{"id":318552,"date":"2025-08-04T14:45:14","date_gmt":"2025-08-04T14:45:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318552\/"},"modified":"2025-08-04T14:45:14","modified_gmt":"2025-08-04T14:45:14","slug":"wenn-es-so-weitergeht-ist-irgendwann-ende-banane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318552\/","title":{"rendered":"\u201eWenn es so weitergeht, ist irgendwann Ende Banane\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\"><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/panorama\/sterne-koch-zum-verlust-der-auszeichnung-ich-habe-die-leine-zu-locker-gelassen-li.2336723\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bj\u00f6rn Swansons<\/a> Stimme klingt am Telefon nach Sommer und Sonne. Er meldet sich aus der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/gewaltverbrechen-berlinerin-tot-in-der-toskana-aufgefunden-li.2338870\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Toskana<\/a> und plaudert voller Vorfreude \u00fcber weitere Urlaubspl\u00e4ne. Nach der Italienreise sei ein Abstecher mit der Familie nach <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/anna-sorokin-droht-abschiebung-nach-deutschland-li.2344915\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">New York<\/a> geplant, erz\u00e4hlt der Berliner <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/panorama\/wo-bestellt-ein-sternekoch-sein-essen-diese-berliner-restaurants-empfiehlt-tim-raue-li.2345813\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Koch<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/food\/aris-peruanischer-diner-in-berlin-kreuzberg-new-york-trifft-auf-werkstattcharme-li.2346166\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gastronom<\/a>. Es scheint, als h\u00e4tte er Erholung lange ersehnt und dringend ben\u00f6tigt. Swanson musste in diesem Jahr eine Niederlage verarbeiten. Sein Restaurant Faelt in Sch\u00f6neberg verlor im Juni den <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/stil-individualitaet\/neue-sternerestaurants-in-berlin-li.2334448\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Michelin-Stern.<\/a><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der 1984 in Berlin geborene Koch\u00a0er\u00f6ffnete das Faelt im Oktober 2020. Wenig sp\u00e4ter senkte sich der zweite Lockdown der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/gesundheit-oekologie\/corona-regeln-berliner-rentnerin-muss-in-haft-weil-sie-keine-maske-trug-li.2305244\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Corona-Pandemie<\/a> mit der monatelangen Schlie\u00dfung von Lokalen \u00fcber das Land. Der Gastronom schildert die vergangenen Jahre als Achterbahnfahrt. Erst kam die Pandemie, dann folgte 2022 der Beginn des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/russisches-medium-schockiert-mit-leitartikel-in-der-ukraine-sollte-niemand-am-leben-bleiben-li.2345880\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kriegs in der Ukraine<\/a> mit Verwerfungen in der Wirtschaft und steigender Inflation. An eine l\u00e4ngere Urlaubsreise sei in den vergangenen Jahren nicht zu denken gewesen, sagt Swanson.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem der Michelin-Stern aberkannt wurde, nimmt Swanson sich eine lange aufgeschobene Auszeit. Ein Ende der Krisen in der seit Jahren gebeutelten Gastronomiebranche ist nicht in Sicht. Und ohne Verschnaufpause d\u00fcrften selbst einem Tausendsassa die Batterien f\u00fcr einen Kampf an so vielen Fronten ausgehen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Den Verlust des Michelin-Sterns scheint Swanson verdaut zu haben. Er erkennt Chancen in einer Zeit, in der Verbraucher sich mit Ausgaben zur\u00fcckhalten. Ein Stern k\u00f6nne hohe Preise signalisieren und manche Kunden abschrecken, erkl\u00e4rt er. Das gelte besonders in einer im Vergleich zu anderen Gro\u00dfst\u00e4dten mit weniger Wohlstand gesegneten Stadt wie Berlin. Die Wirtschaftskrise treffe die Hauptstadt zus\u00e4tzlich. \u201eInzwischen ist Berlin nicht mehr so sexy, aber immer noch arm\u201c, fasst Swanson die Malaise zusammen.<\/p>\n<p>Gastronom Swanson: Zust\u00e4nde am BER schrecken viele ab<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Touristen aus dem gehobenen Segment oder Gesch\u00e4ftsreisende auf <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/mike-tyson-und-samy-deluxe-deutschlands-groesste-kiffer-messe-naht-li.2333799\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Messebesuch<\/a> seien f\u00fcr die Spitzengastronomie Berlins immer wichtig gewesen. Denn der Kreis von Kunden mit gro\u00dfem Budget sei in Berlin begrenzt. Doch die zahlungskr\u00e4ftige Klientel von au\u00dfen mache sich rar, bemerkt Swanson. Er vermutet eine nachlassende Anziehungskraft der Hauptstadt. \u201eEs gibt immer weniger Messen, die Gesch\u00e4ftsleute anlocken, und die Zust\u00e4nde am <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/flughafen-ber-ryanair-kuerzt-fluege-wegen-hoher-kosten-li.2338555\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BER<\/a> sind f\u00fcr viele eher abschreckend\u201c, sagt er.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Swanson kritisiert eine schlechte Anbindung des Flughafens Berlin-Brandenburg an das Stadtzentrum. Und eine Politik, die sich zu wenig um Gro\u00dfveranstaltungen in Berlin bem\u00fche. Laut <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/polizeibericht-berlin\/tourismusboom-in-berlin-mehr-besucher-als-vor-der-pandemie-li.2300277\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tourismusverband Visit Berlin<\/a> besuchten 12,7 Millionen Reisende im vergangenen Jahr Berlin und damit f\u00fcnf Prozent mehr als 2023. 42 Prozent kamen laut Visit Berlin aus dem Ausland. Berlin erreicht aber noch nicht die Besucherzahlen der Vor-Corona-Zeit. 2019 besuchten 14 Millionen Menschen Berlin. Der Berliner Flughafen verzeichnet weniger Flugg\u00e4ste als vor der Pandemie.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In Berlin gibt es die meisten Michelin-Sterne in Deutschland. Doch die Stimmung in der Branche ist Swanson zufolge schlecht. \u201eIch kenne viele, die derzeit \u00fcber eine Insolvenz nachdenken\u201c, sagt er. Er z\u00e4hlt eine Vielzahl von Gr\u00fcnden f\u00fcr das Schrumpfen der Gewinne auf und die Ratlosigkeit unter Gastronomen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Restaurantbesitzer sp\u00fcrten die Inflation bei Nahrungsmittel- und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/stromnetz-chaos-netzentgelte-im-osten-sinken-und-berlin-zahlt-drauf-li.2344142\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Energiepreisen<\/a> durch die Kriege in der Ukraine und im <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/krieg-in-nahost-arabische-staaten-fordern-ende-der-hamas-herrschaft-im-gazastreifen-li.2345524\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nahen Osten<\/a> genau wie jeder Verbraucher im Supermarkt. Mehrausgaben durch h\u00f6here Preise an die Kunden weiterzugeben, sei aber heikel, weil diese dann wegblieben. \u201eViele haben in der Pandemie gelernt, gut zu kochen, oder sie gehen in billigere Lokale mit geringer Qualit\u00e4t\u201c, sagt Swanson.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Eine Erh\u00f6hung der Preise senke Einnahmen; es drohe dem Restaurantbetreiber ein Nullsummenspiel. Aufgrund von Mindestlohn und Fachkr\u00e4ftemangel kletterten gleichzeitig aber die Personalkosten. Selbst unqualifizierte Mitarbeiter k\u00f6nnten h\u00f6here L\u00f6hne in der Branche durchsetzen. Denn viele Betriebe suchten h\u00e4nderingend nach Fachkr\u00e4ften, berichtet Swanson.<\/p>\n<p><img alt=\"Blick in Swansons Restaurant Faelt\" loading=\"lazy\" width=\"4032\" height=\"2688\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/77aa5cf7-8ef3-46de-bb78-b1731f30b86b.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Blick in Swansons Restaurant FaeltFaelt<\/p>\n<p>Mehrwertsteuererh\u00f6hung soll r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das Auslaufen der w\u00e4hrend der Pandemie f\u00fcr die Gastronomie auf sieben Prozent gesenkten <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/trotz-steuersenkung-gastronomie-plant-keine-flaechendeckenden-preisnachlaesse-li.2345869\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehrwertsteuer<\/a> zum Jahresbeginn 2024 habe Restaurantbesuche zudem verteuert. Die Bundesregierung verspricht eine erneute Absenkung von 19 Prozent auf sieben Prozent im kommenden Jahr und weitere Schritte zum <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/was-ein-klettergeruest-in-berlin-ueber-den-alltaeglichen-wahnsinn-der-buerokratie-erzaehlt-li.2340353\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">B\u00fcrokratieabbau<\/a>. Sie will zum Beispiel die umstrittene <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/bonpflicht-der-berliner-einzelhandel-verzettelt-sich-li.4170\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bonpflicht<\/a> f\u00fcr Lokale abschaffen.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Bj\u00f6rn Swanson reagiert verhalten auf die Ank\u00fcndigung von Reformen. \u201eBisher hat jede neue Bundesregierung B\u00fcrokratieabbau versprochen\u201c, sagt er. Er bezweifelt auch, dass der Staat angesichts steigender Ausgaben freiwillig auf Mehreinnahmen durch die auf 19 angehobene Mehrwertsteuer f\u00fcr die Gastronomiebranche verzichten werde.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/umsatzeinbussen-im-tourismus-viele-berliner-hotels-nicht-ausgebucht-li.2339439\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Branchenverband Dehoga<\/a> fordert die Bundesregierung unter Friedrich Merz zu entschiedenerem Handeln auf. Es sei positiv, dass die Koalition aus Union und SPD den B\u00fcrokratieabbau adressierte, sagt\u00a0<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/berlin-reise-wieder-erschwinglich-deshalb-sinken-die-hotelpreise-li.2339312\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gerrit Buchhorn, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Dehoga Berlin<\/a>. Neben der m\u00f6glichen Abschaffung der Bonpflicht verweist Buchhorn auf die geplanten Erleichterungen im Arbeitszeitgesetz, digitale Nachweis- und Meldepflichten bei der Hygiene sowie eine angedachte Reform der Unternehmensbesteuerung. Das seien begr\u00fc\u00dfenswerte Schritte.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Buchhorn stellt aber klar, dass Ank\u00fcndigungen nicht ausreichen. \u201eEntscheidend ist eine tats\u00e4chlich praxistaugliche Umsetzung mit klaren digitalen Standards, einheitlicher Anwendung und sp\u00fcrbarer Entlastung insbesondere f\u00fcr kleine und mittlere Betriebe. Hier fordern wir konkrete Fortschritte statt blo\u00dfer Pr\u00fcfauftr\u00e4ge auf Bundes- und Landesebene.\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der Dehoga-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer beschreibt, wie die Krise alle Segmente der Gastronomie trifft. Die Spitzengastronomie habe immer noch nicht die Delle w\u00e4hrend der Pandemie ausgeglichen. Die Auslastung der Betriebe liege deutlich unter dem Niveau von 2019. Viele kleinere und mittlere Betriebe k\u00f6nnten Buchhorn zufolge ganz vom Berliner Markt verschwinden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Krise treibe immer mehr Lokale in die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/berliner-queer-club-schwuz-ist-insolvent-li.2346052\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Insolvenz<\/a>. Laut Dehoga gab es 2023 in Berlin 4714 Restaurants und insgesamt 10.744\u00a0Gastronomiebetriebe. Die Zahl der Insolvenzverfahren gastronomischer Betriebe ist laut Dehoga von 179 im Jahr 2023 auf 221 im vergangenen Jahr gestiegen. \u201eDamit einher geht eine sp\u00fcrbare Verarmung der gastronomischen Vielfalt in den Berliner Kiezen\u201c, warnt Buchhorn. Die Berliner Innenstadt verliere an Attraktivit\u00e4t, mit deutlichen Auswirkungen auf Tourismus, Hotellerie und den Einzelhandel.<\/p>\n<p>Tr\u00fcbsinnige Deutsche sparen am Essen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch Buchhorn fordert von der Senatsverwaltung eine Initiative zur Steigerung der Touristenzahlen. Er schl\u00e4gt mehr Fl\u00fcge vor, zus\u00e4tzliche Veranstaltungen, Messen und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/berlin-was-hat-ein-feminismus-kongress-mit-politischer-bildung-zu-tun-li.2212971\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kongresse<\/a>, mehr verkaufsoffene Sonntage, verl\u00e4ngerte Zeiten f\u00fcr die Au\u00dfengastronomie und eine st\u00e4rkere Vermarktung Berlins als Genusshauptstadt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die von der Bundesregierung f\u00fcr 2026 geplante erneute Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent m\u00fcsse dringend erfolgen, erkl\u00e4rt Buchhorn. \u201eDie Erh\u00f6hung auf 19 Prozent war f\u00fcr viele Betriebe ein massiver Belastungsschub. Bereits zuvor mussten die Preise aufgrund der Kostensteigerungen der letzten Jahre deutlich angehoben werden\u201c, erl\u00e4utert er. Eine Senkung der Mehrwertsteuer w\u00e4re ein wichtiges Zeichen f\u00fcr Steuergerechtigkeit im Vergleich zum Au\u00dfer-Haus-Verkauf oder zur Tiefk\u00fchlpizza im Einzelhandel und w\u00fcrde die Gastronomie sp\u00fcrbar entlasten.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Bj\u00f6rn Swanson wiederum macht ein Ph\u00e4nomen Sorgen, das kein neues Gesetz so einfach beseitigen kann. Er nehme eine d\u00fcstere Laune wahr, die vielen offenbar buchst\u00e4blich auf den Magen schlage. Der Koch f\u00fchrt die kollektive depressive Verstimmung auf die vielen Krisen und Kriege zur\u00fcck. In Italien nehme er diese Stimmung trotz einer vergleichbaren wirtschaftlichen Lage als weniger eingetr\u00fcbt wahr. \u201eIch habe in Rom mit Kollegen gesprochen. Deren L\u00e4den sind voll\u201c, sagt Swanson.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Pamela Strohschein bietet auf der Men\u00fckarte ihres Restaurants April in Sch\u00f6neberg nun kleinere Portionen zum leicht reduzierten Preis an, um mit der neuen Sparsamkeit mitzuhalten. Den Familienbetrieb gibt es seit den 90er-Jahren. Das April hat im vergangenen Jahr einen Standort an der Winterfeldstra\u00dfe geschlossen. Der Verlust an Einnahmen sei angesichts geringerer Ausgaben durch die Aufgabe des zweiten Lokals kaum ins Gewicht gefallen, schildert Strohschein. Unter dem Strich rechne sich die Beschr\u00e4nkung auf den Standort Eisenacher Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><img alt=\"Pamela Strohschein vom Restaurant April\" loading=\"lazy\" width=\"5990\" height=\"3993\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1692ba1e-d73d-46cc-a40a-55b20aa83ef8.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Pamela Strohschein vom Restaurant AprilMaurice Weiss\/Ostkreuz<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Im April k\u00f6nnen G\u00e4ste auch werktags bereits am Nachmittag einkehren. Hauchd\u00fcnne Wiener Schnitzel liegen auf den Tellern. Besteck klappert. Weingl\u00e4ser werden geleert. Die Atmosph\u00e4re wirkt ungezwungen. In der Men\u00fckarte finden sich neben deutscher Hausmannskost auch Spezialit\u00e4ten der Levante-K\u00fcche wie der Frischk\u00e4se Labneh. Das kulinarische Angebot des Lokals spiegelt die Demografie Berlins wider.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Pamela Strohschein erhebt sich f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch wie eine Matriarchin vom Familientisch. Verschiedene Generationen der Strohscheins sitzen im April bei einem sp\u00e4ten Mittagsessen zusammen. Ihre Kinder arbeiteten im Betrieb mit. Sie sei sich aber unsicher, ob der Betrieb in der Familie bleibe, wenn ihr Mann und sie einmal in Rente gingen. \u201eMeine Kinder sehen jeden Tag, was f\u00fcr ein Stress das ist\u201c, sagt Strohschein.<\/p>\n<p><img alt=\"Hier bl\u00fcht es: Pamela Strohschein vor ihrem Lokal\" loading=\"lazy\" width=\"5990\" height=\"3993\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/7ac2ab68-34fa-4764-b713-d4472174bd97.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Hier bl\u00fcht es: Pamela Strohschein vor ihrem LokalMaurice Weiss\/Ostkreuz<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Sie erz\u00e4hlt, dass bei der Aufgabe des Standorts an der Winterfeldstra\u00dfe auch eine m\u00f6gliche Mieterh\u00f6hung eine Rolle gespielt habe. Bei <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/ihr-koennt-jetzt-mal-gehen-in-marzahn-stirbt-gewerbe-fuer-ein-vorzeigeviertel-li.2335833\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gewerbemieten<\/a> greift keine <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/wohnungsnot-und-wucherpreise-bundesjustizministerin-stefanie-hubig-droht-vermietern-mit-bussgeld-li.2339701\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mietpreisbremse<\/a>. Viele Vertr\u00e4ge sind zeitlich befristet. Vermieter k\u00f6nnen sie ohne Angabe von Gr\u00fcnden auslaufen lassen. Laut Berliner Mieterverein stiegen die Gewerbemieten in der Hauptstadt von 2012 bis 2020 von im Durchschnitt 9,50 Euro pro Quadratmeter auf 19 Euro. Besonders von steigenden Gewerbemieten betroffen sind dem Mieterverein zufolge die Bezirke im S-Bahn-Ring.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\"><a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/steuerentlastung-bundestag-beschliesst-investitionsbooster-li.2336722\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wirtschaftsflaute<\/a>\u00a0und Inflation treffen die Berliner Gastronomie in einer Zeit, in der aufgrund der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/wohnungsnot-in-berlin-merz-fordert-wohngeldkuerzung-experten-schlagen-alarm-li.2340239\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mietpreiskrise<\/a>\u00a0die Kosten f\u00fcr ein Dach \u00fcber dem Kopf davongaloppieren. Berlin hat bereits 2019 im Bundesrat eine Gesetzesinitiative gestartet, um den Wildwuchs bei Gewerbemieten zurechtzustutzen. Bisher fehlt ein entsprechendes Bundesgesetz.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Auch Pamela Strohschein erwartet dringend die von der Bundesregierung f\u00fcr 2026 angek\u00fcndigte erneute Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent. \u201eWir halten das jetzt noch gut bis zum Jahresende durch, aber dann brauchen wir eine Entlastung\u201c, sagt Strohschein. Hat sie einen Plan B im Kopf f\u00fcr den Fall, dass sich die tr\u00fcben Aussichten noch weiter verschlechtern? Ihr mache ihr Job Spa\u00df. \u201eIch w\u00fcsste nicht, was ich lieber machen w\u00fcrde. Aber wenn es so immer weitergeht, ist irgendwann mal Ende Banane\u201c, sagt sie. Noch hofft sie auf die Wende, die den Berlinern wieder Appetit macht auf Wiener Schnitzel oder Labneh.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bj\u00f6rn Swansons Stimme klingt am Telefon nach Sommer und Sonne. 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