{"id":315540,"date":"2025-08-03T10:10:13","date_gmt":"2025-08-03T10:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315540\/"},"modified":"2025-08-03T10:10:13","modified_gmt":"2025-08-03T10:10:13","slug":"wieso-immer-mehr-menschen-nebenjobs-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/315540\/","title":{"rendered":"Wieso immer mehr Menschen Nebenjobs haben"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 03.08.2025 11:24 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Immer mehr Menschen in Deutschland haben einen Nebenjob. Doch statt Geldsorgen steht beim sogenannten Side Hustle Boom immer \u00f6fter das Thema Selbstverwirklichung im Vordergrund.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/lilli-hiltscher-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Lilli Hiltscher\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/lilli-hiltscher-104.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/christof-doerr-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Christof D\u00f6rr \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/doerr-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGassi gehen mit fremden Hunden, als Komparse bei einem Film mitarbeiten oder online selbst gemachte Handarbeiten verkaufen: Immer mehr Menschen in Deutschland gehen einem Nebenjob nach. 2023 hatten laut dem Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt und Berufsforschung rund 4,5 Millionen Deutsche einen Zweitjob. 2013 lag die Zahl mit 3,2 Millionen noch deutlich darunter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Nebenjobs werden auf jeden Fall beliebter. Die Zahl der Nebenerwerbsgr\u00fcndungen ist zuletzt um etwa f\u00fcnf Prozent gestiegen auf 382.000. Und inzwischen geht laut IAB tats\u00e4chlich fast jeder Neunte einem Nebenerwerb nach&#8220;, sagt Katharina L\u00fcth, Vorst\u00e4ndin bei der Raisin Bank, im ARD-Finanzformat 50k auf YouTube. In anderen L\u00e4ndern ist der Trend sogar noch ausgepr\u00e4gter: In den USA hat jeder Dritte einen Nebenjob, in Gro\u00dfbritannien arbeitet jeder Vierte nebenbei.<\/p>\n<p>    Kreativ ausleben und Geld verdienen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd das hat nicht immer nur etwas mit Geldsorgen zu tun. &#8222;Da geht es oft auch um Selbstverwirklichung. Kann ich \u00fcber die Zeit mein Hobby zum Beruf machen oder unternehmerisch t\u00e4tig werden&#8220;, betont Expertin L\u00fcth. Das best\u00e4tigen auch Daten des Arbeitszeitreports Deutschland von 2021: Danach machen 36 Prozent der Menschen ihren Nebenjob, weil sie Spa\u00df daran haben &#8211; sie machen also ihr Hobby zum Beruf, k\u00f6nnen sich kreativ ausleben und nebenbei auch noch was verdienen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine aktuelle <a href=\"https:\/\/www.intuit.com\/blog\/innovative-thinking\/the-side-hustle-generation\/\" title=\"The Side Hustle Generation: Gen Z and Millennials Redefine Financial Success\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Verbraucherumfrage von Intuit<\/a>, einer weltweit aktiven Finanztechnologieplattform, zeigt au\u00dferdem, dass es vielen Side Hustlern darum geht, Autonomie zu erlangen. Fast die H\u00e4lfte der Befragten gab an, ihre Hauptmotivation f\u00fcr einen Nebenjob sei es, ihr eigener Chef zu sein, w\u00e4hrend 42 Prozent von dem Wunsch angetrieben werden, ihren Leidenschaften nachzugehen.<\/p>\n<p>    &#8222;Generation Nebenjob&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd das Ganze ist besonders bei jungen Menschen beliebt, Experten sprechen mittlerweile schon von einer &#8222;Generation Nebenjob&#8220;. Der Grund: Laut verschiedenen Verbraucherumfragen haben fast zwei Drittel der 18- bis 35-J\u00e4hrigen bereits einen Nebenjob als Erg\u00e4nzung zu ihrem Hauptjob begonnen oder planen dies.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n65 Prozent von ihnen beabsichtigen, dieses Modell mit zwei Jobs dauerhaft fortzusetzen. Die Nebenjobs sind also mehr als nur fl\u00fcchtige Trends &#8211; sie repr\u00e4sentieren einen grundlegenden Wandel in der Einstellung j\u00fcngerer Generationen zu Arbeit, Sinnhaftigkeit und finanzieller Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>    Gesetzliche Regelungen erleichtern Nebenjobs<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas k\u00f6nnte auch daran liegen, dass Nebenjobs durch gesetzliche \u00c4nderungen zuletzt immer attraktiver geworden sind. So ist seit 2023 das Einkommen aus einer sogenannten geringf\u00fcgigen Nebenbesch\u00e4ftigung &#8211; also einem Minijob &#8211; f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten steuerfrei. Au\u00dferdem werden keine Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung f\u00e4llig. Seit 2013 besteht zwar eine Versicherungs- und Beitragspflicht f\u00fcr die gesetzliche Rentenversicherung, aber es gibt die M\u00f6glichkeit, sich von der Zahlung des Arbeitnehmeranteils befreien zu lassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auch der Arbeitgeber des Hauptjobs darf einen Nebenjob nicht verbieten: &#8222;Grunds\u00e4tzlich ist es so, dass der Arbeitgeber nicht \u00fcber den Rest der Zeit eines Arbeitnehmenden bestimmen darf&#8220;, betont Katharina L\u00fcth. Was man aber trotzdem beachten muss: Der Nebenjob darf den Hauptjob nicht beeintr\u00e4chtigen. Hei\u00dft: Als Rettungssanit\u00e4ter darf man zum Beispiel im Nebenjob Taxi fahren. Das sagt zumindest das Landesarbeitsgericht Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZudem gibt es ein sogenanntes Wettbewerbsverbot: Wer bei der Post arbeitet, darf nicht bei der Konkurrenz Briefe austragen. Aber man darf zum Beispiel als Hundesitter arbeiten oder kellnern &#8211; solange man das Arbeitszeitgesetz beachtet und die maximale Arbeitszeit und Ruhepausen einh\u00e4lt.<\/p>\n<p>    Online-Plattformen boomen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGleichzeitig er\u00f6ffnet der technischer Fortschritt neue M\u00f6glichkeiten bei Nebenjobs. So spielen etwa die Zeitersparnisse, die viele Arbeitnehmer durch Homeoffice erleben, eine wichtige Rolle bei der Attraktivit\u00e4t von Nebenjobs, so Katharina L\u00fcth: &#8222;Wenn ich nicht mehr jeden Tag zwei Stunden Arbeitsweg habe, dann habe ich pl\u00f6tzlich mehr Zeit, um einem Nebenerwerb nachzugehen.&#8220; Denn immerhin betrachten 44 Prozent der jungen Nebenerwerbst\u00e4tigen den Mangel an Stunden am Tag als gr\u00f6\u00dftes Hindernis.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auch Online-Plattformen, die etwa Freiberufler mit potenziellen Kunden verbinden, und so den Verkauf erleichtern, haben Side Hustles weiter demokratisiert &#8211; und erleben einen Boom. So verzeichnete die Do-it-yourself-Plattform Etsy in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres 115.000 neue Verk\u00e4ufer. Teachable, eine Plattform, auf der Menschen Onlinekurse erstellen und verkaufen k\u00f6nnen, freute sich im Juli 2024 \u00fcber einen ersten Quartalsumsatz von mehr als zehn Millionen US-Dollar. Und OnlyFans, wo man mehr oder weniger erotische Bilder von sich zum Verkauf anbieten kann, meldete sechsstellige neue Anmeldungen.<\/p>\n<p>    YouTube-Kanal oder Tierbetreuung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo ist es auch kaum \u00fcberraschend, dass beliebte Nebenjobs in Deutschland online stattfinden. Dazu geh\u00f6ren &#8211; neben den genannten Plattformen &#8211; etwa das Betreiben eines YouTube-Kanals, wobei sich hier vor allem \u00fcber das YouTube-Partnerprogramm mit Werbung Geld verdienen l\u00e4sst, das Verkaufen von Vintage-Artikel, zum Beispiel \u00fcber Kleinanzeigen, Vinted, Facebook Marketplace oder auch in lokalen Flohmarktgruppen oder selbstgemachtes verkaufen. Wer gern strickt, bastelt oder malt, kann auch damit Geld verdienen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBeliebt sind aber auch Jobs als Haushaltshilfe oder in der Gartenarbeit. Und in der Tierbetreuung, etwa als Dog Walker oder Hundesitter, l\u00e4sst sich nebenbei Geld verdienen.<\/p>\n<p>    Mit dem Side Hustle zum Million\u00e4r<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd Side Hustle kann sich richtig bezahlt machen, wie das Beispiel von Vincent Willkomm zeigt. Der 46-J\u00e4hrige hat sich wortw\u00f6rtlich zum Million\u00e4r hochgehustlet. Mit Mieteinnahmen, Dividenden, Zinsen aus Privatkrediten und seinen fr\u00fcheren Nebenjobs verdient er \u00fcber 11.000 Euro im Monat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit 16 Jahren hat er angefangen &#8211; w\u00e4hrend andere feiern waren, hat er Sp\u00e4tschichten geschoben, R\u00e4ume untervermietet, sein Auto verleast, den Keller als Lagerfl\u00e4che vermietet. Und jeden Euro, den er verdient hat, hat er investiert. Deshalb r\u00e4t Willkomm auch dazu, Geduld zu haben. Vincent Willkomm hat zwar schon mit 16 angefangen zu arbeiten, aber seine erste Millionen hatte er erst mit knapp 40 Jahren zusammen. Das zeigt also: Dran bleiben lohnt sich, auch bei kleinen Betr\u00e4gen, die man verdient.<\/p>\n<p>    &#8222;Nebenbei reich werden ist schwierig&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotz dessen sollte man sich dar\u00fcber im Klaren sein, das wohl die wenigsten mit ihren Side Hustles zu Million\u00e4ren werden. &#8222;Was Side Hustler verdienen, ist schwer zu sagen. 2019 gab es eine YouGov-Umfrage, wonach die H\u00e4lfte der Menschen mit ihrem Nebenverdienst unter 500 Euro im Monat lagen. Immerhin ein F\u00fcnftel hat zwischen 500 und 2.500 Euro dazuverdient&#8220;, so Katharina L\u00fcth von Raisin. Genauere Erhebungen dazu gibt es f\u00fcr Deutschland aber nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAnders sieht das in den USA aus. Dort verdienen Side Hustler, die rund zw\u00f6lf Stunden pro Woche arbeiten, im Schnitt 1.122 Dollar im Monat. Aber das ist nicht die Regel &#8211; \u00fcber die H\u00e4lfte verdient sogar weniger als 200 Dollar monatlich. &#8222;Nebenbei und einfach reich werden ist generell schwierig&#8220;, sagt Expertin L\u00fcth. Sinnvoller, als mit dem Nebenjob aufs schnelle Geld zu hoffen, ist aus ihrer Sicht, dass dazu verdiente Geld anzulegen. &#8222;Dieses zus\u00e4tzliche Geld zu investieren und zu vermehren, das ist auf jeden Fall eine sinnvolle Idee.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd sie betont im 50k-Interview auch: Es gibt Side Hustles, von denen man besser die Finger lassen sollte. &#8222;Gerade bei Versprechungen wie &#8218;Mit diesem Nebenerwerb werden Sie sehr schnell sehr reich&#8216; sollte man auf jeden Fall Vorsicht walten lassen.&#8220; Dahinter verbergen sich oft Schneeballsysteme, in die man selbst erst einmal viel Geld investieren muss. Auch von Multi-Level-Marketing sollte man lieber die Finger lassen. Dabei verkauft man Produkte und muss gleichzeitig andere Leute anwerben, die dasselbe machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 03.08.2025 11:24 Uhr Immer mehr Menschen in Deutschland haben einen Nebenjob. 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