{"id":317597,"date":"2025-08-04T05:55:12","date_gmt":"2025-08-04T05:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317597\/"},"modified":"2025-08-04T05:55:12","modified_gmt":"2025-08-04T05:55:12","slug":"frankreich-das-beliebteste-ferienland-der-welt-eine-hommage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317597\/","title":{"rendered":"Frankreich, das beliebteste Ferienland der Welt: eine Hommage"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Kein Ferienland ist weltweit beliebter als Frankreich \u2013 aus gutem Grund.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Der Eiffelturm ist die bekannteste Sehensw\u00fcrdigkeit von Paris. Frankreich hat aber noch viel mehr zu bieten.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"8262\" height=\"5508\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bebb03c6-6600-4952-941d-a96ef891967d.jpg\" loading=\"eager\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Der Eiffelturm ist die bekannteste Sehensw\u00fcrdigkeit von Paris. Frankreich hat aber noch viel mehr zu bieten. <\/p>\n<p>Aurelien Morissard \/ AP<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf22\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Es f\u00e4ngt schon bei der Begr\u00fcssung an. Aus dem \u00abBonjour madame, bonjour monsieur\u00bb spricht eine Leichtigkeit, eine Kultiviertheit, die man anderswo vergeblich sucht. Frankreich ist ebenso luftig wie schwer, ein Land der Kontraste, das von der luxuri\u00f6sen C\u00f4te d\u2019Azur bis zur rauen Bretagne reicht, das f\u00fcr seine Weine ebenso bekannt ist wie f\u00fcr seine Intellektuellen, eine Kulturnation im umfassenden Sinne des Savoir-vivre.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1gbcko61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">100 Millionen Besucher z\u00e4hlte Frankreich im vergangenen Jahr. Das zeigen die neusten Zahlen der Welttourismusorganisation der Uno. Noch vor Spanien und den USA ist Frankreich das beliebteste Ferienland der Welt. Aber warum eigentlich?<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf70\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>L\u2019\u00e9l\u00e9gance<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Franz\u00f6sische Eleganz ist mehr als Kleidung \u2013 es ist eine Lebenseinstellung.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"7511\" height=\"5006\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Franz\u00f6sische Eleganz ist mehr als Kleidung \u2013 es ist eine Lebenseinstellung. <\/p>\n<p>Jeremy Moeller \/ Getty<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf80\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">yas. Um den Hals ein zart gebundenes Seidencarr\u00e9, am Handgelenk den Griff einer feinen Ledertasche. Auf der Nase eine Cat-Eye-Sonnenbrille, an den Ohren minimalistische Creolen. Dazu einen \u00abtrench\u00bb in dezenten Nuancen, einen schmalen G\u00fcrtel um die H\u00fcfte, klassische Pumps. Modemagazine preisen die Franz\u00f6sinnen und ihren Understatement-Chic. Viel brauche es dazu nicht, versprechen die Heftchen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf81\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Doch so manch eine Frau hat sich schon an diesem Ideal probiert und stand dann entt\u00e4uscht vor dem Spiegel. Denn franz\u00f6sische Eleganz ist mehr als Kleidung \u2013 sie ist eine Lebenseinstellung.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf82\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Da ist diese l\u00e4ssige Nonchalance, die sich in einem kaum merklich geneigten Kopf zeigt. Da ist der Blick, der das Gegen\u00fcber gelassen und aufmerksam zugleich einf\u00e4ngt. Und da ist der rote, leicht verruchte Lippenstift, der scheinbar nur beil\u00e4ufig aufgetragen wurde. Der franz\u00f6sische Chic ist nie aufdringlich \u2013 aber er ist immer vielversprechend.<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf24\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>La grande vitesse<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Und schon ist man da: Der TGV schwebt mit 200 bis 300 Kilometern pro Stunde durchs Land.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"6998\" height=\"4666\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Und schon ist man da: Der TGV schwebt mit 200 bis 300 Kilometern pro Stunde durchs Land. <\/p>\n<p>Ga\u00ebtan Bally \/ Keystone<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf31\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">obe. Die Zugreise von Z\u00fcrich nach Paris dauert vier Stunden und vier Minuten. Es ist die perfekte Fahrzeit. Der Zug ist zwar sp\u00e4rlich eingerichtet, das Bordrestaurant nicht der Rede wert. Doch die Fahrt ist lang genug, um zum Ferienstart ein erstes Mal zu entspannen. Und kurz genug, um entspannt zu bleiben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf32\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der TGV, der \u00abtrain \u00e0 grande vitesse\u00bb, schwebt mit 200 bis 300 Kilometern pro Stunde durch die franz\u00f6sische Pampa, und voil\u00e0, schon kommt man, meist ohne Versp\u00e4tung, an der Gare de Lyon mitten in Paris an. Oder man f\u00e4hrt weiter. Im Jahr 1981 wurde die erste TGV-Strecke zwischen Lyon und Paris er\u00f6ffnet. Seither wurde das Netz laufend ausgebaut, heute erreicht man in kurzer Zeit viele der sch\u00f6nsten Orte des Landes. Von Z\u00fcrich ist man in zwei Stunden in Dijon und in sechs am Mittelmeer, in Marseille. La grande vitesse!<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf33\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Oder man f\u00e4hrt \u00fcber Paris und Bordeaux bis an die so wunderbar raue Atlantikk\u00fcste. Daf\u00fcr muss man in Paris den Bahnhof wechseln. Die Z\u00fcge in den Westen des Landes fahren von Paris-Montparnasse. T\u00f6nt umst\u00e4ndlich, ist aber sch\u00f6n. Man nimmt sich ein paar Stunden Zeit f\u00fcr den Zwischenstopp, setzt sich in ein Bistro am Strassenrand, geniesst kurz das Chaos von Paris. Dann steigt man in den n\u00e4chsten Zug.<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf46\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>La culture<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die \u00abMona Lisa\u00bb thront im Louvre. Im meistbesuchten Museum der Welt ist sie das wohl bekannteste Exponat.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"6000\" height=\"4000\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Die \u00abMona Lisa\u00bb thront im Louvre. Im meistbesuchten Museum der Welt ist sie das wohl bekannteste Exponat. <\/p>\n<p>Benoit Tessier \/ Reuters<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf49\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">yas. Eine Pyramide aus Licht empf\u00e4ngt die Besucherinnen und Besucher vor dem Louvre, dem meistbesuchten Museum der Welt. Von aussen fl\u00fcstert die Architektur des Schlosses \u00fcber die Geschichten von K\u00f6nigen und Revolutionen. Im Inneren wandelt man entlang einer sorgsam kuratierten Folge von Sch\u00f6nheit und Sinn. Antike Skulpturen, Renaissance-Gem\u00e4lde oder orientalische Kostbarkeiten erz\u00e4hlen von der Reise der Menschheit. Von geistigen Erleuchtungen, k\u00fcnstlerischen Ekstasen und tiefen Erkenntnissen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1gapmd61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auf dem Weg durch teils leere Hallen, teils bis zum Bersten gef\u00fcllte G\u00e4nge kann man mehr als 380\u00a0000 Objekte bestaunen. Der Louvre steht damit sinnbildlich f\u00fcr das vielf\u00e4ltige Kulturangebot Frankreichs, das man so in kaum einem anderen Land findet. Und mit etwas Gl\u00fcck erhascht man sogar einen Blick auf die ber\u00fchmteste Frau von ganz Paris. Denn sie thront in diesem Palast wie eine K\u00f6nigin der Geheimnisse. Ein Spiegel unserer eigenen Neugier.<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf54\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>Le pastis<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Pastis ist s\u00fcffig, herb, erfrischend, s\u00fcss \u2013 alles zusammen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4988\" height=\"3333\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Pastis ist s\u00fcffig, herb, erfrischend, s\u00fcss \u2013 alles zusammen. <\/p>\n<p>Stephane Mahe \/ Reuters<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf56\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">lip. Endlich Ap\u00e9ro nach einem Ferientag an der Sonne. Nun denn, bien s\u00fbr, ein Pastis soll es sein. Ein Klassiker der franz\u00f6sischen Ap\u00e9ro-Kultur, hierzulande nur allzu selten auf einer Karte zu finden. Wieso eigentlich? Pastis ist s\u00fcffig, herb, erfrischend, s\u00fcss, alles zusammen, und das ist mit ein Grund, wieso die Franzosen, zeitunglesend oder P\u00e9tanque spielend, schon vormittags ein Glas vor sich haben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf57\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Einst als legale Alternative zum Absinth entstanden, sp\u00e4ter dank Pernod und Ricard Kult geworden, ist Pastis heute viel mehr als ein Ap\u00e9ritif. Pastis ist Ausdruck des Lebensgef\u00fchls von S\u00fcdfrankreich. Und: Pastis ist ein Ritual. Der klare Anisschnaps wird stets pur serviert, begleitet von einer Karaffe eiskalten Wassers. Verd\u00fcnnt man den Pastis mit Wasser, nimmt er \u2013 man nennt es Louche-Effekt \u2013 eine milchig-tr\u00fcbe Farbe an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1ga1ilg1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ein Getr\u00e4nk wie ein Faustschlag gegen den knallig orangen Aperol Spritz der Massentouristen.<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf515\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>La langue<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die franz\u00f6sische Sprache ist den Franzosen heilig.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5329\" height=\"3552\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Die franz\u00f6sische Sprache ist den Franzosen heilig. <\/p>\n<p>Lewis Joly \/ AP<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">lia. Die Franzosen gelten nicht als besonders gastfreundlich. Das hat wohl auch mit ihrem Verh\u00e4ltnis zu ihrer Sprache zu tun. Le fran\u00e7ais ist ihnen heilig. Die Sprache ist Ausdruck der Liebe, der Diplomatie, des Intellekts. Davon zeugen Chansons wie jene von \u00c9dith Piaf, die Werke von Philosophen wie Jean-Jacques Rousseau oder Schriftstellern wie Victor Hugo.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf62\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die franz\u00f6sische Sprache schafft es, Eleganz, Sinnlichkeit und Eloquenz zu vereinen \u2013 anders als das Englische. Es ist Staatsaufgabe, das Franz\u00f6sisch vor der \u00abanglification\u00bb zu besch\u00fctzen. Seit 400 Jahren wacht die Acad\u00e9mie fran\u00e7aise, ein Komitee vergreister Schriftsteller, Philosophen und anderer Akademiker, \u00fcber die Reinheit des Franz\u00f6sischen. Heutzutage ist das Gremium vor allem damit besch\u00e4ftigt, neumodische W\u00f6rter einzufranz\u00f6sischen \u2013 und das gibt allerhand zu tun. 2024 erschien die 9.\u00a0Ausgabe des W\u00f6rterbuchs der Akademie. W\u00f6rter wie Computer oder E-Mail, die Franzosen im Alltag l\u00e4ngst aus dem Englischen \u00fcbernommen haben, sucht man darin vergeblich. Computer? Non, c\u2019est un ordinateur. Und \u00able mail\u00bb heisst im Franz\u00f6sischen noch immer der Hammer. Und das soll so bleiben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf63\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Im eigenen Land beharren die Franzosen gerne darauf, in ihrer Sprache zu konferieren \u2013 bis sich das Gegen\u00fcber in Artikel oder Aussprache vertut. Dann wechselt man geflissentlich ins Englisch. Sprechen tun sie diese plumpe Sprache wohl, aber wollen tun sie es nicht. Und sie singen: \u00abNon, je ne regrette rien\u00bb \u2013 und man summt leise mit.<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf59\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>La vie mondaine<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die franz\u00f6sische Riviera rund um Saint-Tropez ist ein Schauplatz der Reichen und Sch\u00f6nen. F\u00fcr einen Moment bekommt man hier das Gef\u00fchl, Teil einer anderen Welt zu sein.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4242\" height=\"2828\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Die franz\u00f6sische Riviera rund um Saint-Tropez ist ein Schauplatz der Reichen und Sch\u00f6nen. F\u00fcr einen Moment bekommt man hier das Gef\u00fchl, Teil einer anderen Welt zu sein. <\/p>\n<p>Charles Ommanney \/ Getty<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf511\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">max. Reisen wirkten fatal gegen Vorurteile, sagte einst Mark Twain. Der Schriftsteller wurde weltber\u00fchmt mit seinen Abenteuergeschichten, und sollte er je in Saint-Tropez gewesen sein, Twain h\u00e4tte sein Bonmot wohl \u00fcberdenken m\u00fcssen. An der Plage de Pampelonne zumindest best\u00e4tigen sich die Vorurteile.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf512\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Dieser Strand mit seinen teuren Beach-Clubs ist genau das, was man Saint-Tropez vorwirft: ein Spielplatz der Reichen und Sch\u00f6nen, ein Schauplatz des Schickimicki, ein Ort, der statt f\u00fcr \u00ablibert\u00e9, \u00e9galit\u00e9, fraternit\u00e9\u00bb viel eher f\u00fcr \u00abf\u00eate, f\u00eate, f\u00eate\u00bb steht.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf513\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ob im \u00abLoulou\u00bb, im \u00abClub 55\u00bb oder im \u00abBagatelle\u00bb: Man muss die legend\u00e4ren Beach-Clubs besucht haben, auch wenn man noch so abstossende Geschichten \u00fcber ihren Luxus, ihren Snobismus oder ihre Exzentrik geh\u00f6rt hat. Das kostet, keine Frage.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1ga4eu61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Aber ehe man es sich versieht, steht man dann auf einem Tisch, tanzt, feiert und vergisst jeden Euro, wenn man pl\u00f6tzlich am Nebentisch Robbie Williams tanzen sieht. F\u00fcr einen Moment bekommt man hier das Gef\u00fchl, Teil einer anderen, sonst verborgenen Welt zu sein. Und versteht schnell, dass jeder Tag und jede Nacht in Saint-Tropez ihre eigene Abenteuergeschichte bereith\u00e4lt. Und das ist ein Vorurteil, dem man gar nicht entgegenwirken muss.<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf35\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>Le croissant<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Gewissermassen verspeist man am Morgen den Mond \u2013 geht es sch\u00f6ner?\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3698\" height=\"2465\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Gewissermassen verspeist man am Morgen den Mond \u2013 geht es sch\u00f6ner? <\/p>\n<p>Geoffrey Swaine \/ Avalon \/ Imago<\/p>\n<p>lwa.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf41\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In Frankreich m\u00f6chte man schon beim Einschlafen an das Fr\u00fchst\u00fcck denken. Ein kleiner Halbmond aus Teig, ein Caf\u00e9 au Lait, mehr braucht es nicht, um gl\u00fccklich zu sein. Sehr gl\u00fccklich.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf42\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Allein der Klang: Croissant. Man h\u00f6rt es f\u00f6rmlich, das dezente Krachen beim ersten Bissen, wenn die Kruste bricht und der bl\u00e4ttrige Teig in Kr\u00fcmelform auf Tisch und Kleider regnet. Nichts zu machen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf43\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00dcberhaupt kommt das \u00abpetit d\u00e9jeuner\u00bb kaum ohne Kleckereien aus. Viele Franzosen k\u00f6nnen gar nicht anders, als ihr Croissant mit mehreren raschen Tupfbewegungen in den Kaffee zu tunken. Dann schnell in den Mund, denn es tropft ein wenig. Aber das macht nichts.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf44\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Croissant ist franz\u00f6sisch f\u00fcr Mondsichel. Gewissermassen verspeist man am Morgen also den Mond und damit die Nacht. Geht es sch\u00f6ner?<\/p>\n<blockquote data-team-quote=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf411\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"quote\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent quote nzzinteraction\"><p>Le mistral<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Der Mistral l\u00e4sst den Himmel in Frankreich, hier bei Marseille, oft tiefblau erstrahlen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4896\" height=\"3264\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"   class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Der Mistral l\u00e4sst den Himmel in Frankreich, hier bei Marseille, oft tiefblau erstrahlen. <\/p>\n<p>Manon Cruz \/ Reuters<\/p>\n<p>lyb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf50\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Rau im Winter, etwas milder im Sommer: Der Mistral bl\u00e4st mit aller Kraft, die kalten Luftmassen zischen vom Rhonetal in Richtung Mittelmeer. Der Nordwind ist erbarmungslos, zeitweise zieht er mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde durch das Land. Und doch: Der Mistral ist mehr als ein meteorologisches Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf51\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Kombination aus klarer Luft und trockener Atmosph\u00e4re schafft ein unvergleichliches Licht. Der Wind vertreibt die Wolken, sch\u00e4rft die Konturen und l\u00e4sst den Himmel tiefblau erstrahlen. Die ungetr\u00fcbte Sicht bis zum Horizont hat schon Maler wie van Gogh und Philosophen wie Friedrich Nietzsche inspiriert: \u00abMistral-Wind, du Wolken-J\u00e4ger, Tr\u00fcbsal-M\u00f6rder, Himmels-Feger, Brausender, wie lieb\u2019 ich dich!\u00bb, sinniert Nietzsche in einem Tanzlied.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j1g6snf52\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch f\u00fcr Reisende ist der Mistral mehr als ein Wind: Er bringt eine Pause vom Gewohnten, einen Moment der Klarheit. Beim Abendspaziergang erstrahlt die Luft in Goldorange, und die Augen erblicken etwas sp\u00e4ter ein klares Sternenzelt. Im Sog des Windes liegt jene Leere, in der neue Gedanken, neue Perspektiven Raum finden. Oder in den Worten der S\u00e4ngerin der amerikanischen Rockband Heart: \u00abYou made a crazy dreamer out of me. Mistral, mistral, mistral.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kein Ferienland ist weltweit beliebter als Frankreich \u2013 aus gutem Grund. 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