{"id":316464,"date":"2025-08-03T18:51:10","date_gmt":"2025-08-03T18:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/316464\/"},"modified":"2025-08-03T18:51:10","modified_gmt":"2025-08-03T18:51:10","slug":"frankreichs-palaestina-kurs-vertieft-religioese-graeben-dw-03-08-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/316464\/","title":{"rendered":"Frankreichs Pal\u00e4stina-Kurs vertieft religi\u00f6se Gr\u00e4ben \u2013 DW \u2013 03.08.2025"},"content":{"rendered":"<p>Mohammed Iriqat hat die schwankende Haltung Frankreichs zum <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/israel-gaza-hamas-libanon-konflikt-krieg-hisbollah\/t-67035153\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Israel-Hamas-Krieg<\/a> aus erster Hand miterlebt. Vom Spott, den er einstecken musste, weil er das Pal\u00e4stinensertuch Keffiyeh trug, bis hin zur Kritik, weil er auf Demonstrationen gegen den Krieg in Gaza mitmarschierte.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist schwierig, ein Zeichen zu tragen, das zeigt, dass man Pal\u00e4stinenser ist&#8220;, erinnert er sich an die ersten Proteste, an denen anfangs haupts\u00e4chlich Muslime teilnahmen. &#8222;Eine Keffiyeh zu tragen, die pal\u00e4stinensische Flagge zu halten &#8211; das war sehr schwierig.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sehr symbolisch, und\u00a0sehr wichtig&#8220;<\/p>\n<p>Doch nun bahnt sich f\u00fcr den seit vier Jahren in Paris lebenden pal\u00e4stinensischen Jurastudenten ein Wandel an. Denn am 24. Juli hat Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron angek\u00fcndigt, die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/die-pal\u00e4stinensischen-gebiete\/t-17289565\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pal\u00e4stinensischen Gebiete<\/a> im September vor der UN-Generalversammlung in New York als Staat anerkennen zu wollen.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist sehr symbolisch, und dennoch sehr wichtig&#8220;, sagt\u00a0Iriqat, 30, angesichts des Vorhabens.\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/was-frankreichs-anerkennung-pal\u00e4stinas-bedeutet\/a-73412371\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dieser Schritt<\/a> werde gemeinsam mit anderen Ma\u00dfnahmen &#8222;eine neue \u00c4ra einl\u00e4uten&#8220;.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"69214555\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/69214555_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Pro-Pal\u00e4stinenser-Demonstration in Paris. In der Menschenmenge wehen gr\u00fcn-rot-wei\u00dfe-schwarze Flaggen der Pal\u00e4stinensischen Gebiete\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Massenproteste: Tausende Menschen demonstrierten im Mai vergangenen Jahres auf dem Platz der Republik in Paris ihre Solidarit\u00e4t mit der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung Bild: Luc Auffret\/Anadolu\/picture alliance<\/p>\n<p>Riss durch Religionsgemeinschaften<\/p>\n<p>Iriqats Reaktion auf Macrons Ank\u00fcndigung spiegelt die politische Spaltung beim Thema Pal\u00e4stina in Frankreich wider. Und sie vertieft die Spannungen zwischen der j\u00fcdischen und der muslimischen Gemeinschaft, der gr\u00f6\u00dften in Westeuropa.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Der Krieg hat viele Beziehungen beendet, sowohl unter den religi\u00f6sen Anf\u00fchrern, als auch innerhalb der Bev\u00f6lkerung&#8220;, sagt\u00a0Gerard Unger, Vizepr\u00e4sident des Repr\u00e4sentativen Rates der franz\u00f6sisch-j\u00fcdischen Institutionen (<a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.crif.org\" title=\"Externer Link \u2014 CRIF\">CRIF<\/a>), der DW. &#8222;Beide Seiten sprechen kaum noch miteinander. Und jede Seite wei\u00df, dass, wenn sie es t\u00e4te, die andere Seite sich als Opfer darstellen w\u00fcrde.&#8220;<\/p>\n<p>Der CRIF geh\u00f6rt neben konservativen und rechtsextremen franz\u00f6sischen Politikern zu denjenigen, die Macrons Erkl\u00e4rung kritisieren. In einer Erkl\u00e4rung nannte die j\u00fcdische Gruppe eine Anerkennung Pal\u00e4stinas einen &#8222;moralischen Fehler, einen diplomatischen Irrtum und eine politische Gefahr&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Eine opportunistische Entscheidung&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Macron h\u00e4lt sich nicht an seine eigenen Zusagen&#8220;, kritisiert Unger. Er verweist darauf, dass der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/emmanuel-macron\/t-38664576\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">franz\u00f6sische Pr\u00e4sident<\/a> zuvor noch Bedingungen f\u00fcr die Anerkennung der pal\u00e4stinensischen Staatlichkeit gestellt habe &#8211; darunter die Freilassung der Geiseln aus der Hand der\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/hamas\/t-17788236\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamas<\/a>\u00a0und deren &#8222;Entmilitarisierung&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p>Die militant-islamistische Gruppe wird von Israel, der Europ\u00e4ischen Union, den Vereinigten Staaten und anderen Staaten als terroristische Organisation eingestuft.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73412659\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73412659_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Franz\u00f6sischer Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (links) &amp; Pr\u00e4sident Mahmud Abbas (rechts) sitzen an einem Tisch, hinter ihnen die beiden Landesflaggen\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Frankreichs Pr\u00e4sident Macron (l.) bei einem Treffen mit Mahmud Abbas, Pr\u00e4sident der Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde, in Ramallah &#8211; einige Tage nach dem Terroranschlag der Hamas im Oktober 2023 Bild: Christophe Ena\/Pool\/ABACA\/picture alliance<\/p>\n<p>Andere prominente j\u00fcdische Pers\u00f6nlichkeiten \u00e4u\u00dferten ebenfalls scharfe Kritik. &#8222;Es ist eine opportunistische Entscheidung&#8220;, sagte der Anwalt Arno Klarsfeld, Sohn des ber\u00fchmten Nazi-J\u00e4gers Serge Klarsfeld, dem konservativen franz\u00f6sischen Fernsehsender CNews. &#8222;Sie zementiert die Scheidung mit der j\u00fcdischen Gemeinschaft in Frankreich, k\u00fchlt die Beziehungen zu Israel und den Vereinigten Staaten erheblich ab und st\u00e4rkt die Hamas.&#8220;<\/p>\n<p>Frankreich vollzieht Kehrtwende<\/p>\n<p>Wie zu erwarten, bewerteten dagegen viele muslimische Anf\u00fchrer und linke Parteien in Frankreich den geplanten\u00a0Schritt des Pr\u00e4sidenten positiv.<\/p>\n<p>&#8222;Die Entscheidung von Macron wurde mit gro\u00dfer Genugtuung und Freude aufgenommen&#8220;, sagt\u00a0Abdallah Zekri, Vizepr\u00e4sident des franz\u00f6sischen Rates der Muslime. &#8222;Wir hoffen, dass sie im September in die Realit\u00e4t umgesetzt wird, ohne Vorbedingungen.&#8220;<\/p>\n<p>Kaum jemand bestreitet, dass Macrons Ank\u00fcndigung, die Pal\u00e4stinensergebiete als Staat anzuerkennen, eine politische Kehrtwende darstellt. Unmittelbar nach dem von der Hamas ver\u00fcbten\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/israels-armee-r\u00e4umt-total-versagen-bei-hamas-\u00fcberfall-ein\/a-71779317\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023<\/a>\u00a0hatte der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Israel noch &#8222;bedingungslose Unterst\u00fctzung&#8220; versprochen.<\/p>\n<p>Damals rief er zu einer internationalen Koalition zur Bek\u00e4mpfung der Hamas auf. Und noch <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ein-jahr-danach-europas-schwierige-beziehung-zu-israel\/a-70313898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2024<\/a> bezeichnete er den Hamas-Angriff bei einer Zeremonie f\u00fcr die franz\u00f6sischen Todesopfer als\u00a0 &#8222;den gr\u00f6\u00dften antisemitischen Angriff unseres Jahrhunderts&#8220;.<\/p>\n<p>Israel begeht Jahrestag des Hamas-Terrorangriffs<video id=\"video-70428687\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"70428687\" data-posterurl=\"https:\/\/tvdownloaddw-a.akamaihd.net\/stills\/images\/jd\/jd20241007_DONIsrael_image_512x288_3.jpg\" data-duration=\"11:36\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>Saudi-Arabien unterst\u00fctzt Zwei-Staaten-L\u00f6sung<\/p>\n<p>Doch angesichts der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/faktencheck-netanjahus-desinformation-\u00fcber-hunger-in-gaza\/a-73485589\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">humanit\u00e4ren Katastrophe<\/a> in\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/gazastreifen\/t-18512901\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gaza<\/a> und Israels anhaltender Milit\u00e4raktionen zeigt sich Macron\u00a0zunehmend ersch\u00fcttert.<\/p>\n<p>Der Krieg im Gazastreifen hat nach Angaben des von der Hamas gef\u00fchrten Gesundheitsministeriums mittlerweile mehr als 62.000 Menschen das Leben gekostet. Eine\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wie-hoch-sind-die-opferzahlen-im-gazastreifen-wirklich\/a-73115737\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">neue Studie der Universit\u00e4t London<\/a> geht sogar von weit h\u00f6heren Zahlen aus.<\/p>\n<p>Nach seiner Ank\u00fcndigung, Pal\u00e4stina als Staat anzuerkennen, veranstaltete Macron am 28. Juli gemeinsam mit <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/saudi-arabien\/t-17289946\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Saudi-Arabien<\/a> eine UN-Konferenz in New York, auf der eine Zwei-Staaten-L\u00f6sung gefordert wurde.<\/p>\n<p>Umfragen deuten darauf hin, dass eine Mehrheit der Franzosen Macrons politische Kehrwende unterst\u00fctzt. Allerdings fordern die meisten, dass zun\u00e4chst die restlichen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/israel-und-die-hamas-geiseln-von-der-armee-zum-protest\/a-72292113\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Geiseln<\/a> freigelassen und die Hamas ihre Kapitulation erkl\u00e4rt. Dies ergab eine Umfrage des franz\u00f6sischen Instituts f\u00fcr \u00f6ffentliche Meinung vom Juni, die vom CRIF gesponsert wurde.<\/p>\n<p>&#8222;Totale Heuchelei&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die Mehrheit der franz\u00f6sischen Juden steht einer Zwei-Staaten-L\u00f6sung nicht feindlich gegen\u00fcber, wenn die richtigen Bedingungen erf\u00fcllt sind&#8220;, f\u00fcgt\u00a0Unger vom J\u00fcdischen Rat hinzu. &#8222;Die meisten halten die Situation in Gaza mit Zehntausenden von Toten f\u00fcr schrecklich.&#8220;<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73397563\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73397563_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Pal\u00e4stinensische Gebiete Gaza-Stadt 2025 | Pal\u00e4stinenser warten auf Essensausgabe. Leere T\u00f6pfe werden hochgehalten\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Leere T\u00f6pfe und leere M\u00e4gen: In Gaza warten Menschen verzweifelt auf die Essensausgabe in einer Suppenk\u00fccheBild: Dawoud Abu Alkas\/REUTERS<\/p>\n<p>Wie der CRIF kritisiert auch Pierre Stambul, der die kleine <a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/ujfp.org\" title=\"Externer Link \u2014 Franz\u00f6sisch-J\u00fcdische Union f\u00fcr den Frieden\">Franz\u00f6sisch-J\u00fcdische Union f\u00fcr den Frieden<\/a>leitet, Macrons Erkl\u00e4rung zur Staatlichkeit, allerdings aus anderen Gr\u00fcnden. &#8222;Was Frankreich macht, ist totale Heuchelei&#8220;, so Stambul. &#8222;Es ist \u00fcberhaupt nichts Besonderes. Viele Staaten, darunter <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/norwegen-spanien-und-irland-erkennen-staat-pal\u00e4stina-an\/a-69067977\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Norwegen, Spanien, Irland<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/slowenien-erkennt-pal\u00e4stina-als-staat-an\/a-69273927\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Slowenien<\/a>, erkennen den Staat Pal\u00e4stina bereits an.&#8220;<\/p>\n<p>Der Rabbiner Michel Serfaty, der sich seit Jahren f\u00fcr den Aufbau interreligi\u00f6ser Beziehungen in Frankreich einsetzt, \u00e4u\u00dfert\u00a0sich zur\u00fcckhaltend zu Macrons Ank\u00fcndigung. &#8222;Wir m\u00fcssen abwarten, wie unsere muslimischen Mitb\u00fcrger reagieren werden&#8220;, sagt\u00a0er. &#8222;Was viele interessiert, ist einfach nur, in Frieden zu leben.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Schinkenscheiben im Briefkasten&#8220;<\/p>\n<p>Ereignisse im Nahen Osten wie der Krieg in Gaza hallen\u00a0in Frankreich oft nach, wo sowohl viele der rund 500.000 Juden\u00a0als auch der\u00a0rund sechs Millionen Muslime nordafrikanische Wurzeln haben. Seit dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/israel-gedenkt-der-opfer-des-hamas-angriffs-vom-7-oktober\/a-70421304\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Terroranschlag der Hamas auf Israel<\/a> und dem Beginn des Kriegs im Gazastreifen verzeichnen sowohl Juden als auch Muslime einen Anstieg k\u00f6rperlicher und verbaler <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/frankreich-j\u00fcdisch-muslimischer-verein-macht-sich-gegen-antisemitismus-stark\/a-67389159\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gewalt<\/a>.<\/p>\n<p>Unger vom CRIF sagt,\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/frankreichs-juden-wahl-zwischen-pest-und-cholera\/a-69557920\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">antisemitische Angriffe<\/a>\u00a0h\u00e4tten sich &#8222;verdoppelt oder verdreifacht. Vorher waren es verbale Drohungen, jetzt sind es physische Drohungen. Auch Rabbiner wurden angegriffen.&#8220;<\/p>\n<p>Frankreich: Muslime f\u00fcrchten um ihre Zukunft<video id=\"video-69690230\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"69690230\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/69631808_605.webp\" data-duration=\"05:06\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>Zekri vom franz\u00f6sischen Muslimrat beschreibt\u00a0einen \u00e4hnlichen Anstieg der Gewalt. &#8222;Ich pers\u00f6nlich habe Schinkenscheiben in meinem Briefkasten und Drohungen zugeschickt bekommen&#8220;, sagt\u00a0er. &#8222;Viele Muslime&#8220;, f\u00fcgt er hinzu, &#8222;zeigen solche Taten auch nicht bei der Polizei an.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Politik ist Politik. Menschen sind Menschen.&#8220;<\/p>\n<p>Im 19. Arrondissement von Paris, in dem einige der gr\u00f6\u00dften muslimischen und j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerungsgruppen der Stadt leben, lehnen viele Interviews mit der Presse ab. Eine Gruppe orthodoxer Juden, die sich an einem sonnigen Nachmittag vor einem religi\u00f6sen Buchladen unterhalten, r\u00e4umt\u00a0lediglich ein, dass die Beziehungen komplex seien.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind nicht auf der Suche nach Problemen&#8220;, sagt einer. &#8222;Wir versuchen, gute Beziehungen zu den Arabern zu unterhalten.&#8220; Ein paar Blocks weiter sagt\u00a0der algerische Gesch\u00e4ftsmann Karim Kata, dass die beiden Gemeinschaften &#8222;versuchen, Politik zu vermeiden&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Wir kennen uns schon lange&#8220;, f\u00fcgt\u00a0er hinzu und verwies auf j\u00fcdische Gesch\u00e4fte in der N\u00e4he, darunter eine koschere Metzgerei, die muslimische Arbeiter besch\u00e4ftigt. &#8222;Wir respektieren uns gegenseitig. Politik ist Politik. Menschen sind Menschen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sie fingen an, Mitleid zu haben&#8220;<\/p>\n<p>Der Pariser Jurastudent Mohammed Iriqat\u00a0beschreibt, wie die Stimmung sich ver\u00e4ndert hat. Anfangs nahmen an den zun\u00e4chst verbotenen pro-pal\u00e4stinensischen Demonstrationen haupts\u00e4chlich Muslime teil.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73490582\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73490582_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Mohammed Iriqat in seiner Wohnung. Er schaut auf sein Handy\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Politische Mission: Jurastudent Mohammed Iriqat will weiter in Frankreich bleiben und sich dort f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit seiner Heimat, eines pal\u00e4stinensischen Staates, einsetzenBild: Elizabeth Bryant\/DW<\/p>\n<p>Bald jedoch &#8222;kamen viele Franzosen hinzu, und sogar die j\u00fcdische Gemeinschaft, die politisch eher links eingestellten Juden&#8220;, so Iriqat. &#8222;Ich sah, dass sie anfingen, Mitleid mit dem zu haben, was passierte.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich erinnere mich an alles&#8220;<\/p>\n<p>Iriqat wurde im vom Israel\u00a0besetzten <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/westjordanland\/t-18512922\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Westjordanland<\/a> geboren und erinnert sich noch gut an den Tag, an dem israelische Soldaten seinen\u00a0Onkel erschossen, als dieser auf der Dachterrasse der Familie sa\u00df und studierte. Iriqat war zu diesem Zeitpunkt vier Jahre alt.<\/p>\n<p>&#8222;Ich erinnere mich an alles &#8211; sogar an den Geruch des Essens, das meine Gro\u00dfmutter kochte&#8220;, sagt er. &#8222;Ich erinnere mich an Teile des Gehirns meines Onkels auf der Treppe unseres Hauses.&#8220;<\/p>\n<p>Er hofft, dass der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/bundesregierung-versch\u00e4rft-den-ton-gegen\u00fcber-israel\/a-73497710\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wachsende internationale Druck auf Israel<\/a>\u00a0den gr\u00f6\u00dften Verb\u00fcndeten, die Vereinigten Staaten, dazu bewegen k\u00f6nnte, dem Beispiel Macrons zu folgen.<\/p>\n<p>&#8222;Ich widme mein Leben Pal\u00e4stina und den Pal\u00e4stinensern&#8220;, sagt Iriqat, der in Frankreich bleiben und sein Studium fortsetzen will. Und er ist \u00fcberzeugt: &#8222;Wenn ich f\u00fcr Pal\u00e4stina k\u00e4mpfe, dann k\u00e4mpfe ich auch f\u00fcr die Interessen Israels.&#8220;<\/p>\n<p>Dieser Text wurde aus dem Englischen adaptiert. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mohammed Iriqat hat die schwankende Haltung Frankreichs zum Israel-Hamas-Krieg aus erster Hand miterlebt. 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