{"id":315359,"date":"2025-08-03T08:28:11","date_gmt":"2025-08-03T08:28:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315359\/"},"modified":"2025-08-03T08:28:11","modified_gmt":"2025-08-03T08:28:11","slug":"urteil-in-muenchen-reiseveranstalter-muss-nach-diebstahl-zahlen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315359\/","title":{"rendered":"Urteil in M\u00fcnchen: Reiseveranstalter muss nach Diebstahl zahlen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Diese Reise war zu Ende, ehe sie begann: F\u00fcr rund 1700 Euro hatte ein Ehepaar bei einem M\u00fcnchner Reiseveranstalter eine Kreuzfahrt gebucht, konnte sie aber nicht antreten. Schuld daran war ein Dieb. Er hatte den Trolley der Eheleute gestohlen. Diesen hatte das Paar im Kofferabteil des Busses verstaut, mit dem sie vom Busbahnhof Hamburg an den Hafen gebracht wurden. Als die beiden den Diebstahl des Trolleys bemerkten, in dem sich unter anderem wichtige Medikamente \u2013 Blutdruck- und Cholesterinsenker \u2013 befanden, weigerten sie sich, die Kreuzfahrt anzutreten. Das Paar verklagte stattdessen den Reiseveranstalter und forderte in einem Zivilverfahren vor dem Amtsgericht <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> die R\u00fcckzahlung des Reisepreises sowie weitere 480 Euro als Ersatz f\u00fcr die gestohlenen Gegenst\u00e4nde und den Trolley.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der M\u00fcnchner Reiseveranstalter indes war lediglich bereit, den Senioren einen Betrag f\u00fcr sogenannte ersparte Aufwendungen zu zahlen \u2013 und zwar 216,90 Euro. Nicht mehr. Immerhin habe kein \u201eReisemangel\u201c vorgelegen, argumentierte das Unternehmen. Vielmehr habe sich mit dem Verlust des Trolleys das \u201eallgemeine Diebstahlrisiko\u201c verwirklicht. \u00dcberdies erkl\u00e4rte der Reiseveranstalter, sei den Kl\u00e4gern \u201ezumutbar\u201c gewesen, die Medikamente in einer Handtasche zu transportieren oder den Kofferraum des Busses zu beobachten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Doch dieser Argumentation folgte das Amtsgericht nicht. Vielmehr gab es den Eheleuten weitestgehend recht und verurteilte den Reiseveranstalter, den gesamten Reisepreis zu erstatten. Neben dem bereits \u00fcberwiesenen Betrag in H\u00f6he \u00fcber 216,90 Euro muss das Unternehmen also weitere 1461,10 Euro zahlen sowie 90 Euro als Ersatz f\u00fcr den gestohlenen Trolley und die Dinge, die sich darin befanden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">In seiner Urteilsbegr\u00fcndung stellt das Gericht fest, dass die abhandengekommenen Medikamente aus dem Gep\u00e4ckraum des Busses laut <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Reiserecht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reiserecht<\/a> einen sogenannten \u201eReisemangel\u201c darstellten. Denn der Transfer der Kl\u00e4ger und ihres Gep\u00e4cks zum Schiff sei immerhin auch\u00a0\u201eBestandteil\u201c der Pauschalreise gewesen. Der Verlust der Medikamente stelle eine erhebliche Beeintr\u00e4chtigung der Reise dar. Diese m\u00fcssten regelm\u00e4\u00dfig eingenommen werden. Geschehe dies nicht, k\u00f6nne es zu k\u00f6rperlichen Beeintr\u00e4chtigungen und sogar Gesundheitssch\u00e4den kommen. \u201eDen Kl\u00e4gern war es nicht zumutbar, eine Reise anzutreten, die ihrer Gesundheit schaden k\u00f6nnte\u201c, betont das Gericht in seinem Urteil. \u00dcberdies habe das Paar keinerlei Schuld an dem festgestellten\u00a0\u201eReisemangel\u201c, also dem Verlust ihrer Medikamente.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Sorgfaltspflichten f\u00fcr das Gep\u00e4ck von Reisenden gingen auf den Reiseveranstalter \u00fcber, sobald dieses im Kofferraum eines Reisebusses deponiert wurde, betont das Gericht. Die Kl\u00e4ger seien weder verpflichtet gewesen, ihren Trolley zu beobachten, nachdem sie diesen im Laderaum des Busses verstaut hatten, noch h\u00e4tten sie ihre Medikamente in einer Handtasche bei sich behalten m\u00fcssen.\u00a0 Stattdessen h\u00e4tten sie vielmehr darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass ihr Reisegep\u00e4ck vom Reiseveranstalter gesichert wird.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das Urteil des Amtsgerichts M\u00fcnchen (Az. 223 C 12480\/23) ist rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Diese Reise war zu Ende, ehe sie begann: F\u00fcr rund 1700 Euro hatte ein Ehepaar bei einem M\u00fcnchner&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":315360,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[3360,772,29,2634,30,1268,6174,149],"class_list":{"0":"post-315359","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-amtsgericht-muenchen","9":"tag-bayern","10":"tag-deutschland","11":"tag-gerichtsprozesse-in-muenchen","12":"tag-germany","13":"tag-muenchen","14":"tag-reiserecht","15":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114963893779439171","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/315359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=315359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/315359\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/315360"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=315359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=315359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=315359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}