{"id":315151,"date":"2025-08-03T06:30:16","date_gmt":"2025-08-03T06:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315151\/"},"modified":"2025-08-03T06:30:16","modified_gmt":"2025-08-03T06:30:16","slug":"krieg-in-der-ukraine-russische-luftangriffe-kiew-lebt-mit-traenen-in-den-augen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315151\/","title":{"rendered":"Krieg in der Ukraine: Russische Luftangriffe: &#8222;Kiew lebt mit Tr\u00e4nen in den Augen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Sirenengeheul &#8211; es ist wieder Luftalarm in der ukrainischen Hauptstadt <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/kiew\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kiew<\/a>. Milit\u00e4rnahe Telegramkan\u00e4le melden eine russische Drohne, die aus Osten kommend \u00fcber den Fluss Dnipro in Richtung Stadtzentrum fliegt. Entfernt ist vereinzeltes Maschinengewehrfeuer zu h\u00f6ren, doch n\u00e4hert sich das markante Brummen der anf\u00e4nglich Mopeds getauften Kampfdrohnen iranischer Bauart bedrohlich. Eine Rakete steigt auf, ein Knall. \u00abUpdate: vernichtet durch die Flugabwehr\u00bb, ist zu lesen.\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/29\/leben-kyjiw-krieg-ukraine-alltag-ehe-baby\" data-ct-label=\"Leben in Kyjiw: Ein Baby, mitten im Krieg?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Leben in Kyjiw:<br \/>\n                        Ein Baby, mitten im Krieg?<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/ukraine-krieg-russland-angriff-kyjiw\" data-ct-label=\"Krieg in der Ukraine: Russland startet erneut schwere Angriffe auf Kyjiw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Krieg in der Ukraine:<br \/>\n                        Russland startet erneut schwere Angriffe auf Kyjiw<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/israel-luftabwehr-raketen-jemen-huthi\" data-ct-label=\"Huthi-Miliz: Israelisches Milit\u00e4r meldet Raketenangriffe aus dem Jemen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Huthi-Miliz:<br \/>\n                        Israelisches Milit\u00e4r meldet Raketenangriffe aus dem Jemen<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch die Ruhe, sie w\u00e4hrt nicht lange. Dutzende weitere <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/drohne\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnen<\/a> und sp\u00e4ter auch Raketen bereiten den drei Millionen Kiewern eine Nacht voller Angst und Schrecken. Seit Jahresbeginn setzt das russische Milit\u00e4r mehr Drohnen ein als noch vor einem Jahr und konzentriert sich in seinen Angriffen auf Ziele in einer Region. Kaum eine Nacht in Kiew vergeht mehr ohne Luftalarm. Selbst die Flugabwehr der besonders gesch\u00fctzten Hauptstadt wird immer h\u00e4ufiger durchbrochen. Bewohner der Stadt sprechen von einem Gl\u00fccksspiel.\n<\/p>\n<p>                Einrichten f\u00fcr die Nacht in der U-Bahn        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im historischen Stadtzentrum eilen Menschen mit kleinen Taschen, Isomatten und Decken ausgestattet auf das gr\u00fcn leuchtende \u00abM\u00bb der Metro-Station \u00abGoldenes Tor\u00bb zu. M\u00fctter nehmen ihre Kinder an die Hand, die in ihren Rucks\u00e4cken das Notwendigste f\u00fcr die Nacht dabeihaben. Schlafende Kinder tragen die Eltern im Arm hinunter in die tiefe U-Bahn-Station, die in sowjetischer Zeit auch als Schutz vor einem US-Atomangriff gedacht war. Vor dem Eingang stehen bereits Raucher und lauschen, den Blick immer wieder auf das Handy richtend, dem Abwehrkampf in der Ferne.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einige richten sich gleich im Eingangsbereich der Station ein. Sie sitzen auf Treppen, den Heizk\u00f6rpern oder legen sich auf eine Isomatte und versuchen im Halbdunkel der Notbeleuchtung und dem regelm\u00e4\u00dfigen Piepen der Automaten zu schlafen. Die meisten begeben sich unter die Erde.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dort haben sich viele bereits mit ganzen Matratzen oder Feldbetten eine Schlafstatt bereitet oder setzen sich auf bereitgestellte Klappsitze. Ein Mann auf Kr\u00fccken steht anf\u00e4nglich etwas unschl\u00fcssig im Eingangsbereich herum, bis ihm die U-Bahnmitarbeiterin einen Stuhl bringt und er sich setzt. Nur selten gehen \u00c4ltere und eingeschr\u00e4nkt Bewegliche in die nicht auf ihre Bed\u00fcrfnisse vorbereiteten Schutzr\u00e4ume.\u00a0\n<\/p>\n<p>                        Nach den Drohnen kommen Raketen        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Immer wieder ist aus der Ferne der Gefechtsl\u00e4rm aus der Luft zu h\u00f6ren. B\u00fcrgermeister Vitali Klitschko und der konkurrierende Milit\u00e4rgouverneur Tymur Tkatschenko informieren auf Telegram \u00fcber die Folgen. Gegen eins in der Nacht melden sie erste Verletzte und Br\u00e4nde in mehreren Stadtteilen. Videos zeigen bereits Drohneneinschl\u00e4ge im S\u00fcden der Stadt um den von der Flugabwehr genutzten Stadtflughafen Schuljany. Der Gro\u00dfteil der feindlichen Flugger\u00e4te scheint in dieser Nacht Ziele in diesem Gebiet fern des Zentrums anzusteuern.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach etwa viereinhalb Stunden ist der erste Luftalarm vor\u00fcber. Viele Menschen verlassen die U-Bahn wieder und gehen nach Hause &#8211; in der Hoffnung auf eine ruhige Restnacht. Doch die Ruhe w\u00e4hrt nicht lange. Um halb f\u00fcnf heulen die Sirenen wieder. \u00abF\u00fcr Kiew besteht Gefahr durch ballistische Raketen\u00bb, schreibt Tkatschenko bei Telegram. Nach dem Start haben sie eine Flugzeit von unter drei Minuten. Die U-Bahn-Station f\u00fcllt sich wieder. Doch auf Telegram ist von mehreren Gruppen von Marschflugk\u00f6rpern zu lesen, die sich der Hauptstadt n\u00e4hern. Diese brauchen l\u00e4nger als ballistische Raketen. Etwas mehr Zeit, um sich an einen sicheren Ort zu begeben.\u00a0\n<\/p>\n<p>                        Drau\u00dfen lautes Donnern, drinnen leises Schluchzen        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wenig sp\u00e4ter ersch\u00fcttern gut ein Dutzend Explosionen innerhalb kurzer Zeit die Stadt. In einem Innenhof in Metron\u00e4he heulen die Auto-Alarmanlagen los, so heftig sind die Druckwellen. Auch die transparente Glasfront zum Hof knackt merklich unter dem Druck, h\u00e4lt aber stand und birst nicht.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Eine junge Frau mit modischem Kurzhaarschnitt zuckt beim Donnern heftig zusammen und beginnt leise zu schluchzen. Sie war mit ihrem Partner, dem Hund und einer Katze in einer Tragetasche kurz zuvor in die Metro geeilt. Der Mann streichelt tr\u00f6stend ihren Kopf, dabei das Handy nicht aus den Augen lassend. Er gibt dem Golden Retriever etwas Wasser in eine Sch\u00fcssel. Die Katze bekommt ebenfalls etwas. Lange bleiben sie nicht. Nur eine zur\u00fcckbleibende Wasserlache erinnert noch eine Weile an ihre Anwesenheit.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Inmitten des Krachens der Flugabwehrraketen kommt ein Lieferant mit frischer Backware f\u00fcr den Kiosk im U-Bahn-Eingangsbereich. Unger\u00fchrt vom L\u00e4rm drau\u00dfen l\u00e4dt er die Kisten aus und bereitet die Auslagen f\u00fcr die \u00d6ffnung am n\u00e4chsten Morgen vor. Einer der Wartenden fragt mit Blick auf das Geb\u00e4ck: \u00abWann macht Ihr auf?\u00bb. \u00abUm sieben\u00bb, lautet die lakonische Antwort, w\u00e4hrend drau\u00dfen weiter die Flugabwehr zu h\u00f6ren ist. Die geleerten Kisten wieder auf seine Sackkarre packend, rollt er genauso stoisch ins Freie und f\u00e4hrt weiter. Nach fast 40 Minuten ist auch dieser Flugalarm vor\u00fcber.\u00a0\n<\/p>\n<p>                        \u00abBei uns ist jeden Abend Disco\u00bb        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nur eine Minderheit kann in der Dreimillionenstadt Schutz in der U-Bahn, den Tiefgaragen oder einem der wenigen vorhandenen Schutzr\u00e4ume suchen. Die meisten bleiben in den eigenen vier W\u00e4nden, wie Inna. \u00abBei uns ist fast jeden Abend Disco\u00bb, sagt die Friseurin aus dem Stadtteil Darnyzja der Deutschen Presseagentur. \u00abIch liege bei offenem Fenster im Bett und schaue, wie eine Salve nach der anderen in die Luft steigt\u00bb, schildert sie die N\u00e4chte im Osten der Stadt. In einen Schutzraum oder die Metro will sie nicht gehen. Ihr Mann sitzt zur gleichen Zeit im Korridor, um wenigstens durch zwei W\u00e4nde gesch\u00fctzt zu sein.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abDas ist wie eine Lotterie\u00bb, sagt sie \u00fcber Einschl\u00e4ge in Wohnh\u00e4usern redend. \u00abDiese touristische Ausr\u00fcstung, wie Matten habe ich nicht und zum Schlafen kommst du in der Metro auch nicht\u00bb, sagt die blonde Endf\u00fcnfzigerin. F\u00fcr sie ist es besser, in der eigenen Wohnung zu sein. \u00abZumal wir am n\u00e4chsten Tag zur Arbeit m\u00fcssen, die hat ja noch keiner abgeschafft.\u00bb\n<\/p>\n<p>        Verlassen der Stadt w\u00fcrde sich wie Verrat anf\u00fchlen        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch Natalija zieht die eigene Wohnung vor. \u00abWir mummeln uns in Decken im Flur ein und warten ab\u00bb, sagt die Kioskverk\u00e4uferin, die nah der oft attackierten Raketenfabrik \u00abArtem\u00bb im Stadtteil Lukjaniwka westlich des Zentrums wohnt. Bei einem der j\u00fcngsten Angriffe sei sie zwar kurz mit ihrer Tochter in einen Schutzraum gegangen. \u00abIch bin aber wegen der Katzen zur\u00fcck in die Wohnung. Die Katzen sind f\u00fcr einen wie Kinder, ich kann sie nicht allein lassen\u00bb, erkl\u00e4rt sie.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Stadt zu verlassen, kommt f\u00fcr sie schon wegen ihrer zwei S\u00f6hne an der Front nicht infrage. \u00abKiew lebt gerade mit Tr\u00e4nen in den Augen\u00bb, sagt sie mit Blick auf die Opfer an der Front und in der Stadt selbst und bereitet Kaffee f\u00fcr den n\u00e4chsten Kunden.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In der Bilanz der ukrainischen Flugabwehr ist sp\u00e4ter von einem Angriff mit \u00fcber 300 Drohnen und acht Marschflugk\u00f6rpern zu lesen. F\u00fcnf Einschl\u00e4ge von Raketen und 21 von Drohnen vor allem in Kiew. Mehrere H\u00e4user sind teils komplett zerst\u00f6rt und es gibt mindestens 31 Tote und \u00fcber 150 Verletzte zu beklagen. Dennoch spielt am Abend der Gitarrist am Goldenen Tor wie jeden Tag f\u00fcr die zahlreichen Flanierenden die in Sowjetzeiten komponierte Stadthymne: \u00abWie k\u00f6nnte man dich nicht lieben, mein Kiew\u00bb.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:250803-930-870357\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sirenengeheul &#8211; es ist wieder Luftalarm in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. 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