{"id":317870,"date":"2025-08-04T08:34:14","date_gmt":"2025-08-04T08:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317870\/"},"modified":"2025-08-04T08:34:14","modified_gmt":"2025-08-04T08:34:14","slug":"wo-die-burg-elberfeld-wirklich-stand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317870\/","title":{"rendered":"Wo die Burg Elberfeld wirklich stand"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> \u201eWer hat schon von der Burg Elberfeld geh\u00f6rt?\u201c, fragt Stadtarch\u00e4ologe Florian Odijk zu Beginn der F\u00fchrung durch Elberfeld. Die Mehrheit der elf Teilnehmer hebt die Hand. Viele Wuppertaler w\u00fcssten aber gar nichts von dieser Burg, bedauert Odijk. Und auch die Wissenschaft wei\u00df nicht sehr viel \u2013 kein Wunder, die Burg ist vor fast 500 Jahre, im Jahr 1536 abgebrannt und danach abgebaut worden. Die arch\u00e4ologischen Untersuchungen in Elberfeld durch die aktuellen Leitungsarbeiten bescheren den Geschichtswissenschaftlern derzeit aber einige neue Erkenntnisse. Das k\u00f6nnen sich Interessierte regelm\u00e4\u00dfig bei F\u00fchrungen erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Rundgang am vergangenen Donnerstag beginnt im Baustellenb\u00fcro der Stadt in der Schwanenstra\u00dfe 33. Hier veranschaulicht ein Modell aus den 1960er Jahren, wie Elberfeld kurz vor dem Brand 1536 ausgesehen haben k\u00f6nnte: Burg und Burghof bilden ein F\u00fcnfeck, an der gr\u00f6\u00dften L\u00e4ngsseite steht ein Saalbau mit mehreren R\u00e4umen. Daneben steht ein freistehender Turm \u2013 ein Bergfried oder Wohnturm. Das Ganze ist von einer Burgmauer mit einem Wachturm umschlossen. Drumherum ein Burgteich, der nochmals von Wassergr\u00e4ben umgeben ist \u2013 gef\u00fcllt durch den Mirker Bach. S\u00fcdlich davon steht eine Kirche, die heutige Citykirche. Und Richtung Wupper bilden viele kleine Fachwerkh\u00e4user: die Siedlung Elberfeld, als \u201eFreiheit\u201c mit einigen stadt\u00e4hnlichen Rechten ausgestattet. Sie ist gemeinsam mit dem Burggel\u00e4nde nochmal von einer Mauer umgeben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDas Modell ist aus heutiger Sicht ganz gut gemacht\u201c, sagt Florian Odijk. \u201eAber es stimmt nicht ganz.\u201c Die Burg m\u00fcsste aus heutiger Sicht anders ausgerichtet sein, so dass der Saalbau genau auf der heutigen Poststra\u00dfe liegt. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der neuen Ausgrabungen \u2013 zuz\u00fcglich zahlreicher Funde von Alltagsgegenst\u00e4nden.<\/p>\n<p>Poststra\u00dfe verl\u00e4uft \u00fcber <br \/>den Grundmauern des Saalbaus      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Ausrichtung der Burg erkl\u00e4rt der Arch\u00e4ologe noch deutlicher vor Ort an der Kreuzung Turmhof\/Sch\u00f6ne Gasse\/Poststra\u00dfe\/Alte Freiheit: \u201eWir stehen hier auf den Grundmauern des Saalbaus der Burg.\u201c Diese verlaufen in der Poststra\u00dfe bis kurz vor die Kreuzung Poststra\u00dfe\/ Schwanenstra\u00dfe \u2013 etwa in H\u00f6he von Apollo Optik. Das alte Modell im Baustellenb\u00fcro zeigt diesen Saalbau f\u00e4lschlich leicht schr\u00e4g zur Poststra\u00dfe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der Kreuzung, wo noch eine dunkle Teeroberfl\u00e4che das Grabungsloch anzeigt, haben die Arch\u00e4ologen Mauerreste gefunden, 1,80 Meter dick und in der Ausrichtung, die ihnen den genauen Standort der Geb\u00e4ude verr\u00e4t. \u201eDas ist wohl der \u00e4u\u00dferste Winkel der Burg\u201c, so Odijk. Der Bergfried habe etwa dort gestanden, wo heute das Geb\u00e4ude mit dem Lokal \u201eCigk\u00f6fte\u201c steht, sei auch \u00e4hnlich hoch gewesen, sagt Odijk. Theoretisch sollten solche T\u00fcrme letzte Zuflucht bei Belagerung sein, in der Praxis h\u00e4tten sie wohl auch dazu gedient, die Mittel der Bauherren nach au\u00dfen sichtbar zu machen. \u201eDas war so etwas wie der Sportwagen der Burgherren.\u201c Der Burghof reichte wohl etwas weiter als bis zur H\u00e4lfte des H\u00e4userblocks zwischen Post- und Burgstra\u00dfe, der umgebende Burgteich fast bis an die Burgstra\u00dfe heran.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Weiter oben, vor dem Gesch\u00e4ft Ernstings, haben die Arch\u00e4ologen \u00dcberreste eines ehemaligen Torhauses gefunden, das einen Graben\u00fcbergang sch\u00fctzte. \u201eDarin gab es eine Wachstube\u201c, so Odijk. Dass der Boden gepflastert ist und nicht aus Lehm bestand, lasse darauf schlie\u00dfen, dass hier h\u00f6her gestellte Untergebene untergebracht waren, etwa Steuerbeamte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Burg verschwand vollst\u00e4ndig, weil man sie nach dem Brand 1536 nicht mehr aufbaute, sondern das Gel\u00e4nde einebnete. 1603 wurde das Areal neu parzelliert und bebaut. Nur die Stra\u00dfennamen Turmhof und Burgstra\u00dfe erinnern an die Vergangenheit. Es gab \u00dcberlegungen, die Umrisse der alten Burg k\u00fcnftig durch eine besondere Pflasterung kenntlich zu machen. Aber das werde zu un\u00fcbersichtlich, erkl\u00e4rt Florian Odijk. Denn geplant ist bereits eine Entw\u00e4sserungsrinne, dazu taktile Streifen f\u00fcr sehbehinderte Menschen.<\/p>\n<p>K\u00fcnftig soll es am Kirchplatz <br \/>Infos zur Historie geben      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dennoch soll in Zukunft Elberfelds Geschichte sichtbarer werden \u2013 auch wenn das noch bis nach Fertigstellung der Bauarbeiten dauert. Odijk w\u00fcnscht sich etwa, dass die Apsis der Citykirche mehr ins Rampenlicht ger\u00fcckt wird. Sie ist einer der \u00e4ltesten Teile der Kirche, stammt aus dem 12. Jahrhundert, ist aber derzeit schmucklos graubraun verputzt und mit Graffiti verziert. \u201eDas ist das \u00e4lteste aufrecht stehende Geb\u00e4ude Elberfelds\u201c, betont Odijk. Er hofft, dass der Weg um sie herum wieder ge\u00f6ffnet wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vorg\u00e4ngerbauten der Kirche stammen aus den 1930er Jahren, denn bei fr\u00fcheren Grabungen wurden Gr\u00e4ber aus dieser Zeit gefunden: Reste alter Baums\u00e4rge lie\u00dfen sich auf diese Zeit datieren. An der Citykirche ist \u00fcbrigens der Verlauf der alten Friedhofsmauer durch andersfarbige graue Pflastersteine zu erkennen. Der Kirchplatz soll in Zukunft auch zentraler Platz f\u00fcr historische Informationen zu Elberfeld werden, k\u00fcndigt Odijk an. Bis dahin wird nur leider noch einige Zeit vergehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neue Termine f\u00fcr arch\u00e4ologische F\u00fchrungen gibt es nach der Sommerpause. Mehr zur Geschichte Elberfelds auf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWer hat schon von der Burg Elberfeld geh\u00f6rt?\u201c, fragt Stadtarch\u00e4ologe Florian Odijk zu Beginn der F\u00fchrung durch Elberfeld.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":317871,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[19480,90794,90801,4452,90800,90799,62318,90798,90796,90797,3364,29,16373,70698,38243,9031,30,90795,68088,38039,1209,90793,17547,28057,4418],"class_list":{"0":"post-317870","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-mauer","9":"tag-90794","10":"tag-ausgrabungen","11":"tag-burg","12":"tag-burggelaende","13":"tag-burgherren","14":"tag-burghof","15":"tag-burgmauer","16":"tag-burgstrasse","17":"tag-burgteich","18":"tag-de","19":"tag-deutschland","20":"tag-elberfeld","21":"tag-erkenntnisse","22":"tag-florian","23":"tag-gelaende","24":"tag-germany","25":"tag-grabungen","26":"tag-interessierte","27":"tag-modell","28":"tag-nordrhein-westfalen","29":"tag-odijk","30":"tag-post","31":"tag-poststrasse","32":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114969580136247400","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=317870"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317870\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/317871"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=317870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=317870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=317870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}