{"id":316821,"date":"2025-08-03T22:23:26","date_gmt":"2025-08-03T22:23:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/316821\/"},"modified":"2025-08-03T22:23:26","modified_gmt":"2025-08-03T22:23:26","slug":"die-heimsuchung-des-hadschi-hotak-von-jamil-jan-kochai%c2%b7-dlf-nova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/316821\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; von Jamil Jan Kochai\n\u00b7 Dlf Nova"},"content":{"rendered":"<p>Im Erz\u00e4hlband &#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; von Jamil Jan Kochai rettet ein Junge namens Mirwai seinen Vater vor einem Schicksal voll Schmerz, Flucht und Sehnsucht \u2013 wenn auch nur in einem Computerspiel.<\/p>\n<p>Vor den Augen Mirwais baut sich eine digitale Landschaft auf. Sie kommt ihm vertraut vor \u2013 von Fotos, von Erz\u00e4hlungen und von Erinnerungen an eine Reise dorthin. Vor vielen Jahren, als er noch klein war. <\/p>\n<p>Afghanistan. Aber nicht das Afghanistan von heute, sondern das der 1980er-Jahre.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Spiel, das du gleich zum ersten Mal spielen und in dessen Grafik du eintauchen wirst wie in verdammt hei\u00dfes Badewasser \u2013 gleichzeitig furchtsam und ungeduldig \u2013 hat dich eine Menge gekostet.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>  Lydia Herms \u00fcber den Erz\u00e4hlband &#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; von Jamil Jan Kochai  <\/p>\n<p>Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin Lydia Herms sagt: &#8222;Du erf\u00fcllst erste Missionen im Norden Kabuls und du bist von der Grafik so geflasht, dass du es kaum aush\u00e4ltst.&#8220;<\/p>\n<p>Wenn die Illusion echter wirkt als das wahre Leben<\/p>\n<p>Alles wirkt echt: der Staub auf Kabuls Stra\u00dfen, das blutrote Sonnenlicht, das in die dunklen Berge rinnt. Die Karte ist offen, das bedeutet: du kannst \u00fcberallhin, und du beschlie\u00dft, in das Heimatdorf deines Vaters zu gehen, dorthin, wo es passiert ist: Russische Soldaten t\u00f6teten deinen Onkel und folterten deinen Vater.<\/p>\n<p>Mirwai kennt den Weg. Er findet das Haus. Pl\u00f6tzlich \u2013 sein Herz pocht und er hat Schwei\u00dfausbr\u00fcche \u2013 sieht er zwei M\u00e4nner. Er erkennt sie sofort.<\/p>\n<p>Im Kinderzimmer auf Mission in Afghanistan<\/p>\n<p>Mirwais Br\u00fcder stehen vor der verschlossenen Kinderzimmert\u00fcr in Kalifornien und h\u00e4mmern wild dagegen. Sie wissen nicht, was Mirwai drinnen macht. Dass er auf einer Mission ist, in Afghanistan, um ihren Onkel und ihren Vater zu retten.<\/p>\n<p>Mit dieser unglaublichen Geschichte beginnt der Erz\u00e4hlband &#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; von Jamil Jan Kochai. Ein Junge names Mirwai rettet darin seinen Vater vor einem Schicksal voll Schmerz, Flucht und Sehnsucht \u2013 wenn auch nur in dem Computerspiel: &#8222;Metal Gear Solid V: The Phantom Pain&#8220;. <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die direkte Anrede der Lesenden in der Geschichte raubt einem buchst\u00e4blich den Atem. Wir sind alle Mirwais.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>  Lydia Herms \u00fcber den Erz\u00e4hlband &#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; von Jamil Jan Kochai  <\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlungen handeln zum Beispiel von einer Frau, die von ihrem eifers\u00fcchtigen Ehemann mit S\u00e4ure angegriffen wurde oder von einem Studenten, der solidarisch in den Hungerstreik f\u00fcr einen Inhaftierten geht. <\/p>\n<p>Der Lesende ist in Afghanistan, in Pal\u00e4stina und in den USA. Er oder sie f\u00fcrchtet, hofft und feiert mit, sagt Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin Lydia Herms.<\/p>\n<p>  Jede Erz\u00e4hlung bleibt h\u00e4ngen, jede Geschichte ist krass<\/p>\n<p>Nicht nur die Erz\u00e4hlungen haben unsere Rezensentin begeistert. Auch das Buchcover findet sie beeindruckend. Es zeigt ein P\u00e4ckchen: Braunes Packpapier umwickelt etwas Weiches. <\/p>\n<p>Das Papier ist an einer Stelle dunkler, wom\u00f6glich feucht getr\u00e4nkt vom Inhalt. &#8222;Zur\u00fcck an den Absender&#8220; hei\u00dft die Geschichte zum P\u00e4ckchen. Man kann sie mehrmals lesen und wird immer wieder neue Gedanken dazu finden, sagt Lydia Herms. Die Geschichte handelt von einer kleinen Familie, die von der Frage zerrissen ist: Wo geh\u00f6re ich hin?<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Cover der englischsprachigen Originalausgabe ist \u00fcbrigens auch krass, wenn man wei\u00df, welche Geschichte, welche Poesie und welcher Schmerz sich dahinter verbergen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>  Lydia Herms \u00fcber den Erz\u00e4hlband &#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; von Jamil Jan Kochai  <\/p>\n<p><strong>Der Autor: <\/strong><\/p>\n<p>Jamil Jan Kochai wurde in einem afghanischen Fl\u00fcchtlingscamp in Pakistan geboren und ist in den USA aufgewachsen. Sein Roman &#8222;99 N\u00e4chte in Logar&#8220; stand auf der Shortlist des PEN\/ Hemingway Award f\u00fcr das beste Deb\u00fct und war nominiert f\u00fcr den DSC Prize for South Asian Literature. <\/p>\n<p>Mit dem Erz\u00e4hlband &#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; stand er auf der Shortlist des National Book Award und gewann den Aspen Words Literary Prize sowie den Clark Fiction Prize. Jamil Jan Kochai lehrt Kreatives Schreiben an der California State University, Sacramento.<\/p>\n<p><strong>Das Buch: <\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220;, Erz\u00e4hlungen (Originaltitel: &#8222;The Haunting of Hajji Hotak and other Stories&#8220;, 2022) von Jamil Jan Kochai, aus dem Englischen \u00fcbersetzt von Werner L\u00f6cher-Lawrence, Luchterhand, 285 Seiten, Hardcover: 22 Euro, eBook: 16,99 Euro; Erscheinungstermin: 11.06.2025.<\/p>\n<p>Info: Unser Bild oben zeigt eine Szene aus dem Computerspiel &#8222;Metal Gear Solid V: Phantom Pains&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Erz\u00e4hlband &#8222;Die Heimsuchung des Hadschi Hotak&#8220; von Jamil Jan Kochai rettet ein Junge namens Mirwai seinen Vater&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":316822,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-316821","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114967177332394921","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=316821"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316821\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/316822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=316821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=316821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=316821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}