{"id":318354,"date":"2025-08-04T13:00:10","date_gmt":"2025-08-04T13:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318354\/"},"modified":"2025-08-04T13:00:10","modified_gmt":"2025-08-04T13:00:10","slug":"koenigliche-dienstwagen-neue-ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318354\/","title":{"rendered":"K\u00f6nigliche Dienstwagen: Neue Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>Die Welfen-Kutschen sind im Schloss Herrenhausen angekommen. Gut so. Und es k\u00f6nnte an anderer Stelle M\u00f6glichkeiten \u00f6ffnen.<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Sie stehen da, als wollten sie nie wieder weg. War ja auch Stress genug: Die vier Welfenkutschen, lange im Historischen Museum in Hannover zu Hause, wurden in Millimeterarbeit an ihre neuen Pl\u00e4tze im Westfl\u00fcgel des Schlosses Herrenhausen gebracht. Dort sind sie jetzt in einer neuen Ausstellung zu sehen. Allen voran der Staatswagen Nr. 1, eine Rokoko-Karosse mit ihrem ganzen zeittypischen Zierrat.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Zeitspanne sich da in Herrenhausen abbildet: Der barocke Gro\u00dfe Garten feiert in diesem Jahr sein 350-j\u00e4hriges Bestehen. Da war Hannover schon Residenzstadt. Ab 1714 jedoch machte die Personalunion London zum bevorzugten Aufenthaltsort der hannoverschen K\u00f6nige. In England wurde 1783 auch die prunkvolle Prachtkutsche gebaut, die Nr. 1., das Spitzenfahrzeug der welfischen Dienstwagen-Flotte. Die anderen drei stammen grob aus der gleichen Zeit, kommen aber mit weniger Goldschmuck aus.<\/p>\n<p>Irgendwann in den 1820er Jahren sind sie jedenfalls alle in Hannover. Da war das Schloss Herrenhausen gerade fertig geworden, n\u00fcchtern-klassizistisch und jedem barocken Prunk abschw\u00f6rend. G\u00e4rten, Schloss und Ausstellung \u2013 neben den Kutschen unter anderem ein Milit\u00e4rgem\u00e4lde von 1735, die \u201eRevue von Bemerode\u201c &#8211; und noch mehr barocke Sch\u00e4tze im Ostfl\u00fcgel: Das passt schon gut zusammen, hat das Zeug zu einem Besuchermagneten.<\/p>\n<p>In jedem Fall ein gesamtkulturelles Erbe, wie Ernst August Prinz von Hannover sinngem\u00e4\u00df sagte. Er war eigens zur Ausstellungser\u00f6ffnung nach Hannover gekommen. Die Welfengef\u00e4hrte geh\u00f6ren allesamt noch der Familie Ernst Augusts, sind Lieblinge in Hannover. Wer mit seinen Eltern (oder Gro\u00dfeltern) irgendwann nach 1966 \u2013 seit jenem Jahr waren die Wagen zusammen in der Kutschenhalle des Historischen Museums zu sehen \u2013 vor den rollenden Zeitzeugen stand, hat jetzt die Gelegenheit, das mit seinen Enkeln wieder zu erleben. Denn das Historische Museum ist noch auf Jahre hinaus geschlossen. Die Ausstellung ist ein weiterer Ausweichort, um diese Schlie\u00dfzeit zu \u00fcberbr\u00fccken &#8211; neben dem Hannover Kiosk in der Innenstadt und der aktuellen Pr\u00e4sentation zum Thema Schreiben im Tintenturm auf dem ehemaligen Pelikan-Unternehmensgel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Schon im Ausstellungstitel \u2013 \u201eVier Kutschen, ein K\u00f6nigreich. Hannover 1814 \u2013 1866\u201c \u2013 ist das Ende der Monarchie angelegt. Die Welfenwagen sind Teil eines schillernden Kapitels hannoverscher Geschichte. Prachtentfaltung zur Machterhaltung: Auch dazu dienten die Kutschen. Was am Ende nicht gelang, politisch, milit\u00e4risch, gesellschaftlich. Um die Wagen herum werden auch Bez\u00fcge zum Kolonialismus her-, sachte die Rolle der Frau dargestellt.<\/p>\n<p>Aber als das K\u00f6nigreich Hannover endete, war die Industrialisierung in vollem Gange. Den Weg zur Gr\u00fcndung der Handelskammern freizumachen, das war zum Beispiel eine der letzten Regungen der k\u00f6niglich-hannoverschen Administration. In der Ausstellung kann man sich auf einem Bildschirm selbst in ein Fortbewegungsmittel hineinanimieren. Kutsche? Sportwagen? Fahrrad? Eigentlich sollte man die Eisenbahn vermissen: Hier rollte die Revolution, die industrielle.\u00a0<\/p>\n<p>Aber die Kutschen sind die Kutschen sind die Kutschen: Wirtschaftsgeschichte, obwohl auch mit den letzten hannoverschen Herrschern verflochten, muss an anderer Stelle bewahrt werden \u2013 in unterschiedlicher Weise gibt es da jedoch noch Luft nach oben. Aber wer wei\u00df: Wenn die Kutschen dort bleiben, wo sie so gut hinpassen, k\u00f6nnte das ja Spielr\u00e4ume im neuen Historischen Museum \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Vier Kutschen, ein K\u00f6nigreich: Hannover 1814 \u2013 1866 hei\u00dft die neu er\u00f6ffnete Ausstellung im Museum Schloss Herrenhausen.\u00a0<\/p>\n<p>Ge\u00f6ffnet dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, ab November von 9 bis 16 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Welfen-Kutschen sind im Schloss Herrenhausen angekommen. Gut so. 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