{"id":318630,"date":"2025-08-04T15:26:17","date_gmt":"2025-08-04T15:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318630\/"},"modified":"2025-08-04T15:26:17","modified_gmt":"2025-08-04T15:26:17","slug":"geopolitische-folgen-us-zoelle-treiben-afrika-in-chinas-arme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318630\/","title":{"rendered":"Geopolitische Folgen: US-Z\u00f6lle treiben Afrika in Chinas Arme"},"content":{"rendered":"<p>Vier afrikanische Staaten \u2013 Libyen, S\u00fcdafrika, Algerien und Tunesien \u2013 sind mit den h\u00f6chsten von der US-Regierung verh\u00e4ngten Z\u00f6llen konfrontiert, die zwischen 25 und 30 Prozent liegen. Achtzehn weitere L\u00e4nder des Kontinents wurden mit Abgaben in H\u00f6he von 15 Prozent belegt, wie aus einem am Donnerstag vom Wei\u00dfen Haus ver\u00f6ffentlichten Dokument hervorgeht. Die Z\u00f6lle sollen am Donnerstag in Kraft treten.<\/p>\n<p>Schon l\u00e4ngst ist China der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner des Kontinents \u2013 mit einem gesch\u00e4tzten Jahresvolumen von 300 Milliarden Dollar. Die angek\u00fcndigten US-Z\u00f6lle w\u00fcrden afrikanische L\u00e4nder nun noch weiter in die Arme Chinas treiben, warnt der nigerianische Wirtschaftswissenschaftler Bismarck Rewane am Freitag gegen\u00fcber CNN. Afrika begebe sich \u201edirekt in die H\u00e4nde Chinas\u201c.<\/p>\n<p>China bietet Rettungsleine an<\/p>\n<p>Vor Ablauf der vom Wei\u00dfen Haus gesetzten Fristen schlossen die USA \u2013 trotz einiger Bem\u00fchungen des Kontinents, die Z\u00f6lle zu vermeiden \u2013 mit keinem afrikanischen Land ein Handelsabkommen. Das unterstreiche, \u201ewelchen Platz Afrika auf der Priorit\u00e4tenliste des Wei\u00dfen Hauses einnimmt\u201c, hei\u00dft es bei CNN.<\/p>\n<p>   <a href=\"https:\/\/debatte.orf.at\/stories\/1839529\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>         <img class=\"lazy-loading\"\/><\/p>\n<p>Debatte<\/p>\n<p>         Wohin f\u00fchrt Trumps Unberechenbarkeit?<\/p>\n<p>   <\/a><\/p>\n<p>Der s\u00fcdafrikanische Forscher Neo Letswalo bezeichnete das Vers\u00e4umnis der USA, ein Abkommen mit Afrika auszuhandeln, gegen\u00fcber CNN als \u201eein offenes Tor f\u00fcr China\u201c: \u201eAmerika b\u00fc\u00dft allm\u00e4hlich seine globale F\u00fchrungsrolle ein\u201c, sagte er: Je mehr L\u00e4nder \u201eweniger von den USA abh\u00e4ngig werden, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Chance f\u00fcr China, eine Alternative zu werden\u201c. China bot Afrika schon im Vorfeld eine Rettungsleine an und erkl\u00e4rte im Juni, dass es die Einfuhrz\u00f6lle f\u00fcr fast alle seine afrikanischen Partner aussetzen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>China treibt Afrika in Abh\u00e4ngigkeit<\/p>\n<p>China investiert enorm in Wirtschaftsprojekte in Afrika. Im Zuge der Investitionsoffensive \u201eNeue Seidenstra\u00dfe\u201c wurden auf dem afrikanischen Kontinent H\u00e4fen, Eisenbahnlinien, Flugh\u00e4fen und Industrieparks errichtet.<\/p>\n<p>International wird die \u201eSeidenstra\u00dfe\u201c-Initiative teils scharf kritisiert, da sie wirtschaftlich schw\u00e4chere L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens in die Verschuldung und Abh\u00e4ngigkeit von China treibe, so die Argumentation. Denn Afrika liefere vor allem Rohstoffe an China und importiere umgekehrt die damit produzierten G\u00fcter \u2013 Industrialisierungsprozesse w\u00fcrden verhindert.<\/p>\n<p>Laut dem US-amerikanischen Thinktank Council of Foreign Relations (CFR) h\u00e4tten chinesische Investitionen zwar dazu beigetragen, die Entwicklung der Infrastruktur und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, doch seien diese oftmals mit laxen Umwelt- und Arbeitsstandards sowie fragw\u00fcrdigen Menschenrechtsvorgehen verbunden.<\/p>\n<p>Streit mit S\u00fcdafrika<\/p>\n<p>Am Beispiel S\u00fcdafrika wird auch diskutiert, ob die Z\u00f6lle nicht auch politisch motiviert sind: Trumps Verh\u00e4ltnis zu S\u00fcdafrika ist angespannt. Im Mai hatte der US-Pr\u00e4sident den s\u00fcdafrikanischen Pr\u00e4sidenten Cyril Ramaphosa bei dessen Besuch im Wei\u00dfen Haus mit unbelegten Vorw\u00fcrfen \u00fcberzogen, dass S\u00fcdafrika einen \u201eGenozid\u201c an wei\u00dfen Bauern begehe.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%204909%203273'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2635498_bigpicture_1012527_usa_trump_ramaphosa_body_ap.jpg\"  alt=\"der s\u00fcdafrikanische Pr\u00e4sident Cyril Ramaphosa und der US-Pr\u00e4sident Donald Trump \"\/><\/p>\n<p>   AP\/Evan Vucci<\/p>\n<p>      Die angeblichen Beweisfotos f\u00fcr Massenmorde an Wei\u00dfen in S\u00fcdafrika stammen aus der Demokratischen Republik (DR) Kongo<\/p>\n<p>Anfang Februar hatte Trump Hilfen f\u00fcr S\u00fcdafrika eingefroren, im M\u00e4rz wiesen die USA den Botschafter des Landes aus. Zudem nahmen die USA eine Gruppe wei\u00dfer S\u00fcdafrikaner auf und erteilten ihnen Fl\u00fcchtlingsstatus \u2013 obwohl Trumps Regierung die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen etwa aus Kriegs- und Krisengebieten weitestgehend gestoppt hat.<\/p>\n<p>Enormer Schaden in Lesotho<\/p>\n<p>Besonders gravierende Auswirkungen haben die Z\u00f6lle schon jetzt in Lesotho. Im April k\u00fcndigte die US-Regierung f\u00fcr das Land die h\u00f6chste Tarifrate von 50 Prozent an. Der Handelsminister Mokhethi Shelile warnte damals vor einem \u201eBlutbad auf dem Arbeitsmarkt\u201c des 2,3 Millionen-Einwohner-Landes. Die Wirtschaft des kleinen Binnenstaats im s\u00fcdlichen Afrika h\u00e4ngt in hohem Ma\u00dfe vom Export von Textilien und Diamanten in die USA ab. Die Regierung rief einen zweij\u00e4hrigen nationalen Katastrophenzustand aus.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%204200%202800'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2721048_bigpicture_1047766_usa_zoelle_afrika_china_a.jpg\"  alt=\"Personen in Textilfabrik in Lesotho\"\/><\/p>\n<p>   APA\/AFP\/Roberta Ciuccio<\/p>\n<p>      Rund 50.000 Menschen arbeiten in Lesotho in der Textilbranche<\/p>\n<p>Zwar ist jetzt von Z\u00f6llen in der H\u00f6he von 15 Prozent die Rede, der Schaden ist laut \u201eNew York Times\u201c aber bereits angerichtet: Gro\u00dfe US-Ketten wie Walmart, JCPenney und Levi\u2019s stornierten bereits ihre Auftr\u00e4ge, mehrere gro\u00dfe Textilfabriken mussten schlie\u00dfen und ihre Arbeiter entlassen. Im M\u00e4rz verunglimpfte Trump Lesotho als Staat, \u201evon dem niemand je geh\u00f6rt hat\u201c. Doch wie die BBC berichtet, werden jene Poloshirts, die in Trumps Onlineshop erh\u00e4ltlich sind, in einer Fabrik in Lesotho gefertigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vier afrikanische Staaten \u2013 Libyen, S\u00fcdafrika, Algerien und Tunesien \u2013 sind mit den h\u00f6chsten von der US-Regierung verh\u00e4ngten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":318631,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-318630","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114971199761913044","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/318630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=318630"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/318630\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/318631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=318630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=318630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=318630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}