{"id":317982,"date":"2025-08-04T09:38:16","date_gmt":"2025-08-04T09:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317982\/"},"modified":"2025-08-04T09:38:16","modified_gmt":"2025-08-04T09:38:16","slug":"findet-in-gaza-ein-voelkermord-statt-in-israel-beginnt-eine-debatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/317982\/","title":{"rendered":"Findet in Gaza ein V\u00f6lkermord statt? In Israel beginnt eine Debatte"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Der kleine Demonstrationszug zieht die Kaplan-Stra\u00dfe hoch, am Milit\u00e4rhauptquartier vorbei. Es sind vielleicht hundert Personen, eine bunte Mischung \u00fcberwiegend junger Tel Aviver, die kurz nach Feierabend Losungen gegen den Krieg im Gazastreifen skandieren. Eine Polizeieinheit begleitet sie, die Beamten blicken missmutig. Es ist keine der regelm\u00e4\u00dfigen Kundgebungen, auf denen Ministerpr\u00e4\u00adsident <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Benjamin Netanjahu\" data-rtr-id=\"825fe969b1c554fcc96160ebd80cd6a123b73c25\" data-rtr-score=\"149.26543985147163\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/benjamin-netanjahu\" title=\"Benjamin Netanjahu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Benjamin Netanjahu<\/a> aufgefordert wird, eine Waffenruhe einzugehen, damit die Geiseln freikommen. Auf den Schildern stehen vielmehr Slogans wie: \u201eBeendet das Aushungern von Gaza\u201c, \u201eDas Leben von Pal\u00e4stinensern ist etwas wert\u201c und \u201eStoppt den V\u00f6lkermord in Gaza\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eWir wollen sagen, dass wir als Israelis nicht hinter dem stehen, was in unserem Namen getan wird\u201c, sagt Einat Gerlitz. Die 21 Jahre alte Israelin geh\u00f6rt dem \u201eRadikalen Block\u201c an, der den Protest orga\u00adnisiert hat. In <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Israel\" data-rtr-id=\"a537331d3168d4badd76b41b8f08e1bb5f95ea6a\" data-rtr-score=\"205.94386501392452\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/israel\" title=\"Israel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Israel<\/a> sind sie eine Minderheit. Bis heute lehnen dort nur wenige den Gazakrieg um der Pal\u00e4stinenser willen ab. Und noch viel kleiner ist die Zahl derer, die die Armee so harsch kritisieren. Aktivisten wie sie w\u00fcrden immer wieder bedroht und festgenommen, sagt Gerlitz. Aber es sei ihnen wichtig, \u201eunseren Widerstand gegen den V\u00f6lkermord und die Entmenschlichung des pal\u00e4stinensischen Vol\u00adkes zum Ausdruck zu bringen\u201c.<\/p>\n<p>Im Land der Opfer des Holocausts<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Genozid gilt als das schwerste aller Verbrechen. Als Akt der geplanten Vernichtung einer bestimmten Gruppe un\u00adterscheidet er sich von Kriegsverbrechen, kriminellen Handlungen w\u00e4hrend eines bewaffneten Konflikts, und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sich allgemein gegen die Zivilbev\u00f6lkerung richten. Ein Land eines <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"V\u00f6lkermord\" data-rtr-id=\"139365e25909e60ae1dd8d5fedbb315d3374a18f\" data-rtr-score=\"76.48314159805626\" data-rtr-etype=\"keyword\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/voelkermord\" title=\"V\u00f6lkermord\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">V\u00f6lkermords<\/a> zu bezichtigen, ist selbst ein schwerwiegender Akt \u2013 umso mehr im Fall von Israel, dem Land der Opfer des Holocausts. Und doch wird die V\u00f6lkermorddebatte gef\u00fchrt, allen Tabus zum Trotz. Inzwischen auch in Israel.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Nach dem Beginn des Gazakriegs, der durch den Terrorangriff <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Hamas\" data-rtr-id=\"693ee8dabda99dcb593d4816957b443e74dc03d4\" data-rtr-score=\"32.76646661540621\" data-rtr-etype=\"organisation\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/hamas\" title=\"Hamas\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Hamas<\/a> vom 7. Oktober 2023 ausgel\u00f6st wurde, dauerte es nur wenige Tage, bis zum ersten Mal der Vorwurf aufkam, Israel plane einen Genozid. Vor allem pal\u00e4stinensische und propal\u00e4stinensische Gruppen f\u00fchren den Begriff seither im Mund. Schon Ende 2023 verklagte zudem die s\u00fcdafrikanische Regierung Israel vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) wegen Verletzung der UN-V\u00f6lkermordkonvention. Das Urteil steht noch aus, aus vorl\u00e4ufigen Entscheidungen geht aber hervor, dass der IGH dies nicht ausschlie\u00dft. Andere weisen diesen Gedanken kategorisch zur\u00fcck \u2013 und bringen ihn mit Antisemitismus in Verbindung. So sagte Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, im Mai der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, es sei \u201enicht der Fall\u201c, dass im Gazastreifen Pal\u00e4stinenser get\u00f6tet w\u00fcrden, weil sie Pal\u00e4stinenser sind. Daher sei es antisemitisch, von einem Genozid zu sprechen, \u201eweil es Israel als Ganzes d\u00e4monisiert\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Im Ausland wird der V\u00f6lkermordvorwurf schon lange erhoben. Hier protestieren propal\u00e4stinensische Aktivisten am 29. Juli vor der Downing Street in London.\" height=\"1958\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/im-ausland-wird-der.jpg\" width=\"2999\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Im Ausland wird der V\u00f6lkermordvorwurf schon lange erhoben. Hier protestieren propal\u00e4stinensische Aktivisten am 29. Juli vor der Downing Street in London.AFP<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Gazastreifen ist gro\u00dffl\u00e4chig verw\u00fcstet \u2013 laut einer aktuellen Studie eines israelischen Geographen, der neuere Satellitenbilder ausgewertet hat, sind 70 Prozent aller Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt oder schwer besch\u00e4digt. Die Zahl der get\u00f6teten Zivi\u00adlisten geht in die Zehntausenden, die der Verwundeten ist sechsstellig. Nirgendwo auf der Welt gebe es im Verh\u00e4ltnis zur Einwohnerzahl so viele Kinder, denen Gliedma\u00dfen amputiert werden mussten, teilte UNICEF im Januar mit. Und jetzt, mehr als 21 Monate nach Kriegsbeginn, scheinen den Bewohnern die letzten Kr\u00e4fte auszugehen. Eine Hungersnot stehe unmittelbar bevor oder habe sogar schon eingesetzt, sagen Fachleute.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch die Verhandlungen \u00fcber eine Waffenruhe drehen sich offenbar im Kreis. Die Hamas zeigt sich nicht gewillt, um der Bev\u00f6lkerung willen nachzugeben; ebenso wenig die israelische Regierung um der Geiseln willen. Sie macht daf\u00fcr immer wieder mit drastischen Forderungen von sich reden: Erst hie\u00df es, die Bev\u00f6lkerung des <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Gazastreifen\" data-rtr-id=\"30e4826ca35534f09a9a0d7f7da4c1b63d90b956\" data-rtr-score=\"302.07328127559657\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/gazastreifen\" title=\"Gazastreifen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gazastreifens<\/a> solle zur Auswanderung gebracht werden; dann, dass die Menschen zu diesem Zweck in einer \u201ehumanit\u00e4ren Stadt\u201c im S\u00fcden des Gebiets konzentriert werden sollten. Zuletzt war sogar von einer teilweisen Annexion die Rede.<\/p>\n<p>\u201eEs bricht mir das Herz\u201c, sagt David Grossman<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Genozidvorwurf kommt in dieser Lage nicht mehr nur von ausgepr\u00e4gt israelkritischen Akteuren oder von Beauftragten und Gremien der Vereinten Nationen, die Israel als voreingenommen kritisiert. K\u00fcrzlich erkl\u00e4rte der renommierte israelische Genozidforscher Omer Bartov in einem Essay in der \u201eNew York Times\u201c, er unterrichte seit einem Vierteljahrhundert Studenten \u00fcber V\u00f6lkermorde: \u201eIch erkenne einen, wenn ich einen sehe.\u201c Und er sehe einen Genozid in Gaza. Am Freitag dann sprang ihm einer der f\u00fchrenden Intellektuellen Israels bei. \u201eEs bricht mir das Herz, aber ich muss es sagen\u201c, sagte der Schriftsteller David Grossman der italienischen Zeitung \u201eLa Repubblica\u201c. Lange Zeit habe er den Begriff \u201eV\u00f6lkermord\u201c abgelehnt, aber was er sehe und h\u00f6re, lasse f\u00fcr ihn keinen anderen Schluss zu. Der 71 Jahre alte Autor wird oft als moralisches Gewissen Israels bezeichnet. Bemerkenswert ist seine \u00c4u\u00dferung auch deshalb, weil er den Gazakrieg nicht von Beginn an abgelehnt hatte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Vor einer Woche hatten sich schon zwei wichtige israelische Menschenrechtsorganisationen den Begriff zu eigen gemacht: B\u2019Tselem und Physicians for Human Rights Israel (PHRI) ver\u00f6ffentlichten Berichte zum Gazakrieg. Sie kommen jeweils zum Schluss, dass Israels Vorgehen den Tatbestand der UN-V\u00f6lkermordkonvention von 1948 erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Zwei bekannte Organisationen auf der radikalen Linken: Gemeinsame Pressekonferenz von B\u2019Tselem and PHRI in Jerusalem am 28. Juli. Am Mikrofon ist Orly Noy von B\u2019Tselem.\" height=\"2000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/zwei-bekannte-organisationen.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Zwei bekannte Organisationen auf der radikalen Linken: Gemeinsame Pressekonferenz von B\u2019Tselem and PHRI in Jerusalem am 28. Juli. Am Mikrofon ist Orly Noy von B\u2019Tselem.AFP<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Der PHRI-Bericht konzentriert sich auf die Zerst\u00f6rung des Gesundheitssystems; von der Bombardierung von Krankenh\u00e4usern im Norden des Gazastreifens \u00fcber die T\u00f6tung von mehr als 1800 Mitarbeitern des Gesundheitswesens bis zur Blockade medizinischer Lieferungen und der Verhinderung von Evakuierungen Verwundeter. Darin und in den Angriffen auf Zivilisten sehen die Autoren die \u201evors\u00e4tzliche Schaffung von Lebensbedingungen, die auf die physische Zerst\u00f6rung des pal\u00e4stinensischen Volkes in Gaza abzielen\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">In dem Bericht von B\u2019Tselem wird der 7. Oktober als \u201eKatalysator\u201c gesehen, der in Israel ein existenzielles Bedrohungs\u00adgef\u00fchl hervorgerufen habe. Dies habe die Politik gegen\u00fcber den Pal\u00e4stinensern im Gazastreifen tiefgreifend ver\u00e4ndert: \u201evon Unterdr\u00fcckung und Kontrolle zu Zerst\u00f6rung und Vernichtung\u201c. Dem Bericht zufolge zeigten sich darin auch die Folgen einer jahrzehntelangen Diskriminierung und Dehumanisierung von Pal\u00e4stinensern.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die israelische Armee verweist auf Anfrage der F.A.Z. zur Aufarbeitung von Verbrechen durch Soldaten nur allgemein auf eine Pressemitteilung vom August 2024. Darin hei\u00dft es, Fehlverhalten werde durch das \u201erobuste\u201c System der Milit\u00e4rjustiz aufgearbeitet, im Einklang mit Israels Verpflichtungen gem\u00e4\u00df internationalem Recht. 74 Untersuchungen seien seit Kriegsbeginn begonnen worden.<\/p>\n<p>In Israels Medien vor allem Armee-Verlautbarungen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Nichtregierungsorganisationen B\u2019Tselem und PHRI gelten als Teil der \u201eradikalen Linken\u201c, so wie die Demonstranten in Tel Aviv. Auch in diesem sehr kleinen Teil der israelischen Gesellschaft hat es lange gedauert, bis so massive Kritik offen ge\u00e4u\u00dfert wurde. Viele Linke seien nach dem 7. Oktober schockiert gewesen und h\u00e4tten in der Folge das vom Staat verbreitete Narrativ umstandslos \u00fcbernommen, sagt Einat Gerlitz, die Aktivistin vom \u201eRadikalen Block\u201c. In Israel sagt man, sie seien \u201en\u00fcchtern geworden\u201c \u2013 sie h\u00e4tten ihre linke Friedensduseligkeit abgelegt, ist damit gemeint.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Jetzt w\u00fcrden die Leute langsam wieder n\u00fcchtern von ihrer Kriegstrunkenheit, kommentiert Gerlitz. Insbesondere seitdem die Regierung im M\u00e4rz die Waffenruhe brach, gingen mehr Menschen demonstrieren. Die Mainstream-Proteste seien f\u00fcr viele ein \u201eAusgangspunkt\u201c: Um \u201ezu erkennen, dass der Krieg nicht nur die Geiseln in Gefahr bringt, sondern auch Zivilisten schadet, und dass es nicht nur darum geht, die Hamas zu st\u00fcrzen, wie Netanjahu es der \u00d6ffentlichkeit verkaufen will\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Lee Mordechai ist zum israelischen Chronisten des Krieges geworden. Dabei ist der 42 Jahre alte Historiker eigentlich Experte f\u00fcr Umweltgeschichte und f\u00fcr das mittelalterliche Byzanz. Als der Krieg begann, beschloss er jedoch, sich mit dem auseinanderzusetzen, was vor seinen Augen geschah. Heute besch\u00e4ftige ihn das Thema Tag und Nacht, sagt er bei einem Treffen in Jerusalem. \u201eEs scheint mir aber das Wertvollste zu sein, was ich mit meiner Zeit anfangen kann.\u201c<\/p>\n<p>Zeugenschaft ablegen \u2013 als B\u00fcrger und Wissenschaftler<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Wissenschaftler, der lange im Ausland gelebt hat, war frustriert. In israelischen Medien fand er anfangs praktisch keine Berichte \u00fcber den Krieg, die \u00fcber die Verlautbarungen der Armee hinausgingen. Also begann er, selbst Informationen \u00fcber das Kriegsgeschehen im Gazastreifen zu sammeln. Er pr\u00fcfte und strukturierte sein Material und ver\u00f6ffentlichte es in mehreren, immer umfangreicheren Dokumenten im Internet. Die neueste Version von Anfang Juli hat 232 Seiten. Zudem machte er das Material auf einer eigenen Website verf\u00fcgbar, auf Englisch und auf Hebr\u00e4isch. Sie hei\u00dft so, wie Mordechai das Projekt im ersten Satz der Einleitung begr\u00fcndet: Er wolle \u201eZeugenschaft ablegen\u201c vom Gazakrieg \u2013 als Historiker und als B\u00fcrger.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\u201eVon Unterdr\u00fcckung und Kontrolle zu Zerst\u00f6rung und Vernichtung\u201c? Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen betteln am 3. August um Essen.\" height=\"2000\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/von-unterdrueckung-und.jpg\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>\u201eVon Unterdr\u00fcckung und Kontrolle zu Zerst\u00f6rung und Vernichtung\u201c? Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen betteln am 3. August um Essen.Getty<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eBearing Witness\u201c ist ein umfassendes Schwarzbuch des israelischen Kriegs im Gazastreifen. Ausf\u00fchrlich und mit Dutzenden Fu\u00dfnoten versehen, beschreibt Mordechai das Vorgehen der Armee. Er listet das T\u00f6ten von Zivilisten ohne ersichtlichen Grund auf, diskutiert die Einsatzregeln f\u00fcr Bombardierungen und \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c, erl\u00e4utert die Zerst\u00f6rung der Infrastruktur. In weiteren Kapiteln geht er auf die \u201eDehumanisierung\u201c der Pal\u00e4stinenser und auf Kriegspropaganda ein, auch auf den Umgang mit den Geiseln.<\/p>\n<p>\u201eBewusst unbestimmt\u201c werde der Kurs vorgegeben<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Mordechai spart nicht mit Kritik, aber er bem\u00fcht sich, sie zu belegen, und legt seine Methoden offen. Er recherchiere so breit wie m\u00f6glich, sagt er: Videos und Fotos von Zivilisten und von Soldaten, Berichte von Nichtregierungsorganisationen, Studien von Fachleuten. \u201eIch habe alles gelesen, was verf\u00fcgbar ist.\u201c Quellen, die sich als unzuverl\u00e4ssig erwiesen haben, sortiert er aus. Mit den Mitteilungen der Pressestelle der israelischen Armee gehe er \u201esehr nachsichtig\u201c um. Dennoch haben vier israelische Wissenschaftler k\u00fcrzlich in einem Artikel Mordechais Zusammenstellung zu dele\u00adgitimieren versucht \u2013 die Informationen seien unzuverl\u00e4ssig, schreiben sie.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Wertender oder umstrittener Begriffe, etwa \u201eTerrorismus\u201c oder \u201eantisemitisch\u201c, enthalte er sich, sagt der Historiker: \u201eIch verwende unemotionale Sprache.\u201c Es gibt eine prominente Ausnahme: In einem An\u00adhang erl\u00e4utert der Historiker, warum er zu der Einsch\u00e4tzung gelangt ist, in Gaza finde ein V\u00f6lkermord statt. Israel habe drei Ziele: Erstens alle Pal\u00e4stinenser, insbesondere aus dem Norden des Gazastreifens, zu vertreiben; zweitens gro\u00dfe Teile des Gebiets unbewohnbar zu machen (um das erste Ziel zu erreichen); drittens direkt oder indirekt den Tod von Bewohnern herbeizuf\u00fchren \u2013 teils als Rache f\u00fcr den 7. Oktober, teils um die Entv\u00f6lkerung zu beschleunigen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Dass all das irgendwo festgeschrieben sei, glaubt Mordechai nicht. Vielmehr seien die \u00c4u\u00dferungen und Anweisungen der politischen und milit\u00e4rischen F\u00fchrungen \u201ebewusst unbestimmt\u201c. Das diene dazu, sie von der Verantwortung zu entbinden. Die Richtung sei aber vorgegeben worden; zudem k\u00f6nnten die Einheiten im Feld de facto tun, was sie wollen. \u201eWenn du ein extremistischer Siedler bist und nach Gaza gehen und alle dort umbringen willst, dann hindert dich niemand daran\u201c, sagt Mordechai.<\/p>\n<p>\u201eDas G-Wort hilft den Menschen kaum\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Fr\u00fchjahr 2024 habe er das erste Mal den Gedanken gehabt, in Gaza k\u00f6nnte sich ein Genozid abspielen, erinnert er sich. Bis dahin habe er mit dieser Kategorie nichts anfangen k\u00f6nnen. \u201eAber dann las ich die V\u00f6lkermordkonvention\u201c, sagt Mordechai. \u201eUnd ich sah die Wirklichkeit, wie ich sie damals verstand, und auf einmal musste ich mich mit der Frage aus\u00adeinandersetzen: Ist es das, was ich sehe?\u201c Irgendwann sei er an dem Punkt gelangt, an dem er zu sich selbst sagte: \u201eWenn ich der Wahrheit verpflichtet bin, dann sind das die Dinge, die ich sehe.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Man m\u00fcsse seine Schlussfolgerung nicht akzeptieren, hebt der Israeli hervor. \u201eDas ist mein Verst\u00e4ndnis, das ich entwickelt habe.\u201c Au\u00dferdem sei er der Ansicht, solche Diskussionen h\u00e4tten sowieso keinen gro\u00dfen Sinn. \u201eDenn so oder so: Nach mehr als 21 Monaten Krieg ist das Leben in Gaza, wie wir es kennen, vorbei.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch manche anderen Fachleute glauben nicht, dass die Konzentration auf die Genozidfrage hilfreich ist. Er sei \u201eperplex\u201c, dass das \u201eG-Wort\u201c in der globalen \u00f6ffentlichen Debatte eine so gro\u00dfe Rolle spiele, sagt Eyal Benvenisti, ein israelischer V\u00f6lkerrechtler. \u201eDas hilft den Menschen in Gaza kaum, da es die Aufmerksamkeit von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ab\u00adlenkt \u2013 Straftaten, die sowohl leichter zu beweisen sind als auch dringend Aufmerksamkeit und entschlossenes Handeln erfordern.\u201c<\/p>\n<p>Kriegsziele Israels als Verbrechen gegen die Menschlichkeit<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Benvenisti geh\u00f6rt zu den\u00adjenigen in Israel, die all diese Fragen am besten beurteilen k\u00f6nnen. Aber er spricht selten mit Journalisten. In einem Caf\u00e9 im Norden von Tel Aviv erkl\u00e4rt der 66 Jahre alte Jurist, warum: \u201eIch habe gez\u00f6gert, mich \u00f6ffentlich zu \u00e4u\u00dfern, weil ich Israel im Januar 2024 in Den Haag beraten habe\u201c, im V\u00f6lkermordverfahren am IGH. Die s\u00fcdafrikanische Position sei gewesen, \u201edass Israel seit 1948 einen V\u00f6lkermordplan hatte und dass das, was in Gaza geschieht, nur eine Manifestation eines rassistischen und v\u00f6lkerm\u00f6rderischen zionistischen Gesamtplans ist\u201c. Da er diesen Gedanken ablehnte, habe er zugestimmt, in den ersten Anh\u00f6rungen als Berater der israelischen Verteidigung zu fungieren, erz\u00e4hlt Benvenisti. Gefragt wurde er, obwohl oder gerade weil er als Kritiker der Regierung bekannt war. Die profitierte von der Reputation des emeritierten Professors aus Cambridge.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Wegen seiner Rolle in Den Haag gibt es Themen, zu denen Benvenisti sich nicht \u00e4u\u00dfern kann oder will. Er ist mitunter sichtlich hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalit\u00e4t als ehemaliger Rechts\u00adbeistand und seinen Auffassungen. Denn auch wenn Benvenisti der Frage nach dem \u201eG-Wort\u201c aus dem Weg zu gehen versucht, ist er in Israel inzwischen einer der wichtigsten juristischen Kritiker des Gazakriegs. Im Mai ver\u00f6ffentlichte er zusammen mit dem Soziologen Chaim Gans einen vielbeachteten Beitrag in der Zeitung \u201eHaaretz\u201c. Darin legten beide dar, dass das kurz zuvor ausgegebene Ziel, die Bev\u00f6lkerung des Gazastreifens in den S\u00fcden des Gebiets zu verbringen, ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen ge\u00adgen die Menschlichkeit darstelle. Gleichzeitig handele es sich um einen \u201eoffenkundig rechtswidrigen Befehl\u201c, dem Soldaten nicht Folge leisten d\u00fcrften.<\/p>\n<p>\u201eDann muss man den Krieg beenden\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Benvenisti geh\u00f6rt zu den Unterzeichnern mehrerer Briefe israelischer V\u00f6lkerrechtler an die milit\u00e4rische F\u00fchrung, in denen vor bestimmten Schritten gewarnt wird \u2013 j\u00fcngst etwa vor der Einrichtung der \u201ehumanit\u00e4ren Stadt\u201c. Zu Beginn des Krieges versuchten die Juristen noch, ihre Sichtweisen informell an die Armee zu \u00fcbermitteln. Benvenisti sagt, ihre Position sei gewesen, dass der Krieg \u201eein rechtm\u00e4\u00dfiger Akt der Selbstverteidigung ist, der jedoch mit dem Recht vereinbar sein muss, etwa was die Zwangsumsiedlung von Bev\u00f6lkerungsgruppen angeht\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Daran, dass die Gruppe irgendwann zu Briefen \u00fcberging, l\u00e4sst sich erkennen, dass die Gespr\u00e4che nicht so effektiv waren wie erhofft. Fragt man ihn nach seiner heutigen Haltung, sagt Benvenisti: Wenn der Krieg nicht mehr dazu beitrage, die Verteidigung zu st\u00e4rken, und wenn die Kosten exorbitant w\u00fcrden, \u201edann muss man ihn beenden\u201c. Benvenisti f\u00fcgt hinzu: Er habe die Sorge, dass der Krieg inzwischen vor allem gef\u00fchrt werde, damit das Gebiet \u201epal\u00e4stinenserfrei\u201c wird. Das forderten Minister wie Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Sichtweisen dieser und anderer rechtsradikaler Politiker in Erfahrung zu bringen, ist nicht schwer. Erst vor einer Woche meldete sich Amichay Eliyahu zu Wort, der Minister f\u00fcr Jerusalem und Kulturerbe von Ben-Gvirs Partei \u201eJ\u00fcdische St\u00e4rke\u201c. \u201eGott sei Dank l\u00f6schen wir dieses \u00dcbel aus\u201c, sagte er im Radio mit Blick auf Gaza: \u201eWir vertreiben diese Bev\u00f6lkerung, die mit \u201aMein Kampf\u2018 erzogen wurde.\u201c Das Gebiet werde vollst\u00e4ndig j\u00fcdisch sein, sagte Eliyahu, schr\u00e4nkte aber ein, loyale Pal\u00e4stinenser d\u00fcrften bleiben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Das rief starken Widerspruch hervor. Selbst Netanjahu \u00e4u\u00dferte sich und hob hervor, Eliyahu spreche nicht f\u00fcr die Regierung. Einige Tag zuvor hatte der Sprecher von Netanjahus Likud-Partei, Guy Levy, im Fernsehen dargelegt, was Israels \u201eBotschaft an die Welt\u201c sei: \u201eWenn jemand einen israelischen Staatsb\u00fcrger entf\u00fchrt, muss er wissen, dass wir ihn t\u00f6ten werden \u2013 dann seine Umgebung, dann sein Dorf, dann seine Stadt, dann sein Land\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der kleine Demonstrationszug zieht die Kaplan-Stra\u00dfe hoch, am Milit\u00e4rhauptquartier vorbei. 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