{"id":318945,"date":"2025-08-04T18:13:10","date_gmt":"2025-08-04T18:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318945\/"},"modified":"2025-08-04T18:13:10","modified_gmt":"2025-08-04T18:13:10","slug":"wie-sich-trumps-wirtschaftspolitik-auswirkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/318945\/","title":{"rendered":"Wie sich Trumps Wirtschaftspolitik auswirkt"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.08.2025 19:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Entt\u00e4uschende Arbeitsmarktzahlen und schlechte Stimmung in der Industrie, trotzdem w\u00e4chst die Wirtschaft: Die Lage in den USA scheint zweigeteilt. Doch die konjunkturellen Alarmsignale h\u00e4ufen sich. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEtwas mehr als ein halbes Jahr ist US-Pr\u00e4sident Donald Trump nun im Amt. \u00dcbernommen hat er damals eine starke US-Wirtschaft mit niedriger Arbeitslosigkeit, einem soliden Wirtschaftswachstum und einer moderaten Inflation.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Egal, aus welcher Richtung man auf die US-Wirtschaft schaut: Man kann nur zu dem Schluss kommen, dass sie sehr gesund ist&#8220;, sagte Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest angesichts dieser Situation <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft\/trump-amtsantritt-wirtschaft-usa-100.html\" title=\"Wird Trump zur Gefahr f\u00fcr die US-Wirtschaft?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Januar im Gespr\u00e4ch mit tagesschau.de<\/a>. Seither hat sich viel bewegt in der US-Wirtschaft &#8211; nicht unbedingt immer zum Besseren.<\/p>\n<p>    \u00dcberraschend schwacher Arbeitsmarkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo zeichnen etwa die j\u00fcngsten Zahlen einen \u00fcberraschend schwaches Bild vom US-Arbeitsmarkt. Im Juli kamen nur noch 73.000 neue Jobs au\u00dferhalb der Landwirtschaft hinzu, wie aus dem am vergangenen Freitag ver\u00f6ffentlichten Bericht der Regierung hervorgeht. Von Reuters befragte \u00d6konomen hatten einen Zuwachs von 110.000 neuen Stellen auf dem Zettel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZugleich wurde die Zahl der im Juni geschaffenen Stellen massiv abw\u00e4rts revidiert &#8211; von 147.000 auf nur noch 14.000. Auch im Mai sollen laut den revidierten Daten deutlich weniger Jobs geschaffen worden sein als urspr\u00fcnglich angenommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Zahlen sind schlechter ausgefallen als jede Prognose&#8220;, sagte Helen Given, Chefanlegerin beim Finanzdienstleister Monex, mit Blick auf die Arbeitsmarktdaten. Der Knackpunkt sei vor allem die Abw\u00e4rtskorrektur f\u00fcr den Vormonat.<\/p>\n<p>    Trumps Reaktion auf die Daten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrump hatte angesichts der \u00fcberraschend schwachen Daten noch am Freitag verk\u00fcndet, die Chefin des Amtes f\u00fcr Arbeitsmarktstatistik, Erika McEntarfer, zu entlassen. Er warf ihr vor, Arbeitsmarktzahlen f\u00fcr politische Zwecke manipuliert zu haben. &#8222;Wir brauchen akkurate Arbeitsmarktzahlen&#8220;, erkl\u00e4rte Trump. Kurz darauf schrieb er dann ohne Vorlage von Beweisen, Arbeitsmarktdaten seien manipuliert gewesen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Entscheidung des US-Pr\u00e4sidenten sorgt in den USA f\u00fcr viel Kritik &#8211; doch Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett verteidigt den Schritt. Auf die Frage, ob die Regierung irgendwelche Beweise daf\u00fcr habe, dass die Arbeitsmarktzahlen manipuliert worden seien, sagte Hassett dem Sender NBC News: &#8222;Nun, der Beweis ist, dass es eine Reihe von Revisionen gab.&#8220; Diese k\u00f6nnten zu parteiisch wirken. Auf das Nachhaken, ob es auch handfeste Beweise gebe, antwortete Hassett: &#8222;Ich denke, die Revisionen sind handfeste Beweise.&#8220;<\/p>\n<p>    Alarmsignale h\u00e4ufen sich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch nicht nur die Arbeitsmarktdaten stellen die St\u00e4rke der US-Wirtschaft, wie sie noch Anfang des Jahres herrschte, in Frage. Ein weiteres Alarmzeichen kam von der US-Industrie, die ihre Talfahrt im Juli \u00fcberraschend beschleunigte. Die Stimmung in der US-Industrie fiel auf 48,0 Punkte &#8211; den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Dies geht aus der j\u00fcngsten Unternehmensumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervor.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil auf das Verarbeitende Gewerbe gut zehn Prozent der Wirtschaftsleistung der USA entfallen. Die zeigte sich zuletzt zwar \u00fcberraschend robust: Im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet um 3,0 Prozent, wie das Handelsministerium nach einer ersten Sch\u00e4tzung Ende Juli mitteilte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie nachhaltig dieses Wachstum ist, ist aber v\u00f6llig unklar. So warnen \u00d6konomen vor einer strukturellen Schw\u00e4chung der Wirtschaft. Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank sagte: &#8222;Die Investitionen gehen in einem auff\u00e4llig starken Tempo zur\u00fcck und auch der US-Konsument h\u00e4lt sich weiterhin zur\u00fcck.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDies seien zwei recht deutliche Signale, dass Unternehmen und Haushalte in den Vereinigten Staaten auf Vorsicht bedacht seien &#8211; besonders f\u00fcr Unternehmen sei die fehlende Planungssicherheit angesichts vielen Handelskonflikte ein Problem. Sie wollten erst einmal abwarten, was die US-Regierung in den kommenden Monaten mache.<\/p>\n<p>    Ist die Dollar-Schw\u00e4che ein Misstrauensvotum?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd nicht zuletzt wird die aktuelle Schw\u00e4che des Dollar von Experten als Misstrauensvotum gegen die Politik Trumps gesehen &#8211; obwohl Trump damit genau das erreicht haben d\u00fcrfte, was er wollte. Denn durch die Abwertung des Dollar, der seit Jahresbeginn deutlich verloren hat, sind Exporte f\u00fcr die USA billiger und Importe teurer. Das entlastete die defizit\u00e4re Handelsbilanz der USA.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd gleichzeitig zeigt die Abwertung der US-W\u00e4hrung auch die Furcht der Anleger vor den Folgen von Trumps erratischer Zollpolitik; viele Investoren zogen Geld aus den USA ab.<\/p>\n<p>    Zollpolitik als Grund f\u00fcr hohe Zinsen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrumps erratische Zollpolitik wird seit Monaten auch als Grund daf\u00fcr genannt, warum die US-Notenbank Fed ihre Zinsen nicht senkt. In der vergangenen Woche belie\u00df die Zentralbank den Leitzins erneut im Bereich von 4,25 bis 4,50 Prozent. Die Fed will ihrem Chef Jerome Powell zufolge mehr Klarheit dar\u00fcber gewinnen, wie sich die von Zollerh\u00f6hungen gepr\u00e4gte Handelspolitik von Trump auf das gesamte Konjunkturbild auswirkt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAllerdings ist die Stimmung innerhalb der Fed l\u00e4ngst nicht mehr einheitlich: Bei dem Zinsentscheid f\u00fcr eine erneute Pause gab es zwei Abweichler, die eine Senkung bef\u00fcrworteten. Direktorin Michelle Bowman begr\u00fcndete den Schritt mit &#8222;Anzeichen f\u00fcr einen weniger dynamischen Arbeitsmarkt&#8220;. Ihr Kollege Christopher Waller erkl\u00e4rte, die Fed sollte seiner Ansicht nach nicht mit einer Zinssenkung warten, bis sich der Arbeitsmarkt verschlechtert habe. Die jetzige abwartende Haltung der Fed sei aus seiner Sicht &#8222;\u00fcbervorsichtig&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd besonders die j\u00fcngsten Arbeitsmarktdaten d\u00fcrften die US-Notenbank nun unter Druck setzen, meint etwa NordLB-Analyst Tobias Basse. Beim Thema Leitzinssenkungen gerate die Fed &#8222;unter wirklich gro\u00dfen Zugzwang&#8220;. Eine Zahl von 100.000 neuen Stellen pro Monat gilt einer Faustregel zufolge als n\u00f6tig, um die wachsende US-Bev\u00f6lkerung mit ausreichend Arbeitspl\u00e4tzen zu versorgen. \u00c4hnlich sieht das auch LBBW-\u00d6konom Elmar V\u00f6lker: Die Daten seien &#8222;gewiss Wasser auf die M\u00fchlen der geldpolitischen Tauben um Fed-Gouverneur Christopher Waller&#8220;. Mit Tauben sind W\u00e4hrungsh\u00fcter gemeint, die eher einen lockeren geldpolitischen Kurs bevorzugen.<\/p>\n<p>    Trumps Chance bei der Fed?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr US-Pr\u00e4sident Trump, der seit Monaten eine Senkung des Leitzinses fordert, er\u00f6ffnet sich wom\u00f6glich eine Chance. Denn am vergangenen Freitag gab die Gouverneurin Adriana Kugler \u00fcberraschend ihr Amt im F\u00fchrungsgremium der Fed vorzeitig ab. Nun kann Trump diesen wichtigen Posten neu besetzten, denn der Pr\u00e4sident nominiert die &#8211; vom Senat zu best\u00e4tigenden &#8211; Vorstandsmitglieder der Fed, die wiederum den Gro\u00dfteil des m\u00e4chtigen Zentralbankrats ausmachen. So ist es wenig verwunderlich, dass er \u00fcber den \u00fcberraschenden R\u00fccktritt der Gouverneurin &#8222;sehr gl\u00fccklich&#8220; sei, weil nun ein Platz im Zentralbankrat frei werde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTurnusm\u00e4\u00dfig w\u00e4re Kuglers Amtszeit erst im Januar 2026 abgelaufen. Mit der anstehenden Neubesetzung will Trump nun den k\u00fcnftigen Kurs der Fed in seinem Sinne beeinflussen, denn das Gremium legt den wichtigen Leitzins fest, der indirekt das Wirtschaftswachstum f\u00f6rdern kann.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass es nun obendrein auch noch die Entlassung der Chefin des Amtes f\u00fcr Arbeitsmarktstatistik gab, sch\u00fcrt weiter Unsicherheit. Laut J\u00fcrgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, weckt das Vorgehen Trumps &#8222;einmal mehr die Angst vor der zuk\u00fcnftigen politischen Unabh\u00e4ngigkeit solcher Institutionen und Berichte&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Informationen von Lilli-Marie Hiltscher, ARD-Finanzredaktion. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.08.2025 19:33 Uhr Entt\u00e4uschende Arbeitsmarktzahlen und schlechte Stimmung in der Industrie, trotzdem w\u00e4chst die Wirtschaft: Die Lage&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":310069,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,14,15,12,113,33809],"class_list":{"0":"post-318945","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-trump","18":"tag-us-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114971856334384256","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/318945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=318945"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/318945\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/310069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=318945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=318945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=318945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}