago4290~_v-640x360_c-1539355537547.jpg\"\/><\/p>\n<p>Viele Betroffene suchen verzweifelt nach Fach\u00e4rzten \u2013 finden sie aber nicht.<\/p>\n<p>Bild: Imago | Science Photo Library<\/p>\n<p class=\"article-intro\"><strong>Schon seit 30 Jahren gibt es bundesweit Rufe nach mehr Fach\u00e4rzten. Getan hat sich seitdem wenig \u2013 zum Leidwesen der vielen Betroffenen. Woran liegt das?<\/strong><\/p>\n<p>Patientinnen und Patienten aus Bremen fahren bis Gifhorn, G\u00f6ttingen oder Braunschweig, um eine Behandlung von einem rheumatologischen Experten f\u00fcr ihre Beschwerden zu bekommen. Andere bekommen nicht mal dort einen Termin, erz\u00e4hlt Marianne Korinth. Die 65-J\u00e4hrige engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Rheuma-Liga \u2013 einer Selbsthilfeorganisation. &#8222;Ganz viele Patienten sind verzweifelt und rufen dann bei mir an und weinen am Telefon. Das ist eine gro\u00dfe Katastrophe.&#8220;<\/p>\n<p>In ganz Bremen gibt es genau eine Praxis f\u00fcr Rheumaerkrankte. Vier \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sind dort t\u00e4tig. Damit erf\u00fcllt die Stadt Bremen zwar die derzeit vorgegebene Mindestquote an Rheumatologen. Aber jede Woche rufen bis zu 100 neue Patienten an und hoffen auf einen Termin. In der Regel ohne Erfolg. In Bremerhaven gibt es keine einzige Praxis. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/marianne-korinth-100~_v-512x288_c-1752741031330.jpg\" data-gallery-entry-for=\"rheuma-patienten-bremen-100\" data-size=\"1920x1080\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Marianne Korinth steht vor dem Geb\u00e4ude der Bremer Rhemaliga\" title=\"Bild: privat\" data-image-owner=\"privat\" data-image-title=\"Marianne Korinth steht vor dem Geb\u00e4ude der Bremer Rhemaliga\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/marianne-korinth-100~_v-512x288_c-1752741031330.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/marianne-korinth-100~_v-640x360_c-1752741031330.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Marianne Korinth von der Rheuma-Liga in Bremen. Die Selbsthilfegruppe hilft Betroffenen, Unterst\u00fctzung zu finden.<\/p>\n<p>Bild: privat<\/p>\n<p>Laut der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Rheumatologie, DGRh, br\u00e4uchte es bundesweit mindestens 1.400 Rheumatologen. Das sind etwa doppelt so viele wie derzeit praktizieren, sagt Ulf Wagner, Pr\u00e4sident der Gesellschaft. Die Fachgesellschaft fordert mindestens zwei Rheumatologen pro 100.000 Einwohner, um Rheumabetroffene angemessen behandeln zu k\u00f6nnen. Bremen m\u00fcsste demnach etwa zehn \u00c4rzte vorweisen, Bremerhaven zwei.<\/p>\n<p>Rheuma l\u00e4ngst eine Volkskrankheit<\/p>\n<p>In Deutschland haben, so die Sch\u00e4tzung, rund 1,8 Millionen Menschen Rheuma mit zum Teil schweren Entz\u00fcndungen an Gelenken, Muskeln oder auch Organen. Lange hatte die Krankheit den Ruf, dagegen nichts machen zu k\u00f6nnen. Doch die Behandlungsmethoden wurden in den vergangenen 30 Jahren immer besser. Die DGRh forderte deshalb schon 1994, mehr \u00c4rzte in dieser Fachrichtung auszubilden. <\/p>\n<p>F\u00fcr Jens Gert Kuipers, Chefarzt am Rheumazentrum des Rotes-Kreuz-Krankenhauses in Bremen, ist dieser \u00c4rztemangel besonders tragisch. Denn &#8222;umso l\u00e4nger ich warte, bevor ich mit der Therapie starte, umso gr\u00f6\u00dfer ist der nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig zu machende Schaden, weil diese rheumatischen Entz\u00fcndungen den ganzen K\u00f6rper befallen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/rheuma-kuipers-100~_v-512x288_c-1752667319715.jpg\" data-gallery-entry-for=\"rheuma-patienten-bremen-100\" data-size=\"2560x1440\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"Portr\u00e4t von Prof. Kuipers \" title=\"Bild: Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen\" data-image-owner=\"Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen\" data-image-title=\"Portr\u00e4t von Prof. Kuipers \" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/rheuma-kuipers-100~_v-512x288_c-1752667319715.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/rheuma-kuipers-100~_v-640x360_c-1752667319715.jpg\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Jens Gert Kuipers ist Chefarzt am Rheumazentrum des Rotes-Kreuz-Krankenhauses in Bremen.<\/p>\n<p>Bild: Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen<\/p>\n<p>Doch trotz der fr\u00fchen Hinweise wurden in den vergangenen Jahrzehnten an vielen medizinischen Hochschulen die Lehrst\u00fchle f\u00fcr Rheumatologie aus Spargr\u00fcnden gestrichen. Nur zehn von 38 haben derzeit einen solchen f\u00fcr diese Autoimmunkrankheit. Auch Krankenh\u00e4user zeigen wenig Interesse an einer solchen Fachabteilung, da die Behandlung von Rheuma nicht zu den erl\u00f6str\u00e4chtigen Bereichen wie etwa die Kardiologie geh\u00f6rt. Dazu kommt, dass viele \u00c4rzte aus der Babyboomer-Generation nach und nach in Rente gehen \u2013 ohne einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu haben. Zugleich aber l\u00e4sst diese Generation die Zahl der Patientinnen und Patienten stark ansteigen. <\/p>\n<p>Das Schwarzer-Peter-Spiel ist in vollem Gange<\/p>\n<p>In Bremen haben die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung und Krankenkassen bisher drei Weiterbildungen von Internisten zu Rheumatologen finanziert. Doch weitere Gespr\u00e4che, um die nach wie vor angespannte Situation in der einzigen Praxis Bremens zu erleichtern, sind jetzt gescheitert, r\u00e4umt J\u00f6rn Hons von der AOK Bremen ein: &#8222;Wir sind zu keinem guten Ergebnis gekommen, sodass wir die Situation wirklich verbessern k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>\u00dcber die Gr\u00fcnde des Scheiterns h\u00f6rt man von den beteiligten Akteuren Unterschiedliches. Es ist von klammen Krankenkassen, die keine Mehrkosten tragen wollen, die Rede. Von einer Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung, die die Vergabe der Arztsitze nicht gut genug steuert. Und von einer Arztpraxis, die sich jeden Mehraufwand bezahlen lassen wolle. Die Verantwortung wird offenbar gerne jeweils weitergereicht.<\/p>\n<p>Erneuter Appell an die Politik<\/p>\n<p>Um endlich einer L\u00f6sung n\u00e4herzukommen, hat die DGRh jetzt eine weitere Initiative gestartet. Dieses Mal geht der Hilferuf an die Gesundheitsministerien aller Bundesl\u00e4nder. Diese sollen die Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr \u00c4rzte in ihrem Land verbessern und die Kosten daf\u00fcr, zumindest teilweise, \u00fcbernehmen. Beim Bund hatte die DGRh damit bisher keinen Erfolg, so Wagner. \u00a0<\/p>\n<p>Ob die L\u00e4nder dies machen werden, ist offen. Auch sie haben klamme Kassen. In Bremen werden derzeit am Rheuma-Zentrum am Rotes-Kreuz-Krankenhaus acht \u00c4rzte weitergebildet. Ob sie am Ende auch in Bremen bleiben werden, ist nicht sicher. Der Konkurrenzkampf um sie wird gro\u00df sein. Noch werden bundesweit deutlich zu wenige von ihnen ausgebildet.<\/p>\n<p>In einer ersten Reaktion aus dem Bremer Gesundheitsressort gegen\u00fcber buten un binnen hei\u00dft es, dass die Ausbildungssituation in Bremen insgesamt zufriedenstellend sei. Allerdings r\u00e4umt eine Sprecherin ein, dass sie die &#8222;Kritik des Auseinanderfallens von rechnerischer Bedarfsplanung und Versorgungsrealit\u00e4t, die auch die DGRh anspreche, nachvollziehen k\u00f6nne.&#8220; Das soll wohl hei\u00dfen, dass die verzweifelte Arztsuche von Rheumapatientinnen und -patienten dem Ressort bekannt ist.<\/p>\n<p>Information zum Thema<br \/>\nWarum werden Arztsitze f\u00fcr Rheuma begrenzt?<\/p>\n<p>Der Gemeinsame Bundesausschuss (unter anderem mit Vertretern der Kassen\u00e4rzte und der Krankenkassen) legt den rechnerischen Bedarf f\u00fcr die Anzahl der Facharztsitze bundesweit fest. Ende vergangenen Jahres hat er beschlossen, die Mindestquote von acht Prozent f\u00fcr Rheumatologen nicht wie vorgesehen auf zehn Prozent zu erh\u00f6hen. Es wird bef\u00fcrchtet, dass die wenigen Rheumatologen in Ballungszentren wie Bremen gehen. Das verkennt aber, dass auch dort die Praxen v\u00f6llig \u00fcberlastet sind. Der Bremer Zulassungsausschuss k\u00f6nnte dennoch eine Erh\u00f6hung der Sitze wegen Sonderbedarfen beschlie\u00dfen. Die beiden Krankenkassen AOK und HKK, so AOK Sprecher J\u00f6rn Hons, fordern jetzt von der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung, den Spielraum zu nutzen. <\/p>\n<p>Ende der Information zum Thema<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nBremen Zwei, Der Nachmittag, 31. Juli 2025, 16.35 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Standdatum: 3. August 2025. 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