{"id":315399,"date":"2025-08-03T08:50:17","date_gmt":"2025-08-03T08:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315399\/"},"modified":"2025-08-03T08:50:17","modified_gmt":"2025-08-03T08:50:17","slug":"ueberfaelle-von-seeraeubern-auf-handelsroute-vor-singapur-steigen-rasant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315399\/","title":{"rendered":"\u00dcberf\u00e4lle von Seer\u00e4ubern auf Handelsroute vor Singapur steigen rasant"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 03.08.2025 09:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Durch die Stra\u00dfen von Malakka und Singapur werden 40 Prozent des Welthandels abgewickelt. Doch bewaffnete \u00dcbergriffe von Seer\u00e4ubern machen zunehmend Sorgen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Maximilian Seib, ARD Singapur\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenn es vor der K\u00fcste von Singapur Nacht wird, greifen die Seer\u00e4uber an. Im Schutz der Dunkelheit \u00fcberfallen sie Schiffe, die die Stra\u00dfe von Malakka und Singapur durchfahren. Und diese Angriffe mehren sich: Die Zahl der bewaffneten \u00dcberf\u00e4lle in der Meerenge hat sich im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vervierfacht.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Stra\u00dfe von Malakka und Singapur ist einer der wichtigsten Seewege des globalen Handels. Rund 100.000 Schiffe fahren jedes Jahr \u00fcber diese Route. Auch 20 Prozent aller deutschen Importe und 10 Prozent aller Exporte passieren sie.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Internationale Handelskammer warnt: Der rasante Anstieg an \u00dcberf\u00e4llen sei besorgniserregend, weil die Angriffe die Schiffsbesatzungen und auch die Sicherheit des internationalen Handels in Gefahr br\u00e4chten.<\/p>\n<p>    Gro\u00dfe Auswirkungen auf Lieferketten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMilan Dolinski arbeitet als Logistiker in Singapur. Seine Firma handelt mit landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Kartoffeln, Weizen oder Mais. &#8222;Wenn in der Stra\u00dfe von Malakka und Singapur irgendetwas passiert, hat das einen riesigen Einfluss auf das ganze System&#8220;, sagt Dolinski. Es drohen Unterbrechungen der Lieferketten und h\u00f6here Kosten f\u00fcr Reedereien. Dazu komme, dass es keine wirkliche Alternative gebe. Der Umweg \u00fcber die indonesischen Inseln Bali und Lombok w\u00fcrde Zeit und Geld kosten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm seine eigenen Lieferungen sorgt sich Dolinski bisher allerdings nicht. Denn die Angreifer haben es vor allem auf Gegenst\u00e4nde und G\u00fcter abgesehen, die lose auf den Schiffen liegen: Kupfer, Stahl, Motorenteile, auch Geld und Uhren der Besatzung. Container werden nicht aufgebrochen, weil das zu lange dauert. Vereinzelt werden Crew-Mitglieder angegriffen oder gefesselt.\u00a0<\/p>\n<p>    \u00dcberf\u00e4lle k\u00f6nnen zu Schiffsunf\u00e4llen f\u00fchren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVijay D Chafekar, Direktor der f\u00fcr die Region zust\u00e4ndigen \u00dcberwachungsbeh\u00f6rde ReCAAP (Regional Cooperation Agreement on Combating Piracy and Armed Robbery against Ships in Asia) sagt, man k\u00f6nne diese \u00dcberf\u00e4lle allerdings nicht als Bagatell-Diebst\u00e4hle abtun. Angriffe gerade in einer solch hohen Zahl k\u00f6nnten zu Unf\u00e4llen der Schiffe f\u00fchren. In einer solchen Meerenge h\u00e4tte das gro\u00dfe Auswirkungen. &#8222;Deswegen d\u00fcrfen wir das Problem nicht ignorieren.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nReCAAP wurde vor knapp 20 Jahren gegr\u00fcndet, als die Situation in der Stra\u00dfe von Malakka und Singapur noch schlimmer war. Damals wurden Schiffscrews entf\u00fchrt, in einigen F\u00e4llen get\u00f6tet. Boote verschwanden spurlos. Um dem Herr zu werden, schlossen sich mehr als ein Dutzend Nationen zusammen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nReCAAP beobachtet und registriert f\u00fcr sie seither die \u00dcberf\u00e4lle auf See, gibt Handlungsempfehlungen an Mitgliedsl\u00e4nder und Schiffsbetreiber. Mittlerweile ist auch Deutschland Mitglied der Organisation.\u00a0Die Zusammenarbeit der Nationen hat sich bew\u00e4hrt. Lange hatte sich die Situation in der Stra\u00dfe von Malakka und Singapur beruhigt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Wirtschaftliche Not als Antrieb<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWoher kommt also der j\u00fcngste Anstieg an \u00dcberf\u00e4llen? Ermittlungen der lokalen Beh\u00f6rden zeigen: Die Seer\u00e4uber stammen aus Indonesien, leben auf den Riau-Inseln s\u00fcdlich von Singapur. Gleich mehrere Gruppen agieren von dort aus.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie wirtschaftliche Not der Menschen vor Ort sei der Grund f\u00fcr den Anstieg der \u00dcberf\u00e4lle, sagt Syariat. Er war fr\u00fcher selbst als Pirat aktiv. Im Haus eines Kontaktmanns ist er bereit, \u00fcber die Hintergr\u00fcnde und Strukturen der Seer\u00e4uber in der Region zu sprechen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Ich wollte nie Pirat werden&#8220;, sagt er. Aber es sei damals sehr schwierig gewesen, seine Familie zu ern\u00e4hren. Sie h\u00e4tten jedes Schiff \u00fcberfallen, das vorbeigefahren sei. Nun sei der \u00f6konomische Druck wieder sehr hoch. Die Eink\u00fcnfte als Fischer oder Bauarbeiter br\u00e4chten wenig. Deswegen sei die n\u00e4chste Generation nun aktiv.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Das System der Seer\u00e4uber<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei unterscheiden sich die Seer\u00e4uber von den Riau-Inseln von Piraten im Indischen Ozean oder dem Golf von Guinea. Sie tragen keine Schusswaffen bei sich, nur Luftpistolen, Messer und Macheten. Das Ziel seien schnelle Diebst\u00e4hle, ohne gro\u00df Aufmerksamkeit zu erregen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Man hat ungef\u00e4hr 20 Minuten&#8220;, erz\u00e4hlt Syariat. Dann fahre das eigene Boot wieder weg. Alles andere sei zu riskant. Wer bis dahin nicht zur\u00fcck ist, dem bleibt nur der Sprung ins Meer. &#8222;Es ist eine sehr gef\u00e4hrliche Mission.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Riau-Inseln bieten f\u00fcr die Seer\u00e4uber ideale Bedingungen. Denn es gibt mehrere tausend kleine Inseln. Auf einer lagern sie ihre Beute, auf einer anderen werden Trainings veranstaltet, berichtet Syariat. Wie man an einem Seil ein \u00fcberfallenes Schiff hochklettert, wie man notfalls die Besatzung fesselt. Solange es den Menschen an Geld und Perspektiven fehle, werde es auch Piraten in der Region geben.\u00a0<\/p>\n<p>    Abschreckung wirkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fchrt wirtschaftliche Not also automatisch zu mehr \u00dcberf\u00e4llen? F\u00fcr Vijay D Chafekar von ReCAAP w\u00e4re das Kapitulation. Er setzt auf Abschreckung. Mitte Juli haben Ermittler in Indonesien neun Verd\u00e4chtige festgenommen. Sie sollen seit 2017 Schiffe in der Region \u00fcberfallen haben.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeitdem w\u00e4ren die Angriffe auf nahezu null zur\u00fcckgegangen, sagt Chafekar. Das zeige, dass man mit vereinten Kr\u00e4ften die Situation in den Griff bekommen kann. Dazu brauche es auch eine gewissenhafte Strafverfolgung, &#8222;Wir sitzen zwar nicht alle im gleichen Boot, aber im gleichen Sturm.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 03.08.2025 09:57 Uhr Durch die Stra\u00dfen von Malakka und Singapur werden 40 Prozent des Welthandels abgewickelt. 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