{"id":315105,"date":"2025-08-03T06:05:18","date_gmt":"2025-08-03T06:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315105\/"},"modified":"2025-08-03T06:05:18","modified_gmt":"2025-08-03T06:05:18","slug":"us-geschworenengericht-tesla-traegt-mitschuld-an-toedlichem-unfall-mit-autopilot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315105\/","title":{"rendered":"US-Geschworenengericht: Tesla tr\u00e4gt Mitschuld an t\u00f6dlichem Unfall mit Autopilot"},"content":{"rendered":"<p>Tesla soll wegen eines t\u00f6dlichen Unfalls, der sich 2019 ereignete, Schadenersatz von insgesamt mehreren hundert Millionen US-Dollar zahlen. Dazu haben Geschworene den kalifornischen E-Autobauer in einem bahnbrechenden Prozess vor dem US-Bundesgericht f\u00fcr den s\u00fcdlichen Bezirk von Florida in Miami verdonnert. Es ist das erste Mal, dass eine Jury den Konzern von Elon Musk im Zusammenhang mit dem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Tesla-darf-sein-Assistenzsystem-in-Deutschland-weiterhin-Autopilot-nennen-7221683.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">umstrittenen Fahrerassistenzsystem Autopilot<\/a> wegen widerrechtlicher T\u00f6tung mitverantwortlich gemacht hat. Alle bisherigen F\u00e4lle wiesen Gerichte ab oder beide Seiten schlossen au\u00dfergerichtlich Vergleiche.<\/p>\n<p>Bei dem Unfall in Key Largo raste ein Tesla des Typs Model S <a href=\"https:\/\/arstechnica.com\/cars\/2025\/08\/tesla-loses-autopilot-wrongful-death-case-in-329-million-verdict\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">laut Berichten<\/a> mit aktiviertem Autopilot-System in ein stehendes Fahrzeug. Der Wagen \u00fcberfuhr mit 100 Kilometern pro Stunde ein Stoppschild und erfasste dabei zwei Personen, die am Stra\u00dfenrand neben ihrem abgestellten Auto auf dem Seitenstreifen in die Sterne schauten. Ein Opfer starb bei dem Crash, das zweite erlitt schwere Kopfverletzungen.<\/p>\n<p>Der Tesla-Fahrer gab an, er habe sich darauf verlassen, dass der Autopilot Fehler oder Unaufmerksamkeiten von ihm ausgleichen w\u00fcrde. Dabei sei ihm w\u00e4hrend voller Fahrt sein Handy entglitten. Er habe daher den Blick zu Boden gerichtet, um das Mobiltelefon aufzuheben. Die entsprechende Wahrnehmung des Assistenzsystems haben Tesla und sein CEO Musk immer wieder ma\u00dfgeblich gef\u00f6rdert. Der Konzernchef <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Interne-E-Mails-Musk-ueberwachte-umstrittenes-Autopilot-Werbevideo-persoenlich-7466919.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">orchestrierte laut belastendem Material in einer anderen gerichtlichen Auseinandersetzung pers\u00f6nlich ein Werbevideo von 2016<\/a>, in dem das Unternehmen F\u00e4higkeiten von Autopilot \u00fcbertrieben bis falsch darstellte und von autonomen Fahren sprach. Tesla argumentierte dagegen, der Fahrer trage die alleinige Verantwortung.<\/p>\n<p>Tesla haftet zu einem Drittel<\/p>\n<p>Die Geschworenen entschieden nun am Freitag, dass die Schuld geteilt wird: Der Fahrer ist ihnen zufolge zu zwei Dritteln (67 Prozent) verantwortlich. Da er nicht angeklagt war, muss er seinen Anteil aber nicht bezahlen.<\/p>\n<p>Tesla haftet <a href=\"https:\/\/dpadocs.dpaq.de\/21162_051128741143.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">dem Beschluss zufolge zu 33 Prozent<\/a>. Die Jury sprach der Familie der verstorbenen Frau und dem schwer verletzten Freund 129 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu, wovon der Autofabrikant seinen Drittelanteil zahlen soll. Zus\u00e4tzlich legten sie einen sogenannten Strafschadenersatz in H\u00f6he von 200 Millionen US-Dollar fest, den Tesla allein begleichen m\u00fcsste. Ein solcher Zusatz kann laut anglo-amerikanischen Recht im Zivilprozess einem Kl\u00e4ger \u00fcber den tats\u00e4chlich erlittenen Schaden hinaus zuerkannt werden. Die Hinterbliebenen und der verletzte Partner der Verstorbenen hatten 345 Millionen US-Dollar Wiedergutmachung gefordert.<\/p>\n<p>Tesla will Berufung einlegen<\/p>\n<p>Die Geschworenen befanden, dass Tesla ein Auto mit einem &#8222;Mangel&#8220; verkauft habe, der zum Unfall beitrug. Der Anwalt der Kl\u00e4ger hob hervor, dass das Unternehmen den Autopiloten nur f\u00fcr Autobahn-\u00e4hnliche Stra\u00dfen konzipiert habe. Trotzdem verhindere es nicht, dass das System auch in anderen, mehr Aufmerksamkeit erfordernden Verkehrsbereichen genutzt werde. Musk habe ferner behauptet, Autopilot sei besser als menschliche Fahrer, was falsche Hoffnungen weckte. Der CEO habe den Billionenwert der Firma &#8222;mit dem Hype um autonomes Fahren auf Kosten von Menschenleben gest\u00fctzt&#8220;.<\/p>\n<p>Ein Sprecher von Tesla bezeichnete das Geschworenenurteil als gespickt mit &#8222;erheblichen Rechtsfehlern&#8220; und k\u00fcndigte an, in Berufung zu gehen. Dem Konzern zufolge ist allein der Fahrer schuld, da er zu schnell gefahren sei, Gas gegeben und so den Autopiloten deaktiviert sowie nach seinem heruntergefallenen Telefon gesucht habe, statt auf den Verkehr zu achten. Das Assistenzsystem sei gar nicht die Ursache f\u00fcr den Unfall gewesen. Kein Auto im Jahr 2019 und keines heute h\u00e4tte diesen Unfall verhindert. Die Entscheidung gef\u00e4hrde so auch die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Jan Engelking\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nen<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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