{"id":317603,"date":"2025-08-04T05:59:13","date_gmt":"2025-08-04T05:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317603\/"},"modified":"2025-08-04T05:59:13","modified_gmt":"2025-08-04T05:59:13","slug":"klimawandel-in-spanien-wie-sich-staedte-vor-extremhitze-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317603\/","title":{"rendered":"Klimawandel in Spanien: Wie sich St\u00e4dte vor Extremhitze sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.08.2025 05:47 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Spanien gilt als Hotspot des Klimawandels. Vor allem in den St\u00e4dten steigen die Temperaturen extrem. Viele Kommunen entwickeln Notfallpl\u00e4ne und stellen ihre Stadtplanung um. Als federf\u00fchrend dabei gilt Barcelona.\u00a0\u00a0<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Julia Macher, ARD-Studio Madrid\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00dcber dem Kinderspielplatz Antoni Santiburcio h\u00e4ngt seit Ende Mai ein Mosaik aus dreieckigen Planen. Darunter ist es merklich k\u00fchler als nebenan. Der Spielplatz in Barcelonas Arbeiterviertel Sant Andreu war der erste von mehr als 70 \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen, die mit k\u00fcnstlichen Schattenspendern ausgestattet wurden &#8211; als Sofortma\u00dfnahme gegen steigende Temperaturen. 13 Millionen Euro kostet das Beschattungsprogramm.\u00a0<\/p>\n<p>    Barcelona und seine &#8222;Klimarefugien&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist Teil des st\u00e4dtischen Plans zur Klimaadaption. Zu ihm geh\u00f6ren ein umfassendes Begr\u00fcnungsprogramm, mehr entsiegelte Fl\u00e4chen im Stadtzentrum und ein Netz sogenannter &#8222;Klimarefugien&#8220;. Das sind klimatisierte Bibliotheken, Sportst\u00e4tten oder andere \u00f6ffentliche Einrichtungen, in denen Anwohner kostenlos Abk\u00fchlung und Trinkwasser finden. 400 solcher Refugien gibt es bereits. Das Netz wird laufend ausgebaut.\u00a0 Bis 2035 soll jede Bewohnerin, jeder Bewohner innerhalb von f\u00fcnf Gehminuten Zuflucht vor der Hitze finden, derzeit sind es noch zehn Minuten. Die Idee wird inzwischen von anderen spanischen St\u00e4dten kopiert.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit solchen Ans\u00e4tzen ist Barcelona spanienweit federf\u00fchrend in Sachen Klimaadaption &#8211; und das wird im Mittelmeerraum immer wichtiger. In Barcelona ist die Durchschnittstemperatur seit den 1980er Jahren um 1,6 Grad gestiegen. Bis Ende des Jahrhunderts wird sich die Zahl der Hitzewellen Greenpeace zufolge voraussichtlich verdoppeln &#8211; mit fatalen Folgen.\u00a0&#8222;Extremhitze ist die Folge des Klimawandels, die weltweit am meisten Todesopfer fordert&#8220;, sagt Elvira Jim\u00e9nez von Greenpeace Spanien.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>Der W\u00e4rmeinsel-Effekt<\/p>\n<p>            Weil Baumaterialien wie Beton und Asphalt W\u00e4rme viele Stunden speichern, wird Hitze in St\u00e4dten besonders schnell unertr\u00e4glich. Au\u00dferdem sind Fl\u00e4chen wie Stra\u00dfen, Gehsteige oder \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze meist mit Asphalt versiegelt. Die B\u00f6den k\u00f6nnen so kein Wasser aufnehmen und zur Verdunstung abgeben. Dadurch entf\u00e4llt ein wichtiger Mechanismus zur Klimaregulierung. Das f\u00fchrt zu gewaltigen Temperaturunterschieden: In Barcelona ist es im Sommer im Schnitt drei Grad w\u00e4rmer als jenseits der Stadtgrenzen &#8211; mit Ausschl\u00e4gen von bis zu sieben oder acht Grad. Auch in vielen anderen St\u00e4dten kommt es zu diesem &#8222;W\u00e4rmeinsel-Effekt&#8220;. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen Wissenschaftler mehr Gr\u00fcnfl\u00e4chen und gro\u00dffl\u00e4chige Entsiegelung von B\u00f6den.\u00a0<\/p>\n<p>    T\u00f6dliche Hitzewellen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n2.020 Menschen starben in Spanien im vergangenen Jahr an den Folgen hoher Temperaturen, 14 davon direkt an einem Hitzschlag. Laut einer Anfang des Jahres in der Zeitschrift Nature ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-024-03452-2\" title=\"Tote durch Hitzewellen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Studie<\/a> k\u00f6nnten allein in der Mittelmeermetropole bis Ende des Jahrhunderts 246.000 Menschen an den Folgen der steigenden Temperaturen sterben.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    B\u00e4ume pflanzen, B\u00f6den entsiegeln<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Stadt hat Pr\u00e4vention bei Hitzewellen und st\u00e4dtebauliche Anpassung an Extremwetter daher zur Kernaufgabe erkl\u00e4rt. Bereits seit 2007 gibt es in Barcelona abgestufte Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Hitzewellen &#8211; mit Info-Kampagnen, Verhaltenstipps und ausgeweiteter not\u00e4rztlicher Betreuung. In einem Pilotprojekt sollen Szenarien f\u00fcr Extremtemperaturen bis 50 Grad getestet werden. &#8222;Wir denken aber auch bei st\u00e4dtebaulichen Ma\u00dfnahme den Faktor Hitze immer mit&#8220;, sagt Irma Ventanyol, Direktorin des st\u00e4dtischen B\u00fcros f\u00fcr Klimawandel.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei der Anlage von neuen Pl\u00e4tzen, Gehwegen oder Stra\u00dfen wird verst\u00e4rkt auf entsiegelte B\u00f6den geachtet, die Wasser aufnehmen und verdunsten lassen k\u00f6nnen. Immer h\u00e4ufiger ersetzen Kiessand oder Bodenfliesen den Asphalt. Dazu kommen F\u00f6rderprogramme f\u00fcr eine verbesserte W\u00e4rmed\u00e4mmung. Die Gr\u00fcnfl\u00e4chen der Stadt sollen in den n\u00e4chsten vier Jahren um 22 Hektar erweitert werden, inklusive der Begr\u00fcnung von D\u00e4chern und Fassaden \u00f6ffentlicher Geb\u00e4ude.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Klimagerechtigkeit als Schwerpunkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei wird zuerst dort interveniert, wo Menschen mit einem eher niedrigen sozio\u00f6konomischen Standard leben. &#8222;Wer \u00e4rmer ist, leidet im Durchschnitt st\u00e4rker unter Extremwettern als Wohlhabende&#8220;, so Ventanyol.\u00a0 Tendenziell sei die Bebauung in diesen Vierteln dichter, die W\u00e4rmed\u00e4mmung der Geb\u00e4ude oft unzureichend und eine Klimaanlage f\u00fcr die Bewohner schlicht zu teuer.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn einer Bewertung von Hitzepl\u00e4nen von 15 spanischen Gro\u00dfst\u00e4dten durch Greenpeace hat das der Mittelmeermetropole den obersten Platz beschert. Als lobenswert galt der Umweltschutzorganisation au\u00dferdem, dass die geplanten Gr\u00fcnfl\u00e4chen fest im Haushalt eingeplant und gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Stadt verteilt seien. Allerdings mahnt Greenpeace eine schnellere Umsetzung der Ma\u00dfnahmen an. &#8222;Um die Sterblichkeit zu reduzieren, d\u00fcrfen wir keine Zeit verlieren&#8220;, so Sprecherin Elvira Jim\u00e9nez.\u00a0<\/p>\n<p>    Der Vorteil naturbasierter L\u00f6sungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei ihrem Vergleich kritisiert die Nichtregierungsorganisation, dass viele St\u00e4dte nur unzureichend analysiert h\u00e4tten, welche Stadtgebiete sich warum besonders aufheizten. Au\u00dferdem fehlten vielerorts Fr\u00fchwarnsysteme.\u00a0So hat die Hauptstadt Madrid keinen Hitzenotfallplan, obwohl dort die Zahl der Tage mit Extremtemperaturen bis Ende des Jahrhunderts auf 70 bis 109 Tage steigen k\u00f6nnte. Im Jahr 2005 waren es noch 48 Tage.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nImmerhin: Das Bekenntnis zu mehr Gr\u00fcn findet sich inzwischen in allen Klimaadaptionspl\u00e4nen. Laut einer <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lanplh\/article\/PIIS2542-5196(20)30058-9\/fulltext\" title=\"Hitzetote\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Studie<\/a> des Instituts IS Global lie\u00dfe sich im Schnitt in europ\u00e4ischen St\u00e4dten durch 30 Prozent mehr Begr\u00fcnung hitzebedingte Sterblichkeit um ein Drittel senken.\u00a0Mehr Gr\u00fcn helfe aber nicht nur gegen Hitze, so Greenpeace. &#8222;Richtig geplante Gr\u00fcnfl\u00e4chen nehmen bei Starkregen auch das Wasser besser auf und vermeiden so \u00dcberschwemmungen&#8220;, so Elvira Jim\u00e9nez. Das \u00fcbersch\u00fcssige Wasser wiederum k\u00f6nne umgeleitet und f\u00fcr D\u00fcrreperioden gespeichert und verwendet werden.\u202f\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBarcelona l\u00e4sst seinen Stadtb\u00e4umen auch deswegen eine Sonderbehandlung zukommen. Selbst bei D\u00fcrre bleibt ein Teil des Wassers f\u00fcr B\u00e4ume reserviert -\u202fals wichtige st\u00e4dtische Infrastruktur.\u202f\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.08.2025 05:47 Uhr Spanien gilt als Hotspot des Klimawandels. 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