{"id":317633,"date":"2025-08-04T06:17:23","date_gmt":"2025-08-04T06:17:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317633\/"},"modified":"2025-08-04T06:17:23","modified_gmt":"2025-08-04T06:17:23","slug":"gerd-niebaum-borussia-dortmunds-langjaehriger-praesident-ist-jetzt-krimi-autor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317633\/","title":{"rendered":"Gerd Niebaum: Borussia Dortmunds langj\u00e4hriger Pr\u00e4sident ist jetzt Krimi-Autor"},"content":{"rendered":"<p>18 Jahre lang war Gerd Niebaum Pr\u00e4sident des BVB. Nun hat der 76-J\u00e4hrige einen Thriller \u00fcber eine Verschw\u00f6rung im Wei\u00dfen Haus geschrieben. Es geht um Machtspiele und Intrigen. Sachen, die der 76-J\u00e4hrige aus dem Fu\u00dfballgesch\u00e4ft kennt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Gerd Niebaum stand 18 Jahre bis 2004 an der Spitze des BVB. Der Verein wurde einmal Pokalsieger, dreimal Deutscher Meister, Champions-League-Sieger und Weltpokalsieger. Aber der BVB h\u00e4ufte unter Niebaum auch Schulden \u00fcber 120 Mio. Euro an. <\/p>\n<p>Nach seinem Ende beim BVB zog er sich aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcck. Jetzt hat der Jurist mit 76 Jahren seinen ersten Roman ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><b>Frage:<\/b> Herr Niebaum, Sie haben in 18 Jahren als Pr\u00e4sident von Borussia Dortmund den Verein von der Relegation zu u. a. drei Meisterschaften, dem Champions-League- sowie Weltpokalsieg gef\u00fchrt. Aber auch 120 Mio. Schulden aufgebaut und sind nach Ihrem Abschied aus der \u00d6ffentlichkeit abgetaucht. Im Juni haben Sie nun Ihren ersten Polit-Thriller \u201eWhite House not for Sale\u201c ver\u00f6ffentlicht. Wie kam es zu der Idee?<\/p>\n<p><b>Gerd Niebaum:<\/b> Ich habe mich bewusst aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcckgezogen und ein reines Privatleben gef\u00fchrt. Dabei habe ich, wie viele andere auch, \u00fcber Jahre genau die Entwicklung in den USA beobachtet. Und mich gefragt: Was kann alles in solch einer Demokratie passieren? Wie br\u00fcchig, wie widerstandsf\u00e4hig ist sie? Meine Fantasie wurde angeregt, und ich habe begonnen, in meinem Kopf eine Story zu spinnen.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Wovon handelt sie?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>In meinem Buch tr\u00e4gt ein Vizepr\u00e4sident ein Geheimnis mit sich herum, das \u00fcber 30 Jahre zur\u00fcckliegt. Es geht um Machtspiele, Kryptopl\u00e4ne, Korruption und Verbrechen, um eine Verschw\u00f6rung auf h\u00f6chster Ebene. Aber: Ich habe zu Beginn nie daran geglaubt, dass ich in der Lage bin, ein Buch zu schreiben und einen Leser mit meiner Geschichte fesseln kann. Ich bin ja Rechtsanwalt und Notar gewesen. Da diktieren Sie n\u00fcchterne Vertr\u00e4ge. Wie soll man da Spannung erzeugen?<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Warum haben Sie dennoch angefangen zu schreiben?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Der Plot ist schon sechs, sieben Jahre alt. Geholfen hat mir, dass ich selbst viele Thriller lese. Mein Lieblingsschriftsteller ist John Grisham. Vor anderthalb Jahren habe ich dann losgelegt. Einen ganzen Thriller zu schreiben, ist vergleichbar mit einem Marathonlauf. Auch beim \u00adSchreiben muss man sich \u00fcberwinden, k\u00e4mpfen und bei\u00dfen, um zum Ziel zu kommen. Die ersten Reaktionen waren positiv, sodass der Roman ver\u00f6ffentlicht werden konnte.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Macht, Politik und Intrigen: Wie viele Ihrer eigenen Erfahrungen in der Fu\u00dfballbranche haben Sie in dem Buch verarbeitet?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Bewusst gar keine. Es ist eine rein fiktive Handlung. Aber nat\u00fcrlich hatte ich ein interessantes, bewegtes Leben im Fu\u00dfball, mit allen H\u00f6hen und allen Tiefen. Und nat\u00fcrlich hat mich das gepr\u00e4gt. Ich hatte regelm\u00e4\u00dfig Umgang mit Politikern, mit m\u00e4chtigen Wirtschaftsbossen. Das erweitert sicherlich die Perspektive. <\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Lernt man im Fu\u00dfballgesch\u00e4ft, wie Machtspiele funktionieren?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Ja, das lernen Sie. 1986 bin ich durch Zufall als Fan Pr\u00e4sident des BVB geworden. Das war f\u00fcr mich eine v\u00f6llig andere Welt, die ich erst einmal begreifen musste. Sie finden hier alles \u2013 wie unter einem Brennglas \u2013, was Sie in unserer normalen Gesellschaft auch finden: Machtspiele und Intrigen. Daran musste ich mich damals erst gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel nennen?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Es geht viel um Egoismus und den Status. Und nat\u00fcrlich spielt das Geld eine ganz entscheidende Rolle. Wir haben 1997 die Champions League gewonnen, 2002 erneut die Meisterschaft. Hinter den Kulissen tut sich dann einiges. Zum Schluss meiner Amtszeit war das dann nat\u00fcrlich nicht mehr sch\u00f6n \u2026<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>\u2026 weil herauskam, wie hoch verschuldet und am Rande der Insolvenz der Verein ist.<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Es ist schade, dass eine so lange Zeit von 18 Jahren im Nachhinein so stark gepr\u00e4gt wird durch den Abschluss. Aber ich muss klar sagen: Ich habe eine Menge gemacht in den 18 Jahren. Und wenn Sie eine Menge machen, dann machen Sie manches richtig und manches falsch.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Was werfen Sie sich vor?<\/p>\n<p>Wir haben zum Schluss einfach zu viel gewollt: Mit der Meisterschaft 2002 wollten wir gleichzeitig eine ganz starke Mannschaft stellen und das Stadion ohne \u00f6ffentliche Zusch\u00fcsse weiter ausbauen, auch f\u00fcr die WM 2006. Das alles zusammen war zu viel.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Was sagen Sie Kritikern, die behaupten, Sie h\u00e4tten den BVB gegen die Wand gefahren?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Wenn man die Fakten sieht, dann bin ich 2004 freiwillig ausgeschieden, weil ein Neustart in anderer Besetzung besser f\u00fcr den Verein war. Die Partner und die Gl\u00e4ubiger sch\u00f6pfen eher Vertrauen in neue Leute. Der Verein ist im Anschluss nicht in die Abstiegszone gerutscht, sondern hat in den Jahren 2005, 2006 und 2007 immer einen Platz im oberen Bereich der Tabelle belegt. Die Gl\u00e4ubiger konnten bezahlt werden. Meine Nachfolger haben die Chance zur Sanierung ausgezeichnet genutzt. Aber ich kann verstehen, dass man in der damaligen Zeit die Angst und die Sorge hatte, dass Schlimmeres passieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Gehen Sie noch ins Stadion?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Ich war einige Male im Stadion, aber als ganz normaler Fan und nicht auf der Ehrentrib\u00fcne. Im TV schaue ich jedes Spiel. Und ich freue mich jedes Mal, wenn ich die gelbe Wand sehe, die wir gegen gewaltige Widerst\u00e4nde als reine Stehtrib\u00fcne durchgesetzt haben. Sie ist mit den 25\u2005000 Fans die Verk\u00f6rperung eines Wir-Gef\u00fchls. Daf\u00fcr steht Borussia Dortmund.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Haben Sie noch Kontakt zu Weggef\u00e4hrten \u2013 und gab es nach der Ver\u00f6ffentlichung Ihres Thrillers Reaktionen von ihnen?<\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Ich habe noch zu einigen engen Kontakt, zum Beispiel zu meinem Freund und damaligen Mitarbeiter Michael Meier, zu den Trainern Horst K\u00f6ppel und Ottmar Hitzfeld sowie zu Spielern wie Andy M\u00f6ller, Heiko Herrlich oder Miki Stevic. Aber Reaktionen bisher nicht, das Buch ist ja auch ganz frisch auf dem Markt.<\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Sie haben ein bewegtes Leben hinter sich. War Ihnen nach dem Ende Ihrer T\u00e4tigkeit beim BVB schon klar: Jetzt m\u00f6chte ich etwas ganz anderes machen \u2013 wie etwa ein Buch schreiben? <\/p>\n<p><b>Niebaum: <\/b>Nein, sicher nicht. Dass ich jetzt einen Thriller geschrieben habe und er sogar ver\u00f6ffentlicht wird, ist mehr ein Zufall. Was das Leben angeht, so haben Sie recht. Es war ein Auf und Ab. Wichtig ist, dass man sich nicht aufgibt und an sich glaubt, aber immer auch bereit sein muss, eigene Fehler zu erkennen. Meine Familie und meine Freunde haben mir geholfen. Daf\u00fcr bin ich dankbar.<\/p>\n<p><b>Der Artikel wurde f\u00fcr das Sport-Kompetenzcenter (WELT, SPORT BILD, BILD) verfasst und zuerst in SPORT BILD ver\u00f6ffentlicht.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"18 Jahre lang war Gerd Niebaum Pr\u00e4sident des BVB. 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