{"id":317115,"date":"2025-08-04T01:12:10","date_gmt":"2025-08-04T01:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317115\/"},"modified":"2025-08-04T01:12:10","modified_gmt":"2025-08-04T01:12:10","slug":"objekt-versus-substanz-wie-erkennt-das-unser-gehirn-gehirn-verarbeitet-und-erkennt-kompakte-objekte-anders-als-fluessigkeiten-oder-pulver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317115\/","title":{"rendered":"Objekt versus Substanz &#8211; wie erkennt das unser Gehirn? &#8211; Gehirn verarbeitet und erkennt kompakte Objekte anders als Fl\u00fcssigkeiten oder Pulver"},"content":{"rendered":"<p>Ob und wie diese beiden Hirn-Netzwerke auch auf Substanzen reagieren, haben Paulun und ihre Kollegen nun untersucht. F\u00fcr ihr Experiment erstellten sie zun\u00e4chst 100 kurze Videoclips, in denen harte oder elastische B\u00e4lle, Fl\u00fcssigkeiten oder Pulver in verschiedenen Aktionen zu sehen waren: Sie st\u00fcrzten eine Treppe hinunter, fielen zu Boden oder wurden in einer durchsichtigen Box hin und her geschaukelt. Die Testpersonen sahen diese Videoclips oder Screenshots davon, w\u00e4hrend ihre Hirnaktivit\u00e4t mittels funktionaler Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) aufgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Getrennte Verarbeitung<\/p>\n<p>Die Analysen enth\u00fcllten: Insgesamt betrachtet reagieren die beiden Hirn-Netzwerke LOC und FPN sowohl auf Objekte wie auf Substanzen. Demnach verarbeitet der laterale Okzipitalkomplex nicht nur die 3D-Form fester Gegenst\u00e4nde, sondern auch die Formver\u00e4nderungen fl\u00fcssiger oder k\u00f6rniger Substanzen. Das Frontoparietal-Netzwerk wiederum bewertet bei beiden Kategorien die physikalischen Merkmale.\n<\/p>\n<p>Das Besondere jedoch: Diese Verarbeitung geschieht in jeweils eigenen Unter-Arealen der beiden Netzwerke. \u201eBeide Signalwege haben eine Zweiteilung: Ein Unterbereich reagiert st\u00e4rker auf Objekte, der andere st\u00e4rker auf Substanzen\u201c, berichtet Paulun. \u201eDas haben wir vorher noch nie bemerkt, weil niemand dies untersucht hat.\u201c Das Gehirn scheint demnach eine Art Arbeitsteilung zu nutzen, wenn es um das Erkennen und Bewerten von Objekten oder aber Substanzen geht.\n<\/p>\n<\/p>\n<p>Unser Gehirn verarbeitet Objekte und Substanzen unterschiedlich.\u00a9 MIT\/ McGovern Institute <\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie ein 3D-Grafikprogramm<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte bedeuten, dass unser Gehirn f\u00fcr beide Kategorien verschiedene mentale \u201eAlgorithmen\u201c einsetzt. Seine visuelle Verarbeitung w\u00fcrde dann der von Computerprogrammen \u00e4hneln, die grafische 3D-Objekte f\u00fcr Computerspiele generieren: \u201eIn solchen Grafik-Programmen werden Objekte meist durch Gitternetzwerke repr\u00e4sentiert, Fl\u00fcssigkeiten hingegen als Partikelstr\u00f6me\u201c, erkl\u00e4ren Paulun und ihre Kollegen.\n<\/p>\n<p>Auf \u00e4hnliche Weise k\u00f6nnte auch unser Gehirn zwei grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Strategien nutzen: Sobald das prim\u00e4re Sehzentrum erste Hinweise auf eine der beiden Kategorien hat, leitet es die Signale auf den einen oder andere Verarbeitungsweg. Diese Zweiteilung k\u00f6nnte dabei helfen, wichtige Unterschiede im Verhalten von Objekten versus Substanzen effizient zu verstehen und unsere Interaktionen mit ihnen zu planen.\n<\/p>\n<p>Gleichzeitig k\u00f6nnte dies auch erkl\u00e4ren, warum schon S\u00e4uglinge instinktiv den Unterschied zwischen Objekten und Substanzen verstehen: Selbst ihr Gehirn ist schon auf diese Zweiteilung hin ausgelegt. (Current Biology, 2025; <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/current-biology\/fulltext\/S0960-9822(25)00893-0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1016\/j.cub.2025.07.027<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Massachusetts Institute of Technology<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>4. August 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ob und wie diese beiden Hirn-Netzwerke auch auf Substanzen reagieren, haben Paulun und ihre Kollegen nun untersucht. 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