{"id":317453,"date":"2025-08-04T04:30:15","date_gmt":"2025-08-04T04:30:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317453\/"},"modified":"2025-08-04T04:30:15","modified_gmt":"2025-08-04T04:30:15","slug":"wiederaufbau-der-ukraine-suedwest-wirtschaft-wagt-sich-in-die-ukraine-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317453\/","title":{"rendered":"Wiederaufbau der Ukraine: S\u00fcdwest-Wirtschaft wagt sich in die Ukraine vor"},"content":{"rendered":"<p>Erstmals seit Kriegsbeginn war eine gr\u00f6\u00dfere Wirtschaftsdelegation aus Baden-W\u00fcrttemberg in der Ukraine, um Projekte zum Wiederaufbau auf den Weg zu bringen. Andere gehen z\u00fcgiger voran.<\/p>\n<p>Praktisch jeden Tag, jede Nacht wird die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Ukraine\" title=\"Ukraine\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> mit russischen Luftangriffen \u00fcberzogen \u2013 kann da ein wirtschaftlicher <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Wiederaufbau\" title=\"Wiederaufbau\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wiederaufbau<\/a> gelingen? Und wie das geht. Aus einigen Nationen kommt gro\u00dfe Unterst\u00fctzung bei der Gr\u00fcndung neuer Firmen \u2013 aus der T\u00fcrkei und den USA vor allem, selbst aus China, vom Haupthandelspartner, der zugleich mit dem Aggressor Russland kooperiert. Aus Deutschland kommt noch nicht genug R\u00fcckhalt, meinen die Unternehmer Baden-W\u00fcrttemberg (UBW). <\/p>\n<p>Deshalb haben sie mit dem Deutsch-Ukrainischen Forum und der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer (AHK) eine viert\u00e4gige Reise f\u00fcr eine rund 20-k\u00f6pfige Gruppe organisiert. Es war eine der gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsdelegationen aus Deutschland seit Kriegsbeginn und die erste aus Baden-W\u00fcrttemberg \u00fcberhaupt, die bis vorigen Donnerstag engere Bande gekn\u00fcpft hat.<\/p>\n<p>Die deutsche Wirtschaft zeigt sich \u2013 das sch\u00e4tzen die Ukrainer <\/p>\n<p>\u201eEs war absolut wichtig und genau der richtige Zeitpunkt, jetzt hinzufahren\u201c, bilanziert der stellvertretende UBW-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Tim Wenniges \u201esehr erfolgreiche Tage, die mir die Augen ge\u00f6ffnet haben\u201c. Dass die Wirtschaft ihre ernsthaften Absichten zeigt und konkrete Plattformangebote macht, wurde fast euphorisch aufgenommen, nachdem viele uneingel\u00f6ste Ank\u00fcndigungen zuvor von anderer Seite tiefe Spuren der Entt\u00e4uschung hinterlassen haben.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.fe3cf589-7236-485b-bd4e-287de41a8dc8.original1024.media.jpeg\"\/>     Tim Wenniges und Natalia Zabrudska, Generalsekret\u00e4rin der ukrainischen Industrie- und Handelskammer (AHK), unterzeichnen ein Partnerschaftsabkommen.    Foto: AHK Ukraine    <\/p>\n<p>Zweiter Delegationsleiter war Rainer Lindner, ehrenamtlicher Vorsitzender des Deutsch-Ukrainischen Forums seit 2013, selbst langj\u00e4hriger Manager und Aufsichtsrat. \u201eWenn wir beim Wiederaufbau dabei sein wollen, m\u00fcssen wir das jetzt tun\u201c, sagt er. \u201eEs ist jedoch ihr Wiederaufbau \u2013 wir k\u00f6nnen mit unserer Technologie viel dazu beitragen.\u201c Wirtschaftlich wachse das Land zum dritten Mal in Folge nach 2023 und 2024. \u201eDas zeigt, dass sie trotz des russischen Angriffskriegs an ihre Zukunft glauben und den Wiederaufbau l\u00e4ngst praktizieren.\u201c Zu 80 Prozent komme dieser von den Menschen vor Ort. \u201eWir k\u00f6nnen uns daran beteiligen, aber die Ukraine wartet nicht auf uns.\u201c Insofern vermitteln die Ukrainer auch die \u201eklare Botschaft\u201c, dass die deutsche Wirtschaft keine alten Technologien senden m\u00f6ge. Sie wollen ihr Land von Grund auf modernisieren. \u201eEs wird immer nach digitalen L\u00f6sungen gefragt.\u201c<\/p>\n<p>Mit dabei waren etwa die Automobilindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau, die Bauindustrie und Energiewirtschaft \u2013 welche Unternehmen im Einzelnen, bleibt unerw\u00e4hnt. Neben der Verteidigungswirtschaft vertreten sie die Branchen, die besonders nach engen Kooperationen streben.<\/p>\n<p>Nicht mit leeren H\u00e4nden in die Ukraine zu reisen und es nicht bei der Symbolik zu belassen, war den Delegationsleitern ein elementares Anliegen. Umso wichtiger die Ank\u00fcndigung gegen\u00fcber dem Gouverneur von Lwiw (Lemberg), nahe der Grenze zu Polen, dass das Land Baden-W\u00fcrttemberg mit dem Gebiet Lwiw in der Westukraine eine Regionalpartnerschaft eingehen will. Diese Botschaft hatte das Wirtschaftsministerium aus Stuttgart der Delegation mitgegeben. \u201eDas ist auch sehr gut angekommen\u201c, sagt Wenniges. Aber \u201esehr ukrainisch\u201c sei sofort nach den n\u00e4chsten Schritten gefragt worden. <\/p>\n<p>\u201eWer nicht kommt, investiert auch nicht\u201c <\/p>\n<p>Insofern soll die Partnerschaft durch ein Wirtschaftsforum Baden-W\u00fcrttemberg-Lwiw flankiert werden \u2013 letztlich ein regelm\u00e4\u00dfiges Treffen von Wirtschaftsvertretern. In der Debatte dar\u00fcber, wo dieses Forum erstmals stattfinden solle, sei von den Gastgebern der Hinweis gekommen: \u201eDas machen wir hier \u2013 wer schon nicht f\u00fcr eine Konferenz kommt, der investiert auch nicht.\u201c Das sei f\u00fcr ihn der \u201eSatz des Tages\u201c gewesen, f\u00fcgt Wenniges an. Auch auf baden-w\u00fcrttembergischem Boden soll m\u00f6glichst noch 2025 ein erneuter Austausch stattfinden.<\/p>\n<p>Das dritte vereinbarte Projekt ist eine vom Deutsch-Ukrainischen Forum initiierte Partnerschaft zwischen Krankenh\u00e4usern beider L\u00e4nder; sie soll mit F\u00f6rderung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt werden \u2013 Lindner zufolge ein \u201esehr gro\u00dfz\u00fcgig ausgestattetes Projekt\u201c. Dem Manager, der fr\u00fcher den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft geleitet hat, schwebt auch eine Technologiepartnerschaft Deutschlands mit der Ukraine vor. \u201eIm Gegensatz zum Rohstoffdeal der Amerikaner muss man es konkret und auf Augenh\u00f6he machen, sodass beide Seiten wirklich etwas davon haben\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/media.media.c4749b22-ba5c-43b0-ab15-4f170ebe2656.original1024.media.jpeg\"\/>     Rainer Lindner, Vorsitzender des Deutsch-Ukrainischen Forums    Foto: AHK Ukraine    <\/p>\n<p>Dass die Gastgeber dabei nicht stehen bleiben wollen, ist verst\u00e4ndlich. Das Wirtschaftsministerium in Kiew hat gegen\u00fcber der Delegation die Bundesregierung einmal mehr aufgefordert, einen Ukraine-Beauftragten zu bestellen. Den fordert auch Lindner seit Kriegsbeginn: \u201eViele L\u00e4nder haben einen solchen Ansprechpartner geschaffen: f\u00fcr die Abstimmung der Ministerien in Berlin, der Wirtschaft und Zivilgesellschaft, aber auch als Ansprechpartner f\u00fcr die Ukraine.\u201c \u00dcber Korruption, deren fragw\u00fcrdige Bek\u00e4mpfung dem Pr\u00e4sidenten vor Tagen erst eine politische Schlappe beschert hat und die gerade an diesem Wochenende schlechte Nachrichten infolge von Festnahmen im Land produziert, machen sich beide weniger Gedanken. \u201eEs gibt immerhin noch Mechanismen, die funktionieren, wenn so etwas in die falsche Richtung geht\u201c, sagen sie. Gemeint sind etwa die Regierung oder der Pr\u00e4sident, \u201eder korrigiert, wenn er etwas falsch gemacht hat\u201c.<\/p>\n<p> Keine Arbeitspause mehr bei Luftalarm <\/p>\n<p>Gef\u00fchrt wird das Land vorrangig von Frauen. Auch die Unternehmen im Lemberger Gebiet haben im Wesentlichen Chefinnen, weil die M\u00e4nner an der Front Dienst tun. Angesichts der Kriegsgefahren werde sehr fokussiert und effizient gearbeitet, lobt Lindner. \u201eSie sind da sehr eng getaktet und sehr professionell \u2013 von der Effizienz und dem Pragmatismus der Ukraine k\u00f6nnen wir Deutsche manches lernen.\u201c Auch die Lohnkosten, die gegen\u00fcber den deutschem Niveau im Verh\u00e4ltnis von eins zu vier stehen, k\u00f6nnten ein \u201estarkes Argument\u201c f\u00fcr S\u00fcdwest-Firmen sein, sich dort zu engagieren.<\/p>\n<p>Einmal hat die Gruppe einen Luftalarm miterlebt \u2013 f\u00fcr die Ukrainer sind solche Warnungen Teil des Alltags. Die Gruppe hat sich schildern lassen, dass der Chef eines Unternehmens seine Belegschaft hat abstimmen lassen. 90 Prozent h\u00e4tten daf\u00fcr votiert, bei Luftalarm weiter zu arbeiten, statt in den Schutzkeller gehen. Seither werde keine Pause gemacht, wenn wieder ein Anflug russischer Drohnen oder Raketen droht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erstmals seit Kriegsbeginn war eine gr\u00f6\u00dfere Wirtschaftsdelegation aus Baden-W\u00fcrttemberg in der Ukraine, um Projekte zum Wiederaufbau auf den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":317454,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,90656,13,14,15,90655,12,317,54161,12581],"class_list":{"0":"post-317453","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-deutsch-ukrainisches-forum","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-rainer-lindner","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-ukraine","17":"tag-unternehmer-baden-wuerttemberg","18":"tag-wiederaufbau"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114968620334838930","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=317453"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317453\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/317454"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=317453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=317453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=317453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}