{"id":317358,"date":"2025-08-04T03:38:18","date_gmt":"2025-08-04T03:38:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317358\/"},"modified":"2025-08-04T03:38:18","modified_gmt":"2025-08-04T03:38:18","slug":"spardebatte-im-land-sparen-wir-die-kultur-kaputt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317358\/","title":{"rendered":"Spardebatte im Land: Sparen wir die Kultur kaputt?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eSparen wir uns kaputt?\u201c ist eine Debatte am 5.August in Stuttgart \u00fcberschrieben. Wie schlimm steht es um die Kultur im Land? Kulturstaatssekret\u00e4r Arne Braun antwortet.<\/p>\n<p>In der Reihe \u201eZukunft:Kultur\u201c l\u00e4dt die KulturRegion Stuttgart am 5. August im Gutbrod in Stuttgart zur Debatte \u201e<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Sparen\" title=\"Sparen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sparen<\/a> wir uns kaputt\u201c. Mit auf dem Podium: Arne Braun, Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Herr Staatssekret\u00e4r Braun, \u201aSparen wir uns kaputt\u2018 \u2013 das klingt f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg weit hergeholt &#8211; oder nicht?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ja, aber so was von weit hergeholt. Wir haben in Baden-W\u00fcrttemberg und gerade auch in Stuttgart, in der gesamten Region eine wunderbare, starke und hervorragend aufgestellte Kultur. Wir w\u00fcrden ja grob fahrl\u00e4ssig handeln, wenn wir an die Fundamente unserer Kultureinrichtungen herangehen w\u00fcrden. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Und doch &#8230; <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">&#8230; ja, zugegeben, die Finanznot erreicht viele Kommunen derzeit mit voller Wucht. Das macht mir gro\u00dfe Sorgen. Manche denken, Kultur sei eine ganz und gar freiwillige Sache. Was f\u00fcr ein Irrglaube. Zuversichtlich stimmt mich, dass die meisten B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister sowie Gemeinder\u00e4te im Land f\u00fcr ihre kulturellen Angebote leidenschaftlich k\u00e4mpfen und nicht denken, es sei eine freiwillige Leistung und deshalb leicht verzichtbar. Zur Wahrheit geh\u00f6rt auch, dass die Kulturetats seit 2011 deutlich gewachsen ist \u2013 der Kulturhaushalt des Landes hat sich von rund 300 auf 600 Millionen Euro verdoppelt. Das ist ein starkes Bekenntnis zur Kultur. Warum sollten wir das zur Disposition stellen? Und der Bund erh\u00f6ht gleichzeitig den Kulturetat um zehn Prozent. Da wundert man sich, woher da das frische Geld auf einmal kommt. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.8d6b906a-1e2c-461d-ac2a-81ff84cd365c.original1024.media.jpeg\"\/>     Auf dem Podium: Matthias Knecht, OB Stadt Ludwigsburg    Foto: Benjamin Stollenberg | Fotograf    <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Dessen ungeachtet \u2013 auf welche Bereiche ist dann k\u00fcnftig vor allem zu achten? Wo greifen etwaige K\u00fcrzungen zuerst?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Die Haushaltslage des Landes und vor allem der Kommunen ist angespannt, die fehlenden Steuereinnahmen lassen die Spielr\u00e4ume schrumpfen. Das Land hat allerdings f\u00fcr die Jahre 2025 und 2026 einen sehr stabilen Haushaltsplan beschlossen, wir haben die Kulturausgaben sogar noch gesteigert, weil wir die Tariferh\u00f6hungen ber\u00fccksichtigen wollten. Allen ist bewusst, dass die gro\u00dfartige kulturelle Infrastruktur f\u00fcr unsere Gesellschaft \u00fcberlebenswichtig ist. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Wie meinen Sie das?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Es ist die wichtige Aufgabe, kulturelle Infrastruktur zu erhalten, ja weiterzuentwickeln, weil sie uns hilft die Fragen der Zukunft zu beantworten: Wie wollen wir in Zukunft leben? Wir alle, Politik, Verwaltung, Kunst- und Kultureinrichtungen, K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler gemeinsam mit privaten F\u00f6rderern, Stiftungen, Wirtschaft, das Publikum nicht zu vergessen \u2013 wir alle \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcr unsere kulturelle Infrastruktur. Im Dialog werden wir gemeinsam tragf\u00e4hige L\u00f6sungen finden.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Baden-W\u00fcrttemberg ist stark in der Fl\u00e4che. Wie wetterfest sind die Strukturen gerade dort?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Wir betreiben als Landesregierung gemeinsam mit den St\u00e4dten die beiden Staatstheater in Stuttgart und Karlsruhe, wir f\u00f6rdern auch die kommunalen Theater, Orchester und private B\u00fchnen in ganz Baden-W\u00fcrttemberg. Das Land ist Tr\u00e4ger bedeutender Museen, der Landesbibliotheken, des Landesarchivs \u2013 das zeigt ein Blick auf die Stuttgarter Kulturmeile an der Konrad-Adenauer-Stra\u00dfe. Es gibt zahlreiche H\u00f6hepunkte im L\u00e4ndlichen Raum, denken wir nur an die Festspiele. Donaueschingen hat sogar internationales Renommee. Gerade im l\u00e4ndlichen Raum kommt das gro\u00dfartige ehrenamtliche Engagement der Menschen hinzu. Die gestalten vor Ort sehr viel mit gro\u00dfer Kraft. Das erlebe ich, wenn ich im Land unterwegs bin. In zahllosen Musikvereinen, Ch\u00f6ren und freien Theatergruppen engagieren sich Millionen Menschen f\u00fcr das kulturelle Leben vor Ort. Das ist uns sehr wichtig. Ich kann versprechen, dass das Land hier ein verl\u00e4sslicher Partner ist und bleibt. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.8afd902e-b0f9-4409-9f91-1e99c18134aa.original1024.media.jpeg\"\/>     Engagiert f\u00fcr die Kultur: Birte Werner, Leiterin Zentrum f\u00fcr Kulturelle Teilhabe    Foto: ZKT    <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Kann so dennoch Neues entstehen? <\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ja \u2013 wir sollten auch einmal die Perspektive wechseln und vorgegebene Bahnen verlassen. So entsteht der Mut, neue Wege zu gehen, neue Allianzen zu schmieden: Wie realisieren die unterschiedlichsten Player zusammen Projekte, wie k\u00f6nnen Kulturtreibende voneinander profitieren? Die Staatsoper Stuttgart trifft nebenbei auch noch \u201eden Nerv der Zeit\u201c, um den Intendanten Viktor Schoner zu zitieren. Operninszenierungen, Hip-Hop- oder Popmusikformate und Performances auf der gro\u00dfen B\u00fchne des Opernhauses, Experimentieren mit neuen Formaten in Stuttgart und dar\u00fcber hinaus. Chapeau! <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Die Landesregierung, das Kunstministerium und Sie pers\u00f6nlich haben einige gezielte F\u00f6rderprogramme positioniert. Sind diese zu halten?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Warum nicht? Wir haben die Popl\u00e4nd-F\u00f6rderung im Haushalt verankert, das hei\u00dft, sie wird weiterlaufen. Ebenso die erh\u00f6hte F\u00f6rderung f\u00fcr das Trickfilmfestival. Den Haushalt stellt der Gesetzgeber auf, das hei\u00dft die Mehrheit der Volksvertreter im Landtag. Ich bin optimistisch, dass wir auf dieser Basis auch in Zukunft unsere gute Arbeit fortsetzen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Hei\u00dft dies, ,Sparen wir uns kaputt\u2018 ist in erster Linie als Warnruf zu verstehen, etwaige K\u00fcrzungen vielfach abgestimmt vorzunehmen?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Als Land stehen wir zur Kulturf\u00f6rderung und werden unseren Beitrag leisten. Wenn Kommunen k\u00fcrzen, hei\u00dft das nicht automatisch, dass auch wir nachziehen. Es kommt hier auch auf die rechtliche Situation und die Vertr\u00e4ge zwischen Land und St\u00e4dten an. Wir werden uns jeden Einzelfall genau anschauen. Was nicht m\u00f6glich sein wird, ist, dass sich die finanzielle Belastung von Kommunen auf das Land verschiebt. Wir k\u00f6nnen nicht die K\u00fcrzungen der Kommunen kompensieren. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Was w\u00e4re Ihr Vorschlag?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Ich baue auf ein Miteinander, ich setze darauf, dass sich die Kulturleute zusammentun und nicht gegeneinander arbeiten. Wir lassen uns nicht von unserem Kurs abbringen, in die Sanierung und Modernisierung von Museen, Theatern und weiteren staatlichen Kulturbauten zu investieren und gleichzeitig die dynamischen kreativen Milieus der Kultur und der Kreativwirtschaft zu st\u00e4rken \u2013 insbesondere in Popmusik, Film, VFX und Games. Die kann auch ein Teil der L\u00f6sung unserer wirtschaftlichen Probleme bedeuten, ein relevanter Faktor, um das Land durch die wirtschaftlichen Turbulenzen zu bringen: Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein bedeutendes Zukunftsthema f\u00fcr The L\u00e4nd. <\/p>\n<p> Debatte am 5. August  <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Die Debatte<\/strong><br \/>Die KulturRegion Stuttgart, ein Zusammenschluss von 43 St\u00e4dten und Gemeinden, dem Verband Region Stuttgart und drei Mitgliedsvereinen, organisiert in der Reihe \u201eZukunft:Kultur\u201c einen Abend zu m\u00f6glichen Einsparungen im Kulturbereich. \u201eIn vielen Kommunen geraten Kunst und Kultur zunehmend unter Druck: Steigende Kosten und knappe Haushalte f\u00fchren zu drastischen Einsparungen. Wie aber l\u00e4sst sich kulturelles Leben langfristig sichern, ohne seine gesellschaftliche Bedeutung zu gef\u00e4hrden?\u201c ist die Fragestellung. <\/p>\n<p class=\"infobox\">\u00a0<strong>Der Ort<\/strong><br \/>Diskutiert wird am Dienstag, 5. August, von 19 bis 20.30 Uhr im Gutbrod in Stuttgart (Friedrichstra\u00dfe 10, 70174 Stuttgart , 1. Etage Hahn-Hochhaus). <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Teilnehmende: <\/strong><br \/>Arne Braun, Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg; Matthias Knecht, Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Ludwigsburg, Vorsitzender der KulturRegion Stuttgart; Isabel Schwab, Projektleitung Leibinger Begegnungen &amp; Erinnerungskultur, Berthold Leibinger Stiftung GmbH; Jule Fiedler, Kommunikationsmanagement, Stiftungsnetzwerk Region Stuttgart e. V.; Rodger Masou, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft; Dr. Birte Werner, Leiterin Zentrum f\u00fcr Kulturelle Teilhabe. Es moderiert Magdalen Pirzer, Abteilungsleiterin Kulturf\u00f6rderung im Kulturamt Stuttgart. Der Eintritt ist frei \u2013 anmelden kann man sich unter eveeno.com\/sparenwirunskaputt. Die Diskussion wird \u00fcber das Community Radio Stuttgart www.fullbeansradio.com gestreamt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eSparen wir uns kaputt?\u201c ist eine Debatte am 5.August in Stuttgart \u00fcberschrieben. 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