{"id":317941,"date":"2025-08-04T09:17:20","date_gmt":"2025-08-04T09:17:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317941\/"},"modified":"2025-08-04T09:17:20","modified_gmt":"2025-08-04T09:17:20","slug":"studie-der-financial-health-initiative-so-gut-geht-es-den-muenchnern-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317941\/","title":{"rendered":"Studie der Financial Health Initiative: So gut geht es den M\u00fcnchnern &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Hohe Lebensmittelpreise, teure Mieten, Krankheiten, Alter oder famili\u00e4re Belastungen \u2013 es gibt viele Dinge, die Menschen in finanzielle Not bringen k\u00f6nnen. Die Financial Health Initiative ist eine M\u00fcnchner NGO und will Verbrauchern helfen, ihre pers\u00f6nlichen Finanzen zu verbessern und den Alltag leichter zu meistern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">\u201eMit unserem Engagement wollen wir die Ungleichheiten reduzieren und zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen\u201c, sagt Emanuel Renkl, der sich mit einem guten Dutzend Ehrenamtlicher in der NGO engagiert. Er ist Doktorand an der Technischen Universit\u00e4t <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> (TUM) und besch\u00e4ftigt sich mit dem Thema Digital Household Finance, also\u00a0Finanzentscheidungen privater Haushalte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im Team der Financial Health Initiative sind Studierende, Doktoranden, Mitarbeiter von Fintechs, \u00d6konomen, Informatiker, Psychologen und Bildungswissenschaftler. Die meisten kommen von der TUM oder der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t (LMU).<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Gemeinsam mit Wirtschaft und Politik wollen sie die finanzielle Gesundheit von Haushalten messen und f\u00f6rdern. Erste Zahlen f\u00fcr M\u00fcnchen und Deutschland liegen bereits vor. Ausgangspunkt ist ein Messinstrument f\u00fcr die Gesundheit der Finanzen (Financial Health Score), dessen methodische Grundlagen das Consumer Financial Protection Bureau der USA geschaffen hat; die Beh\u00f6rde sch\u00fctzt Verbraucher bei Finanzgesch\u00e4ften. Der daraus abgeleitete Score liegt zwischen 0 und 100; er misst den individuell erlebten Grad an finanzieller Sicherheit und Entscheidungsfreiheit. Als finanziell gesund gilt jemand, der seinen laufenden Verpflichtungen nachkommen kann, gen\u00fcgend R\u00fccklagen f\u00fcr Notf\u00e4lle hat sowie f\u00fcr langfristige Ziele sparen und sein Leben genie\u00dfen kann.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Im Dezember 2024 wurden erstmals Daten zur finanziellen Gesundheit der M\u00fcnchner und Deutschen repr\u00e4sentativ erhoben. Die Messung ist subjektiv, das hei\u00dft, die Ergebnisse beruhen auf der pers\u00f6nlichen Einsch\u00e4tzung der Befragten. F\u00fcr die Zukunft plant die Initiative, auch die objektive finanzielle Lage zu ermitteln. In der Umfrage, die vom Meinungsforschungsinstitut Yougov durchgef\u00fchrt wurde, wurden auch Merkmale wie Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen oder Haushaltsgr\u00f6\u00dfe erfasst. Die nun vorliegenden Berichte f\u00fcr M\u00fcnchen und Deutschland zeigen, wie sich finanzielle Gesundheit in der Bev\u00f6lkerung verteilt. Und sie machen sichtbar, welche Gruppen besser und welche schlechter dastehen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Zentrales Ergebnis ist: Der Financial Health Score in M\u00fcnchen liegt bei 55,03 (Deutschland: 52,83). Damit f\u00e4llt er in die Kategorie mittel bis hoch. Zwei Drittel der Deutschen finden sich in den drei Kategorien mittel-niedrig, mittel-hoch und hoch wieder; in M\u00fcnchen ist diese finanziell sichere Mitte deutlich st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als im Landesdurchschnitt. Auffallend ist auch, dass in M\u00fcnchen weniger Befragte einen niedrigen oder sehr niedrigen Score aufweisen als in ganz Deutschland; und es gibt mehr Menschen mit einem hohen oder sehr hohen Score. \u201eWenn man diese beiden Pole\u00a0\u2013 niedrige versus hohe Scores\u00a0\u2013 gegen\u00fcberstellt, f\u00e4llt auf, wie weit die Alltagsrealit\u00e4t zwischen den Gruppen auseinanderklafft und welche Welten dazwischen liegen\u201c, sagt Simon Hochstra\u00dfer, Doktorand an der TUM. Er forscht zu finanzieller Bildung und privater Finanzplanung. \u201eW\u00e4hrend bei den einen das Einkommen oft nur f\u00fcr das N\u00f6tigste reicht, k\u00f6nnen sich die anderen ein finanziell komfortables Leben leisten\u201c, sagt der Wissenschaftler.<\/p>\n<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Gro\u00dfteil derjenigen M\u00fcnchner und Deutschen (67 und 65 Prozent), die einen sehr niedrigen Financial Health Score erzielen, ist h\u00e4ufig oder dauerhaft mit seinen finanziellen Verpflichtungen im R\u00fcckstand. Die meisten (83 und 93 Prozent) geben an, dass sie gerade so \u00fcber die Runden kommen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Am oberen Ende der Skala sagen dagegen fast alle Befragten (99 und 92 Prozent), dass sie gen\u00fcgend <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Geld\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geld<\/a> haben, um das Leben zu genie\u00dfen. Mehr als die H\u00e4lfte (79 und 61 Prozent) sch\u00e4tzt ihr pers\u00f6nliches Verm\u00f6gen auf mehr als 50 000 Euro. Auch hier sieht man, dass die M\u00fcnchner bessergestellt sind. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die 55- bis 66-J\u00e4hrigen: 73 Prozent dieser Gruppe werden in der oberen H\u00e4lfte der Skala eingeordnet (mittel-hoch, hoch, sehr hoch); in ganz Deutschland sind es lediglich 55 Prozent.<\/p>\n<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Der Alltag der Menschen ist vor allem dann von finanziellen Sorgen gepr\u00e4gt, wenn sie unter psychischen oder chronischen Krankheiten leiden. \u201eDie Verbindung zwischen allgemeinem Gesundheitszustand und finanzieller Gesundheit ist bedr\u00fcckend\u201c, sagt Renkl. Wer seine Gesundheit als ausgezeichnet, sehr gut oder gut empfindet, erreicht nur selten einen sehr niedrigen, niedrigen oder mittel-niedrigen Financial Health Score; es sind in M\u00fcnchen wie im gesamten Land nur rund ein Drittel der Befragten. Wenn die Menschen ihre Gesundheit jedoch als schlecht bezeichnen, springt der Wert in M\u00fcnchen auf 67 Prozent, in Deutschland auf 72 Prozent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/430fa4e7-dfa5-4982-9823-dcb338f96755.jpeg\"   alt=\"Doktoranden der TU M\u00fcnchen haben eine Initiative gegr\u00fcndet, um herauszufinden, wie es um die Finanzgesundheit der Deutschen bestellt ist. Mit dabei: Emanuel Renkl.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Doktoranden der TU M\u00fcnchen haben eine Initiative gegr\u00fcndet, um herauszufinden, wie es um die Finanzgesundheit der Deutschen bestellt ist. Mit dabei: Emanuel Renkl. (Foto: Robert Haas)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Renkl f\u00e4nde es interessant zu verstehen, wie der kausale Zusammenhang ist: Also ob finanzieller Stress auf die physische und mentale Gesundheit durchschl\u00e4gt oder ob Leute, die sich krank f\u00fchlen, nicht so produktiv sind und weniger arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Zu den vulnerablen Gruppen z\u00e4hlen der Studie zufolge auch Auszubildende, Menschen ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss. Die H\u00e4lfte von ihnen steckt in einem sehr niedrigen, niedrigen oder mittel-niedrigen Feld fest. Schlecht ist es auch um die finanzielle Gesundheit von B\u00fcrgergeld-Empf\u00e4ngern bestellt, von denen in M\u00fcnchen 62 Prozent nur einen sehr niedrigen, niedrigen oder mittel-niedrigen Score erzielen; in ganz Deutschland sind es sogar 86 Prozent. \u00c4hnlich sch\u00e4tzen Haushalte mit drei oder mehr Kindern ihre Lage ein: deutschlandweit kommen 67 Prozent auf einen schwachen Score; in M\u00fcnchen sind es 41 Prozent. Auch eine Scheidung birgt das Risiko, in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. 58 Prozent aller geschiedenen Deutschen haben einen (sehr) niedrigen oder mittel-niedrigen Score; unter den geschiedenen M\u00fcnchnern sind es 41 Prozent. Verwitwete Personen stehen sowohl in M\u00fcnchen als auch im ganzen Land ein wenig besser da.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Positiv \u00fcberrascht in der Umfrage, dass der Migrationshintergrund f\u00fcr die finanzielle Gesundheit nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint. Aber es gibt ihn: Personen mit Migrationsgeschichte geben h\u00e4ufiger an, gerade so \u00fcber die Runden zu kommen, als Personen ohne.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">LMU-Doktorand Andreas Wittmann, der zu Kapitalm\u00e4rkten und sozialer Ungleichheit forscht, \u00fcberrascht eine Sache am meisten\u00a0\u2013 \u00a0und zwar: \u201eDass es keinen Geschlechterunterschied gibt, den es ja vor allem bei Einkommen und Verm\u00f6gen tats\u00e4chlich gibt.\u201c Aus der Ungleichheitsforschung sei bekannt, dass Frauen grunds\u00e4tzlich schlechter dastehen w\u00fcrden. \u201eDas ist Fakt. Die subjektive Wahrnehmung der Frauen scheint aber eine andere zu sein.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Die Gr\u00fcnder der Financial Health Initiative wollen k\u00fcnftig verst\u00e4rkt mit anderen NGOs, Unternehmen und Universit\u00e4ten zusammenarbeiten. Es gibt eine Kooperation mit dem House of Finance &amp; Tech in Berlin, das aus \u00f6ffentlichen Mitteln und von der Privatwirtschaft finanziert wird. Gemeinsam will man die finanzielle Gesundheit in Berlin messen und nach Berufsgruppen untersuchen. Der Hintergrund: In Berlin sind \u00fcberproportional viele Menschen als Freelancer, Selbst\u00e4ndige oder im Kulturbereich t\u00e4tig.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-xboolz\">Ein weiteres Projekt l\u00e4uft mit dem M\u00fcnchner Fintech Divizend, in dessen App der Financial Health Score implementiert werden soll. Nicht zuletzt werden die gewonnenen Daten auch f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/financial-health-initiative.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eigene Website<\/a> genutzt. Dort kann jeder selbst seine finanzielle Gesundheit messen und sich k\u00fcnftig mit anderen Gruppen vergleichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hohe Lebensmittelpreise, teure Mieten, Krankheiten, Alter oder famili\u00e4re Belastungen \u2013 es gibt viele Dinge, die Menschen in finanzielle&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":317942,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,666,30,1268,2339,22638,149,87460,2635],"class_list":{"0":"post-317941","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-geld","11":"tag-germany","12":"tag-muenchen","13":"tag-oberbayern","14":"tag-soziale-ungleichheit","15":"tag-sueddeutsche-zeitung","16":"tag-ungleichheit","17":"tag-wirtschaft-in-muenchen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114969748791142539","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317941","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=317941"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/317941\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/317942"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=317941"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=317941"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=317941"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}