{"id":317563,"date":"2025-08-04T05:34:19","date_gmt":"2025-08-04T05:34:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317563\/"},"modified":"2025-08-04T05:34:19","modified_gmt":"2025-08-04T05:34:19","slug":"willicherin-macht-not-der-menschen-sichtbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317563\/","title":{"rendered":"Willicherin macht Not der Menschen sichtbar"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Die Frau in dem roten Kleid hei\u00dft Rodia. Sie ist 27 Jahre alt und ist von <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/khartum\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Khartum<\/a>, der Hauptstadt des <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/sudan\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sudan<\/a>, nach Port Sudan gefl\u00fcchtet. Dort konnte sie mit ihren drei Kindern im Alter von zwei, sieben und 15 Jahren in einem Schulgeb\u00e4ude Zuflucht vor den kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrem Land finden. Schon seit 1979 ist humanit\u00e4re Organisation Care im Sudan t\u00e4tig.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die in Willich geborene Sarah Easter ist gerade von einer Reise in den Sudan zur\u00fcckgekehrt. Als Care-Nothilfereporterin besucht sie regelm\u00e4\u00dfig Care-Projekte auf der ganzen Welt und spricht mit den Menschen vor Ort. Rodia erz\u00e4hlte ihr von ihrem Schicksal. Als die Bomben in Khartum fielen, suchten sie und die Kinder Schutz unter dem Tisch, wo sie a\u00dfen und schliefen. Die Familie musste mit ansehen, wie Familienangeh\u00f6rige erschossen und Nachbarst\u00f6chter vergewaltigt wurden. Ohne irgendetwas mitzunehmen, floh Rodia mit den Kindern in einem Auto. In Port Sudan fand sie Zuflucht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/hitze\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hitze<\/a> im Land ist gro\u00df, Sarah Easter hat es am eigenen Leib erlebt: 40 Grad sind keine Seltenheit. Rodia hat ein Zelt, aber um der gestauten Hitze zu entgehen, schl\u00e4ft sie im Freien auf einer Decke. Ihre gr\u00f6\u00dfte t\u00e4gliche Sorge ist die Frage, wo sie etwas Essen f\u00fcr sich und die Kinder erh\u00e4lt. Die Mutter esse h\u00f6chstens jeden zweiten Tag, so erz\u00e4hlte sie Sarah Easter. Als diese sie nach positiven Erinnerungen an ihre Heimat fragte, schwieg Rodia, f\u00fcr die es schmerzhaft sei, dar\u00fcber nur nachzudenken.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seit April 2023 besteht der Konflikt im Sudan. Die Krise werde wenig beachtet, glaubt Sarah Easter. Die Not ist gro\u00df: Zwei von drei Menschen seien auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen. Mehr als 14 Millionen Menschen sind auf der Flucht. \u201eKaum einer berichtet dar\u00fcber\u201c, sagt Easter. Das ist ihre Aufgabe bei Care: vor Ort mit den betroffenen Menschen zu sprechen und deren Geschichten in die Welt zu tragen, um Aufmerksamkeit f\u00fcr die Konfliktregionen und die Betroffenen zu generieren, um den Spenderinnen und Spendern zu zeigen, was Hilfe bewirken kann, wo Hilfe ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Care-Mitarbeiterin Sarah Easter bekommt die b\u00fcrokratischen Folgen des Krieges zu sp\u00fcren: Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch. Man kann nur in einem bestimmten Zeitfenster in der Helligkeit fliegen, weil die Luftsicherheit beeintr\u00e4chtigt ist, der Sudan von Drohnen angegriffen wird. So hei\u00dft es oft: warten. \u201eDas habe ich schon so oft gemacht. Es ist nervig. Aber es gilt: \u201aSafety first.\u2018\u201c Vor Ort werden Genehmigungen ben\u00f6tigt, um von einem Ort zum anderen zu reisen, um Menschen zu interviewen und Fotos zu machen. T\u00e4glich f\u00e4llt f\u00fcr eine Zeit der Strom aus, das erschwert nicht nur das allt\u00e4gliche Leben, auch die Arbeit.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Schule, in der die gefl\u00fcchteten Frauen mit ihren Kindern leben, wird von der lokalen Regierung zur Verf\u00fcgung gestellt. Zu Beginn des Konfliktes, wei\u00df Easter, habe es noch Essensverteilungen anderer Organisationen gegeben. Doch die K\u00fcrzung der Entwicklungsgelder habe das unm\u00f6glich gemacht. Wer Geld hat, kann in Port Sudan einkaufen. Doch sind die Preise, da das W\u00fcstenland viel importieren muss, extrem hoch.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Frauen sind erfinderisch, was die Arbeitssuche betrifft, sagt Easter, sie leisten Tagesarbeiten, sie r\u00f6sten Samen, die sie verkaufen, sie stellen Holzkohle her. Wenn sie die M\u00f6glichkeiten bekommen, \u201emachen sie solche Sachen, um sich langfristig selbst helfen zu k\u00f6nnen und sich aus der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/armut\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Armut<\/a> zu befreien.\u201c Das ist das Ziel der Entwicklungshilfe, sagt Sarah Easter: sich selbst \u00fcberfl\u00fcssig zu machen. Die Nothilfe hilft, damit die Menschen am Leben bleiben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ob es sie nicht stark belaste, was sie erlebe und erfahre? Doch, sagt sie, es mache sie unglaublich w\u00fctend und sprachlos. Aber: \u201eWas mir hilft, ist, etwas daraus zu machen. Wenn ich meine Arbeit gut mache, kann ich einen Beitrag zur Ver\u00e4nderung leisten.\u201c Ihr Interesse ist, die Menschen zu verstehen, die hinter den Schicksalen stehen, ihnen zuzuh\u00f6ren und daf\u00fcr zu sorgen, dass sie gesehen werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In vier Wochen reist Sarah Easter in die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a>. Aber das wird wieder eine andere Geschichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Frau in dem roten Kleid hei\u00dft Rodia. 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