{"id":317461,"date":"2025-08-04T04:35:47","date_gmt":"2025-08-04T04:35:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317461\/"},"modified":"2025-08-04T04:35:47","modified_gmt":"2025-08-04T04:35:47","slug":"europa-ist-klima-vorreiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317461\/","title":{"rendered":"Europa ist Klima-Vorreiter"},"content":{"rendered":"<p>Es wird hei\u00df, hei\u00dfer, am hei\u00dfesten. Schon im April ist es in Teilen Europas ungew\u00f6hnlich warm \u2013 T\u2011Shirt statt \u00dcbergangsjacke ist angesagt. Der neue EU-Klimabericht zeigt, wie es um den Klimawandel auf dem Kontinent steht.<\/p>\n<p>\t\t\tvon<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<strong>Pia Hesse<\/strong><\/p>\n<p>Zum <a href=\"https:\/\/www.un-glaciers.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Internationalen Jahr des Gletscherschutzes<\/a> erkl\u00e4rten die Vereinten Nationen das Jahr 2025. Aufmerksamkeit haben die immer noch riesigen Eis-Gebilde dringend n\u00f6tig.<\/p>\n<p>&#8222;Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1975 haben die Gletscher weltweit insgesamt mehr als 9.000 Milliarden Tonnen verloren&#8220;, bilanzierte <a href=\"https:\/\/wmo.int\/profile\/celeste-saulo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Celeste Saulo<\/a>, Generalsekret\u00e4rin der Weltwetterorganisation WMO. Das entspricht einem riesigen Eisblock von der Gr\u00f6\u00dfe Deutschlands mit einer Dicke von 25 Metern.<\/p>\n<p class=\"add-placeholder-rectangle\">\u00a0<\/p>\n<p>Die Eismassen geraten zunehmend in den Schwitzkasten des Klimawandels. Auch in Europa beschleunigt sich die Schmelze. Das zeigt der nun ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/climate.copernicus.eu\/esotc\/2024\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">europ\u00e4ische Klimabericht 2024<\/a>.<\/p>\n<p>Der Bericht wurde gemeinsam vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Copernicus_(Erdbeobachtungsprogramm)#%C3%9Cberwachung_der_Ph%C3%A4nomene_des_Klimawandels\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Copernicus-Klimadienst<\/a>, dem Europ\u00e4ischen Zentrum f\u00fcr mittelfristige Wettervorhersagen und der WMO vorgelegt. Demnach war 2024 das w\u00e4rmste gemessene Jahr in Europa. Erstmals lag die durchschnittliche Jahrestemperatur um mehr als 1,5 Grad \u00fcber dem vorindustriellen Niveau.<\/p>\n<p>Zwar liegt der letzte F\u00fcnfjahresdurchschnitt noch bei 1,3 Grad \u00fcber dem vorindustriellen Wert, doch seit den 1980er Jahren erw\u00e4rmt sich Europa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt und ist damit die Region mit der schnellsten Erw\u00e4rmung weltweit.<\/p>\n<p>Entsprechend pr\u00e4sentiert der Klimabericht Rekorde \u00fcber Rekorde. So wurden auf rund zwei Dritteln der europ\u00e4ischen Fl\u00e4che weniger als 90 Frosttage gemessen.<\/p>\n<p>Schwitzende Gletscher<\/p>\n<p>Die warmen Sommertemperaturen f\u00fchrten dann unter anderem zu der starken Gletscherschmelze, wie sie <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/erdsystem\/das-grosse-tauen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auch in Europa<\/a> verzeichnet wurde. Seit 1976 haben die europ\u00e4ischen Gletscher rund 915 Kubikkilometer Eis verloren, was zu einem zus\u00e4tzlichen Meeresspiegelanstieg von zwei bis vier Millimetern pro Jahr f\u00fchrt.<\/p>\n<p>2024 erlebten Skandinavien und die Inselgruppe Svalbard (Spitzbergen) in der europ\u00e4ischen Arktis rekordverd\u00e4chtige Eismassenverluste. &#8222;Wenn Gletscher Temperaturen \u00fcber dem Gefrierpunkt ausgesetzt sind, f\u00fchrt die hohe Sonneneinstrahlung in dieser Region zu einer st\u00e4rkeren Schmelze&#8220;, erl\u00e4uterte <a href=\"https:\/\/www.ecmwf.int\/en\/about\/who-we-are\/staff-profiles\/samantha-burgess\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Samantha Burgess<\/a>, Vizedirektorin des Copernicus-Klimadienstes.<\/p>\n<p>Eine H\u00fctte auf der norwegischen Insel Svalbard in der Arktis fiel der Gletscherschmelze zum Opfer. (Bild: <a href=\"https:\/\/imaggeo.egu.eu\/view\/18065\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stan Schouten\/\u200bImaggeo<\/a>)<\/p>\n<p>F\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Svalbard\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Svalbard<\/a> wurde der dritte Rekordsommer in Folge dokumentiert mit einer Durchschnittstemperatur von mehr als einem Grad \u00fcber dem bisherigen H\u00f6chstwert von 2023. Grund daf\u00fcr waren auch ungew\u00f6hnlich hohe Temperaturen in der osteurop\u00e4ischen Arktis, die zus\u00e4tzlich zur Gletscherschmelze beitrugen.<\/p>\n<p>Als auff\u00e4llig bezeichnet der Bericht einen Ost-West-Kontrast bei den klimatischen Unterschieden des vergangenen Jahres. &#8222;Im Jahr 2024 gab es Hochdruckgebiete, die h\u00e4ufig \u00fcber Osteuropa lagen, was zu weniger Wolken und weniger Niederschlag f\u00fchrte&#8220;, sagte Klimaforscherin Burgess.<\/p>\n<p>Der klare Himmel erm\u00f6glichte so eine st\u00e4rkere Erw\u00e4rmung durch die Sonne. Zus\u00e4tzlich zogen die Hochdrucksysteme warme, trockene Luft aus dem Mittelmeerraum oder sogar aus Nordafrika an, was die Hitze verst\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu lag Westeuropa oft unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten. Diese brachten atlantische St\u00fcrme und Wetterfrontensysteme mit sich, was zu nassen, bew\u00f6lkten und relativ k\u00fchlen Bedingungen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Dieser Ost-West-Kontrast sei ungew\u00f6hnlich, so Burgess. &#8222;Wir haben schon fr\u00fcher Unterschiede gesehen, aber normalerweise handelt es sich eher um ein Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle.&#8220; Auch Copernicus-Klimachef <a href=\"https:\/\/www.ecmwf.int\/en\/about\/who-we-are\/staff-profiles\/carlo-buontempo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carlo Buontempo<\/a> betonte: &#8222;Die Daten der letzten 20 Jahre zeigen, dass ein solcher Ost-West-Gegensatz relativ selten ist.&#8220;<\/p>\n<p>Wetterextreme erfordern Anpassung<\/p>\n<p>In S\u00fcdosteuropa wurden im Sommer 2024 sechs Hitzewellen registriert. Eine davon dauerte 13 Tage und betraf 55 Prozent der Region. Fast jeder zweite Sommertag war hier <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/3000000238292\/eu-beh246rde-2024-hei223ester-sommer-in-s252dosteuropa-252berhaupt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Hitzewellentag<\/a>. &#8222;W\u00e4hrend wir in den letzten Jahren Hitzewellen mit lokalen Rekorden erlebt haben, war 2024 das Hauptmerkmal in S\u00fcdosteuropa die Dauer der Hitze&#8220;, sagte Burgess.<\/p>\n<p>Die Kombination aus Hitze und ver\u00e4nderter Zirkulation f\u00fchrte europaweit zu Extremereignissen. In Westeuropa war 2024 eines der zehn nassesten Jahre seit 1950. Gleichzeitig war es im Osten extrem trocken. &#8222;Sturmsysteme transportieren bei w\u00e4rmerer Atmosph\u00e4re mehr Feuchtigkeit&#8220;, so Burgess. &#8222;Wenn es regnet, dann intensiver.&#8220;<\/p>\n<p>Die Folge waren massive \u00dcberschwemmungen. Ein Drittel des europ\u00e4ischen Flussnetzes \u00fcberschritt die Hochwasserschwelle \u2013 mit schweren Konsequenzen f\u00fcr die Menschen.<\/p>\n<p>Der Bericht verzeichnet mindestens 335 Todesopfer und insgesamt 413.000 direkt Betroffene durch St\u00fcrme und Fluten. Die wirtschaftlichen Sch\u00e4den summieren sich auf mehr als 18 Milliarden Euro \u2013 85 Prozent davon durch \u00dcberschwemmungen.<\/p>\n<p>Extremwetter-Ereignisse, die sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Seit Mitte April kommt es in weiten Teilen Norditaliens zu <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/news\/2025-04\/16\/italien-erwartet-heftigen-regen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">intensiven Regenf\u00e4llen<\/a>. Die Beh\u00f6rden warnen vor schweren \u00dcberschwemmungen, Sturmb\u00f6en und Gewittern. Meteorolog:innen rechnen mit Niederschlagsmengen von bis zu 300 Litern pro Quadratmeter, im S\u00fcdosten der Alpen sogar mit bis zu 400\u00a0Litern. In einigen Regionen wurden bereits Stra\u00dfen gesperrt, vereinzelt mussten Anwohner:innen evakuiert werden.<\/p>\n<p class=\"placeholder-article-bottom\">\u00a0<\/p>\n<p>Zunehmend reagieren europ\u00e4ische St\u00e4dte mit <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/europaeische-union\/klimaanpassung-warum-fortschritt-kein-zufall-ist\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anpassungsma\u00dfnahmen<\/a>. &#8222;Wir m\u00fcssen unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften widerstandsf\u00e4higer gegen extreme Wetterereignisse machen&#8220;, betonte WMO-Generalsekret\u00e4rin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Celeste_Saulo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Celeste Saulo<\/a>. Europa mache zwar Fortschritte, doch einige L\u00e4nder im S\u00fcdosten des Kontinents h\u00e4tten noch gro\u00dfen Nachholbedarf.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat laut dem Bericht gut die H\u00e4lfte der europ\u00e4ischen St\u00e4dte einen Klimaanpassungsplan \u2013 eine Verdopplung gegen\u00fcber 2018. Schwerpunkte sind Begr\u00fcnung, Wassermanagement und Fr\u00fchwarnsysteme.<\/p>\n<p>Das reicht aber noch lange nicht. &#8222;Die Sch\u00e4den an der bebauten Umwelt k\u00f6nnten sich bis zum Ende des Jahrhunderts verzehnfachen, wenn keine weiteren Anpassungen erfolgen&#8220;, warnte Andrew Ferrone vom Luxemburger Umweltministerium.<\/p>\n<p>Lesen Sie dazu unseren Kommentar: <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/europaeische-union\/europas-klima-job\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Europas Klima-Job <\/a><\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/component\/banners\/click\/97\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" title=\"Rabe Ralf Umweltzeitung\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/300x250rr_25_5-14_1.jpg\" alt=\"Rabe Ralf. Nicht nur f\u00fcr Gro\u00dfstadtv\u00f6gel\" width=\"300\" height=\"250\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es wird hei\u00df, hei\u00dfer, am hei\u00dfesten. 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