{"id":315532,"date":"2025-08-03T10:06:15","date_gmt":"2025-08-03T10:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315532\/"},"modified":"2025-08-03T10:06:15","modified_gmt":"2025-08-03T10:06:15","slug":"alkohol-und-seine-kardiovaskulaeren-risiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315532\/","title":{"rendered":"Alkohol und seine kardiovaskul\u00e4ren Risiken"},"content":{"rendered":"<p>Wie wirkt Alkohol auf das Herz-Kreislauf-System? Neue Forschung offenbart \u00fcberraschende Risiken und potenzielle Schutzmechanismen.<\/p>\n<p>Alkohol ist f\u00fcr viele Alltag, f\u00fcr das <strong>Herz<\/strong> aber eine Herausforderung. Wie viel ist zu viel \u2013 und ist weniger manchmal sogar mehr? Ein Forschungsteam der American Heart Association hat die aktuelle Datenlage sondiert. Klar ist: Die <strong>Dosis<\/strong> macht das Gift.<\/p>\n<p>Der Einfluss von Alkohol auf das Herz-Kreislauf-System wird in der Forschung seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. W\u00e4hrend exzessiver Konsum nachweislich gesundheitssch\u00e4dlich ist, deuten einige Studien darauf hin, dass ein geringer bis m\u00e4\u00dfiger Alkoholkonsum m\u00f6glicherweise mit einem reduzierten Risiko f\u00fcr bestimmte kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen einhergeht.<\/p>\n<p>Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Mariann Piano von der Vanderbilt Unversity School of Nursing veranschaulicht aktuelle Studienergebnisse anhand des Konsums von US-amerikanischen \u201eStandarddrinks\u201c. Dieser enth\u00e4lt ca. <strong>14\u2009g Alkohol<\/strong> und gilt als solcher, wenn er bspw. aus<\/p>\n<ul>\n<li>29,6\u2009ml einer Spirituose mit ca. 50\u2009% vol,<\/li>\n<li>44,4\u2009ml einer Spirituose mit ca. 40\u2009% vol,<\/li>\n<li>149\u2009ml Wein (~ \u00a012\u2009% vol) oder<\/li>\n<li>355\u2009ml Bier (~\u20095\u2009% vol)<br \/>besteht. Wie sich der Alkoholkonsum konkret auf verschiedene kardiovaskul\u00e4re Parameter und Erkrankungen auswirkt, zeigt eine Auswertung zahlreicher Studien.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Blutdruck<\/p>\n<p>Insgesamt 36 randomisierte kontrollierte Studien kommen zu dem Ergebnis, dass ein <strong>t\u00e4glicher Konsum<\/strong> von ein bis zwei Standarddrinks den Blutdruck nicht beeinflusst. Ab dem <strong>dritten Drink<\/strong> steigt das Risiko f\u00fcr erh\u00f6hten Blutdruck. Im Umkehrschluss sei damit zu rechnen, dass verringerter Alkoholgenuss oder sogar Abstinenz den Erfolg einer <strong>antihypertensiven Therapie<\/strong> verbessern k\u00f6nne, so die Forschenden.<\/p>\n<p>Koronare Herzkrankheit<\/p>\n<p>Die Forschenden schreiben, dass <strong>maximal zwei Drinks<\/strong> t\u00e4glich bei M\u00e4nnern, maximal ein Drink t\u00e4glich bei Frauen das Risiko einer KHK verringert. Vor hohem Alkoholkonsum und <strong>Binge-Drinking<\/strong> ist aus Gr\u00fcnden der Kardioprotektion zu warnen.<\/p>\n<p>Schlaganfall<\/p>\n<p>Einer Metaanalyse von 27 prospektiven epidemiologischen Studien zufolge reduzieren <strong>ein bis zwei Drinks pro Tag<\/strong> das Risiko eines Schlaganfalls um 8\u201310\u2009%. Trinkfreudigen sollte nahegelegt werden, dass hoher Alkoholkonsum (\u2265\u20095\u00a0Drinks\/d f\u00fcr M\u00e4nner und \u2265\u20094\/d f\u00fcr Frauen) die Gefahr eines Hirninsults jeder Art erh\u00f6ht. Eine wesentliche Rolle spielt dabei wohl der ung\u00fcnstige Einfluss auf den Blutdruck.<\/p>\n<p>Vorhofflimmern<\/p>\n<p>Es ist unklar, ob bereits ein Drink am Tag riskant ist. Eine prospektive Studie kommt zu dem Schluss, dass <strong>Alkoholabstinenz<\/strong> die Flimmerlast erheblich verringert. Interessanterweise war laut einer weiteren Studie ein langfristiger Konsum von<strong> einem Drink <\/strong>t\u00e4glich mit dem niedrigsten Risiko f\u00fcr den pl\u00f6tzlichen Herztod verbunden.<\/p>\n<p>Herzinsuffizienz<\/p>\n<p>Niedriger bis moderater Genuss (1\u20132\u00a0Drinks t\u00e4glich) f\u00fchrt nicht zu einem vermehrten <strong>Auftreten der Herzinsuffizienz.<\/strong> Aber mehr als zwei Gl\u00e4ser t\u00e4glich und Rauschtrinken k\u00f6nnen die Gefahr daf\u00fcr erh\u00f6hen. Bei strukturellen oder funktionellen kardialen Anomalien ist ein Alkoholgenuss von mehr als <strong>5\u00a0Drinks pro Woche<\/strong> mit einer erh\u00f6hten Progressionsneigung assoziiert. Es kommt h\u00e4ufiger zu asymptomatischer linksventrikul\u00e4rer Dysfunktion und manifester Herzschw\u00e4che.<\/p>\n<p>Kardiomyopathie<\/p>\n<p>Langfristiger, exzessiver Alkoholkonsum kann die Entwicklung einer <strong>alkoholischen Kardiomyopathie<\/strong> beg\u00fcnstigen. Als kritisch gilt ein Zeitraum von 5\u201315\u00a0Jahren, schreiben die Forschenden. Dabei spielen auch genetische Faktoren und <strong>Umwelteinfl\u00fcsse<\/strong> eine wichtige Rolle. Senken leitliniengerecht behandelte Herzinsuffiziente ihren Konsum auf unter 6 Drink pro Woche, bessern sich Ventrikelfunktion und Prognose. F\u00fcr die dilatative Kardiomyopathie gibt es bisher keine Grenzwerte. Eine Studie kam zu dem Schluss, dass <strong>moderater bis exzessiver Alkoholkonsum<\/strong> (1\u20135\u00a0Drinks f\u00fcr Frauen und 2\u20135 f\u00fcr M\u00e4nner) bei Erkrankten nicht mit dem vermehrten Auftreten kardiovaskul\u00e4rer Ereignisse innerhalb von <strong>vier Jahren<\/strong> assoziiert war.<\/p>\n<p>Zusammenfassend konstatiert die Autorengruppe der AHA, dass<strong> schweres Trinken<\/strong> (mehr als zwei Drinks am Tag) und rauschhafter Konsum nachweislich das Herz sch\u00e4digen. Alkoholabstinenz und reduzierte Aufnahme k\u00f6nnen auch Komplikationen wie bpsw. Hypertonie vermindern. Wichtig sind weitere Untersuchungen z.\u2009B. bei Frauen, denn diese waren in den Studien unterrepr\u00e4sentiert. Unklar bleibt weiterhin, ob die Art des <strong>alkoholischen Getr\u00e4nks<\/strong> und der eingenommenen Medikation die negativen Effekte verst\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"small\">Quelle: Piano MR et al. Circulation 2025; <a href=\"https:\/\/www.ahajournals.org\/doi\/10.1161\/CIR.0000000000001341\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">doi: 10.1161\/CIR.0000000000001341<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie wirkt Alkohol auf das Herz-Kreislauf-System? Neue Forschung offenbart \u00fcberraschende Risiken und potenzielle Schutzmechanismen. 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